München

von Robert Harris 
3,9 Sterne bei43 Bewertungen
München
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (30):
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Historisch spannendes Hörbuch, allerdings mit ein paar Längen.

Kritisch (4):
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Ein Buch, das mich überhaupt nicht überzeugen soll. Für mich war es kein Thriller, eher ein gut rechierter historischer Roman.

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Inhaltsangabe zu "München"

September 1938 – in München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. Der Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Im Gefolge des britischen Premierministers Chamberlain befindet sich Hugh Legat aus dem Außenministerium, der ihm als Privatsekretär zugeordnet ist. Auf der deutschen Seite gehört Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zum Kreis der Anwesenden. Den Zugang zur Delegation hat er sich erschlichen. Insgeheim ist er Mitglied einer Widerstandszelle gegen Hitler. Legat und von Hartmann verbindet eine Freundschaft, seit sie in Oxford gemeinsam studiert haben. Nun kreuzen sich ihre Wege wieder. Wie weit müssen sie gehen, wenn sie den drohenden Krieg verhindern wollen?
Der neue Politthriller von Robert Harris – ein Roman über Hochverrat und Unbestechlichkeit, über Loyalität und Vertrauensbruch. Und wie immer bei Robert Harris lassen sich über die historischen Figuren und Ereignisse erhellende Bezüge zur aktuellen Weltpolitik herstellen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453271432
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:30.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 30.10.2017 bei Random House Audio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Fabulantas avatar
    Fabulantavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das mich überhaupt nicht überzeugen soll. Für mich war es kein Thriller, eher ein gut rechierter historischer Roman.
    Alles andere als ein gelungener Politthriller

    Bisher kannte ich nur “Ghostwriter” des Autors. 2016 erschien “Konklave”, mit diesem Buch wurde ich überhaupt nicht warm. Das lag aber nicht aber Thema sondern an der Umsetzung des Autors. Gestern habe ich endlich “München” zu Ende gelesen. “München” fiel mir eigentlich nur, da ich München zu meinem Lieblingsstädten gehört. Manchmal wäre es gut, wenn ich Vorbestellen den Klappentext lese..

    Ehrlich gesagt, fällt es mir ein wenig schwer, diese Rezension zu schreiben und es mittlerweile mein dritter Versuch. Ich habe mich während des Lesen gefragt, wer diesem Buch den “Politthriller” Stempel verpasst hat. Wir schreiben das Jahr 1938, Hitler ist an der Macht und will das Sudentenland annektieren. Um einen Krieg zu verhindern macht sich Chamberlain, Daladier und Mussolini auf dem Weg nach München, um dort das “Münchner Abkommen” zu unterzeichnen. Bis Chamberlain sich auf den Weg nach München macht, vergehen leider mehr als 180 Seiten.

    Erzählt wird die Handlung aus der Sicht der fiktiven Personen von Hartmann und Hugh Legat. Legat und von Hartmann kennen sich aus Cambridge, haben sich aber aus den Augen verloren. Von Hartmann hat Daten, die er seinen ehemaligen Freund Hugh zuspielen will. Während Legat  Familienvater ist, blieb von Hartmann Single. man erfährt, wie Paul und Hugh, die unterschiedlicher nicht sein können, Freunde wurden. Ein zeitlang war auch Lena ein Teil des Freundeskreises. Im Verlauf zeigt Paul Hugh das Konzentrationslager Dachau, gemeinsam besuchen sie Lena, die schwerkrank ist, in einem Heim. Das waren die seltenen Augenblicke in denen sich das schriftstellerische Potential des Autors erkennen lässt. Doch diese Augenblicke sind sehr selten und immer wenn es ein bisschen spannend wurde, verliert sich der Autor in Ausschweifungen, die ich überhaupt nicht gebraucht hätte.

    “München” ist alles andere als ein spannender Politthriller. Für mich war es ein gut interessanter historischer Roman. “München” liest sich leider sehr schwerfällig und mir haben die Thriller Elemente gefehlt. Bis auf ein paar Ausnahmen passiert einfach zu wenig. Es ist kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss.Ich wollte das Buch mehrfach abbrechen, doch dann las ich die ersten 180 Seiten und irgendwie war ich doch neugierig, ob es doch noch spannend wird.

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    Couchpiratvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Historisch spannendes Hörbuch, allerdings mit ein paar Längen.
    Historisch spannendes Hörbuch mit Längen

    ** gekürzte Rezension - in voller Länge + Fotos auf meinem Blog **

    Von Robert Harris habe ich mittlerweile bereits drei Bücher gelesen, das waren “Imperium”, “Pompeij” (mein Lieblingsbuch des Autors) und “Vaterland”, und war in jedem dieser Werke wieder vom Ideenreichtum Harris begeistert. Eine Wahnsinns Storyline, gepaart mit ausgezeichneten Recherchen und politischen Intrigen. Auch Hörbüchern durfte ich bereits zweien lauschen, “Dictator” und “Enigma”.

    Das Konzept der Romane über Hochverrat, Loyalität und Vertrauensbruch scheint für Robert Harris ziemlich gut aufzugehen, weshalb sich das Hörbuch “München” natürlich auch hier nahtlos in die Reihe seiner Romane einreiht. Was ja nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten muss.

    Ich habe mir nun für euch das Hörbuch in einer gekürzten Fassung angehört und dabei versucht herauszufinden, was damals im September 1938 in München geschah.

    ->> Das Hörbuch

    Das Hörbuch wurde in der gekürzten Lesung auf sechs Audio-CDs mit 7 Stunden und 58 Minuten Laufzeit gepresst. Die vollständige Lesung dauert hingegen etwa 2 Stunden 30 Minuten länger, wobei ich persönlich mit knapp 8 Stunden schon genug bedient bin.
    Schön wäre es gewesen, wenn die Geschichte auf einem MP3-Datenträger ausgeliefert worden wäre, da es für mich als Medienserver-Nutzer so deutlich einfacher gewesen wäre, das Hörbuch auf meinem Smartphone mitzunehmen. So musste ich die CDs erst einmal rippen um sie komfortabler verwalten zu können.

    Aber eigentlich brauche ich an dieser Stelle nicht meckern, denn Random House Audio haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht und liefern immer mehr Hörbücher auf CDs im MP3-Format aus. Vielleicht gibt es ja auch von “München” eines Tages eine Neuauflage im moderneren Gewand.

    ->> Der Erzähler

    In “München” erzählt Frank Arnold die Geschichte um Hitler und der verzweifelt Kampf einer Widerstandzelle gegen den drohenden Krieg.
    Der in Berlin geborene Dramaturg hat bereits so einige Hörbücher und Hörspiele aufgenommen, allerdings kannte ich seine Stimme tatsächlich nur aus dem Hörbuch “Dictator”, dessen Romanvorlage ebenfalls von Robert Harris verfasst wurde.

    Ich muss zugegeben, ein riesiger Fan werde ich wohl von Frank Arnold nicht werden. Insgesamt liefert er eine gute Leistung ab, dennoch ist mir seine Stimme irgendwie ein wenig zu langweilig. Ich bin oftmals in Gedanken einfach abgedriftet, was natürlich für ein Hörbuch mit sehr starkem politischem Hintergrund fatale Folgen haben kann. Plötzlich tauchen Protagonisten auf, von denen man bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts mitbekommen hat, aber wohl schon länger in der Geschichte behandelt wurden … wer kennt das nicht? ;-)

    ->> Fazit

    Was an der ganzen Geschichte sehr spannend ist, man erlebt “München” aus einer Perspektive, in der es auf jeden Fall noch möglich ist, den drohenden zweiten Weltkrieg im letzten Moment noch irgendwie zu verhindern.
    Wer den Geschichtsunterricht in der Schule nicht ganz verschlafen hat, weiß natürlich, wie diese Anstrengungen gefruchtet haben und die Geschichte letzten Endes ausging. Und genau das ist irgendwie das spannende an diesem Polit-Thriller. Wobei Thriller jetzt meiner Meinung nach auch nicht unbedingt die richtige Genre-Bezeichnung ist, dafür beginnt die Geschichte irgendwie ein wenig zu langsam.

    Sehr ruhig werden die Hauptprotagonisten in der Geschichte eingeführt, wobei ich mir hier vorstellen kann, dass die gekürzte Fassung des Hörbuchs bereits einiges an Hintergrund-Fakten zu den Hauptpersonen, einen Übersetzer im auswärtigen Amt der Reichsregierung, Paul von Hartmann und den ihm aus seinen Jugendjahren bekannten Engländer Hugh Legat, seines Zeichens Sekretär, der Schere zum Opfer gefallen sind. Das besonders am Anfang eher träge Tempo erschwert den Zugang zur Geschichte ein wenig, allerdings wird gerade dadurch teils sehr interessantes Geschichtswissen erstklassig recherchiert und aufbereitet vermittelt.

    Besonders beeindruckend fand ich die Sorglosigkeit der Londoner Bürger, zum Beispiel Hugh Legats Frau, die ihrem Mann beim Mittagessen mal eben so mitteilt, dass sie endlich Gasmasken für die Kinder besorgt hat. Wenn man sich das mal so überlegt, kurz vor dem zweiten Weltkrieg muss schon eine seltsam aufgeladene Atmosphäre in der Luft gelegen haben. Man bereitet sich auf einen Krieg vor, glaubt aber irgendwie nicht so recht daran und legt eine gewisse Art Galgenhumor an den Tag.

    Während nun Chamberlain, bis 1940 Premierminister des vereinigten Königreichs, Mussolini und Hitler sich in München zu einer Konferenz treffen, um den ziemlich angeschlagenen Weltfrieden wieder ein wenig zu kitten, beginnt dort auch das gemeinsame Wirken von Legat und von Hartmann, der beiden fiktiven Figuren in einem politischen Spiel, welches nicht realer sein könnte.

    Von Hartman hat sich einer Widerstandszelle angeschlossen, die die Offenlegung Hitlers Machenschaften und dessen Tod als obersten Punkt ihrer Agenda führt. Doch von Hartmann schafft dies nicht allein und benötigt dringend die Hilfe Legats, um den Kontakt zum englischen Premierminister herzustellen und damit dem deutschen Diktator das Wasser abzugraben. Legat sieht aber zuerst nur seine Karriere in Gefahr und wägt die Konsequenzen für sich und seine Familie ab. Bis er Lena wieder trifft…

    Auch wenn das Hörbuch ein paar unnötige Passagen aufweist, weiß es meistens doch ganz gut zu unterhalten.
    Man merkt durchaus, das Robert Harris sehr viel Zeit in die Recherche gesteckt hat. Wobei es natürlich auch sein kann, dass er noch ein ordentliches Repertoire an Informationen besaß, welches er möglicherweise in seinem damaligen Bestseller “Vaterland” nicht verwenden konnte.

    Auf jeden Fall lässt Harris in “München” die Geschichte kurz vor Hitlers Einmasch in die Tschechoslowakei lebendig und nachvollziehbar werden und weiß auch mit den beiden fiktiven Hauptprotagonisten gut zu unterhalten. Von Hartman und Legat tragen meiner Meinung nach die Geschichte sehr gut und man fiebert stellenweise wirklich mit, ob denn die Pläne der beiden nicht vielleicht doch noch irgendwie aufgehen. Aber wie es endet, zeigt der schulische Geschichtsunterricht …

    Abschließend fehlt dann eigentlich nur noch die Wertung.
    Abzüge gibt es für die wenigen Längen, ohne die es ein hervorragendes Hörbuch hätte werden können. Zwar ist der Erzähler Frank Arnold nicht so ganz mein Fall, aber ich Insgesamt gesehen vergebe ich dann doch 4 von 5 Couchpiraten für diesen politisch motivierten Thriller.

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    JaHu_712s avatar
    JaHu_712vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Absolut mitreißend!
    Geschichtsstunde mal anders

    Robert Harris ist es gelungen, ein historisches Ereignis so in eine spannende Rahmenhandlung zu verpacken, dass man einfach mitgerissen wird. Die beiden Protagonisten Hugh Legat und Paul von Hartmann sind so plastisch dargestellt, ihre Überzeugungen, Zweifel und Ängste so greifbar. Unweigerlich habe ich mich mehr als einmal während des Lesens dabei ertappt, dass ich auf den Erfolg  ihrer Verschwörung gegen Hitler gehofft habe. Nur um dann natürlich sofort wieder auf den Boden der historischen Realität zurückgeholt zu werden. 


    Definitiv ein Buch, das ich nur schwer zur Seite legen konnte.

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    wiechmann8052vor 6 Monaten
    ein detailreicher Blick auf den September 1938

    Klappentext:
    September 1938 – in München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. Der Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Im Gefolge des britischen Premierministers Chamberlain befindet sich Hugh Legat aus dem Außenministerium, der ihm als Privatsekretär zugeordnet ist. Auf der deutschen Seite gehört Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zum Kreis der Anwesenden. Den Zugang zur Delegation hat er sich erschlichen. Insgeheim ist er Mitglied einer Widerstandszelle gegen Hitler. Legat und von Hartmann verbindet eine Freundschaft, seit sie in Oxford gemeinsam studiert haben. Nun kreuzen sich ihre Wege wieder. Wie weit müssen sie gehen, wenn sie den drohenden Krieg verhindern wollen?
    Die historischen Personen sind uns allen von Schwarz- Weiß Fotos bekannt, wir alle kennen die Berichte über die Münchener Konferenz und ihre Folgen. 
    Robert Harris hat kein Geschichtsbuch geschrieben, durch die beiden erfundenen Hauptpersonen werden wir Leser mitten in das Geschehen hinein gezogen. Wir "sehen" selber die Anzeichen von Müdigkeit im Gesicht von Chamberlain nach einer langen Nachtsitzung mit seinem Kabinett. Wir hören die Wutanfälle Hitlers live anstatt nur in alten Tonaufnahmen.
    So akribisch beschreibt Robert Harris die Geschehnisse um die Münchner Konferenz ein Jahr vor Kriegs-ausbruch. Wir erleben mit das durch die große Angst vor einem erneuten Krieg Hitler viele Zugeständnisse gemacht werden. Durch diesen Roman wurde bei mir 
    Verständnis geweckt für die damals Handelnden, dass mir bis jetzt gefehlt hat. Auch die Widerständler in Deutschland kommen nicht zu kurz aber ihr damaliges Problem war die Uneinigkeit und dadurch Unglaubwürdigkeit bei den anderen Mächten das wird sehr gut dargestellt.
    Das Buch ist durch seine Detailgenauigkeit nicht einfach zu lesen aber es lohnt sich

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    Shimonas avatar
    Shimonavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine überaus spannende und bereichernde Geschichtsstunde der besonderen Art ~ Harris ist der beste Geschichtslehrer!
    1938 ~ Der Weg zum Münchener Abkommen als Spionagethriller

    Der Geschichtsthriller basiert auf das 

    Münchener Abkommen, das 1938 von den
    Großmächten England, Frankreich, Italien 
    und Deutschland unterzeichnet wurde.

    Hätte mir gewünscht , damals in der Schule 
    statt oftmals langweiligem Unterricht solch 
    ein Buch gelesen zu haben. Eine bessere 
    Grundlage für eine abwechslungsreiche
    unterhaltsame Geschichtsstunde kann man 
    sich nicht wünschen.

    Interessant finde ich, dass Harris oft 
    erwähnt wie wichtig doch die Leistung
    des Übersetzens und Dolmetschens ist.
    Auch wird überhaupt die Anstrengung, die
    mit politischen Verhandlungen einhergehen
    sehr gut an der Person von Chamberlain
    dargestellt. Wie erschöpft dieser ist wird in
    zahlreichen Szenen erwähnt.

    Um den Weltfrieden zu retten reisen Legat 
    als Privatsekretär Chamberlains, sein 
    einstiger Studienkollege Hartmann aus dem 
    Auswärtigen Amt und Premierminister
    Chamberlain nach MÜNCHEN. 

    Im Führerbau angekommen, werden
    die Verhandlungen und Treffen mit Hitler
    so authentisch dargestellt, dass der Leser
    das Gefühl hat neben den Darstellern zu
    stehen. 

    In jeder Hinsicht ist dieses packende Werk
    empfehlenswert. Für Leser die eine
    Geschichte mit hervorragend 
    ausgearbeiteten Spannungsbogen und
    lehrreicher Hintergrundinformation über
    geschichtlich-politische Zusammenhänge
    die zum Zweiten Weltkrieg führten zu
    schätzen wissen, ist dieses Buch eine 
    kluge und bereichernde Lektüre.

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 7 Monaten
    Geschichtsstunde a la Harris

    „München“ ist sicherlich nicht das beste Buch von Robert Harris aber trotzdem ist es ein gutes Buch geworden. Wie immer schafft es Harris die Geschichte unglaublich lebendig wirken zu lassen. Wie so oft gelingt es ihm, uns Lesern, historisch komplexe und anspruchsvolle Thematiken interessant und verständlich zu erläutern. Und das alles passt auch zu „München“. Es ist in der typischen Harris Art geschrieben. Seine Art muss man mögen, aber wenn man das tut, dann ist auch „München“ wieder eine (Lese)Reise werde. Was mir ein bisschen gefehlt hat war die Spannung. Es lies sich zwar wirklich gut lesen und war auch nie uninteressant aber so richtig spannend war es selten. Das ist aber kein großer Minuspunkt. Die Geschichte, rund um das Münchener Abkommen 1938, ist auch so gut genug erzählt. Aber so ein bisschen mehr wäre schon schön gewesen. Im Gegensatz zu anderen Büchern von Harris hatte ich bei diesem ausnahmsweise mal keine großen Probleme mit den Namen. Da hab ich damals in „Intrige“ deutlich mehr zu kämpfen gehabt. Alles in allem ist es ein wirklich interessantes Buch geworden, welches einen gelungenen, vielschichtigen Einblick in die Geschehnisse rund um das Zustandekommen des Münchener Abkommen liefert. Für Harris Fans eine klare Empfehlung und der Rest darf gerne auch mal einen Blick drauf werfen!

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    eulenmatzs avatar
    eulenmatzvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nach 300 Seiten abgebrochen...Spannung kann man hier lange suchen. Es ist ein Anereinanderreihung von bürokratischen Akten. schade!
    Kein guter Start für Robert Harris und mich

    INHALT:

    September 1938 – in München treffen sich Hitler, Chamberlain, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz. Der Weltfrieden hängt am seidenen Faden. Im Gefolge des britischen Premierministers Chamberlain befindet sich Hugh Legat aus dem Außenministerium, der ihm als Privatsekretär zugeordnet ist. Auf der deutschen Seite gehört Paul von Hartmann aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zum Kreis der Anwesenden. Den Zugang zur Delegation hat er sich erschlichen. Insgeheim ist er Mitglied einer Widerstandszelle gegen Hitler. Legat und von Hartmann verbindet eine Freundschaft, seit sie in Oxford gemeinsam studiert haben. Nun kreuzen sich ihre Wege wieder. Wie weit müssen sie gehen, wenn sie den drohenden Krieg verhindern wollen?


    MEINUNG:

    Robert Harris ist ein Autor, von dem ich unbedingt mal etwas lesen wollte. Ich schaue sehr gerne mal Politthriller und wollte es gerne mal mit einem Buch in diese Richtung probieren. Der Roman befasst sich mit dem Münchner Abkommen, welches am 29. September 1938 zwischen Hitler, Chamberlain. Daladier und Mussolini geschlossen worden ist. Dieses Abkommen bestimmte, dass die damalige Tschechoslowakei das Sudetenland an das ehemalige Deutsche Reich abtreten musste. Sowohl die Tschechoslowakei als die Sowjetunion waren allerdings bei diesem Treffen nicht dabei.


    Das Buch wechselt immer wieder zwischen den Sichten von Hugh Legat und Paul von Hartmann. Man spürt die Beklommenheit auf englischer Seite. Chamberlain möchte unbedingt einen Krieg verhindern. Legat und von Hartmann sind fiktive Charaktere. Das Treffen der Herren ist wirklich geschehen und der Personenkreis um die Regierungschefs existierte z.T. auch wirklich, aber die sonstige Handlung ist aus der Feder von Robert Harris gesprungen. Dennoch hält er sich sehr nah an die Fakten. Man hat das Gefühl, dass quasi jedes wichtige Dokument aus dieser Zeit ausgespürt und dieses in dem Roman verarbeitet hat. Dieser Bürokratismus ist zwar wichtig für das Ereignis, hat mich aber dann doch sehr ermüdet.


    Der Personenkreis ist auch sehr groß. Ich hatte große Mühe, die zu großen Teilen nur aus Männern bestehenden Nebencharaktere auseinander zu halten. Mir sagten die Namen auch alles nichts. Ich habe nebenbei immer gegoogelt, um mich ein bisschen vertrauter mit den Herren zu machen. Dennoch wäre ein Personenverzeichnis wirklich hilfreich gewesen, denn man erfährt zwar die Funktionen der Männer, aber sonst bleiben sie recht farblos und so auch weniger Gedächtnis.


    Die Handlung schleicht so 200 Seiten vor sich hin bis sich die Delegation dann endlich auf den Weg nach München macht. Das Buch hat nur gute 400 Seiten. Es tut dem Ablauf nicht gut, wenn auf der Hälfte eigentlich nichts Nennenswertes passiert, aber ich habe auf den zweiten Teil gehofft. Ich habe weitere 300 Seiten gelesen, die minimal spannender waren, weil sich auch endlich Legat und von Hartmann wieder begegnen. Auch der Widerstand gegen Hitler auf deutscher Seite hätte Spannungspotential haben können, aber auch das wurde nicht ausgeschöpft. Man führte eher steife Gespräche. Nach 300 Seiten habe ich das Buch dann abgebrochen, weil es einfach nicht mehr ging und es mich auch einfach nicht mehr interessiert hat.


    FAZIT:

    Mein erster Harris war jetzt leider nicht von Erfolg gekrönt. Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen, geschweige denn mitreißen. Mir fehlten hier schlichtweg die Spannung und der Sog, der mich die Geschichte hätte weiterverfolgen lassen. Trotzdem bekommt Robert Harris nochmal ein Chance.

    Ich vergebe 2 von 5 Sternen.

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    TheCoons avatar
    TheCoonvor 8 Monaten
    Eine brisante Zeit..

    München kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Chamberlain und Hitler treffen sich am Verhandlungstisch um die Sudetenfrage zu klären. Chamberlain versucht eisern Hitler am Ausbruch eines Krieges zu hindern, den dieser mehr als alles andere anstrebt. Hugh Legat, ein Mitarbeiter aus dem Beraterkreis von Chamberlain reist mit ihm zusammen nach München und trifft dort auch seinen alten Studienkollegen Paul von Hartmann. Dieser ist Mitglied der NSDAP aber gleichzeitig in einer Untergrundbewegung aktiv, die Hitler stürzen will.

    Wie man bereits vermuten kann, handelt es sich hier also in mehreren Hinsichten um ein Katz-und-Maus Spiel. Sowohl am Verhandlungstisch in aller Öffentlichkeit, aber auch im Hintergrund in den Beratungszimmern und auch in den Widerstandsbewegungen.

    Eine spannende Handlung von einem gefeierten Autor, die mich dann aber leider doch in einigen Hinsichten enttäuscht hat.

    Die Handlung in der ersten Hälfte verläuft schleppend und nicht richtig mitreisend. Im zweiten Teil werden die Gefahren und das strategische Feingefühl, die die Geschichte bestimmen deutlicher. Die beiden Hauptpersonen Legat und von Hartmann bleiben aber doch irgendwie eindimensional und trüb.

    Somit war für mich die Handlung dieser beiden Charaktere eher langweilig obwohl man gerade in so einer bedeutenden Zeit mit mehr Brisanz hätte rechnen können. Der Teil, der die Verhandlungen zwischen den Engländern und den Nazis beschreibt, wirkt authentisch und beschreibt hervorragend, wie sich die offiziellen und die inoffiziellen Besprechungen unterscheiden und wie strategisch hier vorgegangen wird.

    Alles in allem, ein solider Politik-Roman, der aber etwas mehr Pep vertragen könnte.

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    Haversvor 9 Monaten
    Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen…

    Wenn es darum geht, aus historischen Fakten und/oder Persönlichkeiten interessante Romane zu kreieren, dann ist man bei dem englischen Autor Robert Harris an der richtigen Adresse. Ganz gleich, ob er die Lebensgeschichte des römischen Konsuls Cicero oder, wie in seinem neuesten Roman, die Ereignisse rund um das Münchner Abkommen von 1938 beschreibt. Das Ergebnis liefert dem historisch interessierten Leser immer eine nicht nur informative sondern auch unterhaltsame Lektüre, die es schafft, auch aktuelle politische Strömungen und Ideen in diesem fiktionalen Rahmen zu verarbeiten.

    In Harris‘ aktuellem Roman „München“ geht es um nichts weniger als den Weltfrieden. Deutschland rasselt mit dem Säbel, Europa befindet sich an der Schwelle zu dem nächsten großen Krieg, weshalb sich Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland – vertreten durch Chamberlain, Mussolini, Daladier und Hitler – auf Initiative des britischen Premiers in München treffen, um das Unheil abzuwenden und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Hitlers Begehr ist das Großdeutsche Reich, und darum möchte er sich die nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen Territorien zurückholen. Sein Expansionsdrang geht Richtung Osten, konkret möchte er sich das Sudetenland zurückholen, am liebsten mit Waffengewalt. Und genau das gilt es, mit aller Kraft und sämtlichen Tricks zu verhindern.

    Soweit die historisch verbürgten Tatsachen, auf die sich Harris in seinem Roman stützt. Fiktion sind die beiden vom Autor hinzugefügten Protagonisten: Hugh Legat (Brite und Privatsekretär Chamberlains) und Paul von Hartmann (Deutscher und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts). Sie kennen sich von früher und waren befreundet. Und vielleicht können die beiden über ihre persönlichen Beziehungen den Lauf der Weltgeschichte beeinflussen…

    Dass dem nicht so war, ist ja hinreichend bekannt, und dennoch lockert gerade dieses fiktionale Element das stellenweise sehr trocken erzählte Prozedere der Konferenz auf und sorgt gleichzeitig durch die thematisierte Septemberverschwörung für eine minimale Dosis Dramatik. Dennoch bleibt dieser Roman doch hinter meinen Erwartungen zurück. Harris hat zwar wie immer gut recherchiert, aber im Großen und Ganzen ist mir das Ergebnis zu langatmig, zu detailverliebt, zu bedächtig – es fehlen die entsprechenden Verwicklungen, die ich von einem spannenden Politthriller erwarte.

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    Patnos avatar
    Patnovor 9 Monaten
    München 1938

    Robert Harris stand schon seit längerem auf meiner Wunsch-Leseliste. Rezensionen über Buchtitel wie „Dictator“ „Vaterland“ oder „Konklave“ erweckten meine Neugier und ließen keinen Zweifel daran, dass Robert Harris die Kunst des Schreibens meisterlich beherrscht. Davon wollte ich mich nun mit dem neuen Roman „München“ selbst überzeugen, der im Oktober 2018 beim Heyne Verlag erschienen ist. Das Cover spricht mich an. Die Aufmachung des Buches ist hochwertig. September 1938 - die Münchner Konferenz steht kurz bevor. Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler, der italienische Regierungschef Benito Mussolini, der britische Premierminister Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier treffen sich in München, um darüber zu entscheiden, ob die Tschechoslowakei das Sudetenland an das deutsche Reich abtreten muss. Hugh Legat arbeitet im Außenministerium und wird den britischen Premierminister Neville Chamberlain nach München begleiten. Dort soll er Paul von Hartmann begegnen, der im Auswärtigen Amt in Berlin arbeitet und zum deutschen Kader gehört. Die beiden kennen sich seit ihrem Studium in Oxford und sind seit damals freundschaftlich verbunden. Ihre Wege kreuzen sich in München nicht ganz zufällig. Hartmann gehört insgeheim einer Widerstandsgruppe gegen Hitler an und sucht in Legat einen Verbündeten. Wird es ihnen gelingen den drohenden Krieg zu verhindern und können sie einander immer noch vertrauen? Obwohl mir das Münchner Abkommen und dessen Resultat grundsätzlich bekannt waren, schaffte es Robert Harris mit seinen beiden charismatischen Protagonisten Legat und Hartmann einen spannungsgeladenem Politthriller zu schreiben, der mich mitgerissen hat. Er schreibt ausdrucksstark und detailreich, verbindet Fiktionen perfekt mit historischen Gegebenheiten, so dass ich als Leser meinte, genauso hätte es damals gewesen sein können. Es ist anzunehmen, dass hier eine umfangreiche Recherche zugrunde liegt. Um so bemerkenswerter finde ich, wie sich Harris seine ihm eigenen Charaktere in dieses Szenario hineingedacht hat. Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, denn ich musste erst einmal herausfinden, wer wer ist und welche Aufgabe er hat. Doch als ich klarer sehen konnte, habe ich schnell mit Hugh Legat und Paul Hartmann, der etwas später in die Story kommt, sympathisiert. All ihre Aktionen habe ich fieberhaft begleitet, gehofft und gebangt, dass sie nicht enttarnt werden Legat und Hartmann- zwei Helden, die viel Mut beweisen und bereit sind, Grenzen zu überschreiten, auch wenn sie dabei Hochverrat begehen und ihr Leben aufs Spiel setzen. Sie versuchen verzweifelt Hitler in seinem Größenwahn zu stoppen und Blutvergießen zu verhindern. Den britischen Premierminister Neville Chamberlain fand ich ebenfalls eindrucksvoll in Szene gesetzt. Es war interessant beschrieben, wie Chamberlain Hitler die Stirn geboten hat. Dieser Thriller sucht den anspruchsvollen Leser, der es politisch tiefgängig mag und sich für die Geschehnisse rund um Nazideutschland interessiert. Ich habe Robert Harris als Autor schätzen gelernt und empfehle diesen spannungsreichen Spionageroman gerne weiter.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insider2199s avatar

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "München" von Robert Harris zu lesen. 

    Wir beginnen am  01.12.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 1 Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
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