Robert E. Howard

 4.3 Sterne bei 105 Bewertungen
Autor von Conan, Conan - Band 1 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Robert E. Howard

Robert Ervin Howard † 11. Juni 1936 in Cross Plains

Neue Bücher

Conan der Legendäre

Neu erschienen am 14.04.2020 als Taschenbuch bei BoD – Books on Demand.

Conan der Legendäre

Neu erschienen am 30.03.2020 als Taschenbuch bei BoD – Books on Demand.

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Cover des Buches Conan9783453520691

Conan

 (23)
Erschienen am 06.02.2006
Cover des Buches Conan - Band 19783865523891

Conan - Band 1

 (10)
Erschienen am 25.06.2015
Cover des Buches Volk der Finsternis9783865520623

Volk der Finsternis

 (6)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Conan. Bd.29783453520714

Conan. Bd.2

 (5)
Erschienen am 03.07.2006
Cover des Buches Conan - Band 39783865523952

Conan - Band 3

 (4)
Erschienen am 28.07.2015
Cover des Buches Conan - Band 29783865523921

Conan - Band 2

 (4)
Erschienen am 25.06.2015
Cover des Buches Conan - Band 49783865523983

Conan - Band 4

 (3)
Erschienen am 28.07.2015
Cover des Buches Conan - Band 59783865524003

Conan - Band 5

 (3)
Erschienen am 29.09.2015

Neue Rezensionen zu Robert E. Howard

Neu

Rezension zu "Conan der Cimmerier: Die scharlachrote Zitadelle" von Robert E. Howard

König von Aquälonien
Ambermoonvor 7 Monaten

">>Bald stand nur noch ein letzter Mann aufrecht auf dem Schlachtfeld. Ich sage 'MANN', aber ... es war nicht mehr viel menschliches an ihm. Besessen von einer animalischen Wut ... bis zur Unkenntlichkeit befleckt vom Blut seiner Feinde ... erschlug und verstümmelte König Conan jeden, der es wagte, ihn herauszufordern.<<"
(S. 6)

Conan, derzeit König von Aquilonien, eilte König Amalrus von Ophir zu Hilfe, doch dieser hat sich mit anderen zusammengetan, um Conan zu stürzen. Dieser lief also geradewegs in eine Falle und sitzt nun im finstersten Kerker der scharlachroten Zitadelle des Hexers Tsotha-Lantis. Dieser hat nämlich nichts anderes im Sinn als Aquälonien zu erobern und das Volk seinem Willen zu unterwerfen. Doch Conan wäre nicht Conan, wenn er das auf sich sitzen lassen würde. Sein Barbarenblut kocht und seine Gegner können sich auf etwas gefasst machen, denn König von Aquälonien ist immer noch er.

Hier begegnet man einem etwas zivilisierteren und gesetzteren Conan, immerhin ist er König von Aquälonien und er macht sich nicht mehr nur Sorgen um sich selbst, sondern auch um sein Volk. Doch keine Sorge, das Barbarenblut fließt noch immer durch seine Adern und es wird ordentlich geschlachtet und gemetzelt. Diesmal hätte er sich jedoch nicht ohne Hilfe eines Zauberers und dessen Magie aus der Bredoille ziehen können. Manchmal benötigt eben auch ein Conan Hilfe von außerhalb.

"Die scharlachrote Zitadelle" ist eine von Howards längeren Conan-Kurzgeschichten. Aufgrund dessen war ich verständlicherweise etwas skeptisch und fragte mich, wie und ob man es schaffen kann diese Handlung in einen Comic von gerade einmal knapp 60 Seiten zu pressen. Dies war völlig unbegründet, denn der Franzose Luc Brunschwig hat sich zwar auf das Wesentliche der Story konzentriert, verlor dabei aber keineswegs die kleinen, aber dennoch wichtigen Nebenhandlungen aus den Augen und webte auch noch die eigene Fantasie ein, ohne das Ganze überladen wirken zu lassen.

Illustrator war diesmal Étienne Le Roux, welcher die Story in ein Retro-Comic-Kleid im typisch frankobelgischen Stil steckte. Auch er hat sich bei der Darstellung von Conan an dessen neuen Image orientiert. Conan wirkt älter und kultivierter, lässt aber durchaus die Muskeln seines nackten und gestählten Körpers spielen, während er an Ketten  zerrt oder Blut spritzen lässt.
Dieser Conan und der Zeichenstil im Allgemeinen konnten mich begeistern. Vor allem ist Le Roux einer jener Illustratoren, welcher Emotionen hervorragend herausarbeiten kann.

Für die Coloration war der Franzose Hubert zuständig und auch diese ist gelungen und schafft zusätzlich Atmosphäre.

Als Howard- und Conan-Fan, lese ich, parallel zu den Comic-Alben, immer die jeweilige Originalstory von Robert E. Howard. Obwohl sich alle frankobelgischen Autoren und Illustratoren nahe am Original halten, kommt "Die scharlachrote Zitadelle" diesem am nächsten und das trotzdem diese eine der längsten Conan-Storys ist. Dies alleine ist schon mehr als bewundernswert und ließ mich am Ende begeistert in die Hände klatschen. Zudem harmoniert das 3er-Gespann Brunschwig, Le Roux und Hubert hervorragend miteinander und ließen so Conan wiederauferstehen - atmosphärisch, in Farbe und stimmungsvoll.
Ich habe also auch diesen Band der Comic-Reihe aus dem Splitterverlag genossen und muss wirklich sagen, dass dies eine der gelungensten Comic-Reihen ist.
Ob es zu "Kull" und "Solomon Kane" auch einmal etwas ähnliches geben wird? Wünschen würde ich es mir.

Am Ende erhält man wieder Infos zu der Veröffentlichung der Originalstory von Robert E. Howard und lässt einem an seinem Kampf nach Anerkennung teilhaben.

">>Ich habe meine Titel nicht von einer Familie geerbt, die seit Ewigkeiten über diese Welt herrscht. Ich musste mir mit Faust und Schwert meinen Weg zum Thron bahnen ... und wenn ich kämpfte, habe ich mein Blut vergossen, ebenso wie die Männer, die ich in die Schlacht führte. Ich habe es verdient, mir diese Krone aufs Haupt zu setzen, weit mehr als dieser Clown Arpello.<<"
(S. 11)

© Pink Anemone  (mit Bildern aus dem Comic / Reihenvorstellung)


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Rezension zu "Conan der Cimmerier: Ymirs Tochter" von Robert E. Howard

Ab in die Nordlande
Ambermoonvor 7 Monaten

">>Die Männer von Nordheim leben für den Kampf, und ich, um sie kämpfen zu sehen ... um einen wahren Helden unter ihnen zu finden, den ich einmal mehr zu Euch führen werde, Vater. Denn so will es das Gesetz von Nordheim.<<"
(S. 7)


Im hohen Norden tobt eine blutige Schlacht. Die Aesir und die Vanir bekämpfen einander seit Menschengedenken und somit ist dies eine traditionelle Schlacht der Nordländer, welche dazu dient, dass der stärkste und einzig Überlebende von der Tochter des Frostriesen auserwählt wird, um ihr zu folgen und zu ihrem Vater auf den Odroerir zu gelangen.
Mit Vergnügen betrachtet Ymirs Tochter die Schlacht, doch diese endet anders als gedacht, denn von den Nordmännern überlebt niemand. Nur ein Mann namens Conan hat diese Schlacht überlebt und dieser hat mit dieser Tradition so gar nichts am Hut und kennt die Legenden dahinter nicht. Die Tochter des Frostriesen hat nun aber ihn erwählt und er folgt ihr, ohne auch nur einen Plan zu haben wer diese nackte Rothaarige Maid eigentlich ist ... und bald entbrennt eine weitere Schlacht.

Autor und Illustrator ist hier der Franzose Robin Recht, welcher auch eine Adaption von Michael Moorcock's "Elric" kreierte und damit selbst Moorcock begeistern konnte. Von Moorcock stammt auch der Kommentar, welcher die Story einleitet.
Danach stürzt man sogleich in die Story und somit auch in die Schlacht der Aesir und der Vanir.

In dieser Story geht es auch ordentlich heiß her, obwohl man sich in den nordlichen Eislanden befindet. Die Tochter des Frostriesen verdreht Conan ganz schön den Kopf und es kommt zu prickelnd erotischen Szenen. Das dies nicht gut ausgehen kann, wenn man sich mit einem Barbaren wie Conan anlegt, ist von vornherein klar. Doch wie auch Howard deutet auch Robin Recht das Kippen der Stimmung nur an ohne ins Detail zu gehen und es wird der Fantasie des Lesers überlassen, wie Conan auf diese Täuschung reagiert.

Von Robin Recht's Adaption bin ich schlichtweg begeistert. Obwohl er seine eigene Sichtweise und Fantasie einbringt, hält er sich an die Originalstory von Howard.
Conan, ein Barbar der einfach nur leben und anständig sterben will, wenn die Stunde gekommen ist, wird von ihm mit zusätzlicher Tiefe und ebenso facettenreich dargestellt - eben genau so, wie er auch von Robert E. Howard kreiert wurde.

Die Illustrationen sind atmosphärisch, mitreißend und wunderschön. Wieder ein Comic von dem ich so manches Panel mir am liebsten im Posterformat auf die Wand klatschen möchte.

Im Anschluß gibt es wieder interessante Infos zu Howard's Originalstory, sowie ein paar Coverentwürfe von Robin Recht.

Rückwirkend betrachtet ist dies meine liebste Adaption dieser Comic-Reihe aus dem Splitterverlag.
Story und Zeichnungen ergänzen sich hervorragend und während des Lesens und Betrachtens spürt man regelrecht den eisigen Nordwind um die Ohren wehen. Robin Recht schafft es, wie schon erwähnt, seine eigene Sichtweise einzubringen, ohne stark an Howard's Originalstory zu rütteln. Ich denke selbst Howard wäre von dieser Adaption begeistert.
Dieser Autor und Illustrator bleibt definitiv auf meinem Radar.

">>Ich rieche den bitteren Schweiß unter seinen Fellen, spüre die Schläge seiner schweren Axt, die die Niederlage abwenden und den Lauf der Schlacht ändern. Seine brutale Freude an Mord und Gemetzel. Er ist ein Bär unter den Wölfen."<<
(S. 18)


© Pink Anemone (mit Bildern aus dem Comic / Comic-Reihenvorstellung

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Rezension zu "IM SCHATTEN DER GEIER" von Robert E. Howard

Netter Westernhappen im schlechten (Verlags)gewand.
Serkalowvor einem Jahr



Warum habe ich das Buch gelesen?

Durch Zufall stieß ich darauf, dass Robert E. Howard, am bekanntesten sicherlich als Erfinder der Figuren »Conan – der Barbar« und »Salomon Kane« auch ein paar Western geschrieben hat.

Als Zeitgenosse und Bekannter von H. P. Lovecraft, schien mir Howards Western durchaus interessant. Bzw. sogar inspirierend. Eine der wichtigsten Empfehlungen, die man Autoren ja gibt, ist: Lesen!

Nach deutschem Urheberrecht ist dieses, 75 Jahre nach dem Tod des Autors, gefallen, weshalb ich bei meiner Recherche darauf stieß, dass es das Buch zweimal in Deutschland gibt.

2018 erschien das Buch unter dem Titel: »DIE GEIER VON WAHPETON« (Was eine wortwörtliche Übersetzung des Originaltitels ist) im Blitz-Verlag als Ebook für 4,99€.

2019 wiederum unter o.g. Titel im Apex-Verlag als Ebook für 5,99€.

Warum habe ich mich jetzt für das Ebook aus dem Apex-Verlag entschieden?

Ich schaute mir einfach von beiden Büchern die Leseproben an und entschied mich für die, die mir besser gefiel. Es war eine rein emotionale Entscheidung, doch für die Rezension will ich das Mal etwas näher beleuchten.

Schauen wir uns die Leseproben mal an:

Blitzverlag:

»Kaum, dass sich eine wilde Diskussion erhob, ertönten von draußen eilige Schritte. Die Menge bildete eine Gasse, als sich der Neuankömmling zielstrebig einen Weg durch diese bahnte. Sofort dominierte er das gesamte Geschehen. Breitschultrig, etwas mehr als mittelgroß, trug er einen weißen Hut, elegante Stiefel und ein schickes Halstuch. Seine Kleidung stand in starkem Kontrast zu den abgewetzten Klamotten der anderen Anwesenden. Gleiches galt für den schmalen, schwarzen Schnurrbart in seinem scharf gezeichneten, finsteren Gesicht, das nur wenig mit den bärtigen Visagen seiner Gegenüber gemein hatte. Der Lauf seiner mit einem Elfenbeinknauf versehenen Kanone zeigte nach oben.
„Welcher Satan hat dieses Werk vollbracht?“, fragte er barsch. Als sein Blick auf den Mann am Boden fiel, weiteten sich seine Augen. „Grimes!“, stieß er hervor. „Jim Grimes, mein Deputy! Wer hat das getan?“ Er hatte etwas Tigerhaftes an sich, als er an die verstörten Männer herantrat. „Wer ist dafür verantwortlich?“, verlangte er mit vorgehaltener Knarre zu wissen. Seine Körperhaltung wirkte, als sei er jederzeit dazu bereit, loszuspringen oder abzudrücken.«

Apex-Verlag:

»Aufgeregtes Stimmengewirr setzte ein.
Eilige Schritte kamen von draußen, und die Menge teilte sich, als sich ein Mann schroff einen Weg durch die Ansammlung bahnte. Seine breitschultrige, schmalhüftige Gestalt lag über der Durchschnittsgröße, und sein breitkrempiger weißer Hut, die gepflegten Stiefel und sein sauberes Halstuch bildeten einen starken Kontrast zu dem rauen, derben Erscheinungsbild der anderen. Und ebenso kontrastierte sein scharf geschnittenes dunkles Gesicht mit dem schmalen Oberlippenbart zu den bärtigen Gesichtern um ihn herum. Er hielt einen Revolver, dessen Griffstück aus Elfenbein bestand, in der Hand, die Mündung nach oben gerichtet.
»Was, zum Teufel, ist hier los?«, verlangte er mit barscher Stimme zu erfahren. Und als sein Blick auf den Mann am Boden fiel, weiteten sich seine Augen.
»Grimes!«, stieß er hervor. »Jim Grimes, mein Deputy! Wer war das?« Etwas Tigerhaftes, Wildes umgab ihn, als er sich auf die verängstigste Menge zubewegte.
»Wer war es?«, fragte er scharf, während er sich halb bückte. Die Revolvermündung wies noch immer nach oben, doch er schien angespannt zu lauem - wie ein Raubtier, das bereit ist, jeden Moment sein Opfer anzuspringen.«

Original:

»A confused babble of conversation rose. Hurried steps sounded outside, and the crowd divided as a man pushed his way abruptly through. Instantly he dominated the scene. His broad-shouldered, trim-hipped figure was above medium height, and his broad-brimmed white hat, neat boots and cravat contrasted with the rough garb of the others, just as his keen, dark face with its narrow black mustache contrasted with the bearded countenances about him. He held an ivory-butted gun in his right hand, muzzle tilted upward.
»What devil’s work is this?« he harshly demanded; and then his gaze fell on the man on the floor. His eyes widened.
»Grimes!« he ejaculated. »Jim Grimes, my deputy! Who did this?« There was something tigerish about him as he wheeled toward the uneasy crowd. »Who did this?« he demanded, half-crouching, his gun still lifted, but seeming to hover like a live thing ready to swoop.«

In der Version des Blitzverlages störte mich einfach, dass der Übersetzer dem Erzähler solche Formulierungen wie »Visagen«, »Klamotten«, »Kanone« und »Knarre« in den Mund legte. Ich finde es immer schwierig, wenn der übergeordnete Erzähler den gleichen Tonfall, die gleichen Formulierungen, wie seine Protagonisten verwendet. Dazu komme ich weiter unten aber noch mal.

Die Übersetzung des Apex-Verlages klang für mich einfach eleganter. Obwohl in einer Rezension zu einem anderen Howard Buch aus dem gleichen Verlag, kritisiert wurde, dass die Übersetzung von Christian Dörge eher schlecht sind, was daran liegen könnte, dass er gefühlt 5 Bücher im Monat übersetzt, entschied ich mich für die Version aus dem Apex-Verlag.

Ersteindruck, Cover und Titel?

Ganz ehrlich? Das Cover des Blitz-Verlages finde ich insgesamt besser. Bild und Schrift kommen dem Feeling eines »Pulp« Werkes im Genre »Western« geschrieben Anfang des 20sten Jahrhunderts einfach näher.

Das verwendete Bild des Apex-Verlages suggeriert einen »Weird-Western«, einen »Horror-Western«, was das Buch nicht ist. Typografie und Bild im Zusammenspiel sind einfach schlecht. Hier wirkt das Ganze wirklich wie von einem typischen Amateur gemacht, der eben keine Ahnung von Covergestaltung hat. Bild aus dem Stockfoto-Portfolie, irgendwie Schrift drauf geklatscht. Punktabzug. Der Titel ist zwar anders übersetzt, doch das ist völlig in Ordnung, da er nahe am Original bleibt.

Um was geht’s eigentlich?

Inhaltlich handelt es sich um die klassische Westernstory. Eine Goldsucherstadt, in der zwangsläufig schon nicht gerade Recht und Ordnung herrschen, wird regelmäßig von einer Bande Outlaws, die »Geier«, heimgesucht und der anscheinend überforderte Sheriff engagiert den geheimnisvollen Superhelden ... äh ... Revolvermann ... um zu helfen.

Western lebt in Meinen Augen von Klischees und Archetypen, insofern, soweit so gut. Hätte gereicht.

Allerdings bietet Howard tatsächlich im Verlauf dieser typischen Westernstory eine Überraschung. Die schwer ohne zu spoilern, zu beschreiben ist allerdings dann doch. Nur soviel: Es gibt einen Punkt in der Geschichte, wo man plötzlich feststellt, dass alles ganz anders ist, als man bis dahin dachte und das ist tatsächlich nicht westerntypisch. Die Spannung kommt ab diesem Punkt vor allem dadurch auf, dass man als Leser wirklich neugierig ist, wie Howard diesen überraschenden Entwicklungsverlauf auflöst.

Wie ist es geschrieben?

Anhand der Originalleseprobe ist klar zu erkennen, dass Howard, als Freund und Zeitgenosse von Lovecraft, tatsächlich eine ähnliche Vorliebe für bilderreiche Adjektive hat. Im Gegensatz zum Meister des Schreckens, setzt Howard diese aber nicht ganz so inflationär ein. Das beweist mir als Autor, dass man eine gewisse »geschwollene«, »alte« Sprache in einem Western durchaus verwenden kann, meine eigene Verbeugung vor Lovecraft durch mindestens drei Adjektive vor einem Substantiv dann aber doch übertrieben ist.

Insgesamt liest es sich sehr flüssig. Die Geschichte ist gut geplottet, stringent erzählt und sprachlich schafft Howard genügend Atmosphäre, dass man ein Gefühl für Zeit und Ort bekommt, ohne, dass es unmodern wirkt.

Was mich gestört hat, ist der, auch hier vorkommende, Rassismus und die Frauenfeindlichkeit. Gut. Letzteres ist nicht das richtige Wort, denn genauso wie bei Lovecraft, kommen Frauen kaum vor aber wenn, dann werden ihnen deutlich verächtliche, klischeebehaftete Eigenschaften zugeschrieben. Z.B., dass sie »natürlich unlogisch« sind und rein »emotional« reagieren. Ebenso wird sehr oft betont, dass »weiße Männer« bestimmte Dinge nicht tun würden.

Diese Kritikpunkte treffen übrigens auch auf Lovecraft zu, insofern, scheint es dem damaligen Zeitgeist in den USA geschuldet.

Gestört hat es mich vor allem deshalb, weil es die Stimme des Erzählers ist, die diese Sachen von sich gibt und nicht die der Protagonisten. Was ich damit sagen will, in einer Geschichte, die im 19ten Jahrhundert im Wilden Westen spielt, ist es völlig in Ordnung, die Protagonisten z.B. »Nigger« sagen zu lassen. Denn so sprach man damals einfach. Der übergeordnete Erzähler sollte sich so etwas verkneifen.

Auch neigt Howard dazu, seinen Erzähler gerne einen sehr belehrenden Ton zu geben. Viel zu oft wird von dieser allwissenden Stimme erklärt, was einen Revolvermann ausmacht, warum er so ist und und und ... hier wäre mehr »show don't Tell« das bessere Mittel der Wahl gewesen.

Wer spielt mit?

Die Hauptfiguren sind dem Sujet entsprechend klischeebelastet. Der adrett gekleidete Sheriff, der sich vom Schmutz der anderen Einwohner abhebt, der übermenschliche Revolvermann mit geheimnisvoller Vergangenheit und dunkler Atmosphäre, die naive Bardame/Tänzerin ... alles soweit wie erwartet, wenn da nicht tatsächlich der o.g. Moment wäre, in dem Howard der Story eine überraschende Wendung gibt. Was hier als sehr positiv ins Auge fällt.
Insgesamt bleibt er bei den Figuren aber dem treu, was man von einem Western gewöhnt ist und das ist gar nicht mal schlecht, wenn er die persönliche Sichtweise seines Erzählers etwas mehr zurückgenommen hätte.

Fehlerquote?

Die Fehlerquote ist in meiner Ausgabe des Ebooks leider sehr hoch. Interessanterweise sehen die meisten Fehler aus, wie Fehler, die entstehen, wenn man ein gedrucktes Buch einscannt und ein Textverarbeitungsprogramm dann daraus einen Text macht. Offensichtlich aber bestimmte Buchstaben anders erkennt. z.B. »Kielt« statt »Hielt«, »lauem« statt »lauern« u.Ä.

Darüber hinaus gibt es auch noch etliche »Tippfehler«. z.B. »Auf flammen« statt »aufflammen«, »auf brüllen« statt »aufbrüllen« u.Ä.

Hier kann definitiv nicht von Lektorat gesprochen werden, denn diese Fehler sind so offensichtlich falsch, dass sie eigentlich jedes vernünftige Schreibprogramm erkennen müsste.

Mein Fazit:

Die Story an sich ist ein guter Happen für zwischendurch. Es hat die richtige länge oder Kürze, je nachdem, wie man es sieht. Die Atmosphäre eines Westerns wird gut wiedergegeben, die Handlung ist spannend erzählt, die Sprache sehr schön und der kleine Überraschungsmoment verdient Pluspunkte, die ich für den (offenbar zeittypischen) übergeordneten Erzähler mit seiner belehrenden, persönlichen Sicht der Dinge, wieder abziehe.

Dennoch hat mir die Lektüre von »Schatten der Geier« soviel Spaß bereitet, dass ich auf jeden Fall auch in die anderen beiden, auf deutsch erschienenden, Western (diesmal nur im Blitz-Verlag, dort zusammengefasst in einem Band) zurückkommen werde.

Die Übersetzung erscheint mir persönlich als sehr angemessen, was u.U. daran liegen mag, dass sie nicht von Christian Dörge allein stammt, im Impressum wird noch ein zweiter Übersetzer genannt. Es liegt die Vermutung nahe, dass von diesem die erste Version stammt und Hr. Dörge vielleicht noch einmal »drüber geschaut« hat. Hier gibt es auf jeden Fall Pluspunkte.

Für das wirklich miese Cover und die viel zu hohe Fehlerquote verdient das Buch viele Punkte Abzug, denn hier ist der Preis von 5,99€ für ein derart schlampig zusammengeschustertes Ebook mit dem Umfang eines Bastei-Heftromans viel zu hoch.

Insgesamt kann ich also, trotz schlichter, (das ist nicht negativ gemeint, denn das habe ich erwartet und auch bekommen), kurzweilig spannender Westernstory für das Gesamtwerk nur zwei von fünf möglichen Schießeisen vergeben.

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Robert E. Howard wurde am 22. Januar 1906 in Peaster (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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