Robert Jackson Bennett

 3.7 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Mr. Shivers, Silenus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Robert Jackson Bennett

Science-Fiction der neuen Generation: Der 1984 in Baton Rouge (Louisiana) geborene Robert Jackson Bennett hat bereits in seinen Zwanzigern fünf Romane vorgelegt. Zielstrebig hat er nach abgebrochenem Studium und einer ganzen Reihe von unterbezahlten Jobs seine ganz persönliche Ausdrucksform gesucht und gefunden. Science-Fiction und Fantasy haben seit einigen Jahren kaum noch etwas Gehaltvolles hervorgebracht. Doch mit Robert Jackson Bennett gibt es nun endlich wieder einen Autor, der anspruchsvolle Leser zu fesseln weiß. Stilsicher und virtuos verbindet Bennett das Mystische mit dem Philosophischen und das Kriminologische mit dem Psychologischen. Das kann die grauen Zellen der Leserschaft schon für eine Weile beschäftigen. Auch die Kritik blieb nicht unbeeindruckt, wurde der Autor doch bereits für seinen Erstling „Mr. Shivers" (2010) mit dem Shirley Jackson Award auszeichnete. Den gewann Bennett 2013 noch ein zweites Mal für „American Elsewhere“. Wer sich an twitteresker Literatur wund gelesen hat, wird Robert Jackson Bennett als Labsal empfinden. Allerdings muss sich der Leser auf eine manieristische Schreibweise einlassen. Mit der Trilogie „Die Stadt der tausend Treppen“ (2014), „Die Stadt der tausend Klingen“ (2016) und „Die Stadt der träumenden Kinder“ (2017) hat der Autor eine stilistische Unverwechselbarkeit vorgelegt, die ihm einen festen Stamm von Fans sichert.

Alle Bücher von Robert Jackson Bennett

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Mr. Shivers

Mr. Shivers

 (25)
Erschienen am 12.07.2011
Silenus

Silenus

 (11)
Erschienen am 17.09.2012
Die Stadt der tausend Treppen

Die Stadt der tausend Treppen

 (5)
Erschienen am 16.02.2017
Die Stadt der träumenden Kinder

Die Stadt der träumenden Kinder

 (1)
Erschienen am 29.03.2018
Die Stadt der toten Klingen

Die Stadt der toten Klingen

 (1)
Erschienen am 24.11.2017
The Troupe

The Troupe

 (2)
Erschienen am 02.02.2012
City of Stairs

City of Stairs

 (2)
Erschienen am 09.09.2014
City of Blades

City of Blades

 (1)
Erschienen am 26.01.2016

Neue Rezensionen zu Robert Jackson Bennett

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Rezension zu "Die Stadt der träumenden Kinder" von Robert Jackson Bennett

Was für ein Finale
Flaventusvor 8 Monaten

Was für ein Finale. Ohne übertreiben zu wollen, ist „Die Stadt der träumenden Kinder“ absolut famos, wobei ich gleich zu Anfang betone, dass dieses Buch zwar das Ende einer Trilogie darstellt, es aber auch für sich alleine gelesen werden kann.

 

Allein.

Kenner der beiden Vorgängerbände werden in diesem Buch auf viele alte Bekannte und Orte treffen. Für diejenigen, die diese Bücher nicht kennen, hält Bennett ausreichend Erklärung parat, um sich in der Welt zurecht zu finden. Allerdings muss erwähnt werden, dass Bennett seine Geschichte zwar in ein unverbrauchtes Setting platziert, oftmals aber mit Erklärungen spart.

Wobei der Leser in diesem Abschlussband noch am meisten in Erfahrungen bringen kann, was in dieser Welt passiert ist und was diese Welt ausmacht. Der Schwerpunkt der Erzählung verschiebt sich dabei nochmals. Las sich „Die Stadt der tausend Treppen“ noch wie ein Agenten- bzw. Spionagethriller und „Die Stadt der toten Klingen“ wie ein Kriminalroman, so ist „Die Stadt der träumenden Kinder“ durch und durch ein Fantasyroman.

 

Götter.

Vielleicht gefällt mir dieser dritte Teil so gut, weil ich als Leser vergleichsweise viel über die Götter und die Welt erfahre, die Bennett geschaffen hat. Weil ich nun erfahre, wie sich alles zusammenfügt. Vielleicht aber auch deshalb, weil wieder der Erzählstil angenehm anspruchsvoll ist. Oder aber, weil ich die Spannung in dieser Geschichte in einem überraschenden und fulminanten Finale endet, das so jeden Leser überraschen dürfte.

Was es auch ist, ein jeder Aspekt für sich allein ist schon eine Empfehlung wert. Mehr über den Inhalt möchte ich in dieser Buchbesprechung nicht preisgeben, denn ich habe das Gefühl, dass ich mit jedem erzählten Quentchen an Informationen, dem Buch seinen Reiz entziehen würde.

 

Fazit.

„Die Stadt der träumenden Kinder“ ist durch und durch ein sehr gut geschriebener Fantasyroman vor einer ungewöhnlichen und herrlich unverbrauchten Kulisse. Die Geschichte macht Laune und vermag mit zahlreichen Wendungen und einem hohen Spannungsbogen den interessierten Leser zu unterhalten.

Empfehle ich High-Fantasy-Romane gerne nur denjenigen, die dem Genre etwas abgewinnen können, so kann ich dieses Buch auch all jenen empfehlen, die Fantasy gern aus dem Weg gehen. Es gibt derer nur wenige Bücher, die genreübergreifend eine Empfehlung wert sind.


Diese und weitere Buchbesprechungen finden sich auf meinem Bücherblog.

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Rezension zu "Die Stadt der toten Klingen" von Robert Jackson Bennett

Anspruchsvoller Kriminalroman vor ungewohnter Kulisse
Flaventusvor einem Jahr

Um „Die Stadt der toten Klingen“ zu verstehen, muss nicht zwingend „Die Stadt der tausend Treppen“ gelesen werden, auch wenn es sich um eine Trilogie handelt, wie der Untertitel „Die göttlichen Städte“ verrät. Aber es hilft, den Gesamtkontext zu verstehen. Ich persönlich rate unabhängig davon, sich dem ersten Band zu widmen, weil dieser zu meinen Highlights des Jahres 2017 gehört.

 

Anspruchsvoller Krimi

Was ist dieses Buch? Ein Krimi oder eine Fantasygeschichte? Wie schon in Band 1 vermischen sich auch hier die Genregrenzen. Im Grunde genommen handelt es sich um einen sehr spannenden Krimi, der in einer Welt angesiedelt ist, die nicht so ohne weiteres greifbar ist.

Viele Elemente des Buchs heben den Anspruch dergestalt, dass es sich deutlich von dem üblichen Fantasy-Allerlei abhebt. Allen voran natürlich die Geschichte, in der Turyin Mulagesh die Hauptrolle einnimmt, die im ersten Band eher eine Nebenrolle gespielt hat. Bleibt die Erzählung zwar meist bei Mulagesh, kommt es in den passenden und spannenden Momenten zu einem Perspektivwechsel, so dass der Leser immer im passenden Moment am passenden Ort ist.

 

Neues Setting

Wie schon im ersten Band, wird die Welt nicht im Detail beschrieben, was in Abhängigkeit davon, was sich der Leser für eine Welt vorgestellt hat, hin und wieder für Verwirrung sorgen kann. Es ist allein schon deshalb eine einzigartige Welt, weil Bennett dem Leser einen sehr großen Freiraum lässt, sich seine eigene Welt zu erschaffen, so dass mit jedem verkauften Buch, eine neue Welt existiert. Allein die Idee, dass es mal Götter gegeben hat, diese aber getötet wurden, ist in dieser Form einzigartig.

Sprachlich spielt dieses Buch ähnlich wie Band 1 auf einem hohen Niveau. Es ist einfach faszinierend, wie Bennett (bzw. Winfried Czech als Übersetzer) mit der Sprache spielt und so einiges aus ihr herauskitzelt, ohne den Leser zu überfordern. Das Buch ist nicht anstrengend zu lesen und die Sprache ist nicht zu verspielt, aber dennoch angenehm anspruchsvoll.

 

Fazit

Ist Band 1 der Trilogie ein Agententhriller vor ungewohnter Kulisse, so wird dem Leser in Band 2 ein anspruchsvoller Kriminalroman vor gleicher Kulisse geboten. Wie eingangs erwähnt, sind Kenntnisse aus Band 1 zwar äußerst hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.

Wer gerne Kriminalgeschichten liest, liegt mit diesem Buch genau richtig. Wer dann auch noch gerne gelegentlich in fantastische Welten abtaucht, kann gar nicht an diesem Buch vorbeigehen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Buch.


Diese und andere Rezensionen finden sich auf meinem Bücherblog.

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Wortmagies avatar

Rezension zu "City of Blades" von Robert Jackson Bennett

Mulaghesh rockt!
Wortmagievor einem Jahr

Obwohl „City of Stairs“, der Auftakt der Trilogie „The Divine Cities“, ein bemerkenswerter Erfolg für den Autor Robert Jackson Bennett war, hatte er ursprünglich nicht vor, diese grandiose Geschichte fortzuführen. Er scheute sich davor, herauszufinden, was in seinem hochkomplexen Universum als nächstes geschehen könnte. Erst die Überredungskünste seines Agenten und seines Lektors überzeugten ihn davon, sein Potential zu erforschen. Das Ergebnis ist „City of Blades“, das ich gern viel eher gelesen hätte. Leider hatte ich beschlossen, auf die Veröffentlichung des Finales „City of Miracles“ zu warten. So vergingen beinahe 2 Jahre, bis ich nach Saypur und auf den Kontinent zurückkehrte.

Generalin Turyin Mulaghesh will nur eines: sie will all das Blut, das an ihren Händen klebt, hinter sich lassen. Sie quittierte den Dienst beim saypurischen Militär, bereit, vergessen zu werden. Der Ruhestand ist ihr allerdings nicht vergönnt. Eines Tages klopft ein Bote der Premierministerin Shara Komayd an ihre Tür, um die Generalin zurückzuholen. Shara benötigt ihre Hilfe. Inoffiziell. Mulaghesh soll in den entlegenen, ungastlichen Norden des Kontinents reisen, nach Voortyashtan, um dort verdeckt im Fall einer vermissten Geheimdienstagentin zu ermitteln, die verschwand, während sie eine mysteriöse Substanz nach Spuren des Göttlichen untersuchte. Angeblich wurde sie verrückt. Aber ist das die ganze Wahrheit? Einst huldigte Voortyashtan der Kriegsgöttin Voortya. Ihre Krieger waren grausame, unmenschliche Bestien. Mit Voortyas Tod sollten alle Relikte ihrer Macht verschwunden sein. Doch in Voortyashtan angekommen entdeckt Mulaghesh Hinweise auf eine entsetzliche Verschwörung, die plant, ihren kriegerischen Todeskult wiederzubeleben…

„City of Blades“ setzt fünf Jahre nach den Ereignissen in „City of Stairs“ ein. Shara Komayd ist tatsächlich Premierministerin von Saypur und bemüht sich redlich, die Beziehung zwischen ihrem Land und dem Kontinent in neue Fahrwasser zu steuern. Voortyashtan ist hierbei ein entscheidender Faktor, weil der Bau eines gigantischen Hafens durch die Vereinigten Dreyling Staaten dem in Trümmern liegenden Kontinent zu mehr Selbstständigkeit verhelfen und den Wiederaufbau vorantreiben soll. Die Entdeckung eines rätselhaften Pulvers in den Minen Voortyashtans bedroht das ganze Projekt, da niemand in der Lage ist, zu erklären, wie diese Substanz wirkt. Sollte sich herausstellen, dass das Pulver göttlich ist, käme der Bau des Hafens zum Stillstand und der Kontinent wäre Saypur weiterhin ausgeliefert. Bin ich die einzige, die angesichts dieser unglaublich konsistenten, logischen Ausgangssituation vor Begeisterung im Kreis hüpfen könnte? Robert Jackson Bennett beweist beispielhaftes ökonomisches, politisches Bewusstsein und zeigt die wirtschaftlichen Folgen des Todes der Götter für den Kontinent eindrucksvoll und realistisch. Worldbuilding par excellence. Der Kontinent braucht einen Neubeginn – der Hafen ist ein Versprechen auf Unabhängigkeit. Generalin Turyin Mulaghesh soll dafür sorgen, dass dieses Versprechen wahr wird. Für mich war es eine positive Überraschung, Mulaghesh als Protagonistin zu erleben. Ich mag Shara sehr, aber sie ist eine Intellektuelle, deren Gedankengänge nicht immer nachvollziehbar sind. Mulaghesh ist Soldatin. Sie ist bodenständig und emotional nahbar, wodurch sich die gesamte Lektüre als zugänglicher erwies. Es war fabelhaft, sie kennenzulernen. Nicht nur ist Mulaghesh eine schockierend lebendige Figur, der man die Fiktionalität beinahe nicht abnimmt, sie ist als gestandene, erwachsene Frau von ca. 50 Jahren auch ein Ausnahmecharakter der High Fantasy. Einarmig und mit einem köstlichen Schandmaul ausgestattet, rockt sie die an einen Agentenroman erinnernde Geschichte von „City of Blades“ fast im Alleingang. Ich liebe sie. Sie ist einnehmend, integer, mutig, verantwortungsbewusst und einfach aus dem Holz geschnitzt, aus dem Held_innen sind. Die Dämonen ihrer Vergangenheit quälen sie, treiben sie allerdings auch an, ein besserer Mensch zu sein. Ihre Definition des Soldatentums als bedingungslose Dienerschaft ist inspirierend und ermöglicht eine spannende, intensive Auseinandersetzung mit dem Konzept des Krieges, das in Voortyashtan kulturell tief verankert ist. Der Todes- und Kriegskult der antiken Voortyashtani ist gleichermaßen faszinierend wie unheimlich. Ihre Verehrung der Kriegsgöttin Voortya kannte keine Grenzen, da sie die erste war, die ihrer Religion eine echte Struktur durch die Erschaffung eines Jenseits verlieh und dadurch einen bindenden Vertrag mit ihren Gläubigen einging. Robert Jackson Bennett spielt ausführlich mit der abstrakten Wechselwirkung von Leben und Tod, wodurch sich „City of Blades“ durch eine beeindruckende philosophische Tiefe auszeichnet. Bereits mit „City of Stairs“ präsentierte Bennett ein Feuerwerk intelligenter, anspruchsvoller Überlegungen – mit „City of Blades“ erreicht er noch einmal ein ganz neues Niveau.

Nach der Lektüre von „City of Stairs“ schrieb ich, dass es ein Buch sei, das mich eher intellektuell berührte, als mein Herz zu packen. Diese Falte bügelt Robert Jackson Bennett mit „City of Blades“ zweifelsfrei aus. Der zweite Band der Trilogie „The Divine Cities“ nahm mich auf allen Ebenen meiner Persönlichkeit gefangen. Die Entscheidung, Mulaghesh als Protagonistin einzusetzen, war hervorragend, weil sie emotional greifbar ist und vehement Resonanz einfordert. Die mitreißende Mischung aus brillantem Worldbuilding, liebevoller Detailschärfe und packendem Agententhriller lässt keine Wünsche offen. „City of Blades“ hat alles, was ein außergewöhnlicher High Fantasy – Roman braucht und ist mit nichts vergleichbar. Treten Sie zurück, George R.R. Martin, Brandon Sanderson und Peter V. Brett. Ein neuer Star hat die Bühne betreten und stielt Ihnen die Show.

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