Robert Harris Intrige

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Inhaltsangabe zu „Intrige“ von Robert Harris

Die größte Verschwörung der ModerneAm 22. Dezember 1894 wird der französische Hauptmann Alfred Dreyfus von einem Kriegsgericht wegen Landesverrat zu lebenslanger Haft verurteilt und auf die Teufelsinsel vor Französisch-Guayana verbannt. In den Wirren der Affäre, die ganz Frankreich erschüttert, gibt es nur wenige, die zu ihm halten. Oberstleutnant Marie-Georges Picquart, der neue Geheimdienstchef, ist zunehmend von Dreyfus’ Unschuld überzeugt und rollt den Fall neu auf. Weshalb er bald selbst zwischen die Mühlräder der Macht gerät und das Ziel dunkler Machenschaften wird ...

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    Intrige
    JuliaSchu

    JuliaSchu

    28. June 2016 um 16:17

    Vor Jahren las ich ein Buch von Robert Harris, das sich mit dem Leben des griechischen Redners Cicero befasst („Imperium“). Ich habe es geliebt. Umso begeisterter war ich, als ich das Hörbuch „Intrige“ geschenkt bekam, das ebenfalls aus der Feder von Mr. Harris stammt. Diesmal das Thema: Die Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Eine spannende, aber bürokratische Geschichte, die in der Realität wahrscheinlich explosiver war, als es in diesem Hörbuch geschildert wird. Die Handlung an sich gefiel mir. Doch durch ausschweifende Erzählungen, unsympathische Entscheidungen, einen nicht sehr überzeugenden Vorleser und die vielen, verwirrenden, französischen Namen bleibt das Hörbuch leider nur mittelmäßig.InhaltAm 22. Dezember 1894 wird der französische Hauptmann Alfred Dreyfus wegen Landesverrat zu lebenslanger Haft verurteilt und verbannt. Ein Justizirrtum, wie er beteuert und wovon auch der neue Geheimdienstchef Picquart zunehmend überzeugt ist. In den Wirren der Dreyfus-Affäre, die ganz Europa erschüttert, rollt er den Fall neu auf. Weshalb er bald selbst zwischen die Mühlräder der Macht gerät und das Ziel dunkler Machenschaften wird MeinungIch bin mal wieder gezwungen mir eine traurige Wahrheit einzugestehen. Obwohl ich in der Theorie studierte Historikerin bin, hatte ich zuvor noch nie von der Dreyfus-Affäre gehört. Traurig, aber wahr. Das war aber nur ein Grund mehr, warum ich mich auf das Hörbuch „Intrige“, gelesen von Hannes Jaenicke, gefreut habe. Es handelt sich um eine lange und komplizierte Geschichte. Das liegt natürlich vor allem am Ursprung. Es gefällt mir sehr, dass Harris sich immer mit historischen Zweifelsfällen auseinandersetzt, seine eigene Note mit hineinbringt und Geschehnisse aus der Vergangenheit in Romanform den Lesern näher bringt. So hat das Ganze noch einen bildenden Charakter. Durchaus habe ich während des Hörens etwas gelernt. Doch vor allem war ich verwirrt. Der manchmal sehr grobe, manchmal sehr feine Stil von Harris ist gelungen. Wird einem das Buch aber vorgelesen, macht das die Sache unnötig kompliziert. Das große Problem lag für mich an der Vielfalt der Namen. Die Hauptbühne des Romans bildet die französische Regierung Ende des 19. Jahrhunderts. Der Protagonist Marie-Georges Piquart, der Chef des Geheimdienstes wird, ist ein vernünftiger und rechtschaffender Mann. Er ist kein sympathischer Charakter, aber er tut das Richtige. Auf der politischen Bühne spielen nun aber eine Menge andere Figuren noch eine Rolle. Und die haben alle sehr glatte französische Namen. Spätestens ab CD 4 steigt man als Hörer nicht mehr so richtig durch, wer denn jetzt eigentlich wer ist und welche Funktion diese Figur in der Regierung innehat. Wer ist nochmal welcher Meinung? Wer ist Freund, wer Feind? Das Wichtige kann man als Hörer natürlich trotzdem verstehen, dennoch verkompliziert das die Sache. Als Historikerin finde ich es gut und richtig, dass die wahren historischen Persönlichkeiten aufgegriffen werden und der Roman sich an die Quellen hält, aber als Hörerin war mir das Ganze zu viel. Und außerdem zu dröge. Denn die Geschichte hat keine durchgehende Spannungskurve. Vor allem zu Beginn braucht sie viel Zeit um in Fahrt zu kommen. Piquart beschreibt manchmal in eine Art Tagebuchform, wie er die Geschehnisse erlebt. Dazu gehört dann auch, welche Straße er wann lang gegangen ist – was einfach völlig unnötig ist. Beschreibungen dieser Art finden sich zu Hauf. Das macht das Hören manchmal langweilig. Allerdings ist es nicht durchgehend so. Man wird als Leser ebenfalls verdammt wütend, weil die Lage der Geschichte so ungerecht ist. Man fiebert in gewisser Weise mit. Und da ich den Ausgang der Dreyfus-Affäre nicht kannte, war es für mich durchaus spannend. Das Ende aber war unbefriedigend. Ein Wort noch zum Vorleser: Obwohl er als emotional brillant beschrieben wird, fand ich ihn eher monoton. Andererseits bringt er die Persönlichkeit Piquarts gut herüber. Leider machte es die Sache für mich nicht besser. In den fast 7 Stunden sorgte die Art des Vorlesens durchaus manchmal dafür, dass ich müde wurde.FazitEine Geschichte mit viel Potenzial und noch viel mehr Komplikationen. Ein erschwertes Hören und ein Vorleser, der nur in seiner Verkörperung des Protagonisten glänzen kann. Die Dreyfus-Affäre scheint die reinste Bürokratie-Intrige gewesen zu sein und das empfand ich durchaus als interessant. Es gibt Höhen und Tiefen, doch grundsätzlich ist die Geschichte in die Länge gezogen. Ich komme auf 2,5 Sterne, da es sich für mich zwar um interessante Allgemeinbildung, aber nicht um ein Hörvergnügen gehandelt hat.

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    Pongokater

    Pongokater

    18. April 2014 um 17:56

    Robert Harris hat sich dieses Mal die Affäre Dreyfus als historischen Bezugspunkt gewählt, um aktuelle Probleme zu beleuchten. In der Dreyfus Affäre im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts war der jüdische Offizier Alfred Dreyfus zu Unrecht der Spionage verdächtigt und zu einer Haft unter Folterbedingungen auf einer menschenleeren Insel ("Teufelsinsel") verurteilt worden. Der neue Chef des Militärgeheimdienstes, Oberstleutnant Picquart, entdeckt etwas später zufällig, wer der wirkliche Spion war. Er muss aber erkennnen, dass seine Vorgesetzten bis hin zum Minister nicht wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Picquart schweigt jedoch nicht und nach langen Jahren kommt die Wahrheit ans Licht, trotz des heftigen, zum Teil mörderischen Widerstands staatlicher Stellen. Harris lässt uns die Geschichte aus der Sicht Picquarts sehen, der zunächst Mittäter ist und erst später Mitopfer wird. Harris erzählt konsequent sachlich und präzise, manchmal etwas zu detailverliebt, was in Frankreich vor mehr als 100 Jahren geschah. Lebendig werden Antisemitismus und kollektive Wahrheitsverleugnung, aber auch der Mut Einzelner. Der Leser findet in der jüngeren Geschichte mehr als genug Parallelen, um an den Fortschritt der menschlichen Rasse zu glauben. (Hannes Jänickes untheatralische Vortragsweise macht das Anhören der ungekürzten Fassung bei Audible empfehlenswert!!!)

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