Robert Löhr Krieg der Sänger

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Inhaltsangabe zu „Krieg der Sänger“ von Robert Löhr

Durch eine perfide List geht es den größten Dichtern des Mittelalters an den Kragen: Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und vier weitere Sänger lassen sich auf einen Wettstreit ein, bei dem der beste gekrönt und der schlechteste geköpft werden soll. Tragikomisch, düster und drastisch – Robert Löhr sprengt mit seiner Erzählung des legendären Sängerkriegs alle Ketten des historischen Romans.

Tolles, außergewöhnliches Buch, das anregt, sich näher mit dem Thema zu befassen.

— Elisabeth_Waterfeld
Elisabeth_Waterfeld

Die Geschichte um den Sängerkrieg handelt nicht nur von Gewalt und Schrecken, sondern auch von Mut und Entschlusskraft.

— quatspreche
quatspreche

So habe ich das nicht in der Schule gelernt! Witzig, humorvoll, derb, jede Seite eine Überraschung, gelungener Mittelalter Minnesänger-Krimi

— Bibliomarie
Bibliomarie

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  • Krieg der Sänger

    Krieg der Sänger
    quatspreche

    quatspreche

    06. December 2015 um 17:23

    Das Buch “Krieg der Sänger” von dem Berliner Robert Löhr hat mir viel Freude bereitet. Die gebundene Ausgabe von Piper kommt mit einem netten, dezenten Buchumschlag und einem Lesebändchen daher. In den Vorsätzen ist der Grundriss der Wartburg abgebildet und damit ist man schon im Geschehen der Handlung. Es geht um den Sängerkrieg Anfang des 13. Jahrhunderts, einem Spektakel, das die berühmtesten Lyriker der Zeit, wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach, in einem Wettstreit um Leben und Tod zusammenkommen lässt. Die ursprüngliche Sage gibt es in verschiedenen Versionen, aus verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Darstellern. Erzählt wird der Sängerkrieg hier vom Teufel selbst, der einige Jahrhunderte später mit keinem geringeren als Martin Luther in einem der Räume der Wartburg sitzt und versucht, ihn davon abzuhalten, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen, indem er ihn von der Bosheit des Menschen überzeugen will. Er prophezeit Luther sogar die Folgen, die seine Arbeit haben wird. Doch wir alle wissen, wie es ausging – Luther ließ sich nicht von der Geschichte beeinflussen und setzte sein Werk fort, denn die Geschichte um den Sängerkrieg handelt nicht nur von Gewalt und Schrecken, sondern auch von Mut und Entschlusskraft. Robert Löhr hat, meiner Meinung nach, ein gutes Mittelmaß zwischen Mythos und Realität gefunden, mit z.T. witzigen Anekdoten zu den einzelnen Darstellern und gut durchdachten Charakterzügen.

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  • Ein empfehlenswerter historischer Roman

    Krieg der Sänger
    andreasmk

    andreasmk

    15. February 2015 um 00:33

    Die Geschichte von Martin Luthers Tintenfass, das er nach dem Teufel geworfen haben soll, ist allgemein bekannt. Doch was wirklich in dieser Nacht geschah, berichtet dieser Roman: Der Teufel erzählt Luther eine Geschichte, um ihn von der Schlechtheit der Menschen zu überzeugen. Diese Geschichte handelt vom Sängerkrieg, jenem legendären Sängerwettstreit, der sich mehrere hundert Jahre früher ebenfalls auf der Wartburg zugetragen haben soll. Dort hat Landgraf Herrmann von Thüringen kurz vor Weihnachten die größten deutschen Sänger seiner Zeit zum gemeinsamen Austausch eingeladen. Doch kurz nach deren Eintreffen entbrennt zwischen den Künstlern ein Wettstreit mit sehr hohem Einsatz. Mit fundiertem Hintergrundwissen und einfallsreicher Erzählgabe kombiniert Robert Löhr bekannte geschichtliche Fakten, Legenden und glaubhafte Fiktion in einer unterhaltsamen Geschichte. Dabei verleiht er jedem der Sänger seine speziellen Charakterzüge und seine eigene Vorgeschichte, die in kurzen Einschüben erläutert wird und den Hauptcharakteren Tiefe verleiht. Bemerkenswert ist auch die vom Autor erzeugte Grundstimmung, die durch das kalte Winterwetter, die abgeschiedene Lage der Wartburg und den damit verbundenen Aberglauben der Bewohner unterstrichen wird. Fazit: Ein Buch, das geschickt, unterhaltsam und glaubhaft Geschichte und Fiktion vereint und damit eine klare Empfehlung für Fans historischer Romane.

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  • Rezension zu "Krieg der Sänger" von Robert Löhr

    Krieg der Sänger
    walli007

    walli007

    08. January 2013 um 18:51

    Reigen Der Teufel besucht Luther auf der Wartburg, um ihn davon abzuhalten die Bibel zu übersetzen. Er will Luther von dem Wettstreit der Sänger berichten, dass im Jahr 1206 auf besagter Burg stattgefunden hat. Und so beginnt die Erzählung des Teufels mit der Ankunft der Sänger auf der Burg. Gleich nach der Ankunft beißt das rabiate Pferd eines der Sänger einem Ritter einen Finger ab. Nachdem dieser die schmähliche Verwundung übersteht, will er sich an dem vermaledeiten Gaul rächen. Um die Finger des erblindeten Sängers Reimar zu retten, erzählen seine Gefährten ihm, die sanfte Stute Walters von der Vogelweide sei die Übeltäterin gewesen. Dieser nun meuchelt der Ritter, nachdem er die Szene beobachtet hat. Und so führt eine kleine Boshaftigkeit zur Nächsten. Was der Teufel mit seiner Erzählung erreicht, ist klar, da alle das Ergebnis kennen. Und ich sehr froh, das Buch in der Bücherei zu finden, habe es gleich gelesen. Allerdings hat es mir nicht ganz so zugesagt wie der "Erlkönig" und "Das Hamlet-Komplott". In diesen Büchern waren mir die meisten der Protagonisten wohlbekannt und es war eine Freude sie in einem anderen Umfeld kennenzulernen. Dies war hier nun nicht der Fall. Die Dichter oder Sänger des Mittelalters und deren Werke sind mir doch recht fern. Und ihre Dichtungen sind mir größtenteils unbekannt. So konnte ich mich hier nicht in die Handlung hineinfühlen. Zwar war es spannend, die Handlungsstränge zu verfolgen und etliche Ideen des Autors waren sehr beeindruckend und zeugten von hoher Sachkenntnis. Doch ich konnte die Lektüre nicht so gut würdigen wie erhofft.

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  • Rezension zu "Krieg der Sänger" von Robert Löhr

    Krieg der Sänger
    Karr

    Karr

    10. September 2012 um 20:02

    Ein historischer Roman, der auch ein ungewöhnlicher historischer Krimi ist über den legendären "Sängerkrieg" auf der Wartburg in Thüringen im Jahr 1206. Wie wir alle wissen trafen sich damals Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide und vier weitere Sänger auf Einladung des Landgrafen Hermanns I. zu einem Wettstreit. Der Beste sollte "gekrönt" werden, der Schlechteste geköpft... Also so eine Art Minnesänger-Supertalent-Casting-Show - und auch die großen und kleinen Intrigen, die sich am Rande des Wettstreites entwickeln, würden gut in die Umgebung passen. Unser Held, der junge Sänger Biterolf von Stillaha sieht sich angesicht der brillanten Konkurrenz der besten Sänger seine Zeit schon als (kopfloser) Verlierer des Wettbewerbes - da kommt es ganz anders: Der vom Landgrafen als Juror auserkorene Meistersänger erklärt, dass Heinrich von Oftrdingen das Leben lassen soll - als Verlierer. Doch so schnell lässt sich dieser nicht hinrichten - mit einem Trick schafft er es, die Sache aufzuschrioeben. Und zugleich erfährt Biterolf, dass die ganze Entscheidung des Sängerkriegs - heute würde man sagen: verschoben - war, weil der Landgraf noch eine Rechnung mit Heinrich von Ofterdingen offen hatte. Dann ertrinkt der Bote des Landgrafen und Bieterolfs Helfer am Hof unter mysteriösen Umständen. Ein Unfall kann es nicht gewesen sein - also war es ein Mord? Bieterolf weiß nicht, was er denken - und vor allem tun soll. Bunter, prächitg geschriebener Historienroman - der mit seinem faszinierenden Personal und seinen offenbar fundierten Geschichtskenntnissen keine Sekunde langweilt und auf ungewöhnlich hohem Niveau unterhält.

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  • Rezension zu "Krieg der Sänger" von Robert Löhr

    Krieg der Sänger
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. May 2012 um 12:30

    Einer soll gewinnen und einer alles verlieren Zu Anfang bereits geht es hoch her auf der Wartburg, auf der sich die bekanntesten und größten Lieddichter ihrer Zeit einfinden sollen zu einem „Sängerkrieg“. Noch ist es nur so, dass ein unschuldiges Pferd getötet wird (nachdem ein Finger verloren ging). Und auch wenn das nur eine kleine Nebenhandlung des Buches ist, auch wenn die arme Stute für gar nichts konnte, die Atmosphäre des Buches, die Rauhbeinigkeit, die Unbeherrschtheit der „Herren“ jener Zeit fängt Robert Löhr in dieser kleinen Szene bereits sehr gut ein. Und setzt mit diesem Geschehen auch eine „Duftnote“ für den zu erwartenden Umgang der „hohen Herren“ untereinander auf der Wartburg. Denn es wird bei weitem nicht bei einem toten Pferd bleiben, auch der ein oder andere Mensch wird sein Leben aushauchen in diesen „Tagen des Gesangs“ Wie auch im weiteren beileibe kein einfacher, ästhetischer und von „Kollegialität“ geprägter „edler Wettstreit“ unter Sangesfürsten ausgetragen wird im Heim des Herren zu Thüringen im Jahre des Herren 1206. Wolfram von Eschenbach, Dichter des Parzivals, Walther von der Vogelweide, Lobsänger des Fürsten, Heinrich von Ofterdingen, Dichter des Nibelungenliedes und ansonsten Spötter und Freigeist, Heinrich von Weißensee, der alte, blinde Reinmar und Biterolf, eher als „Nachwuchssänger“ zu bezeichnen finden sich auf der Wartburg ein. Gerufen vom Fürsten. Und der, der den „Sängerkrieg“ verliert, der soll zu dem auch sein Leben verlieren. Ein wahrlich motivierender „Preis“ für die Dichter und Sänger. Die sich misstrauisch beäugen, ihre Animositäten einander gegenüber pflegen und bald schon verdeutlichen, dass hier noch mit ganz anderen Bandagen als mit denen der Laute gekämpft und agiert werden wird. Temporeich und sachkundig erzählt Robert Löhr, gibt seinen Figuren „Fleisch und Blut“ und setzt den (wenigen) bekannten Fakten über die Personen der großen Dichter und Sänger authentisch wirkendes und in sich schlüssige fiktionales Material zur Seite. Die Verhältnisse jener Zeit, die Auseinandersetzungen um die deutsche Krone, in denen sich der Thüringer Fürst fast aufgerieben hat geben zudem einen weiteren Rahmen dieses überzeugendes Romans ab. Wenn auch die Spannungskurve nicht immer gleichermaßen hoch gehalten wird, einige Längen im mittleren Teil des Buches und damit ein wenig Leerlauf zu bemerken sind, fundiert im Wissen um die Zeit, überzeugend in den Personen und deren Haltungen und Beweggründe, mit einer kleinen, aber feinen Rahmenhandlung, in der Martin Luther eine tragende Rolle einige hundert Jahre nach dem Sängerstreit spielt, gelingt Robert Löhr ein sehr unterhaltsamer und angenehm zu lesender historischer Roman über ein anderes Ereignis des Mittelalters als die sattsam bekannten kriegerischen Heldenfiguren anderer Romane.

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  • Rezension zu "Krieg der Sänger" von Robert Löhr

    Krieg der Sänger
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    17. May 2012 um 19:56

    Dass Martin Luther im Jahr 1521 nachts auf der Wartburg Besuch vom Teufel erhalten hat, wissen wir, schließlich sieht man immer noch einen Fleck an der Wand, weil Luther sein Tintenfass nach dem Teufel geworfen hat. Aber es ist völlig unbekannt, worüber die beiden geredet haben. Diese Lücke wird hier geschlossen. Der Teufel will Martin Luther davon abhalten, seine Bibelübersetzung zu veröffentlichen, die eine Spaltung zwischen den Gläubigen herbeiführen wird. Luther schließt daraufhin einen Handel mit dem Teufel ab: Er wird seine Übersetzung ins Feuer werfen, wenn der Teufel ihn von der Bosheit der Menschen überzeugt. Denn der Teufel behauptet, dass der Sängergipfel auf der Wartburg in Wirklichkeit ein Sängerkrieg war. Der Teufel fängt also an, zu erzählen, was sich damals wirklich auf der Wartburg zugetragen hat. Im Jahr 1206 versammeln sich über die Weihnachtstage auf Einladung des thüringischen Landgrafs Hermann I. die sechs bedeutendsten Dichter deutscher Sprache auf der Wartburg. Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Reinmar von Hagenau, Heinrich von Weißensee, Heinrich von Ofterdingen und Biterolf von Stillaha wollen sich trotz aller Differenzen und persönlichen Streitigkeiten friedlich miteinander messen, aber es kommt anders. Plötzlich kommt die Idee auf, einen Wettstreit auf Leben und Tod abzuhalten. Der beste Dichter soll geehrt, der schlechteste dagegen geköpft werden. Allerdings geht es bei diesem Wettkampf nicht mit rechten Dingen zu. In Wirklichkeit läuft hier eine Intrige ab; schon im Vorfeld wurden Absprachen getroffen. Mit einem fairen Wettstreit hat das nichts mehr zu tun. Als dann Menschen und ein Schwert spurlos aus der eingeschneiten Burg verschwinden, machen die abergläubischen Einwohner die „Wilde Jagd“ dafür verantwortlich, Geister der Rauhnächte, wegen derer sich niemand nachts vor die Tür traut. Oder hat der Teufel doch recht, und die Vorkommnisse sind ein Zeichen für die Bosheit der Menschen? Getrieben von der Angst, als unerfahrener und damit schlechtester Dichter geköpft zu werden, versucht Biterolf von Stillaha seine Haut zu retten, und gerät damit erst recht in das Netz der Intriganten. Robert Löhr hat die historischen Fakten, zum Beispiel den Latrinensturz zu Erfurt am 26. Juli 1184, gründlich recherchiert und gekonnt mit fiktiven Elementen gemischt. Die Charaktere wirken sehr lebendig, besonders, weil auch Einzelheiten ihrer Biographien geschickt in die Handlung eingestreut werden. Der Schreibstil wird der Zeit gerecht und sorgt für einen authentischen Erzählton. Dass ich die Wartburg schon mehrmals besucht habe, machte die Lektüre für mich besonders plastisch. Das Mittelalter wird in diesem Buch so lebendig, als sei man selbst dabei gewesen und diese Geschichte hebt sich wohltuend von der üblichen Massenware historischer Romane ab.

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  • Rezension zu "Krieg der Sänger" von Robert Löhr

    Krieg der Sänger
    Bellexr

    Bellexr

    15. March 2012 um 18:16

    Das Gipfeltreffen der Minnesänger . Eines Nachts im Jahr 1521 erhält Martin Luther auf der Wartburg Besuch vom Teufel. Dieser erzählt ihm von dem Sängerkrieg, der sich an den Weihnachtstagen des Jahres 1206 auf eben jener Burg abgespielt hatte, allerdings nicht ohne einen Hintergedanken dabei. . Der thüringische Landgraf Hermann I. versammelte in jenen Tagen die besten Sänger zu einem friedlichen Sängergipfel um sich. Noch bevor es jedoch hierzu kommen kann, entbrennt ein Streit unter den Dichtern und endet mit einem Wettstreit: der Gewinner wird als bester Sänger gekürt, der Verlierer geköpft. Walther von der Vogelweide, Heinrich von Ofterdingen, Wolfram von Eschenbach, Biterolf von Stillaha und der Kanzler des Landgrafen Heinrich von Weißensee, wie auch Reinmar der Alte lassen sich auf den Wettstreit ein. Wobei Letzterer als Schiedsrichter fungiert. Was keiner ahnt, im Vorfeld sind Absprachen getroffen worden, Intrigen werden gesponnen und Menschen verschwinden im Verlauf der Wintertage auf unerklärliche Weise. Angeblich geholt von der „Wilden Jagd“, die in den Rauhnächten um die verschneite Wartburg herum ihr Unwesen treiben soll. . Der Teufel zu Besuch bei Martin Luther. Dies nutzt Robert Löhr als Aufhänger für seine Geschichte des Sängerkriegs auf der Wartburg, in den er bereits nach wenigen Seiten einsteigt. Man merkt sofort, dass der Autor das Thema hervorragend recherchiert hat und sich in der damaligen Zeit bestens auskennt. Hierdurch gelingt es ihm problemlos eine atmosphärische Dichte aufzubauen und so fühlt man sich nach wenigen Seiten regelrecht in der Zeit zurückversetzt. Bedingt ist dies auch durch seine der Zeit angemessen Sprache, die dennoch nicht angestaubt, sondern immer frisch und lebendig wirkt. . Geschickt mischt Robert Löhr Fiktion mit historischen Tatsachen und erzählt den Sängerkrieg aus Sicht des jungen, etwas untalentierten Sängers Biterolf, der sein Glück kaum fassen kann, zusammen mit so großen Namen wie Walther von Vogelweide oder auch Wolfram von Eschenbach an einem Sängergipfel teilnehmen zu dürfen. Umso entsetzter ist er, als dieser zu einem tödlichen Wettstreit ausartet, dem er sich jedoch nicht zu entziehen traut. Und Biterolf ist es auch, der später den Mut aufbringt, sich den Intrigen entgegenzustellen. . Sehr anschaulich beschreibt Robert Löhr das Leben auf der Wartburg, stellt in kleinen Kapiteln die einzelnen Sänger ein wenig vor und erzählt auch die eine oder andere Geschichte, die zwar nicht unbedingt mit dem Sängerkrieg in Verbindung steht – wie der Erfurter Latrinensturz von 1184, dennoch aber klasse in das Gesamtgefüge passt. Hierbei verliert er aber nie die eigentliche Story aus den Augen und die kleinen Zwiegespräche von Martin Luther und dem Teufel, die gelegentlich eingebaut sind, sind äußerst unterhaltsam. . Problemlos gelingt es ihm auch, den vielen Mitwirkenden schnell Konturen zu geben, sodass eine Verwechslung ausgeschlossen ist und sein Protagonist Biterolf beim Lesen fast sofort Sympathiepunkte sammelt. Der junge Sänger ist eher schüchtern, besonders in Gegenwart der großen Minnesänger seiner Zeit, bemerkt aber auch schnell deren Macken und Fehler. Er weiß, wie es um sein Talent bestellt ist und so steht er natürlich Todesängste aus. Ist er doch davon überzeugt, dass er derjenige ist, der am Ende des Wettstreits seinen Kopf verlieren wird. Besonders gut, da ein sehr zwiespältiger Charakter, hat mir auch die Figur des Heinrich von Ofterdingen gefallen. Dieser ist restlos von seinem Können überzeugt, äußerst arrogant, immer auf Konfrontationskurs, den Frauen und dem Alkohol nie abgeneigt, aber irgendwie gelingt es Robert Löhr dennoch, dass man ihn schon bald recht sympathisch findet. . Fazit: Robert Löhr vermischt perfekt historische Fakten mit Fiktion und hat so eine faszinierende, spannende, informative und zu jeder Zeit äußerst unterhaltsame Geschichte rund um den Sängerkrieg auf der Wartburg geschrieben.

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