Robert Krieg , Daniel Daemgen … und über uns kein Himmel

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Inhaltsangabe zu „… und über uns kein Himmel“ von Robert Krieg

„… und über uns kein Himmel“ beruht auf einem authentischen, exemplarischen Fall. Erzählt wird die Odyssee eines Jungen, der in der Geschichte Fritz Blume heißt, durch Heime der öffentlichen Fürsorge von 1936 bis 1953. Für das nationalsozialistische Regime waren Kinder, die in Waisenhäusern aufwuchsen, „nutzlose Esser“, die von der Gesellschaft durchgefüttert werden mussten. Sie galten als „sozial minderwertig“. Wenn ein Psychiater einen Fürsorgezögling beurteilte und in einem Gutachten für geisteskrank erklärte, konnte das einem Todesurteil gleichkommen. Wie durch ein Wunder überlebte Fritz Blume die Anstalten - im Gegensatz zu den rund 200.000 Menschen, die bis 1945 der „Rassenhygiene“ und der „Vernichtung unwerten Lebens“ zum Opfer fielen. Kriegsende und Zusammenbruch des Nazi-Regimes änderten kaum etwas an den Zuständen in den Heimen und Anstalten. Die der Zwangspsychiatrisierung Ausgelieferten hatten jenseits der Mauern keine öffentlichen FürsprecherInnen. Fritz Blume gehört zu den wenigen, die sich nicht scheuten, das begangene Unrecht selbst öffentlich zu machen und Entschädigung zu fordern. Er verschaffte sich Gehör in einer Nachkriegsgesellschaft, die die Misshandlung „sozial Minderwertiger“ stillschweigend duldete.

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  • die skandalöse dunkle Seite der Gesellschaft

    … und über uns kein Himmel

    doktormabuse

    30. March 2014 um 15:31

    Wir machen mit. Wir 'funktionieren' in der durchökonomisierten Gesellschaft unseres neoliberalen Zeitalters. Oder wir funktionieren nicht. Oder reden uns ein, nicht genug zu funktionieren. Oder es wird uns eingeredet. Wer nicht mitmacht, darf sich mindestens schlecht fühlen. Wer Stress hat, darf die Schuld nicht im Gesellschaftssystem suchen, sondern bei sich - und die Kur dazu. 'Jeder für sich und Gott gegen alle', hat Herzog seinen 'Kaspar Hauser'-Film vor langen Jahren betitelt. Gott, das ist unsere wirtschaftsgeprägte Welt. Was das alles mit Robert Kriegs Buch zu tun hat? Eine Menge. Denn zwar wird darin das traurige Schicksal eines Jungen im Zwangssystem der NS- und bundesrepublikanischen Waisenhäuser und Wegsperranstalten beschrieben, dass man als 'überholt' ansehen mag. Dennoch scheint - wie stets- nicht aus dieser Geschichte gelernt worden zu sein. Heute gilt es wieder wie eh: Was in den 20er bis 50er Jahren Rassenhygiene und Wirtschaftswunder-Kompatibilität waren, dass ist heute das 'Funktionieren' in der ökonomisierten Welt. Bezeichnend: auch damals wurde schon finanziell argumentiert: "Ein Erbkranker kostet bis zur Erreichung des 60. Lebensjahres im Durchschnitt 50.000 Reichsmark" Heute wird jedem, der vorhat, eine Familie zu gründen, mit Ziffern, was ein Kind kostet, vor der Nase gewedelt. "Was kostet ein Kind, bis es endlich auf eigenen Füßen steht?" Wer eine solche Frage nur stellt, sollte sich selbst hinterfragen! Durchökonomisierung des Lebens. 'Familienpolitik' ist 'Familienzerschlagungspolitik' - Kinder in Krippen, unter drei Jahren schon 9 Stunden täglich in Kitas - weil es ökonomischer ist. Weil beide Elternteile arbeiten müssen usw. Wenn dann Kinder den Anforderungen nicht entsprechen,  haben sie  ADS, und es gibt Ritalin. Biomedizin und Humangenetiker stellen dann schon alles richtig ein - wo bitte, fragt man sich, besteht dann eigentlich der Unterschied zur NS-Zeit? Sicher, man arbeitet subtiler. Eingriffe in das Erbgut, um 'Erbkrankhiten' zu verhindern, ist sicher 'unauffälliger' als Euthanasie. Aber... Zitat aus dem Buch: "(...) läßt sich inzwischen ein Rollback beobachten. Die berüchtigte Elektroschocktherapie wird wieder salonfähig gemacht (...) Es kommen wieder verstärkt Neuroleptika zum Einsatz - umstrittene psychiatrische Medikamente mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen. Kindern und Jugendlichen, die die von ihnen erwarteten Leistungen nicht erbringen, wird das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit - Syndrom attestiert. Jeder Hausarzt verschreibt ihnen mittlerweile massenweise Ritalin, ein sehr starkes Psychopharmakon, das zur Abhängigkeit führt, mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen als Nebenwirkungen. Im neoliberalen Gesellschaftsmodell müssen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen fnktionieren. Mit der durchgängigen Ökonomisierung aller Lebenswelten entsteht ein neues Verständnis vom Menschsein: Der Zweck des neuen 'homo oeconomicus' erschöpft sich in der Realisierung ökonomischer Ziele und dem Streben nach größtmöglicher Gewinnoptimierung(...). (Das) wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus. Wer der Zumutung, nahezu ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu handeln, nicht genügt und in der neoliberalen Gesellschaftsordnung nicht mehr 'funktioniert', wird ein pathologischer Fall für die neue Biomedizin." Geschichte ist nie Geschichte!

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