Konklave

von Robert Harris 
4,4 Sterne bei10 Bewertungen
Konklave
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Luthien_Tinuviels avatar

Interessanter Blick hinter die Kulissen eines Konklave, dem Frank Arnold mit seiner Stimme die nötige Würde verleiht.

guybrushs avatar

Interessanter und spannender Blick auf eine Papstwahl. Bis auf den irritirenden Schluss sehr gelungen.

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Inhaltsangabe zu "Konklave"

Verschwörung im Vatikan. Der neue große Politthriller von Robert Harris

Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...
Frank Arnold nimmt den Hörer mit hinter die Kulissen des Vatikans.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783837135442
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Random House Audio
Erscheinungsdatum:31.10.2016
Das aktuelle Buch ist am 31.10.2016 bei Heyne erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    mozeilenherzs avatar
    mozeilenherzvor 9 Monaten
    Hochgradig beeindruckender Einblick in die Machenschaften des Vatikans

    Ich hege seit jeher eine gewisse Faszination für den Vatikan und die Art und Weise wie dieser funktioniert und lebt. Als ich das Hörbuch bei Random House entdeckt habe, wollte ich es unbedingt haben.

    Mein erstes, großes Lob geht an Frank Arnold, der einen als Kardinal Lomeli so mitreißend in die Welt des Vatikans entführt, dass ich mehr als nur einmal das Gefühl hatte, daneben zu stehen, wenn sich die Kardinäle zum nächsten Wahlgang in die sixtinische Kapelle aufmachen, oder Lomeli ein vertrautes Gespräch mit einem anderen Kardinal führt.

    Das Buch ist unglaublich unaufgeregt, was mir sehr gefällt. Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, die dem Konklave beiwohnen, oder anderweitig im Umfeld der Wahl eine Rolle spielen. Ich habe meine Sympathien und Antipathien schnell verteilt gehabt und am Ende hatte ich auch mit meiner Vermutung recht, wer die „Guten“ und wer die „Bösen sind“ aber Harris schafft es, die Geschichte auf so subtile Weise zu erzählen und aufzubauen, dass ich nie das Gefühl hatte, ja sowieso schon zu wissen, wie es ausgeht.

    Das Wichtigste und für mich das, was mich an diesem Buch am Meisten fasziniert hat, ist, dass Robert Harris es geschafft hat, den Vatikan, der nach wie vor eine Art Mysterium in unserer Welt ist, für mich als Leserin menschlich zu machen. Die Kardinäle und auch der Papst, egal ob der verstorbene oder der, er am Ende das Konklave als Sieger verlässt, sind menschlich, sie begehen Fehler, oft so schwere, dass man nicht nur außerhalb der Mauern einer „heiligen Stadt“ Schwierigkeiten hätte, sie einem zu verzeihen. Ich war unglaublich fasziniert von dieser Art und Weise, wie Harris es geschafft hat, diesen Zwiespalt darzustellen, zwischen der Liebe zu Gott, die sie irgendwie alle in sich tragen und dem Ehrgeiz und dem Stolz, der sie zu ihren Handlungen antreibt.

    Ich war mir von Beginn an recht sicher, wer am Ende als neuer Papst hervorgehen würde und ich hatte recht. Allerdings hat mich das keineswegs enttäuscht, sondern gefreut, denn der Weg war authentisch und ehrlich. Mit zwei Ereignissen in diesem Buch habe ich nicht gerechnet, beide haben mich zum Nachdenken gebracht, beide haben mich absolut kalt erwischt, weil ich sie nicht im Ansatz vorausahnen konnte, weil sie mich erschreckt haben und mich auch mit den betreffenden Personen haben mitleiden lassen. Ich habe mich beim Hören so gefühlt, als würden sie wirklich geschehen und wen ein Autor und ein Sprecher das schaffen, dann ist das Buch ein außergewöhnliches Werk, das von mir darum auch 5 von 5 Sternen bekommt. 

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    Luthien_Tinuviels avatar
    Luthien_Tinuvielvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter Blick hinter die Kulissen eines Konklave, dem Frank Arnold mit seiner Stimme die nötige Würde verleiht.
    Kein Krimi, sondern Roman: Fiktive Papstwahl, die doch auf historischen Fakten aufbaut

    Mit "Konklave" taucht Bestsellerromanautor Robert Harris tief in die Welt des Vatikans ein und schafft es, durch die Mischung aus historischen Fakten und fiktiven Charakteren ein rundes Bild eines fiktiven Konklaves zu schaffen.

    Inhalt:
    Der Papst ist tot. Kardinal Lomeli als Dekan des Apostholischen Stuhls leitet ein Konklave zur Wahl eines neuen Papstes. Bei diesem versammeln sich Kardinäle aus aller Welt, die nach bester Eingebung des Heiligen Geistes entscheiden sollen. Doch früh zeigt sich, dass auch andere Interessen und kulturelle Bestrebungen eine Rolle spielen. Und auch das Erscheinen eines neuen, niemanden bislang bekannten Kardinals, bietet Zündstoff. Zentral steht die Frage: Wer wird trotz aller Bündnisse am Ende als Papst dastehen?

    Meinung zum Werk:
    Das Werk "Konklave" lässt sich sehr gut hören/lesen. Wie bei Robert Harris gewohnt, fesselt sein Schreibstil früh und die Charaktere werden sehr lebendig in all ihren Charakterzügen dargestellt. Aus Sicht Lomelis in der 3. Person geschrieben, teilweise angedeutet in der Rückschau seiner Erinnerungen, schafft Harris es gekonnt historische Fakten und Wissen mit seiner fiktiven Papstwahl zu vermischen.

    Der Leser/Hörer wird mit in die Welt der katholischen Kirche entführt, er erfährt Details zum Ablauf eines Konklaves und wird mit diversen Glaubenskonflikten der Konklaveteilnehmer konfrontiert.
    Auch aus der (realen) Geschichte der Papstwahl erfährt der Leser gewisse Details, die (zumindest mich) dazu angeregt haben, das Hörbuch bisweilen zu stoppen und nachzuschlagen.

    Wer jedoch kein Interesse an Wissen über die katholische Kirche hat und sich durch Bibelzitate unangenehm berührt fühlt, wird mit "Konklave" nicht glücklich werden. Bibelzitate und Glaubensfragen werden von den Charakteren durchaus diskutiert.

    Trotz der vielen Wissensvermittlung ist "Konklave" keineswegs ein reiner Sachbuch-Roman. Die menschlichen Züge der Kardinäle samt ihrer Höhen und schwarzen Abgründe geben der Geschichte die nötige Würze. Auch wenn der Autor meiner Ansicht nach am Ende zu viele Ideen hatte, die er versucht hat , in diesem Buch unterzubringen, und  es dadurch meinem Gefühl nach künstlich in die Länge gezogen hat, war das Werk dennoch durchaus ein Lesegenuss/ Hörgenuss.

    Meinung zur Hörfassung:
    Meines Wissens nach gibt es mit Frank Arnold sowohl eine gekürzte wie auch eine ungekürzte Hörfassung. Ich meine, die gekürzte Fassung gehört zu haben, bin mir jedoch nicht sicher, da es nicht weiter aufgefallen ist.

    Frank Arnold war als Sprecher des Werkes definitiv die richtige Wahl. Durch seine etwas reifere, ruhige Stimme weiß er gekonnt, den Geschehnissen die nötige Würde zu verleihen. Er versteht es sehr gut, Akzente zu setzen, spricht sehr deutlich und verleiht den Charakteren Leben.

    Kleines Manko des Werkes als Hörfassung könnte allerdings sein, dass die Charaktere teilweise sehr ähnliche Namen haben (viele auf -li endende Namen), man sie also leicht verwechseln kann, wenn man nur den Namen gesprochen hört.

    Fazit:
    Auch wenn der Roman gegen Ende meiner Meinung nach ein wenig von Ideen überladen ist, lohnt es sich dennoch für Hörer, die Informationen über die katholischen Papstwahlprocedere nicht abgeneigt sind und auch keinen Anstoß an regelmäßigen Bibelzitaten in einem Roman nehmen, einen Blick auf Roman und Hörbuch zu werfen. "Konklave" ist definitiv mehr Roman, denn Krimi.
    Frank Arnold als Sprecher verleiht ihm dennoch die nötige Spannung und Würde.
    Lediglich die leicht verwechselbaren Namen könnten das Hörvergnügen etwas schmälern.





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    JuliaSchus avatar
    JuliaSchuvor 10 Monaten
    Spannend und authentisch!

    Immer wieder bin ich auf der Suche nach spannenden Hörbüchern, die etwas Besonderes zu bieten haben. In diesem Zusammenhang stieß ich auf „Konklave“ von Robert Harris. Es ist einige Jahre her, dass ich ein Buch von Harris las, doch damals wurde es prompt zu meinem Lieblingsbuch. Und weil ich nur gute Erinnerungen an die Geschichten von Robert Harris hatte, griff ich zum Hörbuch „Konklave“. Der Klappentext sagte nicht allzu viel aus und dennoch ist das Thema der Papstwahl von Anfang an unglaublich faszinierend. Waren die ersten Minuten noch etwas langatmig, geriet ich mit der Zeit immer tiefer in den Sog der Geschichte und versank in ihr. „Konklave“ ist ein unglaublich gutes, spannendes und intelligentes Buch und sein Sprecher ist einfach ideal für diese Geschichte! Meine absolute Empfehlung!


    Klappentext
    Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...


    Meinung
    Zu Beginn hatte ich so meine Probleme mit dem Hörbuch und das hatte verschiedene Gründe. Ich fand den Sprecher ein bisschen langweilig, obwohl er sehr gut artikuliert liest und die richtigen Passagen zu betonen weiß. Die Stimme von Frank Arnold klingt relativ alt, dadurch aber weise. Das empfand ich anfangs als langweilig. Mit der Zeit aber fand ich seine Stimme immer angenehmer, denn eigentlich passt sie wie die Faust aufs Auge zur Geschichte. Durch Arnold bekommen die Kardinäle eine besondere Note und seine Stimme passt einfach gut zu den Rollen! Außerdem ist seine Tonlage und sein Tempo sehr angenehm. Und obwohl ich Frank Arnold anfangs  mit Skepsis betrachtete, war ich am Ende des Hörbuchs einfach nur beeindruckt. Ich hatte aber nicht nur wegen des Sprechers Einstiegsprobleme. Nein, vielmehr lag das an den verschiedenen internationalen Namen der 117 Kardinäle. Mich verwirrte lange die Kombination von Lomeli und O’malley, oder auch Bellini. Hinzu kamen die ganzen afrikanischen oder asiatischen Namen – es war die absolute Verwirrung. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um die verschiedenen Personen auseinander zu halten, denn Robert Harris wählt anfangs keinen klaren Protagonisten. Erst nach einiger Zeit kristallisiert sich eben Lomeli, der Vorsitzende der Papstwahl, als eine Art Protagonist heraus. Neben ihm spielen aber unglaublich viele Personen eine Rolle und da es sich zumeist nur um Männer in der gleichen Position handelt, ist es nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten.Aber auch das Problem konnte beseitigt werden, denn nach einiger Hörzeit ist man einfach in der Geschichte gefangen. Und obwohl „Konklave“ kein typischer Thriller ist und kein Mord geschieht, ist das Buch unglaublich spannend und mit vielen Intrigen und Verschwörungen gespickt. Die Spannung liegt hier in kleineren Dingen, aber genau das macht das Buch so besonders. Jedes Mal, wenn das Konklave zur Wahl schreitet, ist man unglaublich gespannt, wer denn nun Papst werden könnte. Ich fand die Situationen und Intrigen logisch und möglich. Natürlich ist es ein wenig weit hergeholt, dass so viel auf einmal geschieht. Aber woher soll die Außenwelt wissen, was sich bei den verschiedenen Konklaves in dieser Welt schon zugetragen hat? Die gesamte Entwicklung ist unglaublich spannend und die Thematik sehr, sehr interessant! Ich bin nicht katholisch und kenne mich deswegen nicht gut mit der Papstwahl und den Traditionen aus. Das Buch regte mich allerdings zum Googeln an und soweit ich es beurteilen kann, ist der Vorgang sehr realistisch dargestellt. Auch für den Laien wird das Konklave durch dieses Hörbuch zu einer unglaublich interessanten und faszinierenden Angelegenheit! Sehr interessant fand ich auch die Figurenzeichnungen. Die meisten Charaktere sind Kirchenmänner und dementsprechend spielt der Glaube an Gott eine große Rolle. Ich fand es unglaublich authentisch, wie Harris die Gedanken der Kardinäle beschreibt, die Bedeutung von Gott für ihr Leben und den Lauf der Zeit. Man wird wirklich in eine kleine Nischenwelt hereinkatapultiert, von der man vielleicht zuvor noch nie etwas ahnte – und genau das machte das Buch für mich so grandios! Ich hatte das Gefühl, dass ich viel gelernt habe und nebenbei ein sehr spannendes Hörbuch anhörte. Der Stil von Harris ist toll und auch dank diesem findet man sich eben irgendwann in dem Chaos der Kardinäle zurecht. Ich glaube, dass das Lesen leichter sein kann, als das Hören, denn so kann man über die Namen den besseren Überblick behalten. Aber dann hat man eben nicht die tolle Interpretation von Frank Arnold. Noch ein paar Worte zum Ende: Ich hatte mit dem Ausgang der Papstwahl nicht sofort gerechnet. Dass die Kardinäle am Ende zu einem Ergebnis kommen, war abzusehen. Auf wen letztendlich die Wahl trifft, war nicht unbedingt zu erwarten und dennoch war es eine interessante und gute Wahl. Der Leser kann die ganze Zeit mitraten und wird am Ende ja doch überrascht. Der neue Papst hat allerdings auch ein Geheimnis, das in der katholischen Kirche mehr als umstritten sein muss. Ich finde, dass Harris sich damit einen kleinen Spaß erlaubt hat und auch, dass man das Ende nicht mögen muss. Andererseits: Wer weiß, ob es so etwas nicht schon gab oder noch geben wird? Die Päpstin ist ja auch ein bekannter Mythos…Ich will nun aber nicht zu viel verraten. Über das Ende lässt sich auf jeden Fall streiten und ich muss sagen, dass ich lieber wen anders mit den Schlüsseln des Petrus betraut hätte, hätte ich die Wahl gehabt. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.

    Fazit
    Robert Harris hat mit „Konklave“ ein unglaublich spannendes, interessantes und faszinierendes Buch geschrieben, das sich wunderbar als Hörbuch eignet. Frank Arnold liest überzeugend, angenehm und passend und verleiht der Geschichte so seine eigene Note. Das Buch hat seine ganz eigene Spannung, die durch Intrigen und Verstrickungen zum Vorschein kommt. Außerdem sind viele Figuren sehr sympathisch oder vielschichtig. Alles in allem ist dieses Hörbuch das reinste Erlebnis und ich vergebe deswegen volle fünf Spitzenschuhe.

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    Ginevras avatar
    Ginevravor einem Jahr
    Wo bleibt der weiße Rauch?

    Es ist wieder einmal so weit: ein Papst ist gestorben, und die Kardinäle finden sich in der sixtinischen Kapelle ein, um einen aus ihrer Runde zum neuen Papst zu ernennen. Hauptorganisator ist Kardinal Lomeli, ein selbstkritischer Zweifler mit einer scharfen Beobachtungsgabe, der wenig von strengen Dogmen hält. 
    Innerhalb der ehrwürdigen Gemeinschaft gibt es bereits einige Favoriten für das höchste Kirchenamt: einen populistischen Fanatiker, einen abgehobenen Gelehrten, einen Liebling des Volkes, der jedoch ein dunkles Geheimnis verbirgt. 
    Doch wer ist dieser junge, frisch ernannte Kardinal, der eine kleine verfolgte Gemeinde im arabischen Kriegsgebiet sein eigen nennt? Der verstorbene Papst war ein äußerst unkonventioneller Mann, der Prunksucht und Pomp hasste, und wie ein einfacher Mönch lebte. Kurz vor seinem Tode hatte er große Neuerungen angekündigt, die er jedoch nicht mehr umsetzen konnte - abgesehen von der Ernennung dieses jungen Priesters, der bald das Konklave gehörig aufmischt... und so entwickelt sich das Konklave immer mehr zu einem spannenden Nervenkrimi!
    Robert Harris, geb. 1957, ist ein britischer Reporter und Schriftsteller. Seine historischen Romane wurden zu Bestsellern. Ich selbst war von Pompeji und der Cicero-Trilogie total gefesselt und freute mich sehr auf "Konklave", obwohl mich das Thema (als Nicht- Katholokin) nicht sooo sehr interessierte und dachte, es sei seit Dan Brown doch schon etwas "ausgelutscht".
    Doch Robert Harris hat es wieder geschafft, mich sofort für die Charaktere zu interessieren, die er meiner Meinung nach sehr lebensecht schildert (Parallelen zu Präsidentschaftswahlen sind natürlich rein zufällig...?!). Besonders Lomeli ist mir im Laufe der Hörstunden richtig ans Herz gewachsen, gerade weil auch er kein perfekter Heiliger ist.
    Auch die historischen Anekdoten über Päpste und Papstwahlen, die Harris immer wieder gekonnt einflicht, haben mich fasziniert.
    Auf einer Reise nach Rom konnte ich die Räumlichkeiten vor Ort besichtigen und habe parallel dazu das Hörbuch gehört, das sehr angenehm von Frank Arnold vorgelesen wird. Lustigerweise wurde ein kleiner Versprecher (mit Kommentar) nicht herausgeschnitten, was ich sehr sympathisch fand!


    Fazit: ein überraschend spannender, psychologisch interessanter Kirchenroman, mit einem noch überraschenderen Ende - 5 Sterne!

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Selten waren 120 ältere Herren eingesperrt in einem Raum so spannend zu beobachten.
    Robert Harris - Konklave

    Der Papst ist tot – es lebe der Papst. Die Vakanz führt die Kardinäle aus allen Ecken der Welt in den Vatikan zum heiligen Konklave. Kardinal Lomeli muss das jahrhundertalte Verfahren leiten, obwohl er selbst seit Monaten von einer großen Glaubenskrise geplagt wird. Kurz vor Verschließen der Tore hastet noch ein unbekannter Kardinal herbei, Benitez, der Bischof von Bagdad, vom verschiedenen Papst in pectore ernannt und daher nicht auf den offiziellen Listen. Schnell bilden sich Koalitionen, die Italiener bevorzugen einen Kandidaten aus ihren Reihen, die Afrikaner hoffen auf einen Vertreter ihres Kontinents, ebenso wie die spanischsprachigen Hirten. Doch bald schon zeigen sich die Abgründe der Kirche: kaum bildet sich ein Kandidat heraus, sieht dieser sich mit seinen sorgsam vertuschten Fehltritten konfrontiert. Die Kongregation steht vor einer immer schwierigeren Aufgabe, der heikle Stand der Kirche im 21. Jahrhundert spiegelt sich auch hinter den heiligen Mauern wieder, während die Gläubigen auf die erlösenden Worte „Habemus papam“ warten.

    Dass Robert Harris aus geschichtlichen Stoffen einen spannenden Krimi schrieben kann, ist bekannt. Nun wagt er sich an dir Kirche und den heiligsten aller Prozesse, die Wahl des Papstes. Sein Protagonist, dessen Gedanken und Sorgen wir begleiten, trägt durch die Handlung, nicht aufgrund seiner tiefen religiösen Überzeugung, sondern wegen seiner Zweifel und bodenständigen, weltlichen Denkweise. Der Reiz des Themas besteht natürlich darin, hinter die verschlossenen Türen der Sixtinischen Kapelle zu blicken, Mäuschen zu spielen bei den Intrigen der Kirchenvertreter. Harris erfüllt hier die Erwartungen vollends: keineswegs sind sie die vorbildlichen Gläubigen, die nie zweifeln, ihr Leben für die Kirche und Gott hingeben und sich desinteressiert zeigen an weltlichen Gütern. Nein, sie horten Reichtümer an, gieren nach Macht, haben heimliche Liebschaften, gar Kinder, und auch ansonsten weisen sie alle Laster auf, denen auch der Normalsterbliche nur schwer entkommen kann.

    Der Handlungs- und Spannungsbogen ist recht klar umrissen: von Beginn bis Ende des Konklaves. Der Ausgang ist wenig überraschend, dafür war er von den ersten Minuten an zu klar vorausgeplant, aber hier ist – wie auch schon in seinen anderen historischen Romanen, die der Realität angelehnt waren und deren Ausgang ohnehin bekannt war – weniger das Ergebnis als der Weg dorthin das Ziel. Immer wieder neue Ränke und Enthüllungen verzögern die Wahl, durchaus vielfältig und überzeugend vom Autor angelegt, so dass das vermeintlich langweilige Procedere von knapp 120 älteren Herren, die gemeinsam in einem Raum eingesperrt werden, um aus ihren Reihen einen Führer zu wählen, zu einer unterhaltsamen und spannenden Angelegenheit wird. 

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    guybrushs avatar
    guybrushvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessanter und spannender Blick auf eine Papstwahl. Bis auf den irritirenden Schluss sehr gelungen.
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    Lesejanes avatar
    Lesejanevor 8 Monaten
    Martina_1704s avatar
    Martina_1704vor 8 Monaten
    Ginevras avatar
    Ginevravor einem Jahr
    Seerosengiesserins avatar
    Seerosengiesserinvor 2 Jahren

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