Robert Eckhold Fallschirmjäger in Kunduz

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Inhaltsangabe zu „Fallschirmjäger in Kunduz“ von Robert Eckhold

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  • Rezension zu "Fallschirmjäger in Kunduz" von Robert Eckhold

    Fallschirmjäger in Kunduz

    Binea_Literatwo

    22. February 2011 um 22:18

    Robert Eckhold meldet sich, obwohl er noch Feldwebelanwärter mit Schülerstatus war, freiwillig für den Einsatz in Afghanistan. Erst wurde er abgelehnt, doch dann hat man ihn zugelassen, er sollte fliegen und den dortigen Einsatz unterstützen. Eine ganze Menge musste vorbereitet werden. Untersuchungen, Sanitätsausbildungen und vor allem ein Testament musste natürlich geschrieben werden. Und dann ging es los, erst im Flieger wurde so richtig bewusst, wo es hin ging und Überlegungen wurden angestellt, wie es dort aussieht, was genau zu tun sei, was dort alles passieren wird und wie sich dann der Tag gestaltet. Die Trennung von der Familie, der Verzicht auf Annehmlichkeiten und die tägliche Belastung und Anspannung wird sicher täglich zu spüren sein. Und dann sind wir da, in Kunduz, in Afghanistan, mitten in der Wüste. Es ist stickig und staubig und einfach anders hier im Lager. Nun heißt es Waffen fertig machen, Schieß- und Zielübungen im neuen Gelände und die Platte erkunden. Autos – also Fuchs und Dingo – austesten, das Lager mit seinen vielen Anlaufpunkten besichtigen und dann auch schon der erste Nachteinsatz. Außerdem ist das Lager nicht so sicher wie es scheint, das bekamen wir zu spüren, die Raketen sausten uns um die Ohren. Sobald man deren Pfeifen hört, kann man sich nur noch flach hinlegen und hoffen. Dann wurden wir bei einem Nachteinsatz beschossen, der Rückzug gelang aber unbeschadet. Seitdem konnten wir kaum schlafen, denn ständig gab es Fortbildungen, andere Kameraden mussten eingewiesen werden, Erkundungen im Gelände stehen an. Einer war besonders krass und prägend. Bei einer Tagespatrouille ging es vorbei an den ganzen armen Einwohnern, manche winkten uns zu, einige spuckten aus und auf der Main Street war es ein mulmiges Gefühl, denn da gab es bereits große Anschläge. Eine Nachtpatroullie war knifflig und die Gruppe Aufständischer, die es mit Nachtsichtgeräten und Spürhund ausfindig zu machen galt, war hartnäckig und wir blieben erfolglos. Es war ein Katz und Maus Spiel – nur es war eben kein Spiel mehr. Einmal war man sich nah, dann wieder fern und es hat nix gebracht, außer einem Nachtmarsch in voller Ausrüstung über 17 km lang. Außerdem wird oft über den Sinn des Einsatzes nachgedacht und ein Selbstmordanschlag wurde verübt, aber bis auf eine Kopfverletzung ist zum Glück nichts passiert. Die 14 Tage Einarbeitung wie man so schön sagt, sind vorbei. Nun liegen noch neun Wochen in Kunduz vor uns, in denen wir speziell nachts unterwegs sein werden, denn da sind auch die Spione und Aufständischen unterwegs und schauen, wo der nächste Anschlag verübt werden kann. Zwischen all der Anspannung und der Belastung gab es mal etwas Freudiges, ein Paket aus der Heimat erreichte uns. Und dann passierte das, was wir nie erleben wollten, ein Anschlag, ein Suicider in unserer Nähe. Ein packendes Buch und ein Buch, in das man einfach hineingezogen wird, in dem man mit dabei ist. Neben Robert, mitten im Kriegsgebiet, ohne Entkommen für 78 Tage. Beklemmende Gefühle wegen nervenaufreibender Erlebnisse, nackte Panik und Schweiß auf der Stirn, abwechselnd wegen Hitze und Angst und der Ungewissheit. Kein Tagesrhythmus, keine Sicherheit, keine positiven Ausblicke und dennoch versucht Robert Eckhold mit seinem noch nicht ganz abhanden gekommenen Humor die Laune oben zu halten, einige Späße zu machen und somit für alle den psychischen Druck zu senken. Irgendwie habe ich alle 78 Tage, jeden Tag 24 Stunden mit Robert verbracht, scheine mich im Lager auszukennen und weiß wie alles funktioniert und funktionieren sollte. Roberts Worte bringen die Zeit in Afghanistan so authentisch an den Leser heran, dass ich mir selbst den Schweiß von der Stirn wischen musste, nach den anstrengenden nächtlichen Einsätzen. Unverschönt und so wie es war, erzählt Robert Eckhold was ihm durch den Kopf gegangen ist, schildert seine Sichtweisen, Gefühle und Emotionen. Und dann ging es zurück nach Deutschland wo sich alles auf einmal so anders anfühlte, anders als vorher, anders als erhofft und auch persönlich ist vor allem Robert Eckhold bewusst, dass auch er sich verändert hatte, geprägt durch diese 78 Tage. Eine Jugend im Krieg - unbedingt lesen: http://blog.lovelybooks.de/2011/02/22/eine-jugend-im-krieg-fallschirmjager-in-kunduz/ und http://blog.lovelybooks.de/2011/02/22/ernst-junger-eine-jugend-im-krieg-eine-brucke-uber-100-jahre-bis-zur-jugend-von-heute/

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