Robert Hültner

 3,9 Sterne bei 108 Bewertungen

Lebenslauf von Robert Hültner

Robert Hültner wurde 1950 in Inzell geboren. Er arbeitete unter anderem als Regieassistent, Dramaturg, Regisseur von Kurzfilmen und Dokumentationen, reiste mit einem Wanderkino durch kinolose Dörfer und restaurierte historische Filme für das Filmmuseum. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören neben historischen Romanen und Krimis auch Drehbücher (u. a. für den Tatort), Theaterstücke und Hörspiele. Sein Roman „Der Sommer der Gaukler“ wurde von Marcus H. Rosenmüller verfilmt. Für seine Inspektor-Kajetan-Romane wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem dreimal mit dem Deutschen Krimipreis und mit dem renommierten Glauser-Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Lazare und die Spuren des Todes (ISBN: 9783442756599)

Lazare und die Spuren des Todes

Erscheint am 14.06.2021 als Hardcover bei btb. Es ist der 2. Band der Reihe "Kommissar Lazare".

Alle Bücher von Robert Hültner

Cover des Buches Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski (ISBN: 9783641187248)

Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski

 (15)
Erschienen am 26.10.2015
Cover des Buches Am Ende des Tages (ISBN: 9783442748471)

Am Ende des Tages

 (13)
Erschienen am 08.12.2014
Cover des Buches Inspektor Kajetan und die Betrüger (ISBN: 9783641187286)

Inspektor Kajetan und die Betrüger

 (12)
Erschienen am 26.10.2015
Cover des Buches Die Godin (ISBN: 9783641187255)

Die Godin

 (9)
Erschienen am 26.10.2015
Cover des Buches Inspektor Kajetan kehrt zurück (ISBN: 9783442743223)

Inspektor Kajetan kehrt zurück

 (10)
Erschienen am 11.10.2011
Cover des Buches Lazare und der tote Mann am Strand (ISBN: 9783442756605)

Lazare und der tote Mann am Strand

 (8)
Erschienen am 13.06.2017
Cover des Buches Tödliches Bayern (ISBN: 9783442713387)

Tödliches Bayern

 (6)
Erschienen am 12.10.2015
Cover des Buches Walching (ISBN: 9783641187231)

Walching

 (7)
Erschienen am 26.10.2015

Neue Rezensionen zu Robert Hültner

Cover des Buches Inspektor Kajetan: Die gesamte Reihe in drei Bänden im Schuber (ISBN: 9783442770779)M

Rezension zu "Inspektor Kajetan: Die gesamte Reihe in drei Bänden im Schuber" von Robert Hültner

Akribisch, spannend und der Zeit genau entsprechend
michael_lehmann-papevor 9 Monaten

Akribisch, spannend und der Zeit genau entsprechend

 

Es beginnt kurz nach 1918. Räterepublik, Absetzung der Monarchie, Kurt Eisner ist Chef der Regierung in München mit seiner USPD. Welche die Wahl krachend verliert. Auf dem Weg, seinen Rücktritt mitzuteilen, wird Eisner erschossen.

 

Soweit die Historie, die Robert Hültner im ersten Band seiner Romane um den (da noch) Kriminalinspektor Paul Kajetan, Der in München, später aber vor allem im Umland, Ermittlungen in Mordfällen nachgeht, die alle auf den ersten Blick relativ klar oder einfach unlösbar erscheinen, aber immer überraschende Wendungen nehmen und den Leser, unmerklich fast durch die hohe Erzählkunst des Autors, mehr und mehr wie in einen Sog in die jeweiligen Ereignisse hineinzieht.

 

Mit einer zentralen Figur, die stur, aber auch gebrochen, fast einsiedlerisch, aber irgendwie auch Liebe suchend sich darstellt. Einer, der nicht locker lässt, aber bei Weitem nichts von einem klassischen Helden mit markanten Gesichtszügen und athletischem Körper besitzt und auch nicht so überlegen, vorausschauend und kombinationssicher wie ein Sherlock Holmes ist.

 

Einer, der danebenlangt, das Herz immer auf dem rechten Fleck trägt, sich nicht abschütteln lässt, Gefahren für sich selbst meist ignoriert und dennoch auch schlotternd vor Angst anzutreffen ist in manchen Momenten.

 

Und einer, der vom ersten Buch an, Schritt für Schritt, auch unter die Räder der Zeit gerät. In der hinter den Kulissen so manche Großkopferte, vermeintlich aufrechte Vorgesetzte, vermeintlich bauernschlaue Dorfbewohner oder vermeintlich ehrbarer Adel sich, Schritt für Schritt, von einer neuen „Bewegung“ einfangen lassen. Die zwar keine besonderen Erfolge bei Wahlen oder Putschversuchen vorzuweisen hat (im Gegenteil), aber in der äußeren Unterschätzung einen passenden Deckmantel findet, sich Personen in zentralen Schaltpositionen der Gesellschaft zu versichern oder Getreue in solche Positionen zu bringen.

 

Was nicht nur in den großen Linien zeitgeschichtlich spannend zu lesen ist, sondern von Hültner mit spielerischer Leichtigkeit und immer passendem Stil auf das einzelne Leben herunter gebrochen wird. Nicht nur, was Kajetan angeht, auch in denen, denen er begegnet, leuchten die markanten Charakteristika der Zeit selbst im persönlichen Leben hindurch.

 

Die große Inflation und Arbeitslosigkeit, Kajetan selbst ist betroffen und hervorragend umgesetzte Figuren mit ihm, die dem Leser Lokalkolorit und intensive emotionale Nähe zu den Ereignissen ermöglicht.

 

Sei es auf dem Dorf, wo sich hier und da der „Over-Tourismus“ bereits ankündigt und von dem ein oder anderen umgehend als Geschäftsidee ohne Skrupel umgesetzt werden will. Oder wenn aufrechte Adlige und „Militär-Helden“ zu sterben haben. Wegen Gier, hier und da auch, weil sie zu viel wissen über die wahren Hintergründe der „EK-Verleihungen“ an Adolf Hitler.

 

Armut und Dekadenz, ideologische Härte und liberale Gesinnungen, Rot gegen Schwarz, der Versuch, in all dem Mensch zu bleiben und die eigenen Werte nicht hinten über fallen zu lassen, gepaart mit durchweg interessanten, verwickelten und mit überraschenden Wendungen versehenen Fällen (auch wenn nach 2-3 Bänden ein gewisses System dem Leser langsam vertraut wird und er jeweils weiß, wem von den Figuren er nicht vertrauen sollte), all das macht die Kriminalromane der Jahre zwischen 1919 bis in die dreißiger Jahre des Jahrhunderts hinein überaus lesenswert, interessant und mit einem Einblick versehen, der durchweg von der akribischen Recherche und der Nähe des Autors zum damaligen Zeitgeschehen kündet.

 

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, Band für Band.

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Cover des Buches Lazare und der tote Mann am Strand (ISBN: 9783442756605)martina_turbanischs avatar

Rezension zu "Lazare und der tote Mann am Strand" von Robert Hültner

Das ganze Leben ist politisch …
martina_turbanischvor 2 Jahren

In Südfrankreich, genauer gesagt in Séte wird am Strand die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Es handelt sich um Pablo Fernandez, einen Gitans oder Zigeuner - eine Volksgruppe, die eigentlich nirgendwo sonderlich beliebt ist. Sehr zum Ärger der örtlichen Polizei wird Narciso Lazare von der Kriminalpolizei aus Montpellier hinzugezogen. Lazare vermutet entweder ein Verbrechen aus rassistischen Motiven oder aber aus Geldgier. Da wo die Wagensiedlung der Zigeuner schon seit Jahrzehnten stehen ist ein moderner Hotelkomplex geplant, der manchen Leuten viel Geld einbringen würde.

Fast zwei Wochen hatte Narciso Lazare – wenige Kollegen und nahe Freunde durften ihn ›Siso‹ rufen – auf La Farette ausgeharrt. Der abgelegene Hof gehörte zum Gemeindegebiet von Tormes, einem verschlafenen Flecken im nördlichsten Zipfel des Departements. Lazare und der tote Mann am Strand, S. 10

Mein Eindruck:

Das ganze Leben ist politisch …

Gitans

Hinter dem beinahe langweilig klingen Titel Lazare und der tote Mann am Strand verbergen sich gleich mehrere Handlungsstränge, die alle hochaktuell sind. In Südfrankreich ist der “Front National” sehr aktiv und die haben für Zigeuner, die ihrer Meinung nach nichts in Frankreich verloren haben, nicht wirklich viel über. Das wäre natürlich schon mal ein ganz guter Grund, jemanden zu töten. Aber es wäre auch recht simpel, oder?

Résistance

Zeitgleich mit dem Toten vom Strand muss sich Brigadier Georges Jeanjean um einen toten Senioren in St. Esprit kümmern. Der über 80-jährigen Jules Papin war so etwas wie eine Nationalheld, da er im zweiten Weltkrieg der Résistance angehört hat. Der Stromschlag, der ihn tötete entpuppt sich recht schnell als Mord. Kommissar Jacques Bruant, ebenfalls aus Montpellier angereist, hats seinen Täter augenscheinlich schnell gefasst.

Seilschaften

Narciso Lazare als Kommissar bleibt erst mal wenig greifbar. Ähnlich wie die Gendarmerie in Sète versteht man als Leser nicht so recht, was er tut und vor allem warum er es tut. Aber recht schnell begreift man die Zusammenhänge und durchschaut gewisse Strukturen. Es stinkt gewaltig, nicht nur in St. Esprit und in Séte, nicht nur bei den Gitans oder den Rechten, sondern auch bei der Polizei.

Erzähltempo

Hinter dem schon fast altmodischen Titel Lazare und der tote Mann am Strand verbirgt sich nicht nur ein klassischer, sehr spannender Krimi. Dazu gibt noch einen sehr aktuellen Blick auf unserer moderne Gesellschaft. Kurze Kapitel, ein hohes Erzähltempo und immer wieder wechselnde Perspektiven sorgen dafür, dass bei all dem nicht einen Moment langweilig zugeht. Am Ende laufen alle Handlungsebenen zu einem logischen, sehr spannenden, Ende zusammen.

Mein Fazit:

Lazare und der tote Mann am Strand ist ein spannender Krimi, mit sehr vielen politischen Beobachtungen. Trotzdem gerät der Krimiplot nie zur Nebensache sondern behält seine Spannung bis zur letzten Seite. Ich hoffe auf jeden Fall auf mehr von Narciso Lazare …

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Cover des Buches Ende der Ermittlungen (ISBN: B002TVWJBG)Wedmas avatar

Rezension zu "Ende der Ermittlungen" von Robert Hültner

Atmosphärisch und spannend.
Wedmavor 2 Jahren

Ein atmosphärischer, spannender Kurzkrimi, der zudem auch kongenial gelesen wurde.

Klappentext beschreibt die Eckdaten ganz gut: „Ein Gelegenheitsarbeiter wird tot in einer Sickergrube aufgefunden. Der knorrige Kommissar Grohm folgt stur seiner Nase, die ihn in gewisse Kreise führt, wo seine Ermittlungen nicht gern gesehen werden. Doch er schert sich einen Dreck um Parteibonzen und Diplomatie und gerät dadurch in tödliche Gefahr. Eine atmosphärisch dichte Kriminalgeschichte vor dem Hintergrund des sich zusammenrottenden Nationalsozialismus der 20er Jahre.“

Diese Geschichte erinnerte mich an den vor Kurzem gelesenen Roman „Herbststurm“ von Angelika Felenda. Beide spielen um die Zeit, in den beiden gibt es eine Tänzerin in einem Amüsierlokal, die quasi als Zeichen der Zeit u.a. für die Atmosphäre und die damaligen Gegebenheiten sorgt.

Hier geht der Autor weiter und setzt deutlichere Zeichen der Zeit, in dem er offen von Hitler und der Diskrepanz zwischen seinem öffentlichen Image eines beinah Mittellosen und seinen finanzkräftigen Unterstützern die Rede ist usw. Da musste ich auch an das Buch denken, das ich bald lese: „Hitlers heimliche Helfer“ von Karina Urbach.

Die Überraschung zum Schluss ist prima gelungen.

Udo Wachtveichtl hat großartig gelesen. Jede Figur hat ihre eigene Stimme, eigene Art zu reden.

Toll wäre, noch mehr Geschichten des Autors in dieser Darbietung zu hören zu bekommen.

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