Cover des Buches Der Schlüssel der Magie - Die Diebin (ISBN: 9783734162664)A
Rezension zu Der Schlüssel der Magie - Die Diebin von Robert Jackson Bennett

  Eine Diebin, ein sprechender Schlüssel und eine Macht, die die Welt verändert...

von Avirem vor einem Jahr

Review

A
Aviremvor einem Jahr

Kurzbeschreibung


Sancia ist eine Diebin – und zwar eine verdammt gute. Daher ist sie im ersten Moment auch begeistert, als sie ihre neueste Beute betrachtet: ein Schlüssel, der jedes Schloss öffnet. Doch dann wird ihr klar, was das bedeutet. Man wird sie jagen! Jedes der mächtigen Handelshäuser wird dieses Artefakt besitzen wollen. Denn die Magie des Schlüssels ist nicht nur alt und mächtig. Die Person, die sie kontrolliert, könnte die Welt verändern. Plötzlich ist Sancia auf der Flucht. Um zu überleben, muss sie nicht nur lernen, die wahre Macht des Artefakts zu beherrschen. Sie muss vor allem alte Feinde zu neuen Verbündeten machen …


Meinung


"Der Schlüssel der Magie - Die Diebin" ist der Auftakt einer fantastischen Trilogie von Robert Jackson Bennett. Das Buch ist am 19. Oktober 2020 im Blanvalet Verlag erschienen, umfasst 608 Seiten und ist als Broschur oder als ebook erhältlich. Der Autor hat schon so einige Bücher veröffentlicht und wurde bereits mehrmals dafür ausgezeichnet. Für mich war dies das erste Buch von ihm. Die Kurzbeschreibung hat mich sofort neugierig gemacht und auch das Cover hat mich angesprochen. Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer. Der Leser wird direkt ins Geschehen geworfen und begleitet Sancia auf ihrem Diebeszug. Dabei scheint die Protagonistin besonders zu sein, die Welt um sie ziemlich brutal und die angewandte Technik oder Magie kompliziert. Wahrscheinlich war es genau das. Erst dachte ich an Steampunk, doch hier ist es weit komplexer und kniffliger. Zumindest den Beschreibungen des Autors nach. Diese fallen oft langatmig und detailliert aus. Es gibt viele Erklärung, was einerseits natürlich gut ist, doch meiner Meinung nach verliert sich Robert Jackson Bennett mehr als ein wenig darin. Auch Kampf und Actionszenen werden recht genau beschrieben. Es wird schon brutal, rabiat und blutig.


Für mich erschien es doch erkennbar, dass das Buch von einem Mann geschrieben wurde. Erst nach zirka 150 Seiten hatte ich das Gefühl, gut in der Erzählung gelandet zu sein. Ich bin nicht mehr über Wörter wie Skriben, Sigillen oder Hierophanten gestolpert und konnte damit etwas anfangen. Dabei half mir auch Clef. Clef ist besagter Schlüssel um den es sich hier dreht. Er spricht, ist hilfsbereit und fast so etwas wie ein Freund und Sancias Mitstreiter. Sancia hat ein hartes Leben hinter sich. Das Schicksal meint es nur gut mit den Angehörigen der Handelshäuser, die sich die Macht und die Herrschaft teilen. Allen anderen bleibt nicht viel. Kaum genug um am Leben zu bleiben. Es gibt Märchen aus vergangenen Zeiten, in welchen die Hierophanten, Wesen die angeblich Engeln ähnelten, die Skriben erfanden und unvorstellbare Dinge damit taten. Diese Geschichten gewinnen an Bedeutung, als Sancia den Schlüssel in ihren Besitz bringt. Plötzlich wird sie unablässig gejagt. Auch von einem Hauptmann. Anders als alle anderen, will er aber eigentlich nur den Diebstahl aufklären, damit der Gerechtigkeit genüge getan wird. Sancia trifft auf einen etwas verschrobenen Hypatus, der sich dem Skribieren mit Leib und Seele verschrieben hat.


Und auf eine Fabrikatorin mit einem überaus gutem Gedächtnis und beeindruckender Auffassungsgabe. Ich fand die näher beleuchteten Charaktere sehr interessant erdacht. Insgesamt hat der Autor ideenreich und innovativ agiert, ist für mich vielerorts aber zu sehr und zu oft ins Detail gegangen. Trotzdem konnte ich diese Details nicht immer nutzen, um den beschriebenen Vorgang vollkommen zu verstehen. Es gibt nicht nur Aktion, Kämpfe und blutiges Gemetzel, es wird nachgeforscht, Charaktere müssen Zusammenarbeiten und sich verbünden, es muss Vertrauen gefasst werden und soziale Beziehungen entstehen. Auch Humor ist dem Autor nicht fremd. Ironie, Sarkasmus und auch Zynismus sind zu finden. Es finden sich sexuelle Anspielungen, Flüche und Fäkalsprache. Vieles in Herrn Jacksons Welt läuft nicht so wie es sein sollte und niemand würde freiwillig in Tevanne leben wollen. Es ist Fantasy für Erwachsene und solche, denen die angesprochenen Themen nichts ausmachen. Insgesamt ein durchaus gelungener innovativer fantastischer Auftakt, der durch seine Detailliertheit für mich etwas anstrengend zu lesen war und in die Länge gezogen wirkte, aber letztlich in sich überschlagenden Ereignisse endet.


Der Leser begleitet hauptsächlich Sancia, aber auch andere Protagonisten. Mit dem Schreibstil des Autors kam ich an und für sich gut zurecht. Klar, detailverliebt, gut beschreibend und flüssig geht es durch die Seiten. Nur war es mir zu detailverliebt, zu gut beschreibend und damit zeitweise anstrengend zu lesen und langatmig. Die Sprache fand ich zur Geschichte passend. Der Leser sollte sich aber nicht an Flüchen, Fäkal oder Vulgärsprache stören, die immer wieder einfließt, aber nicht Überhand nimmt. Über eine Karte hätte ich mich hier sehr gefreut und ein Glossar wäre eventuell nicht schlecht gewesen.


Fazit: "Der Schlüssel der Magie - Die Diebin" ist der Auftakt einer fantastischen Trilogie von Robert Jackson Bennett. Insgesamt ein durchaus gelungener innovativer fantastischer Trilogieauftakt für Erwachsene, der durch seine Detailliertheit für mich manchmal etwas anstrengend zu lesen war und in die Länge gezogen wirkte, aber definitiv durch Besonderheiten und Ideenreichtum glänzt. Von mir gibt es **** Sterne.


Zitat


"So funktionierten Skriben: Sie waren Anweisungen, die man auf geistlose Objekte schrieb, um sie dazu zu bringen, der Realität auf bestimmte Weise nicht länger zu gehorchen."

(Zitat aus "Der Schlüssel der Magie - Die Diebin", Seite 15)


Reihe


Band 1: Der Schlüssel der Magie - Die Diebin

Band 2: Der Schlüssel der Magie - Die Meister (erscheint erst)

Band 3: Der Schlüssel der Magie - Die Götter (erscheint erst)

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