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Bellis-Perennis

vor 2 Jahren

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Man schreibt das Jahr 1805. Napoleon und seine Truppen überrennen ein Fürstentum nach dem anderen.
Geheimrat Goethe erhält von seinem Herzog (dem aus Weimar) den Auftrag, die französische Monarchie zu retten und den Dauphin Louis Charles aus den Fängen Napoleons zu befreien. Das Argument, der Königssohn sei schon seit zehn Jahren tot, lässt der Fürst nicht gelten.
Mit von der Partie sind Dichterfreund, Armbrustschütze und Wundarzt Friedrich Schiller, Naturforscher Alexander von Humboldt, Romantiker Archim von Arnim und als weibliche Tarnung Bettine Brentano (Arnims spätere Gemahlin). Gemeinsam versuchen sie den Auftrag des Herzogs auszuführen.
Sie entführen tatsächlich einen Jungen, den sie für den gesuchten Thronfolger halten. Schiller versucht ihm die „Deutschen Ideale“ zu erklären.
Sie bestehen eine Menge Abenteuer, werden von Heinrich von Kleist gerettet, reisen kreuz und quer durch die Deutschen Lande. Dabei kommen allerlei Abgründe zu Tage: Kleist lässt sich auf ein Schäferstündchen mit Alexander von Humboldt ein, obwohl er eigentlich Goethes Gunst erringen wollte.
Goethe steht überhaupt hoch im Kurs: neben Heinrich von Kleist will auch Bettine des Dichterfürsten Liebe erringen. Dieses (vergebliche) Bemühen lässt Archim vor Eifersucht rasen.
Robert Löhr inszeniert in seinem fiktiven Spektakel einen schnellen Roman. Leider wird das eine oder andere Mal die gestelzte Sprache, die der Autor seinen Dichtern in den entsprechenden Mund legt, ein bisschen zur Qual.
Trotzdem habe ich herzlich lachen müssen.

Autor: Robert Löhr
Buch: Das Erlkönig-Manöver
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