Vaterland

von Robert Harris 
4,2 Sterne bei321 Bewertungen
Vaterland
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Positiv (258):
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Hervorragendes Debüt, jedoch sprang bei mir der Funke nicht ganz über…

Kritisch (13):
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war zwar schon irgendwie spannend, aber es hat mich komischerweise nicht wirklich gepackt

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Inhaltsangabe zu "Vaterland"

Hitler hat den Krieg gewonnen. Großdeutschland, das vom Rhein bis zum Ural reicht, dominiert Europa. Ständige Partisanenkämpfe und der Kalte Krieg mit den USA zermürben das Reich. In Berlin geschieht ein brutaler Mord an einem Parteibonzen – und Kripo-Sturmbannführer March gerät im Zuge seiner Ermittlungen gefährlich nah an die Wahrheit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453421714
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:13.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.11.2011 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Hervorragendes Debüt, jedoch sprang bei mir der Funke nicht ganz über…
    Hervorragendes Debüt, jedoch sprang bei mir der Funke nicht ganz über…

    Hervorragendes Debüt, jedoch sprang bei mir der Funke nicht ganz über...

    Der 1957 in Nottingham geborene britische Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller studierte in Cambridge Geschichte, war als Reporter bei der BBC, als Redakteur beim Observer und als Kolumnist bei der Sunday Times tätig. Neben Romanen verfasst er auch Sachbücher und lebt mit seiner Familie in Berkshire. Nachdem der Autor mittlerweile zu meinen Favoriten gehört, freute ich mich ganz besonders auf ein weiteres Werk, dieses Mal sein Debüt aus dem Jahr 1992, das auch 1994 mit Rutger Hauer verfilmt wurde.

    Inhalt (Klappentext): Hitler hat den Krieg gewonnen. Großdeutschland, das vom Rhein bis zum Ural reicht, dominiert Europa. Ständige Partisanenkämpfe und der Kalte Krieg mit den USA zermürben das Reich. In Berlin geschieht ein brutaler Mord an einem Parteibonzen und Kripo-Sturmbannführer März gerät im Zuge seiner Ermittlungen gefährlich nah an die Wahrheit.

    Meine Meinung: Zuerst einmal beeindruckt mich bei diesem Debüt die Fantasie des Autors, der dem Leser auf sehr anschauliche Weise das Was-wäre-wenn-Hitler-den-Krieg-gewonnen-hätte-Szenario vor Augen führt, ein Berlin im April 1964, nur wenige Tage vor dem 75. Geburtstag von Adolf Hitler und dem Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy (auch Letzterer scheint dem Tod entkommen zu sein, grins). In dieses interessante Setting, das mich in Harris Darstellungsweise sehr stark an einen Film Noir a la „Der dritte Mann“ erinnert hat, setzt der Autor nun den Sturmbannführer März, der einen Mord aufklären muss und dabei einem noch größeren Geheimnis auf die Spur kommt.

    Allerdings fehlte mir insgesamt ein wenig die Spannung – obwohl es sehr interessant war der Detektivarbeit von März zu folgen – aber die Auflösung an sich konnte mich leider nicht sehr vom Hocker reißen, einfach deswegen, weil es thematisch um den zweiten Weltkrieg einfach nichts mehr gibt, womit ein Leser überrascht werden kann. Da kann der Autor nichts dafür, aber wenn er dieses Thema wählt, dann fürchte ich muss er sich diesem Vorwurf stellen.

    Handwerklich und sprachlich gibt es allerdings nichts zu meckern und auch die Recherche ist – wie bei Harris üblich – gewohnt gut. Allein der Funke wollte eben nicht ganz überspringen, aber ich denke das lag einfach nur am Thema.

    Fazit: Wie immer ein sehr gut recherchierter und auf hohem sprachlichem Niveau ausgearbeiteter History Thriller in der Was-wäre-wenn-Manier, allein die Spannung ließ ein wenig zu wünschen übrig und der Funke sprang bei mir nicht ganz über. Dafür ziehe ich einen Stern ab und empfehle es dennoch weiter; auch den Film werde ich mir noch unbedingt anschauen.

    Kommentare: 1
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    Luthien_Tinuviels avatar
    Luthien_Tinuvielvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Ein "Thriller" der besonderen Art- für Historisch Interessierte Personen ebenso wie Thrillerfans bestens geeignet.
    Toller Historienthriller

    "Was soll man tun, wenn man sein Leben der Jagd von Verbrechern geweiht hat und dann nach und nach entdeckt, daß die wirklichen Verbrecher die sind, für die man arbeitet?" (S. 210)

    In "Vaterland" hat Bestsellerautor und Historiker Robert Harris all die Dinge vereint, die er am Besten kann.

    Inhalt:

    Wie wäre die Welt, wenn Hitler den 2. Weltkrieg gewonnen hätte?
    "Vaterland" spielt im Jahr 1964 in Berlin in Nazideutschland. Kripo-Beamter Xaver März wird zu einer Wasserleiche gerufen, die sich kurz darauf als hochdekoriertes Altparteimitglied herausstellt. Alles deutet auf einen Selbstmord hin. Doch warum stöbert plötzlich die Gestapo herum?

    Meine Meinung:

    Ich muss zugeben, am Anfang habe ich mich mit "Vaterland" etwas schwer getan. Harris verwendet sehr viel Zeit darauf, uns in das Nazideutschland seiner Fiktion 1964 einzuführen, wodurch sich erst nach und nach herauskristallisiert, was die eigentliche Geschichte ist.
    Wenn man dies jedoch einmal begriffen hat, kann man gar nicht anders, als von der Geschichte gefesselt zu werden. Vor allem für historisch interessierte Personen ist das Buch trotz seiner fiktiven Geschichtsentwicklung fesselnd. Harris hat sich umfassend Gedanken darüber gemacht, was wohl bei anderem Kriegsergebnis international passiert wäre. Er bedenkt kleinste Details und verwebt meisterhaft Fiktion mit historischen Fakten. In der Geschichte verbaut er historische Dokumente und reale Personen und sinnt über deren Entwicklung nach, wenn sich die Geschichte nach 1942 anders entwickelt hätte.

    Fazit:

    Die Verwebung von historischen Fakten und Dokumenten mit fiktiver Hstorie gelingt Harris meisterhaft. Die Realisierung in fiktiven Kriminalermittlungen mit Xaver März als mehrschichtigen Charakter ist fesselnd und sorg für ein interessantes Leseerlebnis.

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Nach dem „Was wäre wenn? Prinzip“ portraitiert Harris spannend und sehr anschaulich eine mögliche Weiterentwicklung des Dritten Reichs.
    Der Vergangenheit lässt sich nicht entfliehen

    Klappentext (Lovelybooks):

    Hitler hat den Krieg gewonnen. Großdeutschland, das vom Rhein bis zum Ural reicht, dominiert Europa. Ständige Partisanenkämpfe und der Kalte Krieg mit den USA zermürben das Reich. In Berlin geschieht ein brutaler Mord an einem Parteibonzen – und Kripo-Sturmbannführer März gerät im Zuge seiner Ermittlungen gefährlich nah an die Wahrheit.

    Meine Meinung:

    Nachdem Robert Harris mich schon zahlreich durch seine Romane/Thriller begeistern konnte, war es nun sein umstrittener Debütroman, den ich mir als nächstes zur Hand nahm.

    Umstritten deshalb, da man ihm vorgeworfen hat, er sei „deutschfeindlich“ und auch der Ausdruck „Dämonisierung der Bundesrepublik“ ist im Rahmen einer Kritik gefallen. Da das Cover der englischsprachigen Ausgabe ein Hakenkreuz abbildet, wurde es in Deutschland sogar beschlagnahmt. 

    Nach Beenden der Lektüre finde ich diese Schlagwörter/Vorwürfe in dessen Handlung nicht wieder, sondern durfte an einem unglaublich interessanten, wie spannenden, „Gedankenspiel“ des Autors teilhaben. 

    Robert Harris braucht bereits in seinem Debüt nur wenig Worte, um Atmosphäre und Schauplätze spür- und erlebbar werden zu lassen, was ihn schon damals zu einem großartigen Schriftsteller macht. 

    Das fiktive Berlin im Jahr 1964 wird von ihm imposant und mit fast erschreckender Präzision vorgestellt, so dass es zu sehr plastischen Bildern im Kopf kommt. Im Nachwort ist zu lesen, dass er sich dabei an den Plänen des deutschen Architekten und eh. Reichsministers Albert Speer orientiert hat. 

    Auch seinen Figuren verleiht er ein lebendiges Gesicht und führt u. a. die Viten bekannter Nazi-Persönlichkeiten zwar fiktiv aber sehr stimmig weiter. 

    Im Rahmen einer Mordermittlung konfrontiert Robert Harris sein „fiktives siegreiches Deutschland“ mit den realen Schrecken der Judenverfolgung und zeigt dabei eindrücklich, dass man trotz eines anderen Geschichtsverlaufs, nicht vor der Vergangenheit fliehen kann. 

    Fazit:

    Nach dem „Was wäre wenn? Prinzip“ portraitiert Harris spannend und sehr anschaulich eine mögliche Weiterentwicklung des Dritten Reichs.

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    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 4 Monaten
    Weder "deutschfeindlich" noch "satirisch"

    Robert Harris‘ Debüt „Vaterland“ blickt auf eine bewegte Veröffentlichungsgeschichte zurück. Von den internationalen Verlagen wurde es Harris 1992 nahezu aus den Händen gerissen. In Deutschland war die Reaktion hingegen verhalten, vorsichtig ausgedrückt. Niemand wollte das Werk veröffentlichen. Daher erschien „Vaterland“ erst in der Schweiz, bevor sich Heyne ein Herz fasste und den umstrittenen Stoff ins Programm aufnahm. Die Kritik folgte prompt. „Deutschfeindlich“ sei das Buch, „frivol“. 1994 wurden englischsprachige Ausgaben von der hamburgischen Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Warum die Hysterie? Vor 26 Jahren traf „Vaterland“ die Deutschen an ihrer empfindlichsten Stelle, denn Robert Harris stellt darin eine (damals) zutiefst verpönte Frage: was wäre, wenn? Was wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten?


    Berlin, 14. April 1964: in den frühen Morgenstunden wird am Ufer der Havel eine Leiche entdeckt. Mordfahnder Xaver März wird an den Tatort gerufen und übernimmt den Fall. Keine 24 Stunden später ist die Leiche identifiziert: es handelt sich um Josef Bühler, hochrangiger Parteifunktionär, ehemaliger Staatssekretär im Generalgouvernement Polen und Veteran des 1923er Putsches im Münchner Bürgerbräukeller. Bühler war wohlhabend und einflussreich. Keine Überraschung, dass sich die Gestapo der Ermittlungen bemächtigt. Wenige Tage vor dem 75. Geburtstag des Führers möchte niemand einen öffentlichen Skandal provozieren. Doch März lässt Bühlers Tod keine Ruhe. Zu viele Ungereimtheiten lassen ihn an der Theorie eines tragischen Unfalls zweifeln. Ungeachtet der Konsequenzen beginnt er, in Bühlers Vergangenheit zu forschen, um herauszufinden, warum der Rechtsanwalt sterben musste. Je tiefer er gräbt, desto ungeheuerlicher werden die Geheimnisse, auf die er stößt. Die Wahrheit bedroht die Grundpfeiler des Deutschen Reiches – und somit auch März‘ Leben…


    „Deutschfeindlich“. Ein starkes Wort, das ich nicht unterschreiben kann. „Satirisch“ wird „Vaterland“ im Klappentext genannt – eine Einschätzung, die ich ebenfalls nicht teile, denn Satire verfügt stets über ein humoristisches Element, das ich hier nicht erkennen kann. Das Buch ist bitterer Ernst. Die Alternativvergangenheit, die Robert Harris zeichnet, ist zu echt, zu vorstellbar, um darüber zu lachen. Ich fand es verstörend realistisch und bin unfassbar dankbar, dass dieser erschreckend fundiert und konsequent gestaltete abweichende Geschichtsverlauf lediglich fiktiv ist. Ich habe meine Heimatstadt kaum wiedererkannt. Es war beängstigend, Albert Speers Pläne für Berlin verwirklicht zu sehen. Megalomane, graue Klotzbauten soweit das Auge reicht. Eine Große Reichshalle, so riesig, dass sie eigene Wetterbedingungen erschafft. Auf der „Siegesallee“ ausgestellte, im Krieg erbeutete Panzer. Die Kulisse dieses nationalsozialistischen Berlins im Jahre 1964 unterstreicht die bedrückende, trostlose Atmosphäre des Buches. Der allgegenwärtige Polizeistaat äußerster Schärfe wirkte auf mich massiv einschüchternd; ich hatte während des Lesens ständig das Bedürfnis, über die Schulter zu schauen, um mich zu vergewissern, dass ich im Gegensatz zu den Figuren nicht beobachtet werde. Neben einigen historischen Persönlichkeiten, für die Harris fiktive Biografien ersann und real existierenden Dokumenten, die er geschickt einarbeitete, schwingen die bekannten Gräuel der faschistischen Diktatur permanent im Subtext mit: Willkür, Folter, Hinrichtungen, Deportationen, Überwachung, Repression jeglicher Individualität und die Bereitwilligkeit des deutschen Volkes, Mitbürger_innen zu denunzieren. Die wenigsten dieser Punkte spricht Robert Harris explizit an, doch sie fordern trotz dessen Raum in seiner Geschichte ein, sie sind unsichtbare, geflüsterte Präsenzen, die das Setting dieser historischen Dystopie präzise vermitteln. Meiner Meinung nach sind Dystopie und Kriminalhandlung in „Vaterland“ gleichberechtigt und stützen sich gegenseitig, sodass Leser_innen schnell begreifen, welches Wagnis der Protagonist Xaver März mit seiner unautorisierten Mordermittlung eingeht. Er riskiert sein Leben bewusst. März ist ein Bilderbuch-Detektiv, einsam, traumatisiert, isoliert und ein unverbesserlicher Workaholic. Er wusste, für welches System er arbeitet, sieht sich aber erst durch den Fall des toten Josef Bühler damit konfrontiert, sich dieses Wissen eingestehen zu müssen. Folglich durchläuft er eine Entwicklung, die graduell mit der zunehmenden Tiefe des Falls fortschreitet. Mir gefiel es sehr, dass die Ermittlung stetig neue Ebenen erreicht und ich daher Stück für Stück zur widerwärtigen Wahrheit vordrang. Zwischenzeitlich erfüllte mich grenzenlose Hoffnungslosigkeit; es fühlte sich an, als gäbe es einfach keine Handhabe gegen diesen übermächtigen, brutalen Staat. Es erscheint mir ein wenig paradox, dass sich Hoffnung erst einschlich, als sich das Ausmaß des Übels offenbarte. Wer allerdings auf ein Happy End baut, wird enttäuscht werden. „Vaterland“ konnte nicht mit einem Ritt in den Sonnenuntergang enden, da Robert Harris sonst jegliche Glaubwürdigkeit verloren hätte.


    Ich finde es richtig, dass einige der negativen Kritiken, die „Vaterland“ bei seinem Erscheinen erhielt, mittlerweile revidiert wurden. Meiner Meinung nach verkennen die harschen Worte gänzlich die Intention des Autors. Robert Harris wollte weder angreifen noch beleidigen. Er wollte lediglich aufzeigen, dass ein Reich nach den Vorstellungen Hitlers und seiner Schergen auch dann in sich zusammengebrochen wäre, hätten die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Die Lügen hätten es früher oder später von innen zerfressen. Mich überzeugte die gewagte Mischung aus Krimi, historischem Roman und Dystopie vorbehaltlos und ich denke, dass der Brite einen wichtigen Beitrag zur Verarbeitung der europäischen Geschichte leistete. Dafür gebührt ihm Lob statt Tadel.

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    derMichis avatar
    derMichivor 5 Monaten
    so erschreckend wie spannend

    Fangen wir hinten an: Das Nachwort zur aktuellen Auflage des 1992 erstmals erschienenen Romans verrät ein wenig darüber, was es einmal für ein Skandal war, Nazis in einem fiktiven Szenario den Krieg gewinnen zu lassen. Dabei befand sich Robert Harris' Romandebüt zum Zeitpunkt seines Erscheinens längst in guter Gesellschaft: Autoren wie Len Deighton oder SciFi-Urgestein Philip K. Dick hatten längst ausgelotet, was im Falle eines Sieges der Wehrmacht und der übrigen Achsenmächte alles hätte passieren können.

    Die Aufregung war dann wohl eher ein Reflex. Denn Harris geht mit der alternativen Vergangenheit nicht gerade leichtsinnig um. Das vereinigte Großdeutschland dieser Parallelwelt hat zwar hinsichtlich Flächenausdehnung und architektonischem Wahnsinn so manches erreicht, die Gerüchte darüber, worauf das Imperium tatsächlich aufgebaut wurde, lassen sich jedoch nicht endgültig zum Verstummen bringen. Eine Tatsache, die den heimlichen Systemzweifler March in Bedrängnis bringt und die den Leser spätestens bei der nüchtern-bürokratischen (authentischen) Aufzählung der "Verwertung" von Häftlingsüberresten mit aller Härte an das unfassbare Grauen der Konzentrationslager erinnert.

    Dieses Nazireich ist trotz Kriegsgewinn noch längst nicht so abgesichert, dass man den Massenmord einfach bagatellisieren oder gar offenlegen könnte, denn man benötigt dringend die politische Hilfe der Amerikaner (!), genauer gesagt Präsident Joseph Kennedy. Hier wird es auch für den englischsprachigen Leser brisant, denn Kennedy, in der Realität "nur" Senator und Vater von John F. Kennedy, machte zu Lebzeiten tatsächlich keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber Juden und Afroamerikanern. Ihn als dem Holocaust prinzipiell aufgeschlossen gegenüber stehenden Wendehals-Politiker zu porträtieren könnte Teilen des Publikums gleichzeitig ein Stirnrunzeln und inneres Nicken entlocken.

    Die Faszination des Hauptkonflikts liegt weniger in den Mordermittlungen, sondern vielmehr in der von Paranoia und allgegenwärtigem Misstrauen geprägten Atmosphäre, wo jeder Freund zugleich auch ein Verräter sein könnte. Zudem haben Gestapo und SS ihre Methoden seit dem Krieg nur wenig weiterentwickelt, man setzt noch immer auf Folter, Entführung, offenen Mord oder heimliches Verschwindenlassen aller Personen, die auch nur ansatzweise gefährlich werden könnten. Das sorgt dann auch für den nervenaufreibenden Showdown, in dem sich das System Nationalsozialismus auf eine Art und Weise offenbart, die man nicht missverstehen kann.

    Zugleich gelingt es Harris, der später erfolgreich Romane über echte Geschichte wie "Enigma" oder "Pompeji" veröffentlicht hat, der Verherrlichung eines Realität gewordenen Dritten Reichs zu entgehen. Denn neben der schon erwähnten Selbstoffenbarung finden sich auch in dieser Version der sechziger Jahre erste Anzeichen von Studentenprotesten und gewissen Beatgruppen mit langen Haaren ...

    Originaltitel: "Fatherland"
    Bonusmaterial: Anmerkungen, Nachwort, Leseprobe aus "München"

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 6 Monaten
    Zu weit hergeholt

    »Es war der Körper eines alten Mannes – kalt, fett, haarlos und erschreckend weiß. Aus der Entfernung hätte es eine Alabasterstatue sein können, die man mit Schlamm beworfen hatte. Mit Dreck beschmiert, lag die Leiche auf dem Rücken, halb aus dem Wasser, die Arme abgespreizt, das Gesicht zurückgeworfen. Ein Auge war fest zugedrückt, das andere schielte bösartig in den schmutzigen Himmel.«


    Schreiben kann Robert Harris. In Absätzen wie diesen fesselt der Autor. Ich hatte mich auf das Buch gefreut und der Anfang hat sich gut angelesen. Vor 25 Jahren war der Roman ein Skandal, ich hatte ihn damals nicht auf der Liste. Wie sähe die Welt heute aus, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte? Der deutsche Botschafter war damals not amused über dieses Buch. »Die deutsche Botschaft zeigt sich höchst besorgt ... Man sei geradezu entsetzt …«, schrieb die Presse. Ein Brite nimmt sich des Themas an. Aus deutscher Hand geschrieben hätte sich zu der Zeit mit Sicherheit kein Verlag für das Thema interessiert, aber auch der Brite wurde nicht fündig, 25 deutsche Verlage lehnten ab: frivol und deutschfeindlich. Darüber mag man heute lächeln. Fiktion ist eine neutrale Sache, was wäre wenn … Der Schweizer Verleger Gerd Haffmans hatte den Mut, das Buch ins Deutsche zu übersetzen und zu veröffentlichen, die Taschenbuchausgabe gibt es seit 1993 bei Heyne.

    »Wir kenn jetzt die Identität der Leiche, die Sie entdeckt haben. Dr. Josef Bühler. Ein Beamter aus dem Generalgouvernement. Ein SS-Brigadeführer.«

    1964, Berlin, der Führer erwartet zu seinem 75 Geburtstag Besuch von Joseph Kennedy … Kripoermittler Xaver March ermittelt in einem Mordfall. Das Nazi-Reich erstreckt sich nach dem gewonnen Krieg von Flandern bis zum Ural, weit im Osten ist die Wehrmacht in Kämpfe mit Partisanen verwickelt. March ermittelt eifrig und ist einer Ungeheuerlichkeit auf der Spur, Sicherheitspolizeichef Reinhard Heydrich, scheint nach und nach jeden Teilnehmer der Wannsee-Konferenz 1942 umbringen zu lassen. Alle Unterlagen zum Holocaust müssen vernichtet werden, ebenso alle Mitwisser, etwas, das nie stattgefunden hat.

    Mich hat der Roman letztendlich gelangweilt. Heute. Vielleicht hätte ich vor 25 Jahren das Buch als spannend empfunden, schon weil es unglaublich frech war, solch eine Geschichte aufzuschreiben. Der Krimi und ich, wir kamen nicht zusammen, nach gut der Hälfte habe ich noch ein paar Seiten quergelesen, dann abgebrochen. German-Angst wird hier umgekehrt zu British-Angst. Oxford, die Elite-Stadt wird 1964 von zu »SS-Akademie« umbenannt, in Londons Royal Albert Hall gibt Herbert von Karajan ein Festkonzert zum Führergeburtstag. Da klappert der Brite mit den Zähnen. Die Geschichte zog sich für mich dahin wie Kaugummi, aber das ist Geschmack. Doch auch der Inhalt, vielleicht aus heutiger Sicht, konnte mich nicht packen. Juden wurden umgesiedelt, meint man zu wissen, aber was mit ihnen geschah, wo sie waren, das weiß niemand. Ich kenne viele Leute persönlich, die genug wussten, in sofern ist diese Vorstellung, nur ein paar Leute wussten Bescheid, Brimborium. Klar, viele Leute haben nach dem Krieg behauptet, rein gar nichts mitbekommen zu haben … Die USA haben den Krieg nicht weitergeführt? Auch eine Vorstellung, die nicht mit meinen Gedanken kompatibel ist. Es gibt hier zu viele geopolitische, politische Aussagen, die nicht in meinen Kopf gehen. Der Plot ist Fiktion, eine, der meinem Geschmack nicht folgt mit dem heutigen Wissen: Zu viele Leute haben Kenntnis gehabt. Wie gesagt, 25 Jahre später hat man eine andere
    Sicht der Welt, die Zeit ist fortgeschritten. Es gibt sehr gute Beschreibungen in diesem Krimi, detailliert und eindringlich auch die Gegebenheiten und Strukturen einer Diktatur werden gut dargestellt. Selbst lesen und selbst urteilen. Alles Geschmacksache.

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    L
    lazHvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein packendes und atmosphärisch dichtes Buch. Renzension unter http://autor.ws/autor/rezensionen/
    Was wäre wenn . . . Hitler den Krieg gewonnen hätte?

    Mit "Vaterland" kam Robert Harris 1992 in Deutschland gar nicht gut an. Er wagte sich an ein Thema, das hierzulande tabu war, ist. Das Thema "was wäre wenn . . ." was wäre mit Europa, mit der Welt geschehen, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte?

    Bei Harris ist genau das passiert und Europa, England inklusive, das europäische Russland, Frankreich und Deutschlands Satellitenstaaten wie Italien, Spanien und Portugal sind faschistisch.

    Es ist April 1964, die Vorbereitungen zu Führers 75. Geburtstag im von Hitlers Leibarchitekten Albert Speer gestalteten Berlin laufen, da wird eine Leiche im Wannsee gefunden. SS-Sturmbannführer Xaver März, Mordermittler der Berliner Kriminalpolizei, übernimmt den Fall und macht auch weiter, als die Gestapo ihm längst die Ermittlungen aus den Händen genommen hat.

    Der Tote ist ein ehemaliger hochrangiger Nazi, sein Tod nur einer in einer langen Reihe von Todesfällen anderer einstiger Nazigrößen. Manche starben bei Unfällen, anderer scheinbar eines natürlichen Todes, andere brachten sich um. Alle hatten eines gemeinsam: Zusammen mit Gestapo-Chef Reinhard Heydrich (?) - ja bei Robert Harris lebt er noch, tatsächlich starb er am 4. Juni 1942 bei einem Attentat  in Prag - gehörten sie zu den Teilnehmern einer aus 15 hochrangigen Vertretern der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden bestehenden Gruppe, die sich am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee getroffen hatten. 

    Dabei wurde in den Grundzügen die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten organisiert und die erforderliche Koordination sichergestellt. Eine Entscheidung, die der Bevölkerung in der Parallelwelt von Robert Harris Roman nicht bekannt ist, und die auch nicht bekannt werden soll. Denn grade beginnen die außenpolitisch verhärteten Fronten zwischen dem Deutschen Reich und der USA, die bisher im Kalten Krieg miteinander lebten, zu bröckeln. Schließlich hat US-Präsident Joseph Kennedy ein Treffen mit Adolf Hitler angekündigt. Sollte die Welt vom organisierten Völkermord an den Juden erfahren, wäre es ein Todesstoß für die bevorstehende Entspannungspolitik und womöglich sogar für das Bestehen des Großdeutschen Reiches.

    Harris gelingt es, eine düstere Atmosphäre zu schaffen, in der sich der SS-Mordermittler (welch ein Widerspruch) Xaver März auf immer dünner werdenden Eis bewegt. Dabei schafft Harris keinesfalls, wie ihm bei Veröffentlichung dieses Debütwerkes vorgeworfen worden war, Deutschfeindlichkeit. Vielmehr scheint er bei seinen Beschreibungen über die Dikatatur und deren Herrschaft über jedes Individium bis hinein in die Familien, Studien in der DDR gemacht und Anleihen bei einem seiner berühmtesten schreibenden Landsmänner genommen zu haben: Bei George Orwell und seiner Zukunftsvision "1984".

    Vieles in "Vaterland" erinnert an diesen berühmten Roman über die Vorgehensweise von Diktaturen, Geschichtsbegradigung und  Beeinflussung von Menschen. Und wer sich partout nicht zurechtbiegen lässt, wird eben umgebracht. So funktionieren Diktaturen.



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    Linatosts avatar
    Linatostvor 8 Monaten
    Netter Einsteiger-Krimi

    Eigentlich gehört dieses Buch so gar nicht in mein Leseschema. Mich hat allerdings die Utopie des siegreichen 3. Reiches neugierig gemacht. Sogar so neugierig, dass ich über die Tatsache, dass der Autor Brite ist und nicht das Erbe des Täters teilt, hinweg sehen konnte.

    Leider hat gerade dieser Aspekt die größten Fragezeichen in meinem Kopf hinterlassen. Der Autor hat die Geschichte ab etwa 1942 anders verlaufen lassen und Deutschland als Sieger aus den meisten Schlachten gehen lassen. Nur der Krieg am Ural tobt auch nach 20 Jahren noch immer.

    Die Story ist in den 60er Jahren angesiedelt, viel Projekte von Hitler und Albert Speer wurden umgesetzt und auch die Moderne hat schon Einzug gehalten und passt erstmal so gar nicht in unser Bild des 3. Reiches. Als düster und erschreckend hab ich das Buch nicht empfunden, eher als leichten Krimi für Krimineulinge wie mich.

    Der Plot war für mich durchaus spannend gestaltet, als jedoch das große Geheimnis endlich entdeckt wurde war ich doch etwas enttäuscht. Der Autor meinte zwar recherchiert zu haben allerdings hab ich den Eindruck, dass Geschehnisse und Informationen die jeder Deutsche gesehen hat und kannte, vom Autor ignoriert wurden. Dadurch verliert das Buch den Eindruck von „so hätte es wirklich sein können“ zu einer netten ersponnen Geschichte mit Bezügen zu realen historischen Personen.

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    MellieJos avatar
    MellieJovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was wäre, wenn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte, zur Zeit ein sehr aktuelles Thema! Leider 😓!
    Was wäre, wenn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte, zur Zeit ein sehr aktuelles Thema! Leide

    Rezension von Melanie zu Vaterland von @Robert Harris


    5 von 5 🌟 Was wäre, wenn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte, zur Zeit ein sehr aktuelles Thema! Leider 😓! 


    Inhalt
    Hitler hat den Krieg gewonnen. Großdeutschland, das vom Rhein bis zum Ural reicht, dominiert Europa. Ständige Partisanenkämpfe und der Kalte Krieg mit den USA zermürben das Reich. In Berlin geschieht ein brutaler Mord an einem Parteibonzen – und Kripo-Sturmbannführer March gerät im Zuge seiner Ermittlungen gefährlich nah an die Wahrheit. 


    Was ich dachte
    Oh man, was eine grauenhafte Vorstellung. In der Schule hatten wir einen Lehrer, der uns Jahrgang '73 immer die Schuld am 2. Weltkrieg gegeben hat. Und dann immer fragte, ob wir glauben, dass so etwas wieder passieren könnte, einhellige Meinung NEINSO dumm sind die Menschen nie wieder. Seit diesem September, bin ich mir da nicht so sicher.


    Der 2. Gedanke war ist ja wie : " the man in the High castle". Und das war auch erschreckend. 


    Was ich denke
    Es gibt irgendwie verschiedene Genre die der Autor geschickt verwoben hat.
    Da wäre zuerst Science-Fiction mit der variablen Vergangenheit, und der Frage, was wäre wenn... Deutschland Europa unterworfen hätte. Absolutes Szenario des Horrors.
    Aber ausgezeichnet skizziert, und regt zum Nachdenken an. 


    Dann Geschichtsroman, weil der Weltkrieg gut recherchiert wurde und auf vielen Fakten und Personen beruht.


    Aber eigentlich ist das ganze ein Kriminalroman mit dem gewissen Thrill.


    Ein Mord geschieht, den die SS und die Regierung lieber unter den Teppich kehren möchte, aber ein Beamter will wissen was passiert ist es ist der Beamte März, der die Ermittlung weiter fortsetzt.


    Und zum Schluss wäre auch noch eine geschickt eingewebte Liebesgeschichte, die alles noch ein bissel rund macht. 


    Das Buch ist in meinen Augen ein Meisterwerk und schockierend zugleich, alleine die Vorstellung, wie Europa jetzt 72 Jahre später ausgesehen hätte. Kein freies Denken und Handeln. Schlimm! 


    Auf dem Cover ist ein abgewandeltes Brandenburger Tor zu sehen. Die Innenseite kann man aufklappen und findet eine Darstellung der Siegeshalle von 1964. Die hintere Seite ist auch aufklappbar und zeigt das Grossdeutsche Reich von 1964! Gelungenes und durchdachtes Cover, was außerordentlich gut zur Geschichte passt!


    Klare Leseempfehlung! 


    Fakten
    432 Seiten  
    TB 10,99 €
    Ebook 9,99 €


    Erschienen @Heyne Verlag  


    Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und hier :
    https://www.amazon.de/gp/aw/d/345342171X/ref=cm_cr_arp_mb_bdcrb_top?ie=UTF8


    Ich möchte mich bei @Randomhouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars bedanken.


    Ihr findet diese Rezension auch wie immer auf unserem Blog:
    http://ourfavorbooks.blogspot.de/?m=1

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    MackieMesser229s avatar
    MackieMesser229vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Brillianter Was-wäre-wenn-Hitler-den-Krieg-gewonnen-hätte Krimi, bei dem die Nazis über ihre eigenen Verbrechen stolpern
    Manche Verbrechen lassen sich nicht verschweigen

    Was wäre wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte...
    In diesem Roman wird das Szenario durchgespielt, dass die Nazis tatsächlich gewonnen und das Dritte Reich bis in die 1960er Jahre gebracht haben. Kennedy ist Präsident der USA und kündigt einen Besuch in Berlin an.
    Dummerweise wird just zu diesem Zeitpunkt ein toter alter Mann gefunden - im Wannsee bei Berlin. Man ist bedacht, die Sache so gut es geht unter dem Teppich zu halten (Mord macht sich schließlich nicht gut bei einem Staatsbesuch).
    Mit der Ermittlung wird der Kriminaler Xaver März betraut (offiziell im Rang eines SS-Sturmbannführers, aber de facto Kommissar bei der Mordkommission). März stößt relativ schnell auf eine Mauer des Schweigens, als er sich im Umfeld des Toten herumtreibt und Fragen zu stellen beginnt, die keiner beantworten will. Hilfe bekommt er von einer amerikanischen Journalistin, während ihm undurchsichtige und bedrohliche Leute zu folgen beginnen. Was ist das Geheimnis des Toten? Wieso tauchen immer wieder Hinweise auf eine Konferenz auf, die im Januar 1942 am Wannsee stattgefunden hat?

    Wer geschichtlich bewandert ist, ahnt schon beim Namen des Opfers (Odilo Globocnik), worum es geht. Spannend bleibt jedoch bis zum Schluss, ob es Xaver März gelingt, das größte Verbrechen der Menschheit aufzudecken - und die Beweise dafür den Amerikanern zuzuspielen.

    Anmerkung: Es gibt einen gleichnamigen Film, der nach dem Buch gedreht wurde (mit Rutger Hauer in der Rolle von Xaver März). Wer die Zeit und die Kraft hat, dem empfehle ich auf jeden Fall das Buch.

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