Robert Hutchinson

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen

Alle Bücher von Robert Hutchinson

Cover des Buches Young Henry: The Rise of Henry VIII (ISBN: B004WJRTO0)

Young Henry: The Rise of Henry VIII

 (1)
Erschienen am 07.04.2011
Cover des Buches The Last Days of Henry VIII (ISBN: 9780753819364)

The Last Days of Henry VIII

 (1)
Erschienen am 05.01.2006
Cover des Buches The Spanish Armada (ISBN: 9781780220888)

The Spanish Armada

 (1)
Erschienen am 17.04.2014
Cover des Buches A TREATISE ON THE LAW OF CARRIERS AS ADM (ISBN: 9781150649462)

A TREATISE ON THE LAW OF CARRIERS AS ADM

 (0)
Erschienen am 23.03.2010
Cover des Buches Young Henry (ISBN: 9781250012616)

Young Henry

 (0)
Erschienen am 30.10.2012
Cover des Buches Thomas Cromwell (ISBN: 9780312577940)

Thomas Cromwell

 (0)
Erschienen am 15.09.2009
Cover des Buches Jane's Submarines (ISBN: 0060819006)

Jane's Submarines

 (0)
Erschienen am 01.09.2005
Cover des Buches Grand Canyon National Park (ISBN: 1563136112)

Grand Canyon National Park

 (0)
Erschienen am 01.08.1995

Neue Rezensionen zu Robert Hutchinson

Cover des Buches The Spanish Armada (ISBN: 9781780220888)A

Rezension zu "The Spanish Armada" von Robert Hutchinson

August 1588: Der Untergang der Armada
Andreas_Oberendervor 9 Monaten

Jahrestage bedeutender historischer Ereignisse gehen oft mit neuen Publikationen einher. So ist es auch im Fall des Untergangs der spanischen Armada, der sich im vergangenen Jahr zum 425. Mal jährte. Passend zu diesem Jubiläum hat der ehemalige Militärjournalist Robert Hutchinson, der sich seit etlichen Jahren intensiv mit der Geschichte der Tudor-Zeit beschäftigt, ein Buch über die Armada vorgelegt. Hutchinsons Buch ist anschaulich geschrieben und gut lesbar, geht aber inhaltlich nicht nennenswert über die mittlerweile klassischen Darstellungen von Garrett Mattingly sowie Colin Martin und Geoffrey Parker hinaus. Grundlegend neue Einsichten präsentiert Hutchinson nicht, obwohl er intensive Quellenstudien betrieben und sich nicht darauf beschränkt hat, einfach nur die ältere Literatur durchzuarbeiten und zusammenzufassen. Hutchinsons Quellenfunde bereichern das gängige Bild von der Geschichte der Armada um interessante Details, verändern es aber nicht grundsätzlich.

Zu Beginn skizziert Hutchinson die Beziehungen zwischen England und Spanien nach dem Regierungsantritt Königin Elisabeths im Jahre 1558. Der konfessionelle Gegensatz belastete das Verhältnis, war aber nicht der entscheidende Faktor, der schließlich zum Krieg zwischen den beiden Königreichen führte. Eine drastische Verschlechterung der Beziehungen trat erst in den 1580er Jahren als, als Elisabeth I. den niederländischen Rebellen militärische und finanzielle Unterstützung gewährte und englische Freibeuter ihre Angriffe auf spanische Schiffe verstärkten. Ab Ende 1585 arbeitete Philipp II. an Plänen für eine Invasion Englands. Die Vorbereitungen für ein derart ambitioniertes militärisches Unternehmen zogen sich mehrere Jahre hin. Nach der Hinrichtung Maria Stuarts war Philipp II. entschlossener denn je, seine protestantische Widersacherin Elisabeth vom Thron zu stoßen, England zum Katholizismus zurückzuführen und damit als geopolitischen Konkurrenten zu neutralisieren. Er spekulierte darauf, dass die englischen Katholiken, die es nach wie vor in großer Zahl gab, den spanischen Invasionstruppen zu Hilfe kommen würden.

Detailreich schildert Hutchinson die Vorbereitungen auf spanischer und englischer Seite. Dass er die Geschichte der Armada aus der Perspektive beider Kriegsparteien schildert, ist eine der Stärken des Buches. Die Londoner Regierung war dank ihres gut entwickelten Spionagewesens schon früh über die Pläne der Spanier informiert. Von den personellen, finanziellen und militärischen Ressourcen her gesehen war Spanien eindeutig im Vorteil. Philipp II. konnte wesentlich mehr Schiffe, Kriegsgerät und Truppen mobilisieren als Elisabeth I., die nicht einmal über ein stehendes Heer verfügte und sich in chronischer Geldnot befand. Mit Mühe und Not stellte Elisabeth I. zwei Heere auf, eines an der Straße von Dover, ein zweites im Raum London, das die Hauptstadt und die Person der Königin schützen sollte. Von einer Aufwallung patriotischer Gefühle kann keine Rede sein. Zahlreiche englische Städte weigerten sich, Geld für die Finanzierung der Truppen und Schiffe beizusteuern.

Die Armada hatte die Aufgabe, die englische Flotte zu binden und den Transport der Truppen des Herzogs von Parma über den Ärmelkanal abzusichern. Wären die Pläne Philipps II. aufgegangen, wäre es dem Herzog von Parma gelungen, im Schutze der Armada seine Truppen von Flandern nach England überzusetzen, so hätten Elisabeths Soldaten im direkten Aufeinandertreffen mit den kampferprobten, in ganz Europa gefürchteten spanischen Einheiten leicht den Kürzeren ziehen können. Elisabeths Truppenführer und Admiräle setzten daher von vornherein darauf, eine Landung der Spanier zu verhindern. In mehreren Kapiteln schildert Hutchinson den Aufbruch der Armada von Lissabon, die widrigen Umstände, die sie auf dem Weg nach Norden meistern musste, und die Kampfhandlungen im Ärmelkanal, die sich über mehrere Tage hinzogen. Es erweist sich als großer Nachteil, dass dem Buch keinerlei Karten beigegeben sind, anhand derer sich die Gefechte zwischen der Armada und den englischen Schiffen nachvollziehen ließen. Dieses Versäumnis ist umso unverständlicher, als das Buch über einen umfangreichen Anhang verfügt (eine Auflistung der spanischen und englischen Schiffe, eine Chronologie, Kurzbiographien der beteiligten historischen Akteure sowie ein Glossar, in dem wichtige Begriffe erläutert werden).

Der Ausgang der Geschichte ist bekannt und muss hier nicht nacherzählt werden. Hutchinson stellt klar, dass die Engländer mit ihren wendigen Schiffen und ihrer überlegenen Artillerie der Armada zwar empfindliche Verluste zufügten, sie aber nicht vernichteten. Der eigentliche Hauptgegner der Spanier war das Wetter. Das ganze Unternehmen fand unter denkbar ungünstigen Wetterbedingungen statt. Noch vor Erreichen der Biskaya erlitt die Armada durch schwere Stürme erste Verluste. Hutchinson verweist auf die im 16. Jahrhundert herrschende "Kleine Eiszeit", die auch im Sommer 1588 mehrfach für schwere Stürme im westeuropäischen Raum sorgte. Heftige Südwestwinde drückten die Armada durch die Straße von Dover in die Nordsee. Eine Umkehr nach Calais kam nicht in Frage, so dass nur die Umrundung Schottlands und Irlands blieb. Auf dieser strapaziösen Fahrt verlor die Armada die meisten Schiffe. Für Philipp II. war das Scheitern der Armada eine katastrophale Niederlage. Zur kriegsentscheidenden Wende wurde das Debakel aber nicht: Noch bis 1604 führten England und Spanien Krieg gegeneinander. Es blieb Philipps und Elisabeths Nachfolgern vorbehalten, Frieden zu schließen. 

(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Januar 2014 bei Amazon gepostet)

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks