Robert Goolrick Das Ende der Welt, wie wir sie kennen

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Inhaltsangabe zu „Das Ende der Welt, wie wir sie kennen“ von Robert Goolrick

"Mein Vater starb, weil er zu viel trank. Sechs Jahre zuvor war meine Mutter gestorben, weil sie zu viel getrunken hatte. Ich trank zu viel. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm " Mit schonungsloser Ehrlichkeit blickt der Schriftsteller und New-York-Times-Bestsellerautor Robert Goolrick zurück auf seine Kindheit, wo sich hinter einer vermeintlich heilen Welt Abgründe auftun. Die Erinnerungen lassen ihn nicht los, denn sie bergen ein Geheimnis, das ihn an den Rand der Selbstzerstörung treibt. Aber er findet die Kraft zu überleben und die Macht der Sprache, um sich von den Dämonen zu befreien.

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    Das Ende der Welt, wie wir sie kennen
    Babscha

    Babscha

    12. July 2015 um 01:58

    Eine Kleinstadt in Virginia Anfang der Fünfzigerjahre. Hier leben die Goolricks mit ihren drei Kindern. Der Vater, Künstlertyp, ist Uniprofessor, die Mutter die adrette, treusorgende Ehe- und Hausfrau. Typisches Szenario der damaligen Zeit, könnte man meinen. Ist es auch. Aber eines mit gewaltigen Rissen. Eines Nachts passiert hier nämlich das Unvorstellbare. In betrunkenem Zustand vergewaltigt der Vater seinen vierjährigen Sohn Robert, den Autor des Buches, vor den Augen der Mutter. Und damit ist es um die Familie geschehen. Erst im Alter von sechzig Jahren und nach dem Tod beider Elternteile schafft es Goolrick zuletzt, sich in seinem Buch sein ganzes traumatisiertes, verpfuschtes Leben von der Seele zu schreiben. Klar, das Buch ist natürlich auch eine späte, zu späte Abrechnung mit seinen Eltern, die er hier schonungslos in ihrer ganzen unsäglichen Borniertheit, Beschränktheit und rücksichtslosen Egozentrik auseinander nimmt. Und ein Aufräumen mit heute kaum noch vorstellbaren, aber zur damaligen Zeit allgemein akzeptierten und gelebten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen Langeweile und Lebensfrust bereits am Nachmittag mit einem ersten und dann vielen weiteren Drinks zugekippt und gefeiert wurde, was das Zeug hielt. Da waren für die Kinder, die Abhängigen, sowieso behandelt wie kleine Erwachsene, keine großen Kapazitäten mehr vorhanden. Wie auch. Es ist so beklemmend wie traurig, zu lesen, welche seelische Deformation der Autor durch den Missbrauch in frühester Kindheit davon getragen hat, wie es ihm auch nach Jahrzehnten, in denen er wie seine Eltern später selbst zum Alkoholiker wurde, zum Drogenkonsumenten mit allen Begleiterscheinungen wie Borderline , Suizidversuchen und Psychiatrieaufenthalten, immer noch nicht gelingt, mit sich ins Reine zu kommen, es ihm unmöglich ist, einen Menschen wirklich an sich heran zu lassen und sein Leben nur mit massiver medikamentöser Unterstützung überhaupt zu meistern in der Lage ist. Aber zumindest zwischen den Zeilen schwingt zumindest ein Fünkchen Hoffnung mit, das sieht auch Goolrick selbst so, der sich der ganzen Problematik seines Lebens völlig bewusst ist und inständig hofft, dass er durch die Veröffentlichung seiner Lebensbeichte, das Herauslassen lebenslanger Scham und Verzweiflung, irgendwie doch noch zur Ruhe kommen kann. Auch dieses Buch wieder ein Mahnmal und treffendes Beispiel, wie weit Menschen, und dies gerade innerhalb der engsten Familie, unter dem Deckmäntelchen selbst provozierter Unzurechnungsfähigkeit, hier mittels permanenter Alkoholzufuhr, zu gehen in der Lage sind. Und wie sehr sich die Mechanismen in solchen Fällen immer wiederholen, wenn dann von allen über alles das Mäntelchen des Schweigens gedeckt wird, wenn die Geschädigten selbst, wie Goolrick eben auch, nie in der Lage sind, irgendwann selbst mal klare Kante zu machen, sondern das Erlebte auf Dauer unverarbeitet mit sich herum schleppen. Aber so ist wahres Leben eben. Ein sehr persönliches, ehrliches Buch. Hoffen wir, dass, es zu schreiben, dem Autor tatsächlich auf seinem Weg Richtung Normalität geholfen hat.

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