Geteilte Träume

von Robert Ide 
3,4 Sterne bei9 Bewertungen
Geteilte Träume
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So wahr....

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Inhaltsangabe zu "Geteilte Träume"

2009: 20 Jahre Mauerfall! – Was ist aus den Träumen geworden? – Wie die Wiedervereinigung Eltern und Kinder entzweite. Robert Ide, heute Journalist beim Berliner „Tagesspiegel“, war 14 Jahre alt, als die Mauer fiel. Was sich nach der ersten Euphorie für die Generation seiner Eltern als ein die ganze Existenz erschütternder Umbruch erwies, war für Robert Ide und viele seiner Altersgenossen eine unvergleichliche Chance zum Aufbruch in ein neues Leben. Mit einer hinreißenden Fülle an Geschichten, Schicksalen und Anekdoten erzählt Robert Ide von den unterschiedlichen Erfahrungen, die die Jugendlichen und ihre Eltern nach der Wende gemacht haben und sucht einen Weg zu eröffnen, vielleicht wieder eine neue Gemeinsamkeit zu finden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442738571
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:231 Seiten
Verlag:btb Verlag (TB)
Erscheinungsdatum:12.01.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    ErinaSchnabus avatar
    ErinaSchnabuvor 5 Jahren
    Geteilte Träume

    Der Journalist Robert Ide ist 14 als die Mauer fällt und mit diesem politischen Wandel kehrt nicht nur Euphorie in die Familien der "neuen Bundesländer" ein, sondern auch Ernüchterung, Verzweiflung und ein Gefühl von Heimatlosigkeit.Robert Ide erzählt viele private Anekdoten von sich, seinen Freunden und anderen Menschen aus Ost-Berlin und der sächsischen Heimatstadt seiner Eltern, die sich vor, während und nach der Wende abspielten. 
    Interessant ist, dass man hier nicht auf ein Buch trifft, das vollgestopft ist mit Ostalgie à la "Ach wie gut waren unsere Spreewaldgurken!" oder Selbstbemitleidung à la "Wir hatten doch nüscht!" Eher ist es ein Bericht, der relativ gefühlsduselfrei widergibt, wie es einigen Menschen während dieser Zeit ergangen ist und welche Fakten dabei reinspielten.
    Viele Anekdoten sind teilweise zum Schmunzeln und auch die Reflektion auf die DDR-Vergangenheit erfolgt irgendwie selbstironisch, aber auch kritisch. So fragt sich der Autor zum Beispiel, warum viele nichts getan haben, um Freiheit zu erlangen; wer wohl alles bei der Stasi war; wie das Verhältnis zwischen ost- und westdeutschen Bürgern ist usw.Man erfährt aber auch Kleinigkeiten über den DDR-Alltag: Man freute sich, wenn man mal kubanische Orangen ergatterte; Männer mussten sich 3 Jahre verpflichten, um problemlos zum Abitur und Studium zu gelangen; Ein Telefon im Haushalt war keine Selbstverständlichkeit; Die Stasi wurde liebevoll "Horch und Guck" genannt; Im eigenen Kleingarten hatte man seine Ruhe - wenn auch direkt an der Mauer und die Kinder machten Urlaub im Ferienlager oder im Kurheim Über den Autor und sein Umfeld erfährt man, was die Hürden in der DDR waren, was für Träume sie nach der Wende hatten und inwieweit jeder einzelne seinen Lebensweg dabei gemeistert hat. Es entstehen hier verschiedene Lebenseinstellungen, Ansichten und Lebenswege, die geprägt sind von Unsicherheit, Neugierde, Träumerei, Heimweh und innerlicher Zerrissenheit.
    Kritisch wird natürlich auch die Wende betrachtet, zum Beispiel wenn es um die "Vernichtung" etlicher Arbeitsplätze geht.In der DDR wurden in der Schule die negativen Folgen des Kapitalismus und Imperialismus gelehrt: Wohnungsnot durch Spekulanten, Armut, Kinderarmut. Und es ist irgendwie erschreckend, wenn man liest, was für "Propaganda" damals dort gelehrt wurde, die sich dann aber doch in der BRD aktuell bewahrheitet. So sind Kinderarmut und Wohnungsnot in den Großstädten aktuell wie nie, wodurch man fast zwangsweise in die Position gerät, zu sagen: "Nicht alles an der DDR war schlecht." und "Die Wende hat nicht nur Gutes mit sich gebracht."Die DDR-Bürger mussten ihre Freiheit in vielen Dingen einbüßen. Doch wie sieht es im Westen aus? Ist Kinderarmut wirklich so viel besser?Viele Themen werden in diesem Buch zwar nicht ausführlich eruiert, regten mich aber zum Nachdenken an. 
    Zusammenfassend könnte man sagen, dass dieses Buch ein unterhaltsamer und informativer Schmöker ist, der private Erfahrungen mit Fakten über die Zeit, rund um die Wende, verknüpft und somit Einblick in eine andere, vielleicht aufregende, vielleicht schwierige Zeit gebietet. Vor allem für mich als "Wessi" interessant, da ich keine Familienmitglieder habe, die mir von dieser Zeit berichten können. An einigen Stellen hätte ich mir aber mehr persönliche Anekdoten und weniger faktisches gewünscht.
    Fazit: 3 Sterne!

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    Dilbertines avatar
    Dilbertinevor 9 Jahren
    Rezension zu "Geteilte Träume" von Robert Ide

    „Auch meine Eltern mussten neu anfangen. Es galt sich, die neue Freiheit zu nehmen und Entscheidungen zu treffen, die einem früher der Staat abgenommen hatte. Lebenserfahrungen spielten auf einmal keine Rolle mehr, sie waren eher hinderlich. Vielen älteren Ostdeutschen fiel es mit jeder Kombinatsschließung schwerer sich aufzurappeln und Vertrauen in die neue Zeit zu fassen. Sie blieben auf der Seite, die sie kannten und richteten sich neue Nischen ein, in denen die Vergangenheit eine Heimstatt fand. Die Träume teilten sich.“
    Robert Ide, heute Journalist beim Berliner "Tagesspiegel", war 14 Jahre alt, als die Mauer gefallen ist, seine Eltern waren Anfang 40. Die Motivation dieses Buch zu schreiben, resultiert aus seinem Wunsch „Ich will wieder ein Stück gemeinsam mit meinen Eltern gehen – auf der neuen Seite.“
    Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage warum die Wiedervereinigung, den klassischen Generationskonflikt zwischen Kindern und Eltern aus der DDR verstärkt hat, begibt er sich auf eine Reise durch seine Kindheit, Jugend und sein Erwachsenwerden. Er trifft alte Schulfreunde, Verwandtschaft, Lehrer und Vorbilder von einst, erinnert sich an damals und vergleicht mit dem Heute.
    „…man könnte, wenn man das Früher und die unterschiedlichen Wege ins Heute besser begreift, offener über das Morgen sprechen.“
    Er beschreibt die kuscheligen Nischen seiner durchorganisierten Kindheit, philosophiert über die eventuellen Schäden des gemeinschaftlichen Topfsitzens in der Kinderkrippe, Härte und Kontrolle, die schon beim Kastaniensammeln im strömenden Regen trainiert wurde, das neugierige Austesten von Grenzen, das Nutzen von sprachlichen Lücken, den rasenden Rausch der Freiheit, den Schnelldurchlauf seiner vermeintlich „nachzuholenden“ Westpubertät, die Ernüchterung der Einheit, die fehlende Zuversicht der Eltern, die Sehnsucht nach dem Zusammenhalt in der eingerichteten Gemütlichkeit, die Entleerung ostdeutscher Lebensräume, den Kampf auf eigene Rechnung und die unterschiedlichen Träume beider Generationen von der Zukunft.
    Der Roman „Geteilte Träume“ ist für mich eine Versöhnung und Wiedergutmachung für die Zeit, die ich mit zahlreicher flacher, banaler und eindimensionaler Literatur über die Wende verbracht habe. Diesem Roman fehlt es an nichts, er ist authentisch, hintergründig, klug, mutig, melancholisch – aber nicht ostalgisch, gesellschaftskritisch, humorvoll und vor allen Dingen zukunftsorientiert, eine Aufforderung an die Generationen sich mit den eigenen Biografien und der Zukunft gemeinsam auseinanderzusetzen.
    „Ostdeutschland fühlt sich gern vom Westen unverstanden, dabei versteht es sich oft selbst nicht. Es wird Zeit, dieses Unverständnis zu diskutieren und Unterschiede anzuerkennen. Damit man mit ihnen offen umgehen kann. Damit sich der Osten selbst versteht und als halber Teil des ganzen Landes verschwinden kann.“

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    ju_theTrues avatar
    ju_theTruevor 10 Jahren
    Rezension zu "Geteilte Träume" von Robert Ide

    DDR, Jugend

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    MellieSs avatar
    MellieSvor einem Jahr
    Kurzmeinung: So wahr....
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    MoMo
    duathors avatar
    duathorvor 3 Jahren
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    Thomas_Chromvor 8 Jahren
    B
    Ben83vor 9 Jahren
    N
    nuuttipukkivor 10 Jahren

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