Robert Hüther Bolsenasee - Reiseführer mit Insel Giglio

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Inhaltsangabe zu „Bolsenasee - Reiseführer mit Insel Giglio“ von Robert Hüther

Der Bolsenasee, in der Landessprache ‚Lago di Bolsena‘ genannt, liegt zwischen Rom und der Toskana und gilt als beliebter Erholungsort. Trotz seiner landschaftlichen Schönheit und der Nähe zur Ewigen Stadt und den Touristenzentren am Meer ist er touristisch noch relativ unbekannt. Der ursprüngliche Name der Region, die an das Tyrrhenische Meer, Umbrien und die Toskana grenzt, lautet ‚TUSCIA‘. Sie schließt den Bolsenasee und einige Naturschutzgebiete ein. Das Gebiet zeichnet sich einerseits durch die Nähe zu den kulturell und historisch bedeutenden Zentren des Landes aus, andererseits durch die Ursprünglichkeit und den Charme des ländlichen Italiens. Da es die meisten Touristen und einheimischen Ausflügler entweder direkt in die Hauptstadt oder aber an die Küste zieht, bleibt das Land, welches Rom umgibt, Reisenden vorbehalten, die sich bewusst nach Ruhe und Entspannung fernab der großen Touristenströme sehnen. Wer sich ausreichend Zeit nimmt, wird in TUSCIA mit einzigartigen Landschaftsimpressionen und Kulturerlebnissen belohnt. Mittelalterliche Orte, Renaissance-Gärten und bedeutende Ausgrabungsstätten machen das Gebiet zu einer der großen Kunstregionen weltweit. Hinzu kommt die Vielfalt an Sportmöglichkeiten. Die reizvolle Landschaft lädt zum Wandern, Reiten, Radfahren und zum Wassersport ein. Verbindet man mit Urlaub in Italien sonst oft viele Menschen, Autoschlangen und Trubel, wird man am Bolsenasee eines Besseren belehrt. Die nahezu paradiesisch anmutende Atmosphäre bietet vielen Arten von Wasservögeln und Fischen eine saubere und sichere Zufluchtsstätte. Erholungsbedürftige Gäste genießen ihren Aufenthalt in einem der malerischen kleinen Häuschen oder Schlösser der Region. Der See an sich nimmt eine Fläche von 114 Quadratkilometern ein und besitzt einen einzigen Abfluss, das kleine Flüsschen Marta. Man geht davon aus, dass der See vor etwa 300 000 Jahren durch den Zusammensturz von Magmakammern entstanden ist. Der vulkanische Ursprung des Lago ist heute vor allem am grobkörnigen und schwarzen Sand an den Ufern ersichtlich. Die in dem See liegenden Inseln Isola Bisentina und Isola Martana sind aufgrund ihrer historischen Bauwerke einen Besuch wert. Das Leben um den Bolsenasee hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Wer sich für die Traditionen und Bräuche der Region interessiert, wird gewiss viel Faszinierendes entdecken. So lohnt es sich beispielsweise, Schäfern, Fischern und Bauern bei ihrer Arbeit zuzusehen, unterscheidet sich diese doch oft nur gering von der traditionellen Arbeitsweise ihrer Vorfahren. Auch für die Gaumenfreuden hat die Region einiges zu bieten: nicht von ungefähr findet in Orvieto im Oktober jeden Jahres eine Gourmet-Messe statt, auf der unter anderem weiße und schwarze Trüffel angeboten werden. Weinliebhaber haben hier die Wahl zwischen den verschiedenen wohlschmeckenden Tropfen, beispielsweise dem ‚Aleatico di Gradoli‘ und dem ‚Est! Est!! Est!!!‘. Diese lassen sich sowohl bei den zahlreichen Weinproben als auch auf einem der unzähligen Feste verkosten. Und derer gibt es viele: Die Region rund um den Bolsenasee ist für ihre zahlreichen und farbenfrohen Feste bekannt. Auch die Orte am See (oder an den Kraterrändern) sind sehenswert. Der Renaissancepark Bomarzo mit seinen riesigen Steinskulpturen und die Villa Lante mit ihren einzigartigen Wasserspielen bilden eine faszinierende Kombination aus Kunst und Kultur. Die ehemalige Papstresidenz Viterbo sowie der Dom und die unterirdische Welt Orvietos sind lohnende Ausflugsziele. In Bolsena, der Stadt, nach der der See benannt wurde, finden im Juli das Fischfest, Sagra del Pesce, sowie das Fest der Santa Cristina statt, deren Leben als Mysterienspiel an vielen Schauplätzen in Szene gesetzt wird. Das sogenannte Wunder von Bolsena wird am Fronleichnamsfest zelebriert. Der Legende nach gelangte ein in seinem Glauben erschütterter böhmischer Priester bei seiner Pilgerreise nach Rom im Jahre 1263 nach Bolsena. Hier erlangte er Berühmtheit, weil beim Brotbrechen laut Legende Blut aus der Hostie auf den Altar tropfte. Neben diesen mysteriösen Elementen hat Bolsena auch viel Historisches zu bieten. So führt beispielsweise die alte Römerstraße Via Cassia, welche im Mittelalter zu einem Teil des Pilgerwegs ‚Via Francigena‘ wurde, durch Bolsena. Der Ort Capodimonte genießt vor allem durch das Musikfestival ‚Sonica‘ überregionalen Bekanntheitsgrad, während in Viterbo das Fest der ‚Macchina de Santa Rosa‘ samt Prozession mit einer 30 Meter hohen Skulptur sehenswert ist. Gourmets werden von den im August stattfindenden Festen angetan sein, die sich thematisch speziellen Speisen widmen. In Grotte di Castro ist dies das Kartoffelfest, in der Landessprache ‚Sagra della Patate‘ genannt, in Onano das Linsenfest oder ‚Sagra della Lenticchie‘ und in San Lorenzo Nuovo das Gnocchi-Fest, ‚Sagra delle Gnocchi‘. Auch die Orte Montefiascone, Marta und Gradoli sind einen Besuch wert, findet man doch hier zu jeder Jahreszeit etwas von dem ursprünglichen Italien mit seinen verwinkelten schmalen Gassen, malerischen kleinen Kirchen und farbenfrohen Märkten wieder. Bisher unerwähnt blieb die mit dieser Region eng verbundene Geschichte der Etrusker. Die unzähligen Spuren, die dieses Volk bis zur Eroberung durch die Römer hinterlassen hat, sind unübersehbar und höchst beeindruckend. Dabei liegen die interessantesten Ausgrabungsstätten der Etrusker nur maximal eine Stunde vom See entfernt. Einen Besuch wert sind Tuscania, Tarquinia, Vulci und Orvieto, aber auch Bolsena selbst, wo das Museum in der Festung sowie die Ausgrabungsstätte des Volsinii novi über die etruskische Geschichte informieren.
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