Robert Löhr Das Erlkönig-Manöver

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Inhaltsangabe zu „Das Erlkönig-Manöver“ von Robert Löhr

Im Februar 1805 setzt eine bunte Truppe im Schutz der Dunkelheit über den Rhein: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller, Achim von Arnim und Bettine Brentano sowie Heinrich von Kleist und Alexander von Humboldt. Ihr Auftrag: den wahren König von Frankreich aus dem französisch besetzten Mainz zu befreien. Ihr Gegner: Kaiser Napoleon I., der mächtigste Mann der Welt. Mit intelligentem Witz und fundierter Sachkenntnis beschert uns Robert Löhr einen hinreißenden historischen Roman um die Ikonen der deutschen Literatur.

Klasse

— Asmodina66X

Die Drei Musketiere würden Goethe und Co. gerne in ihre Reihen aufnehmen. Ein Buch mit viel Witz und Humor.

— Bellis-Perennis

Ein klassisches Abenteuer im Stile von Dumas Musquetieren mit erlesener Besetzung köstlicher Sprache und spassigen Albernheiten & Zitaten.

— thursdaynext

Naja - Goethe und Konsorten als ungewöhnliche Helden in geheimer Mission - doch manches Zitat aus den Klassikern wirkt arg bemüht eingebaut.

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  • Leserunde zu "Durch Nacht und Wind" von Stefan Lehnberg

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    Tropen präsentiert in diesem Frühling das scurrilste Ermittlerduo seit Sherlock Holmes und Dr. Watson! Friedrich Schiller schrieb die criminialistischen Werke seines Freundes Johann Wolfgang von Goethe nieder und ihr bekommt die Möglichkeit diese lang unentdeckt gebliebenen Aufzeichnung in dieser Leserunde zu schmökern! HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE Der verfluchte Smaragdring Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufen ... Anna Amalia, die Mutter von Weimars Regenten Carl August, bittet Goethe und Schiller, den Großherzog, der mit seiner Familie im Lustschloss Belvedere bey Weimar untergebracht ist, aufzusuchen. Sie sollen ihn davon überzeugen, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sey und er sich keine Sorgen machen müsse. Da der Großherzog sich als höchst unsympathisch erweist, beschließen Goethe und Schiller, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Doch in selbiger Nacht verstirbt der Großherzog. Die Umstände sind der Art, dass weder eine natürliche Todesursache, noch Mord oder Selbstmord in Frage kommen. Eine unmögliche Situation. Goethe und Schiller werden gebeten, die Angelegenheit discret zu untersuchen.

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    • 271

    Bellis-Perennis

    24. March 2017 um 07:13
    TheRavenking schreibt Dem würde ich zustimmen! Ich habe so das Gefühl, dass das Buch als erster Teil einer Serie gedacht ist.

    Wenn dich Ähnliches interessiert, so schau einmal bei Robert Löhr vorbei ... einfach herrlich zu lesen. Ein Streifzug durch das "Who is Who" von Deutschlands Dichterszene im 19. Jahrhundert.

  • Goethe mal anders

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    Kestner zog die Schublade seines Nachtkastens auf, wie er es immer machte, bevor er sich in einem neuen Hotelzimmer einrichtete. Oft hatten Gäste darin etwas liegen lassen. Er fand wie üblich eine Bibel, doch auch einen ausgeschnittenen Zeitungsartikel des »Weimarischen Wöchentlichen Anzeigers«. Er nahm ihn heraus. Er war von gestern, Samstag, den 22. November. Kestner las: »Zwei Morde in Weimar. Vor drei Tagen geschahen in Weimar zwei entsetzliche Morde. Der Schmied Konrad Bertold wurde in seiner Schmiede mit einem Hammer erschlagen und gefesselt in seiner Esse verbrannt. Der Bauer Jörg Jäckel wurde beim Melken rücklings mit einer Mistgabel erstochen. Die Täter sind noch nicht gefasst.« Weimar, im November 1783. Der Archivsekretär und Hofrat am Kurfürstlichen Hof Hannover Christian Kestner ist nach Weimar gereist, um in der dortigen Bibliothek eine wertvolle Handschrift abzuholen. Doch dies erweist sich als schwierig und während Kestner versucht, seinen Auftrag auszuführen, ist um ihn herum die Welt in Aufruhr. Die beiden Morde sind nicht die einzigen Dinge, die die Menschen bewegen! Eine Kindsmörderin soll hingerichtet werden, immer wieder werden junge Männer als Rekruten nach Preußen verkauft und irgendjemand scheint Kestner und seinen jungen Gehilfen Lorenz zu verfolgen. Selbst der Besuch bei seinem alten Freund Goethe sorgt nicht für die erwartete Freude, denn dieser hat sich irgendwie verändert… Historische Kriminalromane lese ich immer wieder gerne und dieser hier hat sich wirklich gelohnt. Als Kestner und Lorenz in Weimar eintreffen, haben sie ziemlich einfache Pläne: Die Bibliothek aufsuchen und Goethe treffen. Mit dem, was dann passiert, hatten sie nicht im Entferntesten gerechnet und die Ereignisse und Zustände in Weimar schockieren sie zutiefst. Schnell verlängert sich ihre To-Do-Liste um die Punkte: Zwei Morde aufklären, eine Hinrichtung verhindern, das System der Zwangsrekrutierungen ergründen und herausfinden, wer ihr unheimlicher Verfolger ist. Die beiden stellen das klassische Amateurermittlergespann dar, dessen Reiz auf der Gegensätzlichkeit der Charaktere beruht. Kestner ist ein Archivar mit Leib und Seele, der großen Wert auf Recht und Ordnung legt und den es glücklich macht, ein schönes Buch in den Händen zu halten. Lorenz hingegen ist ganz begeistert von den aus Frankreich herüberschwappenden Revolutionsgedanken, ein junger Heißsporn, der die Welt verbessern möchte und gerne (und oft) unüberlegt handelt. Wie meist bei solchen Paarungen ist reichlich Konfliktpotential da, was also nicht überraschend, hier aber gut umgesetzt ist. Besonders reizvoll ist das gesamte Szenario. Die Zustände in Weimar werden so ausdrucksstark und atmosphärisch dicht beschrieben, dass ich alles klar vor Augen hatte und manches Mal richtig erschüttert war. Diese Zeit war für einfache Menschen mehr als schwer und das wird sehr, sehr deutlich. Einige Schilderungen sind recht drastisch, aber ich denke, dass dies (leider) den damaligen Verhältnissen entspricht. Goethe lernt der Leser von einer sehr speziellen Seite kennen. Wer ihn bislang nur als Dichter kannte, wird überrascht sein. Der Autor hat zwar einen Roman geschrieben, die Handlung aber vor historischem Hintergrund angelegt, gut recherchiert und neben Goethe und Kestner noch weitere reale Personen agieren lassen. So wirkt alles sehr realistisch und die (vermutlich) fiktiven Handlungen und Dialoge bilden mit den historischen Tatsachen ein stimmiges Ganzes. Mit einer Ausnahme – und die heißt Mephistopheles. Dieser tritt in Erscheinung und bindet so auf interessante Weise auch noch die Faust-Thematik mit ein. Allerdings wurde das für meinen Geschmack zum Ende hin ein bisschen viel – ich mag’s einfach lieber real. Fazit: Goethe mal anders. Toll geschrieben, spannend und mit authentisch wirkendem Szenario. »Denn alles Bestehende ist wert, dass es zugrunde geht.«

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    • 12
  • Ein humanistisches Abenteuer

    Das Erlkönig-Manöver

    Farbwirbel

    Der Geheimrat Goethe wird dazu berufen, den Thronfolger der Bourbonen, Louis Charles in sicheres Gewahrsam zu nehmen und somit den Siegeszug Napoleons zu stoppen. Louis Charles ist der Sohn Marie Antoinettes und Louis XVI. Da nie ganz geklärt wurde, woran der Junge gestorben ist, nutzt Robert Löhr diese Lücke und erdenkt sich einen lebendigen Louis Charles, der aus seinem amerikanischen Exil zurückkommt, um Frankreich zu regieren. Johann Wolfgang von Goethe muss sich nun eine Truppe zusammensuchen, mit der er dieses Himmelfahrtskommando durchführen konnte. Sein Freund Friedrich Schiller, der genauso wie Goethe selbst bereits in die Jahre gekommen war, hilft ihm bereitwillig. Hinzu kommen Alexander von Humboldt, Bettine von Brentano, deren Liebhaber Achim von Arnim sowie im späteren Verlauf der junge, aufstrebende Heinrich von Kleist. Was für eine Kombination! „Herr von Goethe sucht sein Heil in der Antike, Achim sucht es im Mittelalter – warum, frage ich, sucht es keiner von beiden in der Gegenwart?“ Auf diese Frage hatte weder der Klassiker noch der Romantiker eine Antwort, und Kleist konnte sich mit dem Lorbeeren des lachenden Dritten schmücken […]. - S. 249f Kein Plan funktioniert, doch irgendwie schaffen es diese sechs Koriphähen, Louis Charles zu retten. Sie werden jedoch von Anhängern der napoleonischen Fremdherrschaft verfolgt. Eine turbulente Flucht entspinnt sich, in der sowohl politische Meinungen aufeinanderkrachen, als auch poetische. Die Liebe ist tragendes Mittel und wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Allen voran überrascht Löhr mit versteckten Annekdoten und Bezügen zu Werken des Sextettes. Der Aufbau ist chronologisch angeordnet. Teilweise wird dem Leser erläutert, was Personen während ihrer Abwesenheit getan haben, ansonsten handelt es sich aber um eine gradlinige Erzählung. Robert Löhr schrieb und schreibt Historienromane der etwas anderen Art. Ich durfte bisher den Sängerkrieg von ihm lesen, welches mir einen neuen Blick auf die Mediävistik möglich machte. Es überzeugte vollends. Leider kann ich dies nicht beim Erlkönig-Mannöver bestätigen. Dröge Sätze, langatmige Passagen... Nach dem ersten Abenteuer hatte man das Gefühl, dass es nun eigentlich auch zuende sein könnte. Schade! Das Figurenpersonal würde so viel mehr anbieten. Natürlich wurden Programmatiken besprochen, teilweise auch auf einzelne Werke eingegangen, aber irgendwo blieb die Spannung bzw. eigentlich der Leser auf der Strecke. Zudem wurden offentsichtliche Pointen gesetzt, die mich persönlich nicht überraschten, denn die immer wiederkehrenden Werther-Witze sind irgendwann dann auch passé. Wo blieb die Originalität, die ich an Löhr so schätzte? Gegen Ende wurde das Buch dann wieder etwas spannender, doch ich bleibe ziemlich enttäuscht zurück.

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    • 9

    KruemelGizmo

    29. April 2016 um 22:34
  • Rezension zu "Das Erlkönig-Manöver"

    Das Erlkönig-Manöver

    Asmodina66X

    31. March 2016 um 07:43

    Inhalt Im Februar 1805 setzt eine bunte Truppe im Schutz der Dunkelheit über den Rhein: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller, Achim von Arnim und Bettine Brentano sowie Heinrich von Kleist und Alexander von Humboldt. Ihr Auftrag: den wahren König von Frankreich aus dem französisch besetzten Mainz zu befreien. Ihr Gegner: Kaiser Napoleon I., der mächtigste Mann der Welt. Mit intelligentem Witz und fundierter Sachkenntnis beschert uns Robert Löhr einen hinreißenden historischen Roman um die Ikonen der deutschen Literatur. Schreibstil Der Schreibstil des Autors ist absolut lobenswert, soviel die Szenen als auch die Gefühle der Charaktere sind sehr treffend beschrieben und auch eine Prise Humor fehlt nicht. Ich musste einige Male sehr herzlich lachen. Fazit Ich freue mich sehr, weitere Werke des Autors zu lesen und bin gespannt, was er aus den anderen literarischen-historischen Mythen gemacht hat.

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  • Die fiktive Reise in ein großes Abenteuer ...

    Das Erlkönig-Manöver

    Bellis-Perennis

    19. May 2015 um 07:24

    Man schreibt das Jahr 1805. Napoleon und seine Truppen überrennen ein Fürstentum nach dem anderen. Geheimrat Goethe erhält von seinem Herzog (dem aus Weimar) den Auftrag, die französische Monarchie zu retten und den Dauphin Louis Charles aus den Fängen Napoleons zu befreien. Das Argument, der Königssohn sei schon seit zehn Jahren tot, lässt der Fürst nicht gelten. Mit von der Partie sind Dichterfreund, Armbrustschütze und Wundarzt Friedrich Schiller, Naturforscher Alexander von Humboldt, Romantiker Archim von Arnim und als weibliche Tarnung Bettine Brentano (Arnims spätere Gemahlin). Gemeinsam versuchen sie den Auftrag des Herzogs auszuführen. Sie entführen tatsächlich einen Jungen, den sie für den gesuchten Thronfolger halten. Schiller versucht ihm die „Deutschen Ideale“ zu erklären. Sie bestehen eine Menge Abenteuer, werden von Heinrich von Kleist gerettet, reisen kreuz und quer durch die Deutschen Lande. Dabei kommen allerlei Abgründe zu Tage: Kleist lässt sich auf ein Schäferstündchen mit Alexander von Humboldt ein, obwohl er eigentlich Goethes Gunst erringen wollte. Goethe steht überhaupt hoch im Kurs: neben Heinrich von Kleist will auch Bettine des Dichterfürsten Liebe erringen. Dieses (vergebliche) Bemühen lässt Archim vor Eifersucht rasen. Robert Löhr inszeniert in seinem fiktiven Spektakel einen schnellen Roman. Leider wird das eine oder andere Mal die gestelzte Sprache, die der Autor seinen Dichtern in den entsprechenden Mund legt, ein bisschen zur Qual. Trotzdem habe ich herzlich lachen müssen.

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  • Getürkt!

    Der Schachautomat

    Arun

    Der Schachautomat von Robert Löhr Ein „Historischer Roman“ aus dem 18. Jahrhundert mit dem Habsburger Kaiserreich als Hintergrund. Der Handlung zugrunde liegt die reale Figur des Wolfgang von Kempelen und seines Schachautomaten. Inhalt. Der vielseitig Begabte Wolfgang von Kempelen, ein hoher Beamter aus niedrigem Adel im Dienste der Kaiserin Maria Theresia weilt am Kaiserhof in Wien. Nach der Vorführung des französischen Gelehrten Jean Pelletier im Bereich Magnetismus bedauert die Kaiserin, dass immer nur Ausländer, nie aber Österreicher die Welt mit neuen Erfindungen und Experimenten verblüffen. Wolfgang von Kempelen meldet sich zu Wort und verspricht der Kaiserin binnen sechs Monaten ein Experiment zu präsentieren, welches jene von Jean Pelletier in den Schatten stellt. Das Buch erzählt uns nun die Geschichte der Erfindung in allen Einzelheiten, darunter auch den Bau, den Betrieb und die Hintergründe rund um den Schachautomaten. Meine Meinung. Ein Roman, der uns einen wissenschaftlichen Betrug in der Form eines Taschenspielertricks näherbringt. Die Geschichte wird chronologisch etwas Hin- und herspringend erzählt. Die Hauptdarsteller werden ausführlich vorgestellt, wir erfahren einiges aus ihren vorhergehenden Leben mit Werdegang, Erlebnissen und Befindlichkeiten. Möchte die Hauptfiguren mal kurz skizzieren: Der Ideengeber Wolfgang von Kempelen wurde schon genannt. Der Jude Jakob sein Gehilfe ein genialer Handwerker, welcher immer für eine kluge Bemerkung gut ist und dabei ­allen weltlichen Vergnügen gerne zuspricht. Tibor Scardanelli der kleinwüchsige Schachspieler, welcher das Gehirn und den Bediener des Schachautomaten darstellt. Ein kleiner Mensch, der schon viel von der Welt gesehen und dabei immer seine Frömmigkeit bewahrt hat. Baronin Ibolya Jesenak, eine Frau mit vielen Facetten und Elise eine Mätresse vom Königshof die als Spionin agiert. Diese Figuren und viele mehr zeigen uns ein schönes Abbild der Habsburger Zeit. Fazit. Eine lesenswerte Geschichte um den seinerzeit berühmten Schachautomaten „Der Türke“ genannt,verwoben mit technischen Aspekten, sozialen Umständen und gesellschaftlichen Gepflogenheitendes späten 18. Jahrhunderts.

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    • 13
  • witzige und interessante Vorstellung

    Das Erlkönig-Manöver

    dominona

    15. October 2014 um 10:18

    Wenn Goethe, Schiller, Kleist, Bettina von Armin und Bruder, sowie Alexander von Humboldt eine gemeinsame Reise unternehmen mit dem Ziel Frankreich seinen rechtmäßigen Thronerben wiederzugeben, dann kann das nur lustig werden! Dieses Buch sprüht nur so vor Sprachwitz und ensprechenden zeitlichen Bezügen. Man erfährt das eine oder andere historisch belegte über die Personen und die Konstellation bringt es mit sich, dass sich Dialoge ergeben, welche die historischen Widersprüche der Zeit wunderbar darstellen.

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  • Mantel-und-Degen-Abenteuer mit Goethe und Co.

    Das Erlkönig-Manöver

    winter-chill

    Ein actiongeladenes Mantel-und-Degen-Abenteuer und in den Hauptrollen die Dichtergrößen des 18./19. Jahrhunderts. Klingt verrückt? Ist es auch ein bisschen, aber in positivem Sinn. Die Handlung: Im Jahr 1805 bekommt Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe von seinem Herzog den Auftrag, den tot geglaubten französischen Thronfolger Louis-Charles aus den Fängen Napoleons zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Unterstützung bekommt Goethe von keinem geringerem als seinem Freund Friedrich Schiller sowie von Alexander von Humboldt, Bettine Brentano, Achim von Arnim und Heinrich von Kleist. Auf der Odyssee quer durch Deutschland wird natürlich geschossen, gefochten und auch mit spitzfindigen Sprüchen nicht gegeizt. Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht, den Roman zu lesen. Löhr schafft einen perfekten Spagat zwischen Fiktion und Historie. So absurd die Geschichte auch klingen mag, sie wird zu keiner Zeit albern. Im Gegenteil: Der Roman bietet ganz viel Wortwitz und Situationskomik. So gibt es herrliche Anspielungen auf das Leben oder die Werke der Dichter und man stolpert auch immer wieder über bekannte Zitate, zum Beispiel aus „Kabale und Liebe“ oder „Die Leiden des jungen Werther“. Sprachlich ist der Roman auf jeden Fall brillant, weil Löhr sein Buch klingen lässt, als wäre es im 19. Jahrhundert geschrieben worden. Das lässt die irrwitzige Geschichte fast schon authentisch wirken. An manchen Stellen waren mir die Actionszenen zwar oft ein wenig zu viel. Nichts desto trotz aber eine intelligent gemachte, unterhaltsame, geistreiche, komische Geschichte.

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    • 5

    Arun

    01. September 2014 um 00:55
  • Historische Fantasy Action mit pathetisch elegischen Anteilen

    Das Erlkönig-Manöver

    thursdaynext

    Schillern, Goethen, Humboldt, Heinrich v. Kleist, Achim v. Arnim und als Femme fatale Bettine v. Brentano (damals noch) dazu klopstockts noch, was will man mehr ?!   In rettender Mission sind hier, die zwei Erstgenannten  bereits weit jenseits ihrer Sturm- und Drangjahre, die berechtigt Elitären  unterwegs im Auftrag des Guten . Vermeintlich oder womöglich. Wie sagt Schiller: „Ganz recht: man muss im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden“ Gesoffen, geschossen, gefochten  und gekloppt wird, ja man fühlt sich als lese man Alexandre Dumas Musquetier Abenteuer. Auch sprach- und stilistisch versetzt der Autor in diese Zeit zurück. Das muss man mögen, dann kann man dieses historisch nicht zu belegende, aber den Protagonisten auf den Leib geschriebene Husarenstück, diese Schelmenstreiche der Geistesgötter schätzen, ein wenig Werkskenntnis vorausgesetzt, denn hier wird fröhlich daraus zitiert. Goethe der seine Christiane so nett seinen „Bettschatz“  nennt ist hier der Kopf und klar wiedererkennbar gezeichnet, der edle, hübsche Schiller schon ein wenig kränklich, dennoch wird hier gewiss nicht nur mit Worten gefochten. Schiller greift auch tapfer zum Geweih und Bettine ist nicht nur verbal treffsicher. So lässt sich weltverbessern fein lesen. Ein ausnehmend amüsant geglückter,mit der  Historie gekonnt spielender Spass und Genuß.        

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    • 2

    Arun

    08. July 2014 um 10:59
  • Ein großes Abenteuer für große Dichter

    Das Erlkönig-Manöver

    Sabine17

    01. March 2014 um 22:13

    Johann Wolfgang von Goethe wird 1805 mit dem Auftrag betraut, den für tot gehaltenen französischen Thronfolger aus dem französisch besetzten Mainz zu befreien. Ein Unternehmen gegen die Zeit, denn die Anhänger Napoleons wollen ihn umbringen. Goethe rekrutiert für dieses waghalsige Unternehmen seine Freunde Schiller und Alexander von Humboldt sowie Bettine von Brentano und ihren Verlobten Achim von Arnim. Später stößt noch Heinrich von Kleist zu der Truppe. Treffend zusammengefasst hat es der Südwestdeutsche Rundfunk: "Eine Mixtur aus Fiktion und wahrer Historie, aus hochgeistigen Anspielungen und handfester Action. Unbedingt lesenswert." Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat unheimlich Spaß gemacht, die Anspielungen auf die Werke der großen Dichter zu lesen. Obwohl ich diese in meiner lang zurückliegenden Schulzeit gelesen habe, habe ich doch zahlreiche Zitate wieder erkannt Ein gut geschriebenes, spannendes, historisches Buch aus der Zeit der großen Klassiker. Allein die Idee finde ich schon klasse!

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  • Rezension zu "Das Erlkönig-Manöver" von Robert Löhr

    Das Erlkönig-Manöver

    parden

    29. April 2012 um 22:26

    EIN AMÜSANTES POSSENSTÜCK... Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Nein, es ist nicht der Vater mit seinem Kind. Sondern eine illustre Gesellschaft in geheimer Mission. Bekannte Größen der Geschichte wie Goethe, Schiller, Alexander von Humboldt, Achim von Arnim, Bettine Bretano und Heinrich von Kleist ziehen kreuz und quer durch deutsche Lande, letztlich um Napoleon Bonarparte vom Thron zu stürzen, damit teutsch bleibt was des Teutschen ist. Robert Löhr hat hier ein amüsantes Possenstück kreiert, das mir ausgesprochen gut gefallen hat. Allein die Idee zu diesem Roman finde ich schon außerordentlich. Dabei sprüht der Roman phasenweise vor Witz, und manchesmal musste ich auch mehr als schmunzeln. Die Vorläufer des Graffiti beispielsweise, wenn an Hauswänden zu lesen war: "Gäb´s jetzt noch einen Götter-Sohn, so wär´s gewiss Napoleon." Oder als mitten in einem Überfall plötzlich alle Beteiligten beginnen, über "Die Leiden des jungen Werther" zu diskutieren. Oder aber auch, als Goethe plötzlich beschließt, Faust I und II durchaus wörtlich zu nehmen, nämlich im Gesicht seines Gegners... All dies waren jedoch eher subtile Bonmots, die die eigentliche Geschichte zu keiner Zeit zum Slapstick verkommen ließen... Da ich bezüglich historischer Fakten meist eher unsicher bin, habe ich zwischendurch immer mal wieder das Internet bemüht und dabei gestaunt, wieviele Fakten Löhr tatsächlich in diese Geschichte integriert hat. Selbst eine zufällige Begegnung Goethes und Schillers in den Straßen Weimars hat seinerzeit tatsächlich stattgefunden. Auch die altertümliche Schreibweise mit Begriffen wie "fürderhin", "Zugegensein", "Fisimantenten" oder "etwelche" demonstriert für mich die liebevolle Ausgestaltung des Romans. Nach der Hälfte des Buches hätte ich sogar die Höchstpunktzahl vergeben - für mich bei einem historischen Roman sonst kaum vorstellbar... Dann jedoch gestaltete sich die Erzählung über einige zig Seiten etwas zäh und langatmig, und der Witz ging dabei etwas verloren. Zum Glück zogen Spannung und Unterhaltung gegen Ende wieder mehr an, so dass ich zusammenfassend nur sagen kann: bitte mehr davon! Da offensichtlich noch eine Fortsetzung des Romans existiert, werde ich also danach mal meine Augen offen halten...

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  • Rezension zu "Das Erlkönig-Manöver" von Robert Löhr

    Das Erlkönig-Manöver

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. February 2012 um 14:28

    Im Jahr 1805 erhält Johann Wolfgang von Goethe von seinem Freund Carl August, dem Herzog von Weimar, den Auftrag zum Sturz Napoleons beizutragen indem er Frankreichs rechtmäßigen Thronfolger, den Dauphin, aus seiner Gefangenschaft in Mainz befreien soll. In Begleitung von Friedrich Schiller und Alexander von Humboldt bricht er aus Weimar auf und gewinnt auf seiner Reise noch drei weitere Gefährten: Heinrich von Kleist, Bettine Brentano und Achim von Arnim. Zusammen begeben sie sich ins französisch besetzte Mainz und durchleben anschließend eine abenteuerliche Flucht, auf der vor allem Goethe mit seiner direkten Art den Zusammenhalt der Gruppe auf eine harte Probe stellt. Als großer Bewunderer von Goethe, Schiller und Humboldt, bin ich durch Zufall auf das Buch gestoßen und war gespannt wie so eine Abenteuerreise ausgesehen haben könnte. Die Geschichte ist sehr satirisch und spielt mit Motiven aus den Werken der Helden des Romans. Was mich allerdings gestört hat, waren kleine unglaubwürdige Momente in den Kampfszenen (Jemand will flüchten, springt durch ein Fenster und fliegt direkt durch das Dach der Kutsche die ihn davonfährt usw.) und die Liebe, die sich zwischen Humboldt und Kleist entwickelt - das war mir dann doch zu weit hergeholt, weil natürlich keiner von beiden homosexuell war. Dennoch fand ich das Buch, vor allem wegen der schönen Dialoge, sehr unterhaltsam und gut geschrieben.

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  • Rezension zu "Das Erlkönig-Manöver" von Robert Löhr

    Das Erlkönig-Manöver

    Arthanis

    04. December 2011 um 12:14

    Klasse Sprache und mal eine völlig neue Sicht auf die großen Geister Deutschlands... ;)

  • Rezension zu "Das Erlkönig-Manöver" von Robert Löhr

    Das Erlkönig-Manöver

    walli007

    11. November 2011 um 20:03

    Die eiserne Maske Da sind sie, Goethe und seine Mannen und natürlich Bettine. Goethe, der es nicht lassen kann, in den Wirren seiner Zeit mitzumischen, übernimmt den Auftrag den französischen Thronfolger, zu befreien. Goethe, der der Herrschaft Napoleons nun gar nichts abgewinnen kann, stürzt sich ins Abenteuer. Der erste seiner Getreuen ist sein Freund Schiller. Auf dem weiteren Weg lesen sie noch weitere namhafte Begleiter auf. Und so entwickelt sich eine turbulente Deutschlandreise, auf der dem Trupp um den großen Goethe so manche Gefahr begegnet, so manchen begegnet auch die Liebe, doch leider sind Krankheit und Tot auch nicht immer fern. Aus diesen Zutaten hat der Autor ein ausgesprochen feines Geschichtchen gesponnen. Mit heiteren und ernsten Worten vermochte er zu fesseln und zu begeistern. Dabei verquickt er sehr geschickt die geschichtliche Wahrheit mit der dichterischen Freiheit zu einen genüsslich zu lesendem literarischen Schelmenstreich. Ein Kleinod, das große Beachtung verdient.

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  • Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ...

    Das Erlkönig-Manöver

    Stefan83

    26. October 2011 um 13:05

    Sackerment, ich war ein Tor! Da habe ich doch, trotz lobender Kritiken von allen Seiten und drängender Aufforderungen es alsbald zu lesen, Robert Löhrs „Das Erlkönig-Manöver“ drei Jahre lang im Bücherregal verstauben lassen und damit ein großartiges Stück Literatur verpasst. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass deutsche Autoren nicht lustig, sondern nur Klamauk schreiben können, ist es Löhr hier gelungen, ein kleines Juwel auf Papier zu bringen, das diese Klischees widerlegt und sich gleichzeitig auf Anhieb weit nach oben in meine persönliche Bücherhitliste katapultiert. Und wann immer man sich als Rezensent sonst mühevoll den Kopf zermartern muss, um positive wie negative Aspekte eines Buches objektiv darzustellen, bietet sich nun endlich die einmalige Gelegenheit jegliche Zurückhaltung über Bord zu schmeißen und zu Loben bis die Tastatur raucht. „Das Erlkönig-Manöver“ ist ein unglaubliches Vergnügen, das von der ersten Seite an auf allerhöchstem Niveau unterhält und mit einer feinsinnigen Gagdichte aufwartet, die ihresgleichen sucht. Wer hier nicht mal schmunzelt, nicht mal einmal das Leuchten in den Augen bekommt, der geht sonst wohl zum Lachen in den Keller. Jetzt zur Geschichte, die an dieser Stelle nur kurz angerissen sei, würde doch eine ausführlichere Inhaltsangabe zu viel von dem vorweg nehmen, was den Leser an Vergnüglichem bei der Lektüre erwartet: Weimar im Jahre des Herrn 1805. Ein Großteil Europas ist in die Hände der Franzosen gefallen. Neue Gebietsabgaben bedrohen die vielen kleinen deutschen Fürstentümer. Darunter ist auch das von Herzog Karl August, dem Gönner und Dienstherrn des ehrwürdigen Geheimrats Wolfgang von Goethe. Letzterer wird nun an einem kühlen Februarmorgen zu einer privaten Unterredung in das Schloss zu Weimar bestellt und zu seinem großen Erschrecken mit einem wahrhaften Himmelfahrtskommando betraut: Louis-Charles, Sohn des hingerichteten Königs Louis XVI., hat die Wirren der Revolution überlebt, ist aber nach jahrelanger Flucht in Napoleons Hände geraten. In einem düsteren Verlies im französisch besetzten Mainz droht ihm der Tod – Goethe soll nun ausziehen, um das Leben des rechtmäßigen Thronfolgers zu retten, damit dieser Napoleons tyrannische Herrschaft brechen kann. Da eine solch lebensgefährliche Mission nicht allein bewältigt werden kann, versichert sich der alte Kämpe illustrer Unterstützung. Neben seinem besten Freund Friedrich von Schiller stößt auch der reiseerfahrene Alexander von Humboldt zum Team. In Frankfurt schließen sich zudem Bettine Brentano und ihr Verlobter Achim von Arnim der Gruppe an, die kurz vor Mainz noch vom Franzosen hassenden Heinrich von Kleist komplettiert wird. Gemeinsam sieht man sich schließlich der gut bewachten Feste gegenüber und schmiedet einen Plan, bei dessen Ausführung die besten Waffen ihre spitze Zungen zu sein scheinen. Wohlgemerkt nur scheinen, denn im Verlauf ihres Abenteuers ist der Verschleiß an Pulvern, Armbrustbolzen und Kugeln höher, als man gemeinhin von solchen Dichtern und Denkern erwarten würde … „Fasten your seatbelts!“, denn hinter dem sich auf dem Cover langsam öffnenden roten Vorhang erwartet sie ein rasantes und komödiantisches Bubenstück mit einer so hanebüchenen Handlung, dass man schlichtweg nicht anders kann als schallend lachend die Sessellehne zu traktieren. Was Robert Löhr hier abbrennt, ist eine intelligente und höchst vergnügliche Feuerwerk-Mischung aus Bildungs- und Agentenroman, bei der Freunde von Klassik und Moderne gleichermaßen etwas geboten bekommen und der bei dem ein oder anderen vielleicht sogar das Interesse an diesen literarischen Lichtgestalten wecken wird. Dem Autor gelingt es auf bemerkenswerte Art und Weise die Lebensläufe der vielen herausragenden Personen dieser Zeit sprachlich hochwertig, politisch brisant und beklemmend spannend zu verknüpfen, ohne dabei in seiner liebevollen Respektlosigkeit zu weit zu gehen oder am Mythos dieser verstorbenen Legenden zu sägen. Im Gegenteil: Zielsicherer Witz und fundierte Sachkenntnis gehen hier eine perfekte Symbiose ein und lassen diese komplett unglaubwürdige Geschichte auf den Leser irritierend glaubhaft wirken. Löhr pustet den Staub von den Gebeinen, würzt die deutschen Klassiker mit einer Priese schärfsten Pfeffers und katapultiert eine längst vergessene Ära in die heutige Zeit. Schon lange hat es mir nicht mehr soviel Spaß gemacht, eine Gruppe von „Helden“ bei ihrem Treiben zu beobachten. Schon lange habe ich nicht mehr solch akkurat und doch federleicht gezeichnete Figuren in einem Buch erlebt. „Das Erlkönig-Manöver“ hätte einen Regenguss von Superlativen verdient, ist es doch ein rares Kleinod im Allerlei deutscher Bieder -und Verbittertheit. Ein unglaubliches, verwegenes Vergnügen, das unbekümmert mit einem Stück Kultur spielt ohne es zu entwerten und ihm dabei sogar neue Facetten abringt. Wer wäre je auf die Idee gekommen, Schiller zum treffsicheren Armbrustschützen zu erheben, aus Humboldt einen preußischen Lederstrumpf zu machen oder Kleist als schießwütigen Pistolenschützen in Szene zu setzen? Es sind diese Absurditäten, die Löhr einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz im Genre der historischen Romane (als ein solcher wird das Buch ja beworben) verleihen, macht er doch damit die toten Klassiker zu lebendigen, nachvollziehbaren und liebenswerten Figuren. Löhrs Repertoire erschöpft sich zudem nicht nur in der Liebe zur Verballhornung. Er erweist sich auch als Meister der Sprache, dem es mit einer beispiellosen Sicherheit gelingt, die sprachlichen Redewendungen und Eigenheiten der Zeit um 1800 mit den Zitaten aus den Werken der Helden seiner Erzählung zu verweben. Dabei präsentiert er dem Leser gleich eine ganze Reihe der herrlichsten Wortspiele, welche die von unerwarteten Wendungen und stets neuen Bedrohungen durchsetzte Geschichte mit Komik auflockern. Sich dieser Reisegruppe anzuschließen, ihrer Mission beizuwohnen, bedeutet eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Und diese verführt aufgrund tragischer Szenen neben dem Lachen auch zum schmerzhaften Schlucken. Wenn ein Buch diese Balance, diese Waage hält, den Witz mit der Tragik vereint, und dabei glaubhaft bleibt, dann kann man wahrlich von einem Meisterstück sprechen. Ich bin über einige Stunden mit den Figuren durch dick und dünn gegangen, habe im Geiste mit ihnen gebangt, gekämpft, gezecht und letztlich sogar geweint, um am Ende „Das Erlkönig-Manöver“ mit staunender Ehrfurcht zuzuklappen. Ein Buch mit solch erfrischender Leichtigkeit und Esprit ist mir bis dato nicht untergekommen. Großes Lob an Robert Löhr, der mein Interesse an der klassischen Literatur mit wenigen Seiten stärker entfachen konnte, als es zwei Deutsch-LKs in der Oberstufe oder vier Semester Literaturwissenschaft an der Universität je vermocht haben. Ich neige mein Haupt vor dieser Leistung und habe die Fortsetzung „Das Hamlet-Komplott“ sogleich meinem Bücherregal einverleibt. Insgesamt ist „Das Erlkönig-Manöver“ ein unterhaltsames, überraschendes und, trotz seines schillernden Witzes, informatives kleines Meisterwerk, dem ich noch ganz viele Leser wünsche und das nur ganz knapp an einer möglichen Maximalwertung vorbeirauscht. Wer über historische Fehler hinwegsehen kann, schelmenhaften Humor mag und nicht zu den überpingeligen Vertretern des Feuilletons zählt, der kommt an diesem Buch jedenfalls nicht vorbei.

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