Robert Harris Dictator

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Inhaltsangabe zu „Dictator“ von Robert Harris

Einst konnte Cicero über Caesars Leben walten. Jetzt hat Caesar die Oberhand, während Ciceros Leben in Trümmern liegt. Mit Witz, Geschick und Mut schafft es der legendäre Redner jedoch, aus dem Exil nach Rom in den Senat zurückzukehren. Dort hat sich alles und nichts geändert. Politik ist eben ein Geschäft – mitunter ein blutiges.

Ein dramatischer Abschluss einer wunderbar geschriebenen Cicero-Trilogie (*****)

— Insider2199

Einer der spannensten Romane der letzten Jahre!

— Maria0001

fantastischer Abschluss der Cicero Trilogie

— filifili

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  • Ein dramatischer Abschluss einer wunderbar geschriebenen Cicero-Trilogie

    Dictator

    Insider2199

    30. July 2017 um 23:47

    Ein dramatischer Abschluss einer wunderbar geschriebenen Cicero-Trilogie Der 1957 in Nottingham geborene britische Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller studierte in Cambridge Geschichte, war als Reporter bei der BBC, als Redakteur beim Observer und als Kolumnist bei der Sunday Times tätig. Neben Romanen verfasst er auch Sachbücher und lebt mit seiner Familie in Berkshire. Der vorliegende Roman ist nach „Titan“ der dritte Band zu einer Trilogie über Cicero und mein dritter Roman des Autors. Zum Inhalt (Klappentext): Einst konnte Cicero über Caesars Leben walten. Jetzt hat Caesar die Oberhand, während Ciceros Leben in Trümmern liegt. Mit Witz, Geschick und Mut schafft es der legendäre Redner jedoch, aus dem Exil nach Rom in den Senat zurückzukehren. Dort hat sich alles und nichts geändert. Politik ist eben ein Geschäft – mitunter ein blutiges. Meine Meinung: Wie auch bei den beiden Vorgängern zuvor, wird Ciceros Leben aus der Sichtweise seines Sklaven und Sekretärs Tiro erzählt, eine historische Figur, von der bekannt ist, dass sie selbst eine verloren gegangene Biografie über den Politiker schrieb. Zwar dramatisch nicht so aufregend wie die vorigen Bände – außer vielleicht die sehr anschaulich beschriebene Ermordung Caesars im Senat – ist auch dieser letzte Band sehr gut recherchiert und von einem Autor verfasst, der offensichtlich sein Handwerk versteht, der gekonnt Elemente einer historischen Biografie mit einem fiktiven Roman vermischt. Fazit: Spannender kann Geschichte gar nicht mehr sein! Insgesamt gehört diese Trilogie mit Abstand zu den besten Historischen Romanen, die ich bisher las! Empfehlenswert für alle Leser, die gerne dieses Genre lesen. Von mir gibt es natürlich die vollen 5 Sterne. Außerdem kann ich jedem bei dieser Gelegenheit auch den sehr gut geschriebenen Briefroman „Augustus“ von John Williams empfehlen, der dort beginnt, wo „Dictator“ aufhört.

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  • Leserunde zu "Dictator" von Robert Harris

    Dictator

    Insider2199

    30. June 2017 um 20:25

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Dictator" von Robert Harris zu lesen. Wir beginnen am  01.07.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür.  Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!  Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. Viel Spaß uns allen :)

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    • 10
  • So spannend kann Geschichte sein

    Dictator

    Maria0001

    29. May 2017 um 20:08

    Die Cicero-Trilogie gehört zu den spannensten Büchern, die ich je gelesen habe! Kaum hat es ein Buch geschafft, mich derart zu fesseln!

    Was man hier vor allem loben muss: Die Cicero-Romane von Robert Harris sind extrem gut recherchiert! Fakten und Daten sowie Begebenheiten, welche Harris liefert, stimmen mit dem Stand der Forschung überein!

  • Leben und Tod des Cicero

    Dictator

    PaulTemple

    11. December 2016 um 20:32

    Der Buchtitel deutet es bereits an: Der dritte und letzte Band der biographischen Annäherung Ciceros thematisiert den finalen Kampf und letztlichen Untergang der römischen Republik, die zunächst unter Julius Caesar und später unter Augustus zu einer Diktatur umgewandelt wurde. Aus der Sicht seines Haussklaven Tiro, dem die Nachwelt Hunderte von Ciceros Briefen verdankt, wird der verzweifelte Kampf seines Herren beschrieben, der die demokratischen Errungenschaften mit seinen Leben zu verteidigen bereit ist. Beginnend mit deiner Zeit im griechischen Exil begleitet der Leser ihn über knapp 15 Jahre bis zu seiner Ermordung durch Todesschwadronen des zweiten Triumvirats. Auf beeindruckende Weise wähnt sich der Leser dank mitreissender sprachlicher Gestaltung stets direkt an der Seite Ciceros und durchlebt die Machtkämpfe und Schlachten unmittelbar und sehr detailliert beschrieben, so dass der Roman eine enorme Sogwirkung entfaltet. Eine fantastische Lektüre für geschichtsinteressierte Leser und ein würdiger Abschluss der Cicero-Trilogie.

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  • Der beste Redner der Antike

    Dictator

    Sysiphos

    14. July 2016 um 15:36

    Als ich dieses Buch auf meinen Kindle geladen habe wusste ich rein gar nichts über das Buch. Ich sah nur den Titel und dachte mir „Klingt ja ganz nett“. Das mag nicht die beste Methode sein Bücher aus zu wählen, und nach der Methode blind durch einen Laden zu gehen und wahllos irgendwas zu greifen die nächst schlechteste aber es scheint hin und wieder auch zu Überraschungen zu führen. Worum geht es in dem Buch? Nun, es ist eine Biografie über einen der berühmtesten Redner der Geschichte Marcus Tullius Cicero. Ok, Biografie nicht wirklich sondern eher ein Roman angelehnt an der Geschichte Ciceros geschrieben aus der Sicht seines Freundes und Sklaven Tiro. Der Autor gibt an das vieles an Originalmaterial (Reden, Berichte, ähnliches) in das Werk eingeflossen ist was mir aufgrund fehlender Lateinkenntnisse und des vor ein paar (*hust*) Jahren verstorbenen Protagonisten, und aller die ihn kannten, nicht verifizierbar ist. So habe ich das ganze eher als Roman gelesen und dem ganzen etwas Freiraum gelassen und muss sagen das ich ziemlich schnell gefesselt war vom Schreibstil und der Geschichte ansich. Schließlich spielt es in der vielleicht bedeutendsten Zeit Römischer Geschichte ~58 – 43 v. Chr. Es geht um Verrat, Philosophie, Krieg, Politik und das das Wort aus dem Mund eines begabten Redners manchmal mächtiger als ein Schwert ist. Manches mag aus heutiger Sicht ziemlich seltsam anmuten besonders wenn es um ganz offensichtliche Korruption und Gewalt der Politik gegenüber dem eigenen Volke geht. Doch ich will nicht zuviel verraten, von mir gibt es eine klare Empfehlung für jeden der Geschichten aus der Antike mag. Allerdings rate ich dann dazu, was ich erst nach lesen von Diktator erfahren habe, die existierende Trilogie von Beginn an zu lesen um das gesamte Leben des Cicero zu lesen.

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  • Krönender Abschluss der Cicero-Trilogie

    Dictator

    letusreadsomebooks

    04. March 2016 um 19:32

    Zusammen mit seinem treuen Sekretär Tiro geht Cicero in den östlichen Mittelmeerraum in die Verbannung. Um wieder nach Rom zurückkehren zu können, entschließt er sich, seinen eigentlichen politischen Feind Caesar zu unterstützen. Zurück in seiner alten Heimat gelingt es ihm erneut, sich nach oben zu kämpfen.Sowohl in den Gerichtshöfen als auch im Senat wird er wieder zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten und bestimmt die Zukunft Roms mit. Dictator ist der letzte Band der Cicero-Trilogie, der die Zeit seiner Verbannung, des Bürgerkriegs, die Herrschaft Caesars und den beginnenden Aufstieg Octavians behandelt. Erzählt wird das letzte Kapitel Ciceros wie bereits in den Vorgängern von seinem Sekretär und Vertrauten Tiro. Obwohl der Roman viele wichtige Ereignisse der Zeit behandelt, gelingt es Robert Harris hervorragend, nicht nur die bedeutenden Daten abzuarbeiten und darzustellen, sondern die Entwicklungen im Hintergrund, die zahlreichen Intrigen, Absprachen, Verschwörungen etc. gut darzustellen, so dass ich als Leser das Gefühl habe, direkt dabei zu sein. Neben Cicero stehen vor allem die Entwicklungen von Pompeius und Caesar im Mittelpunkt des Geschehens. Trotz dieser bestimmenden Persönlichkeiten hat mir besonders die Darstellung von Cicero selbst am besten gefallen. Er wird sehr menschlich dargestellt, mit seiner Eitelkeit, Ruhmsucht und manchmal auch seiner Feigheit. Bis zum Schluss versucht er, sich selbst treu zu bleiben und nach seinen philosophischen Maximen zu handeln. Dass der Autor trotz der dramatischen Ereignisse an manchen Stellen das philosophischen Werk Ciceros zumindest oberflächlich darstellt und erklärt, hat mir ebenfalls gut gefallen. Durch diese kurzen Erläuterungen erschien mir dieser dritte Band insgesamt melancholischer als seine Vorgänger. Wie bereits in den Vorgängern schildert der Autor sprachlich flüssig das Geschehen. Für eine authentische Atmosphäre sorgen immer wieder überlieferte Zitate aus Reden oder Briefen. Der Fokus der Erzählung liegt eindeutig auf den politischen Geschehnissen der Zeit. Die verschiedenen Schlachten werden kaum direkt dargestellt, sondern nur durch Berichte oder Briefe, welche den Verlauf und das Ergebnis kurz darstellen. Wichtiger sind immer die politischen Auswirkungen. Der Roman spielt in einer interessanten Periode der römischen Geschichte, in einer Zeit von gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen, das Thema aber, der Kampf und die Gier nach Macht sowie die politische Freiheit von Einzelnen, sind zeitlos. Mit Dictator ist Robert Harris ein hervorragendes Ende seiner Cicero-Reihe gelungen. Anschaulich erzählt er das Ende der römischen Republik und nimmt sich trotz vieler bedeutender Ereignisse immer die Zeit und den Platz, seine Figuren, allen voran Cicero, menschlich darzustellen und seine persönliche Entwicklung zu verfolgen und immerhin kurze Einblicke in dessen philosophisches Werk zu liefern. Darüber hinaus ist der Roman ein spannender historischer Politthriller, in einer Zeit voller Umbrüche und Entwicklungen mit zeitlosen Themen.

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  • Lehrreicher als eine Biografie und glaubhafter als ein Roman

    Dictator

    Gin

    13. January 2016 um 16:32

    Nach „Imperium“ und „Titan“ ist mit „Dictator“ Robert Harris Trilogie über das Lebenswerk des Marcus Tullius Cicero vollendet worden. Die Zeitspanne von „Dictator“ erstreckt sich über die letzen fünfzehn Jahre von Ciceros Leben, also vom 58 bis 43. v. Chr. Dank Harris akribischer historischer Recherche kann der Leser hautnah erleben, wie deprimierend sich Ciceros Exilmonate angefühlt haben müssen oder wie seine Familie unter dem politischen Druck zusammenbrach. Seine Heirat mit Terentia war von Anfang an eine reine finanziell motivierte Angelegenheit. Die Scheidung von ihr fiel ihm verhältnismässig leicht. Doch der Tod der geliebten Tochter Tullia machte ihm sehr zu schaffen. Er rappelte sich wieder auf, indem er anfing, philosophische Werke zu verfassen. Zu Ehre seiner Tochter sind uns die berühmten Tusculanae Disputationes überliefert worden - eine Art Selbstlehre, um sich von der Angst vor dem Tod zu befreien.  Zwischen den Zeilen drängt aber auch deutlich durch, wie sehr Cicero die Macht geliebt, die Auseinandersetzung mit Marcus Antonius genoss und wie sehr er unter der Herrschaft und Selbstherrlichkeit des Caesars gelitten haben muss. Harris lässt auch durchschimmern, wie eitel und heuchlerisch Cicero manchmal sein konnte, aber das macht den Charakter umso menschlicher, umso liebenswürdiger.  Weil ich wie jeder andere an der Antike interessierter Mensch das Ende von Ciceros Geschichte kenne, hat mich beim Lesen die ganze Zeit das unbeschreibliche Gefühl begleitet, dass der Tod unweigerlich seinen Tribut fordern und dass es bald zu Ende sein wird - mit dem Buch und mit Cicero. Als es dazu kam, war ich erlöst, weil Cicero eines würdigen Todes gestorben ist. Es ist nämlich eine Sache, in Fachbüchern von Ciceros Tod zu lesen und eine ganz andere, ihn in einem Roman zu verfolgen. 

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  • Würdiger Abschluss einer großartigen Trilogie

    Dictator

    lacrimosadiesilla

    09. December 2015 um 18:18

    Mit „Dictator“ schließt Robert Harris seine groß angelegte Trilogie über das Leben des römischen Politikers Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) ab. Eine Rezension dieses Buches kann nur schwer die beiden bereits exzellenten Vorgängerbände übergehen. Schilderte Harris in „Imperium“ den Aufstieg des „homo novus“ Cicero über den Prozess gegen Verres und die Annäherung an Pompeius, so beschäftigt sich „Titan“ mit Ciceros Konsulat, der Verschwörung des Catilina sowie deren dramatische Nachwirkungen im Konflikt mit Clodius Pulcher. Beide Romane zeichnen sich durch ein hohes Maß an historischer Genauigkeit und - was m. E. noch viel wichtiger ist - durch eine authentische Atmosphäre aus. Harris gelingt es, sowohl den hohen und teils recht komplexen römischen Politikbetrieb als auch den Alltag der Bürger der Siebenhügelstadt mitreißend und anschaulich zu beschreiben.  Hilfreich dafür ist natürlich auch die Wahl des Erzählers: Die Biographie Ciceros wird von einem Augenzeugen rekonstruiert, Tiro, dem Sklaven und Sekretär des Senators. Hierbei handelt es sich um eine historische Person, von der wir wissen, dass sie spannenderweise tatsächlich selbst eine (leider verloren) gegangene Cicero-Lebensbeschreibung verfasst hat. Die Handlung von „Dictator“ setzt direkt im Anschluss an des Ende von „Titan“ ein: Wir erleben Ciceros und Tiros Flucht ins Exil. In ruhigem Tempo, aber nie langweilig breitet Harris in der Folge das Drama der untergehenden römischen Republik aus. Ciceros Rückkehr nach Rom, das erste Triumvirat, Cäsars Aufstieg und Ermordung, Ciceros letzter Frühling und die endgültige Katastrophe. Das alles ist äußerst exakt recherchiert und vor allem so klar und deutlich geschildert, dass man ob der bisweilen doch recht chaotischen Entwicklungen nie den Überblick verliert. Einige Szenen fand ich beispiellos eindrücklich, so etwa Cäsars Ermordung, die wir durch Tiros Augen miterleben dürfen oder eher müssen. Mit „Dictator“ gelingt Robert Harris nicht nur das Wagnis, eine historische Biographie in Romanform exakt und spannend zu erzählen, er schafft es auch, den Leser immer wieder Parallelen zum heutigen Politikbetrieb ziehen zu lassen. Wie bereits in „Vaterland“ oder „Aurora“ ist Harris am besten, wenn er politische Systeme beschreibt, die auf Gewalt und Repression aufgebaut sind. Und so bekommen auch Lichtgestalten wie Cäsar und Octavian deutliche Kratzer ab. Fazit: Volle 5 Sterne für den m.E. besten historischen Roman des Jahres und eine der besten historischen Trilogien aller Zeiten.

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  • Für historisch und politisch interessierte Leser

    Dictator

    Havers

    04. November 2015 um 19:03

    "Dictator“, der neue Roman des britischen Autors Robert Harris, ist nach „Imperium“ und „Titan“ der Abschlussband der Trilogie um Aufstieg und Fall des römischen Staatsmannes und Philosophen Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.), Weggefährte von Gaius Julius Caesar. Ciceros Stern ist gesunken, er ist ein gebrochener Mann. Sein Besitz wurde enteignet, er ist getrennt von Frau und Kindern und lebt fern der Heimat im Exil. Vertrauen kann er lediglich seinem Freund, dem Sklaven Tiro, der auch als sein Sekretär fungiert und ihn begleitet hat. Als er Caesar seine Unterstützung zusichert, darf er nach Hause zurückkehren, aber faktisch hat er kaum noch Einfluss. Dennoch gibt er nicht auf und nutzt seine rhetorische Begabung, indem er sich verstärkt dem Schreiben und Publizieren philosophischer Schriften widmet. Und so gerät er wieder in den Fokus derer, die die politischen Fäden ziehen. Nach einem zweijährigen Intermezzo als Statthalter in Kilikien, muss er bei seiner Rückkehr feststellen, dass Rom ein Bürgerkrieg droht, Caesar und Pompeius eifern um die Macht im Staate, und Cicero setzt mit seiner Unterstützung von Pompeius auf den falschen Kandidaten. Einmal mehr ist er nach dessen Tod auf die Gnade des Diktators Caesar angewiesen, denn die Staats- und Herrschaftsform der einstmaligen römischen Republik ist nun Vergangenheit. Aber nicht nur Tyrannen, sondern auch ihre Unterstützer leben gefährlich… Der Autor Robert Harris hat sich seine Sporen als Reporter bei der BBC und als Journalist bei renommierten Printmedien verdient. Wahrscheinlich merkt man deshalb seinen Romanen auch an, dass er gewohnt ist, sachlich zu schreiben und sich auf Tatsachen zu stützen. So auch in der Cicero-Trilogie. Er bleibt nahe an den historischen Fakten, bringt seinen Lesern aber auch den Menschen Cicero nahe. Um Objektivität bemüht, macht er allerdings nicht „everybodys darling“ aus dem Staatsmann, sondern zeigt ihn in der Gesamtheit seiner Eigenschaften, die durchaus nicht unbedingt sympathisch sind. Es ist eine sehr interessante Periode der römischen Geschichte mit ständigem Auf und Ab und wechselnden Regierungsformen. Aber wenn wir uns die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit anschauen, können wir sehen, dass sich im Grunde nicht viel geändert hat. Die Gier nach Macht und Einfluss war und ist schon immer Antriebsfeder der Menschen und wirkt sich direkt auf das politische System aus. Und wenn dann mal ein Einzelner unter die Räder kommt, der damit nicht einverstanden ist und gegensteuern möchte, wird das als Kollateralschaden verbucht. „Dictator“ ist ein Roman für historisch und politisch interessierte Leser und bietet  diesen ausgezeichnete Unterhaltung, setzt aber die Lektüre der beiden Vorgängerbände voraus. Nachdrücklich empfohlen!

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  • Hervorragend

    Dictator

    michael_lehmann-pape

    20. October 2015 um 10:50

    Hervorragend Wie bereits die beiden vorhergehenden Bände der Trilogie über das Leben Ciceros (und zugleich ein Portrait der Zeit Ciceros), bietet auch dieser abschließende Band ein durchgehendes Lesevergnügen. Informativ, in Form eines biographischen Romans aus der Perspektive des Sekretärs (zunächst als Sklave, danach als freier Mann in Diensten Ciceros) Tiro, geht Robert Harris dabei nicht nur den äußeren Lebensdaten und wichtigen Ereignissen im Leben Ciceros nach, sondern bietet ein umfassendes Portrait „von Innen“ aus den Zirkeln der Macht, aus Intrigen, Absprachen, Verfolgungen, Verbannungen, jubelnde Rückkehr und Opferungen auf dem Altar der Macht. Sei es ein Pompeijus Magnus, eigentlich doch wichtigster (und beliebtester) Mann, Heerführer mit „zwei Triumphen“, der ohne jede Gefühlsregung von Julius Caesar durch die Lande bis nach Ägypten „weggekämpft“, verfolgt wird mitsamt seinem erbärmlichen Tod. Sei es Caeser selbst (interessant, wie Harris jene letzte Szene im Senat bildreich aufgreift, spannend erzählt, dabei vollkommene Ruhe bewahrt und zudem die Rolle des Brutus noch anders deutet (mitsamt der vermeintlich berühmten letzten Worte Caesars). Bis hin zu Cicero, dem gewaltigen Redner, hervorragenden Anwalt, hier und da zur Melancholie neigenden Mann, sich trennendem Ehemann, auch mitsamt seiner vorhandenen persönlichen Eitelkeit, aber auch seiner durch nichts begrenzten Größe des Denkens, absoluter Haltung für die Republik und Demokratie und, am Ende, mutigen und aufrechten Tod. Wobei nicht zuletzt Gaius Julius Caesar Octavian sein „früheres“ Gesicht zeigt, bevor er als Kaiser Augustus seine entscheidende Wandlung zum Friedensherrscher erlebte. Gefährlich ist es, wenn ein Julius Caesar oder ein Octavian „einen liebt“, denn positive Gefühle sind es wahrlich nicht, die das Handeln der mächtigen Männer und aufstrebenden Potentaten auch nur im Geringsten beeinflussen würden (negative wie Rache und erbitterte Feindschaft allerdings schon, in gewissen Grenzen zumindest). Sachkundig und sprachlich wunderbar flüssig stellt Harris das auf und ab der letzten Lebensjahrzehnte Ciceros dar, bietet einen Blick in das Innere einer Republik am Scheideweg zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen der Auflösung Verhaftung in der Religion der alten Götter und eines dadurch in den Raum tretenden religiösen Vakuums. Eine Zeit, „da stand der Mensch allein“. Und Harris gelingt es, diese besondere Atmosphäre, diesen Wandel der Zeiten und des Denkens, diese Aushöhlung der Kontrolle und die offenkundig werdende, nackte Gier der Mächtigen hervorragend auch emotional in Romanform zu bannen. Ebenso, wie die Unmöglichkeit für einen Cicero, trotz mehrerer Gelegenheiten und Resignationen, das eigene Leben „privat“ zu genießen. Immer wieder lässt sich Cicero in „den Staat“, die „Politik“ einbinden. „So, wie es die Bestimmung des Steuermanns ist, für eine reibungslose Fahrt des Schiffes zu sorgen……, so muss das Ziel des Staatsmannes das Wohlergehen seines Landes sein“. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre. 

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