Robert Hilburn

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Johnny Cash, Johnny Cash und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Robert Hilburn

Robert HilburnJohnny Cash
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Johnny Cash
Johnny Cash
 (3)
Erschienen am 01.03.2018
Robert HilburnSpringsteen
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Springsteen
Springsteen
 (1)
Erschienen am 01.08.1986
Robert HilburnJohnny Cash
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Johnny Cash
Johnny Cash
 (1)
Erschienen am 06.11.2014
Robert HilburnPaul Simon: The Life
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Paul Simon: The Life
Paul Simon: The Life
 (0)
Erschienen am 08.05.2018

Neue Rezensionen zu Robert Hilburn

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Rezension zu "Johnny Cash" von Robert Hilburn

Dunkle Stimme, dunkles Leben
GernotUhlvor 8 Monaten

Aus: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/cash

Eigentlich wollte Johnny Cash nur angeln. Mit seinem Wohnmobil ist er zu dem Weier im Wald gefahren. Unterwegs hat er sich Tabletten eingeworfen. Cash schluckt Aufputschmittel. Er braucht das, obwohl er alles hat, was ein Mann braucht: Familie und einen Traumjob als gefeierter Country-Musiker. Im Rausch hat er den Wald angezündet. Jetzt brennt alles lichterloh - auch sein Leben - und hätte sein Neffe nicht Hilfe geholt, wäre auch Cash verbrannt.

 Die Stimme von Johnny Cash ist unverkennbar: Dieser klare und doch brummige, volle und doch verletzliche tiefe Sound seines Bassbaritons ist nicht nur sein musikalisches Markenzeichen. Er lässt tief in die Abgründe der Lebensgeschichte dieser legendären Country-Ikone blicken. Mann in Schwarz haben sie ihn genannt - und auch hier muss man nicht nur an die typische Kleidung von Johnny Cash denken - es trifft auch auf seine geschundene Seele zu. Cash ist ein Lebenskünstler und ein Lebensversager. Einer, der alles erreicht hat: Familie und Fans, Geld und Ruhm - und einer, der all das ruiniert, weil er sich derbe gehen lässt und seiner Tablettensucht das Spiel seines Lebens überlässt. Ein Biograf, der sich anschickt, diesen Widerspruch zu erklären, braucht braucht Platz, viel Platz. Robert Hilburn hat sich über 800 Seiten gegönnt: Das wiederum ist der Albtraum des Rezensenten. Aber dieses Mammutwerk ist ein Meisterwerk: Eine intimes Lebensgemälde, das auf einer Staffelei mit drei Beinen steht: Auf der unverhohlenen Bewunderung für den Künstler Cash, auf dem einfühlsamen Umgang mit der labilen Psyche eines innerlich vereinsamten Superstars - und auf der kompromisslosen Verurteilung des unverantwortlichen Lebenswandels von Johnny Cash.

 Es wäre leicht, Johnny Cashs Lebensgeschichte in Sterotypen zu erzählen: Der Junge, der Gospels singt und dem die Mutter nicht nur das Leben schenkt, sondern auch die Gitarre, die ihn berühmt macht. Die Ehe mit Vivian, die schwierigen ersten Karriereklänge, das Familienglück von vier Töchtern, der musikalische Durchbruch, das Abrutschen in die Tablettensucht, die Verhaftung wegen Drogenbesitzes, Scheidung, Selbstmordversuche, neue Liebe, legendäre Konzerte (beispielsweise im Folsom-Gefängnis), Weltruhm. Cashs Biograf Hilburn macht es sich nicht so einfach. Er hat nicht den Drang, nur die Skandale oder familiären Tragödien zu zeigen, sondern das ganze Bild. Dazu zählen Song-Analysen, Zeitzeugen-Interviews, Einordnungen und eine Tendenz zur Vollständigkeit, die manchmal an Unerbittlichkeit grenzt (zum Beispiel bei der Fülle an Namen von Weggefährten, Partnern und Managern). Es es selten, dass eine Biografie nichts allzu sehr beiseite lässt und nichts allzu sehr aufgebauscht.

Robert Hilburn hat das geschafft - und Johnny Cash ein echtes Denkmal errichtet…

 

Eulengezwitscher. Bücher, Biografien und Blog von Gernot Uhl

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Rezension zu "Johnny Cash" von Robert Hilburn

Akribisch, umfassend, flüssig zu lesen
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Akribisch, umfassend, flüssig zu lesen

Schon bei der äußeren Betrachtung des Werkes wird deutlich, dass Robert Hilburn in dieser Biographie eines der großen Musiker der zeitgenössischen Musik breit ausholt.

Knapp 800 Seiten misst das Werk, zuzüglich einer Diskographie, reichhaltigen Quellenangaben und einem ebenso reihhaltigen Glossar. Innerhalb derer Hilburn akribisch den Weg vom „schuldigen Kind“ (in Bezug auf die lebenslang schwierige Beziehung zum Vater) über den „Helden der ersten Stunde“ (im Rahmen des Rock ´n Roll „Zirkus“ der 50er Jahre) über eine „Institution“, dem „Fall“ und der „Wiederauferstehung“ im Spätwerk des Sängers und Songwriters sehr flüssig du intensiv nachvollzieht.

„The Man comes around“.

Jener Song aus der kongenialen Arbeit mit Rubin in den letzten Jahren und letzten Alben ist wie ein roter Faden, wie ein Lebensthema über all die Höhen und Tiefen der Karriere, die persönlichen Dämonen, Abstürze, aber auch die Liebe und das Glück des „Man in Black“, dass sein Werk nicht nur vollendet, sondern eine Überschrift über all die Jahre setzt.

„Beide fürchteten, dass Cashs Kraft nur noch für ein weiteres Album reichen würde, und beide suchten nach dem einen Song, der zum Höhepunkt ihres gemeinsamen Schaffens werden sollte“.

Eine Zeit in der Cash sich mehr und mehr auf seine Wurzeln konzentrierte, die, wie bei Elvis, im Gospel lagen. Und so lag es nahe und kam es, dass Cash „den einen modernen Gospelsong“ suchte, entfaltete und wie ein Vermächtnis gestalten wollte.

Ein Vermächtnis einer Karriere, die einerseits ganz eigene, erfolgreiche Wege ging, anderseits aber auch immer ein stückweit den „Schatten“ spürte. Was die Popularität anging von Elvis, was das Songwriting anging von Dylan, was das Private anging vom Vater und von diversen Drogen (die Tablettenabhängigkeit und andere „Eskapaden“ schildert Hilburn ebenso offen, wie der lange Weg zueinander mit June Carter und das Glück dieser Verbindung).

Es ist, letztlich, die Kunstform von Johnny Cash, mit einfachen Melodien und ebenso einfachen, aber klaren Worten, die Geschichte „seines Landes“, seines Lebens, seiner Liebe, seines Glaubens, seiner Trauer („Hurt“) und seiner kritischen Haltung nachhaltig zu setzen.

„Wenn man ihn hört, wird man immer zur Besinnung gebracht“. Besinnung an und auf die dunklen und verlorenen Seiten des menschlichen Seins. Die Cash selbst am eigenen Leib über Jahre erlebt hat, aufgrund des Schadens, den er sich selbst in jungen und mittleren Jahren zugefügt hat.

„Ich glaube, er war ein sehr religiöser Mensch, aber man merkte, dass er eine Menge Zeit in der Wüste verbracht hatte“.

So bringt es Bono auf den Punkt im Buch und das ist das Charisma dieses Mannes. Dass er den Schmerz, über den er sang, erlebt und getragen hat.

Wobei ein stückweit die harten Dinge, die Egoismen, die sexuellen Eskapaden, die Verletzungen, die Cash durchaus seiner Umgebung wohl zuführte, in dieser Biographie ebenso ein stückweit im Dunklen verbleiben, wie in den Autobiographien des Künstlers. Was den „Mann in Schwarz“ ein wenig auch dem real Fassbaren entrückt.

Dennoch zeichnet Hilburn Werk und Arbeit des Mannes intensiv nach und ist mit dieser monumentalen Biographie auch ein Stück allgemeiner Musikgeschichte gelungen. Denn vom „Aufbruch“ zu neuen Rhythmen und neuem Denken Anfang bis Ende der 50er Jahre über die Etablierung als „Show-Geschäft“ hin zum intensiven Ausdruck persönlichen Seins ist die Geschichte Johnny Cashs mit so gut wie allen Musikern verbunden, die der Welt seit damals ihren Stempel aufgedrückt haben. und von denen viele schon vor Cash gegangen sind.

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