Robert Hültner Lazare und der tote Mann am Strand

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Inhaltsangabe zu „Lazare und der tote Mann am Strand“ von Robert Hültner

Ein Toter am Strand: tragisch, aber im malerischen Sète, dem Venedig Südfrankreichs, kein seltener Unglücksfall. Wahrscheinlich hat es doch nur wieder etwas mit den internen Streitereien der Gitans zu tun, die hier schon seit Jahren am Stadtrand siedeln. Seltsam also, dass extra ein Kommissar aus Montpellier angefordert wird für diesen Fall. Die Behörden vor Ort sind konsterniert und empfangen Kommissar Lazare entsprechend. Sie ahnen nicht, dass Lazare angetreten ist, ein riesiges – und wenn es sein muss, mörderisches – Komplott aus Mauschelei, Korruption und Betrug aufzudecken, das die ganze Region im Würgegriff hat. Was andererseits Lazare nicht ahnt: dass zudem eine offene Rechnung aus Frankreichs jüngerer Vergangenheit darauf wartet, beglichen zu werden.

wenig Privates, dafür viel Ermittlung! Freue mich schon auf Teil 2

— Mira20
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    Lazare und der tote Mann am Strand
    jaylinn

    jaylinn

    02. September 2017 um 10:21

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Robert Hültners Lazare und der tote Mann am Strand ist im Juni 2017 bei btb als gebundenes Buch erschienen. Es umfasst 384 Seiten. Hültner wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Lazare und der tote Mann am Strand ist der erste Band einer Reihe mit Kommissar Narciso Lazare. Inhalt: „Ein Toter am Strand: tragisch, aber im malerischen Sète, dem Venedig Südfrankreichs, kein seltener Unglücksfall. Wahrscheinlich hat es doch nur wieder etwas mit den internen Streitereien der Gitans zu tun, die hier schon seit Jahren am Stadtrand siedeln. Seltsam also, dass extra ein Kommissar aus Montpellier angefordert wird für diesen Fall. Die Behörden vor Ort sind konsterniert und empfangen Kommissar Lazare entsprechend. Sie ahnen nicht, dass Lazare angetreten ist, ein riesiges – und wenn es sein muss, mörderisches – Komplott aus Mauschelei, Korruption und Betrug aufzudecken, das die ganze Region im Würgegriff hat. Was andererseits Lazare nicht ahnt: dass zudem eine offene Rechnung aus Frankreichs jüngerer Vergangenheit darauf wartet, beglichen zu werden.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Ich habe bereits Am Ende des Tages von Hültner gelesen und war begeistert. Durch Zufall stieß ich auf Lazare und der tote Mann am Strand: Das Cover gefiel mir ausgesprochen gut und so wurde ich neugierig. Nach dem Lesen kann ich nur sagen, dass es perfekt zum Schauplatz der Handlung passt. Von Beginn an kann man feststellen: Es gibt Spannungen innerhalb der Polizei, die Zuständigkeiten sind unklar und werden unterschiedlich bewertet, Revierkämpfe führen zu unterschwelliger Aggression zwischen den Beamten … Was steckt dahinter? Schnell ist klar: Narciso Lazare, Kommissar bei der Kripo in Montpellier muss seinen Urlaub abbrechen und wird nach Sète, einem kleinen französischen Dorf an der Küste, beordert. Er ist darüber erfreut, die dort ermittelnden Beamten weniger. Besonders Kommissar Danard scheint etwas ganz Persönliches gegen Lazare zu haben. Der Leser tappt total im Dunklen und muss die oft nebensächlich hingeworfenen Informationen sehr genau verfolgen, um so langsam hinter die Fassaden blicken zu können. Auf den ersten Blick legt Hültner einen gewöhnlichen Krimi vor. Auf den zweiten Blick aber merkt man schnell, dass die idyllische dörfliche Umgebung es in sich hat. Sie ist geprägt von Rassismus, Geldgier und Neid. Sündenböcke sind schnell gefunden: Es sind immer die, die nicht ins Gesamtbild des dörflichen Lebens passen. Es gibt viele Nebenschauplätze, die zunächst unwichtig erscheinen, aber im Verlauf der Handlung merkt man schnell, dass alles irgendwie zusammengehört. Sowohl Lazare als auch Danard haben ihre Geheimnisse, die erst zum Ende hin aufgelöst werden. Der Spannungsaufbau ist wirklich sehr gut gelungen. Anfangs war ich skeptisch, da ich mich durch die vielen französischen Namen, Amtsbezeichnungen und Beziehungen der Protagonisten zueinander kämpfen musste. Aber schon nach 50 Seiten will man einfach nur noch weiterlesen. Fazit: Ein wirklich sehr gut gelungener Auftakt einer neuen Reihe, von der ich unbedingt weitere Bände lesen möchte.

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  • Ein Niveau, das seinesgleichen sucht!

    Lazare und der tote Mann am Strand
    Havers

    Havers

    31. August 2017 um 14:59

    Robert Hültner, Krimilesern bestens bekannt durch seine mehrfach ausgezeichneten Inspektor-Kajetan-Romane, hat mit seinem neuesten Roman „Lazare und der tote Mann am Strand“ zwar nicht das Genre, aber sowohl die Hauptfigur als auch Region gewechselt. Südfrankreich an Stelle von Bayern - aber keine Angst, den Leser erwartet keiner dieser üblichen Urlaubskrimis, die sich mehr um Land, Leute und Kulinarik als um einen ausfeilten Plot kümmern. Doch dafür ist Hültner viel zu politisch, als dass er in diese Falle tappen würde. Narciso Lazare, der Commissaire aus Montpellier, ermittelt in Sète, der Hafenstadt im französischen Midi und der umliegenden Region. Vordergründig zur Verstärkung entsandt, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. Diese sind etwas konsterniert, denn ein ertrunkener Roma erfordert ihrer Meinung nach nicht den Einsatz der Kavallerie. Kommt in dieser Gegend öfter vor, ist halt Routine. In Wirklichkeit ist Lazare aber einer viel größeren Sache auf der Spur, und dort eingesetzt, weil er die Gegend wie seine Westentasche kennt. Glücklicherweise ist er für Ermittlungen vor Ort, denn der tote Gitan wird nicht die einzige Leiche bleiben. Wie so oft geht es um Geld, um Besitz, aber auch um rechtspopulistische Umtriebe, um Fremdenfeindlichkeit, Prostitution, um politisch höchst Brisantes aus der jüngsten deutsch-französischen Vergangenheit und Gegenwart. Jedenfalls sind die örtlichen Saubermänner eifrig bemüht, ihre schmutzigen Geheimnisse für sich zu behalten, denn sie wollen mit aller Macht verhindern, dass ihre betrügerischen Mauscheleien publik werden. Verpackt in eine spannende Story und mit Blick fürs Detail zeigt uns Robert Hültner anhand dieser südfranzösischen Region, welchen Einfluss scheinbar kleine Veränderungen auf eine Gesellschaft nehmen. Dazu gehören neben den politischen natürlich auch die ökonomischen Faktoren, die sich auf den direkten Umgang der Menschen mit- und gegeneinander auswirken. Und das nicht nur in Frankreich, sondern ebenso bei uns. Der Autor beobachtet genau, was sich nicht nur in seinen Milieuschilderungen sondern auch in seinen Personencharakterisierungen zeigt. Sachlich exakt, oft ironisch und sprachlich immer sehr elegant – Hültner schreibt auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht. Ein stimmiger, fein komponierter Kriminalroman, dem ich viele Leser wünsche!

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  • Mit Ecken und Kanten in Form und Inhalt

    Lazare und der tote Mann am Strand
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    04. July 2017 um 12:35

    Mit Ecken und Kanten in Form und InhaltWie die dahingeworfene „Gitan“ Wohnsiedlung hinter dem Fundort der Leiche, wie in den dunklen Gassen und mancherorts ebenso dunklen Diskotheken und Clubs, so lässt Hültner im neuen Fall seines Kommissars Lazare auch bei den handelnden Personen keineswegs die „dunklen Ecken“, die Unfreundlichkeiten, die Rivalitäten aus.Ein eleganter Sympathieträger, dem alles leicht von der Hand zu gehen scheint, das ist Lazare wahrlich nicht. Dem manchmal, wie in der Berghütte mit dem starrsinnigen Alten, nicht die richtigen Worte findet, der selber Ecken und Kanten hat, der aber auch keine Zurückhaltung kennt, sich die Finger selbst schmutzig zu machen, wenn es den Ermittlungen dient.Da passt sogar das gewählte Fahrzeug zu diesem Kommissar wie die Faust aufs Auge.Schon zu Anfang derselben, als er alleine mitten im Gitan-Gebiet steht, wohlwissend, dass ein kleiner Wink des alten Anführers dort dafür sorgen würde, dass seine Leiche nie entdeckt werden würde, führt den Leser bestens ein in die dunkle, gefährliche Atmosphäre der „Rückseite“ jener Touristengegend um Sete und Montpellier.Nicht umsonst gilt eigentlich die strikte Anordnung, dass kein Polizist alleine dieses Gebiet betreten soll. Denn die Bewohner hatten und haben keinen Respekt vor Uniformen, eher im Gegenteil.„Zerbrechen sie sich nicht den darüber den Kopf, was uns interessieren sollte, Monsieur le commisaire. Gehen sie jetzt, sonst kann ich nicht für ihren Schutz garantieren“.Ein Lazare aber lässt sich nicht abschütteln, auch wenn der Fall ein immer größeres Ausmaß annimmt und wie ein Sumpf von allen Seiten droht, ihn hinunter zu zerren.„Sie gehören einfach nicht hierher. Sie stinken, sie schleimen rum, graben unsere Mädchen an, sie klauen, sie…:“Was alles durchaus zutrifft. Was aber nicht davon ablenken sollte, dass in diesem düsteren Szenario noch ganz andere Kräfte mitmischen und nicht jede als Saubermann erscheinende Person nicht auch Dreck am Stecken haben könnte.Das Lazare überhaupt zu den Ermittlungen abgeordnet wurde, auch das wird zu Beginn des Romans deutlich, hat Gründe. Die im Dunklen liegen, die aber im Lauf der Ereignisse für Tempo und Gefahr sorgen werden. Auch wenn er dabei internationale Polizeibehörden hinhalten wird und mehr und mehr alleine seine Ermittlungen vorantreibt.Und ganz abseits dieser offiziellen Ermittlungen wird im Hinterland ebenfalls eine grauenhaft zugerichtete Leiche gefunden. Und schnell zeigt sich, dass der Weisezaun nicht mit dem üblichen Niederstrom „geladen“ war, sondern „unter vollem Saft“ stand.Was zunächst überhaupt nicht in den eigentlichen Fall zu passen scheint und doch verbunden sein wird. Wobei allein schon die direkte und klare Schilderung Hültners, der bei der Beschreibung von Leichen und Todesursachen kein Blatt vor den Mund nimmt, den Leser unmittelbar mitten hinein in all diese Ereignisse nimmt.Überraschende Wendungen, zunächst viele Fragezeichen, eine klare, direkte Sprache und eine in Teilen gut getroffene, schmierig zu nennende Atmosphäre bilden insgesamt eine spannende Lektüre mit einem etwas anderen Ermittler.

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