Robert Littell Philby

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Inhaltsangabe zu „Philby“ von Robert Littell

Als Elitestudent, überzeugter Kommunist, MI6-Agent und sowjetischer Held ist 'Kim' Philby nicht nur einer der schillerndsten Protagonisten des Kalten Krieges – sondern auch ein Mann, dessen wahre Motive bis heute im Dunkeln liegen. In einem kühnen Spiel mit Fakten und Fiktion geht Robert Littell der Frage nach, wer Philby wirklich war. 1933: Während sich der Faschismus in Europa immer weiter ausbreitet, kommt ein junger Engländer nach Wien. In der fremden Stadt macht der frischgebackene Cambridge-Absolvent und Diplomatensohn aus besseren Kreisen Bekanntschaft mit der großen Politik, aber auch der ersten Liebe: Gemeinsam mit seiner Freundin, der jüdischen Kommunistin Litzi, stürzt sich Adrian in die Aufstände gegen den Austrofaschismus und den Kampf für die kommunistische Idee. Um Litzi vor den Faschisten zu retten, heiraten die beiden und fliehen nach England. Bald nach seiner Rückkehr wird der idealistische junge Mann von den Russen als Agent angeworben und in die geheimnisvolle Welt der Spionage eingeführt. Kurz darauf zieht er als Korrespondent in den Spanischen Bürgerkrieg – nun jedoch aufseiten des Faschisten Franco. Als er als Kriegsheld und gefeierter Times-Journalist heimkehrt, macht ihm auch der britische Secret Service ein Angebot. Aus Adrian wird der Meisterspion 'Kim' Philby. Doch schon bald beginnen nicht nur seine Feinde, sondern auch seine Freunde sich zu fragen, auf wessen Seite Philby wirklich steht.

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  • Rezension zu "Philby" von Robert Littell

    Philby

    michael_lehmann-pape

    15. September 2012 um 11:34

    Die Entwicklung eines Spions Der vermeintliche oder echte Doppelagent (wer kann das schon so genau sagen) Kim Philby ist im Rahmen vor allem des kalten Krieges zu Berühmtheit gelangt. Als englischer MI6 Agent und ebenso als sowjetischer Informant. Und schon da tauchen Fragezeichen auf, zumindest in der Frage, für welchen der Dienste Philby eigentlich zuerst, für welchen er hauptsächlich und wie er überhaupt tätig war. Gab es eine Form von übergeordneter „Treue“ bei diesem Spion oder bediente er alle beteiligten Geheimdienste gleichermaßen? Robert Littell, seines Zeichens ein ausgewiesener Autor von Spionage Thrillern, macht sich auf, die Entwicklung des jungen Philby im Rahmen einer Novelle nachzuzeichnen und nutzt hierfür sowohl Stilmittel halbdokumentarischer Darstellung als auch romanhafter Passagen. „Nach dem großen Krieg (erster Weltkrieg) war eine ganze Generation von der herrschenden Klasse enttäuschter britischer Intellektueller herangewachsen“. Eine Gruppe, die hohes Interesse des Sowjet Staates hervorrief. Kommunistisch bewegte Arbeiter fanden sich über all genügend, aber gebildete Briten, die an die höchsten Stellen im Staat platziert werden konnten, waren Mangelware. Nur dort aber waren wichtige Informationen wirklich zu finden. So macht sich der russische Geheimdienst auf, jenen Harold Adrian, nach Kieplings „Dschungelbuch“ genannter „Kim“, Philby, der sich bereits in der Zeit der brutalen Niederschlagung der österreichischen Sozialistenbewegung in Wien an vorderster Front auf Seiten der Sozialisten aufgehalten hatte, anzuwerben. Der, wieder zurück in London, einen Antrag auf Aufnahme in die kommunistische Partei gestellt hatte. Der kein Blut sehen konnte, keine Gewalt gegen Menschen je ausüben würde, egal was passiert und der vordergründig ziemlich am Hadern war mit seinem Vater, einem britischen Offizier und Wüstenfuchs, der zum Islam konvertiert war und nun mit Zweitfrau in Saudi Arabien lebte. Die Anwerbung gelingt. Philby macht sich als junger Reporter auf nach Spanien, steigt auf in der Hierarchie der Fleet Street, erhält Preise, wird vom MI6 noch angeworben und öffnet alle Tore breit für Fragen nach seiner wirklichen Loyalität und wie das alles kam, wie es kam. Kann es sogar sein, dass in jenem Gespräch schon vor Jung-Philbys Anwerbung durch die Sowjets, auf hoher militärischer Ebene der Briten, für das Philby senior extra aus Arabien nach London kam, Verabredungen getroffen wurden, die einen ganz anderen Plan verfolgten? Geschickt vermengt Robert Littell Fakten und Fiktion, geschickt nähert er sich dem Phänomen Kim Philby aus persönlicher Richtungen (seitens seiner Geliebten und baldigen Ehefrau, seitens seiner Freunde) und aus „professioneller“ Richtung (seitens der Mitarbeiter der diversen Geheimdienste ). Zudem gelingt es Littell hervorragend, die Atmosphäre jener Nachkriegsjahre und der misstrauischen Beäugung der Blöcke untereinander einzufangen und damit ein Stück „geheimer“ Zeitgeschichte fassbar vor Augen zu führen. Das Buch lebt nicht von Spannung oder Thrill, sondern motiviert den Leser während der Lektüre vor allem in der Frage, was denn nun wirklich hinter diesem leicht stotternden jungen Briten steckte. Schwärmerei, Naivität, Idealismus? Reiner Zufall? Oder ein ganz anderer, komplexer strategischer Plan? War er Einfach- Doppel- oder gar Dreifachagent? Littell bietet seine Theorie der Lösung gut erzählt und überzeugend an. Und lässt doch Platz noch auch für andere Lesarten. Ein interessantes Buch über eine schillernde Persönlichkeit, die vielleicht nie ganz eindeutig zu fassen sein wird, deren Entwicklung Robert Littell aber überzeugend darlegt.

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