Robert Graves

 4,5 Sterne bei 8 Bewertungen

Alle Bücher von Robert Graves

Cover des Buches Das kühle Netz. The Cool Web (ISBN: 9783518220320)

Das kühle Netz. The Cool Web

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Erschienen am 27.12.1989
Cover des Buches Das Zauberbuch (ISBN: 9783257008982)

Das Zauberbuch

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Erschienen am 01.06.2003
Cover des Buches Ich, Claudius, Kaiser und Gott (ISBN: B0000BIQVO)

Ich, Claudius, Kaiser und Gott

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Erschienen am 01.01.1947
Cover des Buches Geschichten aus dem anderen Mallorca (ISBN: 9783896622693)

Geschichten aus dem anderen Mallorca

(1)
Erschienen am 01.02.2012
Cover des Buches I, Claudius (ISBN: 1439513120)

I, Claudius

(1)
Erschienen am 10.07.2008
Cover des Buches I, Claudius (Robert Graves) (ISBN: 9780141911748)

I, Claudius (Robert Graves)

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Erschienen am 03.08.2006
Cover des Buches King Jesus (Penguin Modern Classics) (ISBN: 9780141197654)

King Jesus (Penguin Modern Classics)

(0)
Erschienen am 01.12.2011
Cover des Buches Selected Poems: Poets of the Great War (ISBN: 9780571315086)

Selected Poems: Poets of the Great War

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Erschienen am 03.07.2014

Neue Rezensionen zu Robert Graves

Cover des Buches Das kühle Netz. The Cool Web (ISBN: 9783518220320)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Das kühle Netz. The Cool Web" von Robert Graves

Trishen77
"Dunkle Gedanken spähen zu den Schranken und Teufelsfugen des Seins. Darin ein regenheller Stein"

       "Ein kühles Netz aus Sprache fängt uns ein,
Zuflucht vor zu viel Glück und zu viel Angst."

Robert Ranke-Graves, Nachkomme des deutschen Historikers Leopold von Ranke, war eine schillernde und zugleich verborgene Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1895 geboren und starb 1985, im Alter von 90 Jahren. In dieser langen Lebenszeit veröffentlichte er über 100 Werke, davon vieles Fachbücher, aber auch sehr berühmte und bis heute populäre Romane über den römischen Kaiser Claudius ( Ich, Claudius, Kaiser und Gott ), während seine Werke zur griechischen Mythologie lange Zeit ein wichtiger Maßstab für diesen Forschungszweig waren. Erstaunlich ist jedoch, dass dieser vielfältige Mann, der der Moderne und der Industriegesellschaft, vielleicht auch wegen seiner Erlebnisse im 1. Weltkrieg, bis zuletzt misstraute, mit seiner sehr eigenwilligen und obsessiven Musenverehrung und seiner Kritik an den Dichtungen seiner Zeit, sich selbst zum Außenseiter machte und heute trotz seiner großen Bandbreite an Werken als Figur fast vergessen ist. Am häufigsten trifft man ihn noch in Essays und Texten zum/über den Wicca-Kult und ähnliche Religionsphilosophien an, die er mit seinem Buch Die Weiße Göttin: Sprache des Mythos stark beeinflusste, vielleicht sogar an der Entstehung dieser Bewegungen Anteil hatte.

"Wir sind am Ende des Zeitvertreibs, für immer,
Wir selbst und alle, wie wenige es auch bekennen
Oder den Himmel anders sehn als sonst,
Ein töricht heiteres Marienmantelblau."

Das alles hat mit seiner Dichtung wiederum wenig zu tun. Eine Dichtung, die ein wenig wie ein seltsam gewachsener Zahn ist: Scharf, markant und etwas Besonderes, aber nicht wirklich schön oder eingängig. Sie hat etwas von einem Witz, einem bitteren Witz, diese Dichtung und gleichzeitig lässt sie hier und da ein einzigartiges Gefühl von Unbeschwertheit und Weisheit aufkommen, aber auch von Tiefgründigkeit, darin ein seltenes, dunkles Gefühl, das einen nicht erkennen lässt, ob das Wasser tief wirkt oder tief ist.

"Er ist schnell und denkt in klaren Bildern;
Ich bin langsam und denke in brüchigen Bildern.
[...]
Er in frischer Verwirrung seines Verstehens;
Ich im frischen Verstehen meiner Verwirrung."

Der Inhalt hat, wenn man es ganz radikal reduziert, viel mit dem Cover gemeinsam. Weiße Buchstaben in suppigen, schwarz werdenden Grau. Oft geht es in den meist gereimten (und auch oft gereimt übersetzten) Gedichten um böse Vorahnungen, dunkle Zwischenebenen des Ich und des Sein, um eigene Geister und fremde Gespenster, unwirtliche Gegenden und unwirtliche Gedanken und Taten. Die Mythologie spielt eine Rolle, aber von der Atmosphäre haben viele Gedichte, egal worum sie sich nun thematisch drehen, eine Art von verlassenem Dorflair, als wären sie alle in tiefster Nacht, bei stürmischem Regen zu Kerzenlicht unter knarrenden Balken verfasst worden.
Wenn Graves übers Dichten oder die Liebe schreibt, dann wird seine Dichtung plötzlich biegsam, weich - dann blüht sie auf aus dem Dornengestrüpp zur schwarzen, unglaublichen Rose. Und die Unmöglichkeit, die er so oft in seinen Gedichten besingt, wird plötzlich gefasst und man wird ihr zauberhaft gewahr.

"Geliebte, da einzig das Unmögliche
Zuflucht verspricht in diesen Nöten,
Ergreif es: Die magische Ebenholzmaske des Nein
Kann ein lebendes Ja nicht mit Blicken töten."

Ansonsten ist dieser Auswahlband sicherlich keine leichte, sondern eher eine fast schon diabolische, wenn auch nicht uninteressante Erfahrung. Man bewegt sich halt ständig etwas im Nebel. Nicht wegen der Abstraktheit der Wörter, oder des Inhalts oder der Bedeutung, sondern wegen der Abstraktheit des Ganzen, eine Verschiebung, die Graves nur selten offenbart - als wäre alles normal und gleichsam nicht normal, was in seinen Gedichten vorkommt. Vielleicht die Unmöglichkeit, vielfach und real variiert.

Zur Übersetzung kann man gleichsam Lob und Tadel vermelden. Der Versuch manches zu reimen, was dann gewollt wirkt, erzeugt Widersprüche, so als läse man dahingereimte Verse eines Knaben; allerdings sind manche Verse wiederum tatsächlich (z.B. der Vers über diesem Abschnitt, der anfängt mit 'Geliebte) in der Übersetzung besser als im Original.
Da es eine zweisprachige Edition ist hat man ja Gott sei Dank die Wahl. Die Schwierigkeit des originalen Englisch würde ich aber schon als hoch ansetzen.
Ein kleines, harmloses Beispiel der Übersetzung:

Owls - they whinny down the night; (Eulen, sie kichern ins Dunkel hinab;)
Bats go zigzag by. (Fledermäus zickzack fliegen.)
Ambushed in shadow beyond sight (Hinterhältig im Schatten fernab)
The Outlaws lie. (Die Verfemten liegen.)

Sicherlich ist dies Buch das Buch eines erklärten Außenseiters, der Verse schrieb, wie viele mittelgroße Dichter sie schreiben, nämlich um etwas zu sagen, um etwas rüberzubringen oder zu codieren - aber eher selten aus Inspiration. Dennoch: Ich bin froh diese seltsame Erfahrung gemacht zu haben, die Erfahrung dieses einzigartigen lyrischen Werkes, das es ohne Zweifel ist, was man Graves nicht absprechen kann.

"Beasts, be reasonable,
My beauty is my own."

Cover des Buches I, Claudius (ISBN: 9781408427552)
sabistebs avatar

Rezension zu "I, Claudius" von Robert Graves

sabisteb
Rezension zu "I, Claudius" von Robert Graves

1/6 Augustus
History of the Roman Imperial dynasty. Young Claudius grows up in a turbulent household.
2/6 Tiberius
Discovering his grandmother Livia's true ambition, Claudius and his brother face danger.
3/6 Sejanus
Tiberius finds his commander of the guard an invaluable aide against treason.
4/6 Caligula
The new and popular emperor Caligula has some surprises for his uncle Claudius.
5/6 Claudius
How the Sibyl's prophecy came true, for the most unwilling emperor of them all.
6/6 Messalina
Claudius works to restore the republic, but his beautiful wife Messalina has other plans.

Rom im Jahre 54. Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus , vierter julisch römische schreibt seine geheimen Memoiren.
Von klein auf war Claudius ein Außenseiter, ein Freak der Natur, eine Witzfigur: Er stottert, er hinkt, er hat nervöse Ticks und wird daher von seiner Familie im Verborgenen gehalten. Claudius wacher Geist jedoch, widmet sich dem Studium der Geschichte. Er will herausfinden, wie sein Vater wirklich starb und sticht damit in ein Wespennest.

Der gleichnamige historische Roman, auf dem dieses BBC Hörspiel basiert, war 1934 ein Bestseller und gilt noch heute als Klassiker des historischen Romanes. Graves hielt sich bei seinem Roman an die Überlieferungen durch Tacitus, Plutarch und Sueton, die er alle im Original kannte, da er als lateinischer Übersetzer arbeitete. Es ist bekannt, dass Claudius als gelernter Historiker tatsächlich an einer Autobiographie in acht Bänden gearbeitet haben soll, die heute jedoch verloren ist. Dieses Buch ist wohl das Buch, das die moderne Sichtweise bezüglich Claudius Caesar Augustus Germanicus bis heute nachhaltig geprägt hat.

Graves und auch das Hörspiel beschreibt das Leben der julischen Kaiser, angefangen bei Augustus aus Sicht des jungen, des erwachsenen und des Kaisers Claudius, der ironischerweise zum letzten Republikaner auf dem Kaiserthron wird. Nach Graves Auslegung wird Claudius zum Schluss so ein dekadenter Monarch und ernennt Nero zu seinem Nachfolger, um den Volk zu zeigen, dass Kaiser die Falsche und schlechteste Wahl sind. Durch die Ernennung Neros zu seinem Nachfolger, die seiner Meinung nach schlechteste Wahl, will er das Volk zum Umsturz animieren, um die Republik nach seinem Tode wieder einzuführen.

Das sechsteilige BBC Hörspiel aus dem Jahr 2010 fällt zunächst durch eine enorm große Sprecherriege auf, bei welcher Derek Jacobi, der in der gleichnamigen BBC Fernsehserie von 1976 den Claudius spielte, diesmal seltsamerweise jedoch den Augustus spricht, was ich am Anfang ein wenig verwirrend fand. Dennoch sind alle Sprecher durchweg ausgezeichnet, besonders Tom Goodman-hill als Claudius ist sehr überzeugend, auch wenn das Stottern am Anfang ziemlich nervt, aber so war es nun mal.

Fazit: Grandioses Monumentalhörspiel! Wieder einmal eine Geschichte, die in den englischsprachigen Ländern ein Klassiker ist, in Deutschland jedoch kaum Beachtung gefunden hat.

Cast Information:
Claudius - Tom Goodman-hill
Augustus - Derek Jacobi
Livia - Harriet Walter
Tiberius - Tim Mcinnerny
Julia - Alison Pettitt
Athenodorus - Sam Dale
Cato - Jude Akuwudike
Thrasyllus - Sean Baker
Young Claudius - Harvey Allpress
Young Herod - Felix Zadek-Ewing
Young Germanicus - Harry Child
Camilla - Lauren Mote
Young Postumus - Ryan Watson
Young Livilla - Holly Gibbs
Caligula - Samuel Barnett
Sejanus - Sam Dale
Agrippina - Hattie Morahan
Antonia - Christine Kavanagh
Livilla - Leah Brotherhead
Pallas - Lloyd Thomas
The Fisherman - Adeel Akhtar
Macro - Tony Bell
Calpurnia - Sally Orrock
Plautius - Jude Akuwudike
Cremutius - Sean BakerOfficer - Iain Batchelor
Senator - Henry Devas
Plancina - Claire Harry
Aelia - Deeivya Meir
Drusilla - Deeivya Meir
Macro - Tony Bell
Agrippinilla - Claire Harry
Thrasyllus - Sean Baker
Doctor - Adeel Akhtar
Gaoler - Iain Batchelor
Senator - Lloyd Thomas
Herod Agrippa - Zubin Varla
Messalina - Jessica Raine
Cassius Chaerea - Jude Akuwudike
Gratus - Sam Dale
Cornelius - Iain Batchelor
Bassus - Lloyd Thomas
Asiaticus - Sean Baker
Lupus - Henry Devas
Sentius - Tony Bell
The Executioner - Adeel Akhtar
Burrhus - Jude Akuwudike
Britannicus - Ryan Watson
Euodus - Adeel Akhtar
Asiaticus - Sean Baker
Frontinus - Tony Bell
Tacitus - Sam Dale
Callistus - Henry Devas
Soldier - Iain Batchelor

Specially composed music by David Pickvance.
Directed by Jonquil Panting.

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