Robert M. Pirsig

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Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten

Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten

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Erschienen am 23.11.2017
Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

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Erschienen am 05.04.2013
Zen And The Art Of Motorcycle Maintenance

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Erschienen am 16.02.2010
Lila

Lila

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Erschienen am 12.09.2011

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Rezension zu "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig

Reise zur eigenen Identität
buchwanderervor 3 Jahren

„Wir sind alle ungeheuer ignorant und anmaßend, wenn es darum geht, anderer Leute Gespenster zur Strecke zu bringen, aber genauso unwissend und barbarisch und abergläubisch, was unsere eigenen betrifft.“ (S.42)

Zum Inhalt: Den Rahmen der autobiografischen Erzählung Robert M. Pirsigs bildet eine Reise, die der Autor auf dem Motorrad zusammen mit seinem Sohn durch den Nordwesten der USA unternimmt. Seine eigene Lebensentwicklung, sein „Zu-dem-werden-was-er-ist“, nimmt neben der ganz pragmatischen Schilderung  der Reise und ihrer alltäglichen Vorkommnisse einen zentralen Teil des Textes ein. Als kritische Auseinandersetzung, um nicht zu sagen Abrechnung, mit einem Bildungssystem, welches zum Selbstzweck, einem Bazar der akademischen Eitelkeiten entartet ist mangelt es nicht. („Wenn es immer so hingestellt wird, als gingen die meisten Studenten vor allem wegen der Bildung auf die Universität und nicht nur wegen des Titels, so ist dies ein Stück Heuchelei, über dessen Aufdeckung niemand sonderlich glücklich wäre.“ (S.205)). Pirsig nimmt den Leser mit auf einen Streifzug durch die Philosophie des Abendlandes, Asiens und der Neuen Welt, stets den zentralen Begriff seines Gedankengebäudes vor Augen: jenen der Qualität. („Glauben Sie mir, wenn man die Welt nicht als den Dualismus Geist-Materie, sondern als die Trinität von Qualität, Geist und Materie sieht, dann erhalten die Kunst der Motorradwartung und die anderen Künste eine Dimension und eine Bedeutung, die sie vorher nie gehabt haben.“ (S.259)). Sein Anspruch bleibt dabei nicht nur ein rein akademisch-abgehobener, sondern stets ein am realen Leben des einzelnen orientierter. („Ich finde Metaphysik taugt nur etwas, wenn sie das tägliche Leben verbessert. Andernfalls kann sie mir gestohlen bleiben.“ (S.260),  „Die sozialen Werte sind nur dann richtig, wenn die individuellen Werte stimmen. Der Ort für die Verbesserung der Welt ist zunächst einmal das eigene Herz, der eigene Kopf und die eigenen Hände, und von da aus kann man sich nach außen vorarbeiten.“ (S.314)).

Fazit: Wer sich leichte Kost zur Selbstfindung erwartet oder gar einen Schritt-für-Schritt Ratgeber um erfolgreich und glücklich zu werden, ist mit diesem Buch falsch beraten. („Diese Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. Das heißt, es ist eigentlich weniger eine Alternative als vielmehr eine Ausweitung der Bedeutung von »Erfolg« auf etwas Größeres, als das
bloße Bemühen, eine gute Stellung zu finden und sich nichts zuschulden kommen zu lassen.“ (S.439)) Bringt man allerdings den Mut mit, abseits von intellektuellen Trampelpfaden zu denken, gelgentlich einen verwegenen, scheinbar „verrückt“ anmutenden Umweg zu beschreiten und auch einmal auf den liebgewordenen doppelten Boden des Althergebrachten und als Allgemeingültigen zu verzichten, wird man mit einem offenen Tor zu einer neuen weitläufigen Gedankenwelt belohnt. Aufrüttelnd, irritierend und in mancher Kompromisslosigkeit abschreckend, jedoch auch erhellend in der Schaffung neuer Verknüpfungen und dem In-Frage-stellen liebgewonnener „Gegebenheiten“ zeichnen den Text aus, denn „Auch Vertrautheit kann blind machen.“ (S.79). Bezeichnend ist dabei auch die Sprache auf gehobenerem Niveau, ohne dabei snobistisch elitär zu wirken.
Inhaltlich sollte sich der Leser vor der Lektüre einige Informationen zur Person Robert M. Pirsigs aneignen (z.B. hier), da diese Grundlage sehr zum Verständnis des Textes beiträgt. Einen persönlichen und tiefen Einblick diesbezüglich bietet auch das 1983 verfasste Nachwort des Autors am Ende des Bandes.

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BluevanMeers avatar

Rezension zu "Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig

Philosophie on the road
BluevanMeervor 4 Jahren

Das Motorrad an dem man eigentlich arbeitet, ist man selbst. (S.344)

Manche Bücher packen Leser_innen auf eine ganz besondere Weise. Robert M. Pirsig ist da keine Ausnahme und doch ist an diesem Roman, einer Mischung aus Autobiographie und philosophischer Abhandlung, vieles so ungewöhnlich und besonders, dass ich gar nicht anders kann, als mich an einer Rezension zu versuchen. Worum geht es eigentlich? Ein Vater macht mit seinem Sohn Chris eine Motorrad-Reise quer durch die USA. Irgendetwas scheint zwischen den beiden vorgefallen zu sein. Die Stimmung ist nicht ausgelassen, der Junge hat eigentlich keine Lust, aber der Vater zwingt ihn zu dieser Fahrt. Zwischenzeitlich scheint der Sohn Angst vor seinem Vater zu haben und auch der Vater ist um es platt zu formulieren, sicherlich kein einfacher Mensch. Von John und Sylvie, einem befreundeten Paar, das die beiden begleitet, ist der Vater, der als Ich-Erzähler das Geschehen präsentiert, ebenfalls genervt. Sie verstehen nicht, worum es geht.

Dieses Nichtverstehen nimmt der Ich-Erzähler zum Anlass, seine philosophische Weltsicht auszubreiten. Während der Fahrt nimmt er die Lesenden mit auf eine "Chautauqua", eine Art wandernde Sommerschule und Form der Erwachsenenbildung, die Unterhaltung und Bildung kombinierte und in den USA seit dem 19. Jahrhundert populär wurde. Und ein bisschen ist der Roman dann auch wie eine Vorlesung, wenn der Ich-Erzähler sein philosophisches Handwerkszeug auspackt. Seine Grundannahme besteht zunächst darin, dass es einen Unterschied zwischen technischer und romantischer Weltauffassung gibt. Dabei ist für den Erzähler, die technische Weltauffassung ganz dem Titel des Romans entsprechend, die zugänglichere. Über die Einzelteile des Motorrads, die nur im Zusammenspiel funktionieren, entfaltet Pirsig ein Gedankenfeuerwerk der besonderen Art. Wo wären wir ohne die Technik? Und was macht eigentlich einen guten Mechaniker aus? Ohne dass Pirsig den Zusammenhang explizit macht, werden Zen-Philosophie und die meditative Vertiefung in den Jetzt-Zustand als grundlegend für die Arbeit eines guten Mechanikers gesetzt, der sich aufmerksam und hingebungsvoll seiner Maschine widmet und ein Problem lösen kann, weil er die Welt nicht als statisch, sondern als dynamisch wahrnimmt.

Es gab im Leben des Ich-Erzählers jemanden, der diesen Zusammenhang sehr gut verstanden hat, er hieß Phaidros. Der Ich-Erzähler versucht Phaidros hinterher zu fahren, denn Phaidros ist dieselbe Tour die das Vater- und - Sohn - Duo fährt, selbst schon einmal gefahren. Phaidros umschwebt die Szenerie wie ein Geist, so dass der Ich-Erzähler sich gezwungen sieht, ein bisschen mehr über Phaidros Leben zu berichten.

Phaidros war Collegelehrer und zwar eher einer der radikalen Art. Im Zentrum seiner Überlegungen stand nicht nur die Idee, den verschmähten Sophisten ihren rechtmäßigen wichtigen Platz in der Philosophiegeschichte zurück zu erobern und sich damit gegen Sokrates und Aristoteles Vorstellung der Dialektik zu wenden, er beschäftigte sich auch explizit mit Rhetorik (klar!) und mit dem Begriff der Qualität. Qualität ist für ihn kein statischer Begriff, sondern immer ein "Ereignis". Auch im College in Montana versuchte er seinen Studenten diese Begrifflichkeiten klar zu machen, indem er unterschiedliche Aufsätze auf ihre Qualität hin untersuchte. Und obwohl das Seminar sehr einstimmig sagen konnte, welcher Aufsatz der stilistisch bessere war, scheiterte die Gruppe an der Festlegung von Qualitätskriterien. Auch an anderen Dingen scheiterte das College oder viel mehr der visionäre Geist Phaidros, der die Uni wieder zu einer "Kirche der Vernunft" machen möchte, statt zu einem Ort des Bulimie-Lernens: was würde wohl passieren, wenn er den Studierenden einfach das gesamte Semester über keine Noten mitteilen würde und sie nie wüssten, wo sie stehen? Werden die Studierenden dann nicht besser? Und hilft das nicht nach der Suche nach Qualität? Für die guten Studierenden ist Phaidros schräge Universitätsdidaktik kein Problem. Die anderen machen sich Sorgen und müssen mitziehen - werden so aktiver im Seminar. Das klingt erst einmal positiv. Doch es gibt auch negative Folgen: manche kommen gar nicht mehr, eine Studentin bekommt unter dem ständigen Druck einen Nervenzusammenbruch. Das Experiment war gescheitert, Phaidros musste zur herkömmlichen Benotung zurückkehren.

Doch die Betrachtung der Qualität gab Phaidros nicht auf. Er vertrat die Annahme, dass es ein sogenanntes prä-intellektuelles Qualitätsbewusstsein geben würde - wir wissen eben, wann etwas gut ist und meistens beruhe unser Urteil dann auf besonderen Erfahrungen von Qualität, die wir früh in unserem Leben gemacht haben. Doch dabei bleibt es nicht. Während der Reise versucht der Ich-Erzähler immer wieder diesen Qualitätsbegriff zu übertragen: auf die Wartung des Motorrads.

Als der Ich-Erzähler anfängt merkwürdige Lücken in seinem Verhalten zu entdecken und sein Sohn ihm berichtet, dass er nachts im Zelt gesprochen haben soll, er sich aber an nichts mehr erinnern kann, wird eine schockierende Beziehung zwischen Ich-Erzähler und Phaidros enthüllt, die der gesamten Reise eine neue Wendung gibt.

Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. Ein Versuch über Werte ist ein besonderes Buch, das übrigens von 121 Verlagen abgelehnt wurde, bevor es endlich in den Druck ging und zu einem Hippieklassiker avancierte. Neben Philosophie und Motorradtechnik, werden auch sehr drastisch die Folgen einer Elektroschocktherapie beschrieben, die mich mehr als verstört zurückgelassen haben. Auch wenn ich nicht alle Überlegungen nachvollziehen konnte und der Stil manchmal eine echte Herausforderung war (zugegeben - alles verstanden habe ich nicht), hatte ich nach dem Lesen das Gefühl, sehr viel von diesem Roman mitnehmen zu können. Auch wenn ich ebenfalls glaube, dass der Ich-Erzähler seinen Sohn mit dieser Reise stellenweise fürchterlich gequält hat - so nach dem Motto: "Wir müssen jetzt diesen blöden Berg rauf, egal, wenn du zwischendurch zusammenklappst" - und ich das auch beim Lesen als wenig angenehm empfunden habe. Wie geht man denn bitte mit so einem Vater vernünftig um? Die Perspektive des Sohnes kennen wir eben nicht. Das Nachwort des Romans hat mich ziemlich traurig zurückgelassen. Der Roman wurde 1974 veröffentlicht, nur fünf Jahre später wurde Pirsigs Sohn Chris auf dem Weg von der Meditation nach Hause erstochen.

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Sonnenwinds avatar

Rezension zu "Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig

Rezension zu "Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig
Sonnenwindvor 6 Jahren

Für dieses Buch habe ich über zwei Wochen gebraucht. Zum einen ist es zwar nur gut 400 Seiten dick, aber die sind sehr unangenehm klein gedruckt (nicht, daß ich eine Lesebrille bräuchte, aber es dauert einfach länger).

Zum anderen hatte ich meine Probleme mit dem Thema. Zwar wird immer mal wieder ein philosophisches Thema anhand eines Motorrads erklärt (ich liebe Motorräder!), aber es bleiben philosophische Themen. Und das ist einfach nicht mein Ding. Ich hab mich schon durch den Plato gequält und konnte dem ganz einfach nichts abgewinnen.

Das ist aber nur meine persönliche Meinung; andere interessieren sich sicher dafür. Aufgemacht ist es prima; durch den Wechsel zwischen Philosophie und praktischer Anwendung gewinnt das Buch auch sehr. Aber ich kenne niemand, der geisteskrank ist, habe keinerlei Erfahrung damit und stehe demnach einfach daneben.

Also kurz zusammengefaßt: Das Buch ist gut und sehr tiefgründig, aber einfach nichts für mich. Man muß es vermutlich lesen wie die Bibel und viel darüber nachdenken - aber ich für mein Teil ziehe da die Bibel vor.

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