Robert Louis Stevenson Oxford Progressive English Readers / 10. Schuljahr, Stufe 2 - Kidnapped

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Inhaltsangabe zu „Oxford Progressive English Readers / 10. Schuljahr, Stufe 2 - Kidnapped“ von Robert Louis Stevenson

Für den Schulgebrauch gekürzte und adaptierte Klassiker der Literatur. Das Leben des verwegenen Schotten David Balfour, der um seinen Titel und sein Erbe kämpft. Dieser historische Abenteuerroman spielt in den schottischen Highlands im 18. Jahrhundert.

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  • Rezension zu "Kidnapped" von Robert Louis Stevenson

    Oxford Progressive English Readers / 10. Schuljahr, Stufe 2 - Kidnapped

    Shiku

    27. January 2011 um 19:18

    David Balfour, ein Junge aus den Lowlands, ist sechzehn als sein Vater stirbt und ihm lediglich einen Brief hinterlässt, in dem er ihm schreibt, dass er sich zum Land der Shaws begeben soll – dort warte sein Erbe auf ihn. Schließlich macht David sich auf den Weg und begegnet seinem Onkel Ebenezer, ein unangenehmer Mensch, der David mehr verschweigt als das er was erzählt. Schließlich versucht er sogar, seinen Neffen umzubringen, doch als das nicht klappt, lenkt er scheinbar ein, händigt David sein Erbe aus und will mit ihm zu einem Anwalt. David wiegt sich in Sicherheit – und findet sich kurze Zeit später auf einem Schiff wieder, dass ihn wie einen Sträfling nach Amerika schaffen soll. Vorerst fügt sich David in sein Schicksal, doch als er auf den flüchtigen Highlander Alan Breck trifft, wagen die beiden die Flucht. Doch alles kommt anders: David landet auf einer einsamen Insel und das Abenteuer quer durch Schottland hat erst begonnen. Dabei will er nur eines: Nach Hause zurückkehren und die Dinge richtig stellen. Wer eine spannende Abenteuergeschichte erwartet, ist hier leider falsch. Wer aber Interesse an Schottland, seinen Leuten, Sitten und Landschaften hat, dürfte mit „Kidnapped“ doch ganz gut bedient sein. Denn auch wenn der Plot durchaus Material für ein richtiges Abenteuer bietet, kommt nie wirklich Spannung auf. Das liegt zum einen an den wirklich zahlreichen und manchmal sehr ausführlichen Beschreibung der Umgebung oder Sitten – dabei fokussiert Stevenson kleine Begegnungen, wie zum Beispiel ein kleines Dudelsack-Duell zwischen Alan und einem anderen Highlander, die für die Geschichte an sich vollkommen unwichtig sind und auch so wenig zur Unterhaltung beitragen. Das nimmt der Geschichte schlichtweg das Tempo, das bei der eher geringen Seitenzahl eigentlich recht flott sein könnte. Es ist auch zu Beginn nicht anders – dass David erst mal bei seinem Onkel ankommen muss, ist klar. Ebenso dass der Verrat nicht von einer Sekunde auf die andere geschehen kann. Aber als David sich endlich auf dem Schiff befindet, zieht sich diese Reise viel zu sehr in die Länge. Es ist auch nicht damit begründbar, dass sie lange unterwegs sind: Später wird ein ganzer Monat auf wenigen Seiten abgehandelt! Eigentlich ist die Reise relativ unwichtig. Er lernt zwar Alan kennen, aber ansonsten passiert nicht viel und auch später hat es nicht wirklich Einfluss auf die Reise. Diese selbst ist teilweise nur sehr schwer nachzuvollziehen. Ich persönlich hatte stellenweise komplett die Orientierung verloren und auch die Recherche ergab wenig Hilfreiches. Auch hier hatte ich den Eindruck, dass der Fokus fast zu sehr auf der Umschreibung lag und wichtige Anhaltspunkte, die der Orientierung nützlich gewesen wären, einfach untergegangen sind. Hinzu kommt, dass die Charaktere vieles sind – nur nicht unbedingt sympathisch. David ist im Grunde noch okay, auch wenn es nie wirklich eine Bindung gab. Ich fand es allerdings komisch, dass er beim Tod seines Vaters kein Wort der Trauer von sich gibt. Alan dagegen ist gelinde gesagt seltsam. Er ist zwar mutig, lebt für seine Ideale und seine Überzeugungen, aber manchmal erscheint er auch einfach nur selbstverliebt und egoistisch. Eines muss man ihnen jedoch lassen – sie sind tatsächlich Charaktere, mit Stärken und Schwächen, die triumphieren und verlieren, die einen Wandel durchmachen und auch mal unbedacht sind. Das macht sie nicht zwangsläufig sympathischer oder bringt sie näher, es ist jedoch sehr schön und nicht selbstverständlich, auch damals nicht. Trotz dieser eher lauen Aspekte, hat das Buch auch seine schönen Seiten. Die Sprache ist zwar nicht wirklich abwechslungsreich, aber allein aufgrund des schottischen Dialekts lohnt sich das Lesen. Selbst die, die weniger damit vertraut, aber fit im Englischen sind, dürften damit gut zurecht kommen und außerdem viel Spaß haben! Man lernt schließlich nie aus. Praktischerweise gibt sich Stevenson auch nicht mit dumpfen Stereotypen zufrieden. Natürlich ist das Spielen von Dudelsäcken hoch angesehen, aber die Highlander sind hier keine wilden, kilttragenden Krieger. (Geht auch gar nicht – zeitlich spielt es fünf Jahre nach dem Verbot von Kilts.) Alan zum Beispiel hat es ziemlich mit seinen französischen Kleidern – ohne die will er nicht, auch wenn er daran verdammt leicht zu erkennen ist, was für ihn den Tod bedeuten könnte. Die Lowlander – wenngleich sie im Buch weniger Platz gefunden haben – sind dagegen ebenso wenig verweichlichte Engländer mit standardisiertem Englisch. Absolut nicht. Des Weiteren hat das Buch gewisse Szenen, in denen ich mich persönlich vor Lachen ausgeschüttet habe, einfach weil Alan und David es dort faustdick hinter den Ohren haben, wie man so schön sagt. Ich musste schlichtweg über die Ideen lachen und dann darüber, dass ihnen die Leute auch noch auf den Leim gehen. Natürlich ist das immer eine Frage des Humors – aber wer kann sich schon der Ironie verwehren, wenn jemand tagelang auf einer Insel gefangen ist, langsam vor sich hinsiecht und dann merkt, dass er bei Ebbe einfach aufs Festland hätte spazieren können? Besonders gut gefiel mir auch das offene Ende, einfach weil es geschichtlich passt. Ob David tatsächlich existiert hat – wahrscheinlich nicht. Einen Alan Breck gab es zwar, und es ist genau dieser gemeint, aber sein komplettes Leben ist keinesfalls bekannt. Daher passte es wunderbar, dass alles Weitere offen gelassen wurde, und zwar so, dass die Geschichte trotzdem einen runden Abschluss gefunden hat. Letztlich bleibt zu sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht. Wie bereits erwähnt, lohnt sich das Buch eher, wenn man tatsächlich Interesse an Schottland hat. Wem der Anblick von „Scots“ keine Begeisterungsrufe entlockt, kann wohl getrost auf dieses Buch verzichten. Auf wen das doch zutrifft – have fun!

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