Robert M. Sonntag Die Scanner

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Inhaltsangabe zu „Die Scanner“ von Robert M. Sonntag

Google war gestern – und was wird morgen sein? Die Welt im Jahr 2035: Gedruckte Bücher, Zeitungen, Zeitschriften gibt es nicht mehr. Für Rob kein großes Problem. Er kennt es nicht anders. Er ist in einer vernetzten Welt aufgewachsen und arbeitet für einen Megakonzern, der jedes Druckerzeugnis, das er in die Finger bekommt, digitalisiert. So wird alles Wissen für alle zugänglich. Jederzeit! Und kostenlos! Ist doch prima, oder? Aber dann gerät Rob in die Kreise einer geheimen Büchergilde. Einer verbotenen Organisation aus Pleite gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren, Übersetzern, Journalisten und ausgemusterten Verlagsmitarbeitern. Und plötzlich sieht Rob sein Bild als Top-Terrorist in den Nachrichten auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Wissen, Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins. Ein spannender Zukunfts-Thriller, ein brillanter Roman über Freundschaft in Zeiten globaler Digitalbekanntschaften und ein hellsichtiger Kommentar unserer Tage

Eine realistische Zukunftsaussicht

— -Bitterblue-
-Bitterblue-

Auch wenn die Klassiker von Orwell, Bradbury und Huxley, an denen das Buch sich orientiert, beim Lese sehr präsent sind, ist es lesenswert.

— bigpanda
bigpanda

Eine spannende, gut skizzierte Zukunftsvision mit Potenzial.

— Fantasyvoll
Fantasyvoll

Sehr lesenswert und realistisch. Spannend, kurz & knackig und trotzdem rund und voller Details!

— AnnaBerlin
AnnaBerlin

Realistische Zukunftsaussicht! Spannend, actionreich, nachdenklich, anregend, gefühlsvoll.

— NussCookie
NussCookie

"Fahrenheit 451" reloaded! Nachdenklich stimmendes Jugendbuch zum Thema Digitalisierung.

— loveisfriendship
loveisfriendship

Spannende Schullektüre

— Kiiim22
Kiiim22

Gute Schullektüre mit viel Input. leichtverständlich und emotional packend.

— thursdaynext
thursdaynext

Mein bisheriges Lesehighlight 2013. Verstörend- fesselnd- nachdenklich machend.

— Buchraettin
Buchraettin

unsere heutige Dienstleistungs- und Netzwerk-Technologie auf die Spitze getrieben, leider völlig spannungsfreie Story

— Buecherheldt
Buecherheldt

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  • Großes Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft wird

    Die Scanner
    Fantasyvoll

    Fantasyvoll

    02. January 2017 um 16:21

    Die Scanner ist ein Jugendthriller in einer Zukunft, in der ein Unternehmen über die Gesellschaft herrscht und alle Bücher einscannen will, um sie allen kostenlos zugänglich zu machen. Die Geschichte hat Potenzial und skizziert das Zukunftsszenario auf eine tolle Art und Weise. Die Charaktere hätten gerne interessanter ausfallen können und die Geschichte ausführlicher erzählt sein. Wiegt man Pro- und Kontra-Punkte ab ist "Die Scanner" ein empfehlenswerter Jugendthriller in der nahen Zukunft, die teils große Parallelen mit unserer Welt aufweist. Eine ausführlichere Kritik gibt es auf meinem Blog: fantasyvoll.com

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  • Eine spannende dystopische Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt.

    Die Scanner
    Schneekatze

    Schneekatze

    02. June 2016 um 20:40

    Der Hauptprotagonist Robert arbeitet für die Scan AG als Buchagent, der Roman ist aus seiner Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Er nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in eine Welt, die sich um Ultranetz dreht, voller Mobrils und Metro-Gleiter. Seine Lebensumgebung ist in drei Zonen geteilt. Und die Bewohner versuchen alles, um in der A-Zone zu bleiben und nicht in die B-Zone – im schlimmsten Fall sogar in die C-Zone – abzurutschen. Bildlich beschrieben erlebt der Leser die negativen Ausmaße, zu denen es hier kommen kann. Die Scan AG hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Bücher digital zu sammeln und die „echten“ zu vernichten; auch verschiedene Versionen derselben Bücher, um mögliche Notizen und Randbemerkungen von Privatpersonen anderen zugänglich zu machen. Robert steht voll dahinter, bis er auf Menschen trifft, die sich dagegen verschworen haben. Der Roman erzählt die Geschichte, wie Rob mit dieser neuen Situation umgeht, aber auch was passieren kann, wenn alles Wissen für jeden zugänglich gemacht wird; was geschehen kann, wenn plötzlich Videos bei Leuten landen, die für diese eigentlich nicht bestimmt waren; oder wie sich die Menschen allgemein verhalten, wenn die virtuelle Welt scheinbar wichtiger als die reale geworden ist. Einige von diesen Grundgedanken erinnern auch an den Roman „Der Circle“, vertiefen sich thematisch aber in einer anderen Richtung – und was viel wichtiger ist: Sie regen zum Nachdenken an. Ganz klar handelt es sich um einen Jugendroman, so auch der leichte frische Stil, mit einer starken Sogwirkung. Es gibt sogar zusätzlich im Internet Unterrichtseinheiten für dieses Buch und ich denke, dass es sich wirklich perfekt als Schullektüre eignet, aber auch für Erwachsene nicht uninteressant ist. Ich fand es ein wenig kurz, was aber durchaus positiv zu bewerten ist, da ich gerne länger in Robs Welt geblieben und auch noch tiefer eingetaucht wäre. Mir persönlich fehlte allerdings eine Aussprache mit Robs Eltern und das Ende kam etwas abrupt. Der Kniff mit dem Pseudonym, dass der Hauptprotagonist der Autor sei, mag für Jugendliche witzig sein und realistischer wirken, erschien mir aber überflüssig. Fazit: 4/5 Schäuble zeigt in spannender Weise eine dystopische Zukunftsvision, die den Leser nachdenklich machen soll.

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  • „Fahrenheit 451“ aufgefrischt

    Die Scanner
    loveisfriendship

    loveisfriendship

    11. May 2016 um 09:04

    „Fahrenheit 451“ aufgefrischt: Ein spannendes, intelligentes, rasantes und hochaktuelles Jugendbuch, das zum Nachdenken und selbstständigen Hinterfragen der eigenen Realität anregt.Dass Buchagenten Literatur vermitteln, ist Vergangenheit. Stattdessen scannen sie Bücher, um die letzten verbliebenen Druckerzeugnisse zu vernichten. Scanner Sonntag hat dies nie hinterfragt, bis ein lesender Mann im Metrogleiter unerwartet reagiert. Eine Begegnung, die ihn nicht loslässt und dazu bringt nachzudenken. Darüber, ob man wirklich alles so begeistert befürworten sollte oder ob die Konsequenzen des digitalisierten Lebens nicht einen hohen Preis fordern. Vielleicht zu hoch?„Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!“ Der Slogan der Scan-AG hört sich doch auf den ersten Blick ziemlich gut und sinnvoll an, oder? Aber er birgt auch Gefahren, die dieses Buch aufdeckt und für die tieferliegende Problematik sensibilisiert. Geistiges Eigentum verliert an Wert. Man erwartet, dass es kostenlos ist, ist nicht bereit für die Zeit und Mühe der Verfasser zu zahlen und wundert sich dann, dass etwa qualitative Zeitungen aussterben. In „Die Scanner“ ist es zudem so, dass zwar alle Bücher im Ultranetz verfügbar sind, aber da quasi ‚verschimmeln‘, weil keiner sich die Muße nimmt, sie zu lesen. Neue Literatur kann sowieso nicht entstehen, denn wie sollen sich die Autoren finanzieren? Wir meinen, eine grenzenlose Entscheidungsfreiheit zu haben, aber wie können wir sicher sein, dass nicht bestimmt wird, was auf unseren Bildschirmen erscheint? Alle sind mit technischen Geräten untereinander vernetzt, doch echte Kontakte und echtes Erleben bleiben aus. Unterschwellige Anspielungen und Seitenhiebe auf bereits existierende Monopolkonzerne, die indirekt Meinungen vorschreiben und überwachen können, und deren Produkte sind auf jeder Seite spürbar, jedoch auch auf uns, die bereitwilligen Konsumenten.Ich bin ein Riesenfan von Science Fiction im Allgemeinen und von Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ im Besonderen. „Die Scanner“ ist eine Verneigung vor diesem 1953 erschienenen Klassiker und gleichzeitig eine Übertragung des Stoffes in unsere heutige Zeit. Deutliche, jedoch bewusste Parallelen: Guy Montag heißt jetzt Rob Sonntag und die Scanner anstatt der Feuerwehrmänner sind nun die größte Gefahr für das gedruckte Wort. „Fahrenheit 451“ ist insgesamt poetischer, wortverliebter und feinsinniger. Jedoch passt der kurzangebundene Stil von Rob, da er in diesem sensationsheischenden, schnelllebigen System aufgewachsen ist und es anfangs befürwortet. Von den Aussagen sind beide Bücher unglaublich stark und das macht auch fehlende Tiefe bei der Ausarbeitung der Charaktere und eine aus den Augen verlorene Handlung wett.Fazit: „Die Scanner“ ist ein in seinen Aussagen vielschichtiger Roman, der aufgrund von Sprache und Form dennoch einfach zu lesen ist. Der Autor lenkt das Augenmerk auf die Folgen des Aussterbens des gedruckten Wortes für Gesellschaft und Einzelne, sieht die komplexen Zusammenhänge der radikalen Digitalisierung und macht sie für seine Leser deutlich, ohne pauschal zu verteufeln. Erschreckend, wie nah dran wir schon sind. Denn die überspitzte Fiktion ist teilweise schon real geworden – wenn die Realität nicht sogar schon überspitzter ist. Ob ein Hardcore-Befürworter von sozialen Netzwerken im Internet und technischen Luxusneuheiten wirklich aufgerüttelt wird sein Konsumverhalten wenigstens zu überdenken, ist fraglich. Eins ist aber sicher: Für Robs bewegenden Bericht lohnt es sich auch in Zukunft, die Mobril mal abzusetzen und ein paar Stunden auf Ultranetz zu verzichten!   Auch zu lesen unter: https://jubiwi.wordpress.com/2016/05/10/buchvorstellung-die-scanner/

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  • Ein aufrüttelnder und Augen öffnender Klassiker

    Fahrenheit 451
    loveisfriendship

    loveisfriendship

    26. January 2016 um 13:05

    Ein aufrüttelnder und Augen öffnender Klassiker Dass die Feuerwehr Brände löscht, ist Vergangenheit. Stattdessen legt sie Feuer, um die verbliebenen Bücher zu vernichten (Fahrenheit 451: der Hitzegrad, bei dem Buchpapier Feuer fängt und verbrennt). Feuerwehrmann Montag hat dies nie hinterfragt, bis ihn das Nachbarmädchen fragt: „Sind Sie glücklich?“. Worte, die ihn nicht loslassen und ihn dazu bringen, nachzudenken. Darüber, was ihm fehlt, warum er sich so leer, so dumpf fühlt. Wie man die kranke Gesellschaft retten kann. Ob man sie überhaupt retten kann … „Fahrenheit 451“ ist ein herausragendes Stück Science Fiction von den Opfern, die eine beschleunigte, konsum- und harmoniesüchtige Gesellschaft fordert, und von der Notwendigkeit Fragen aufwerfender Literatur, die den Mensch in seinem Wahn zu Besinnung rufen vermag. Sprache und Inhalt harmonieren dabei miteinander. Auf jeder Seite spürt man Bradburys Liebe zu Worten und Literatur, er bedient sich vieler Metaphern, schreibt sehr bildreich und genussvoll. Es ist ein in seinen Aussagen anspruchsvolles und komplexes Werk, dessen inhaltlicher Ertrag auch nach mehrmaligem Lesen noch nicht erschöpft ist. Immer wieder lese ich neues heraus, entdecke neue Feinheiten. Die Geschichte, die erzählt wird, ist berührend und in gewisser Weise wunderschön. Bradbury beschreibt auf zarte, ruhige Weise die Entwicklung eines Menschen, der nie in einem anderen Umfeld gelebt hat, aber sein Dasein und die Gesellschaft zu hinterfragen beginnt und nach einer Möglichkeit sucht, aus seinem Stumpfsinn zu erwachen. Entscheidend ist, dass die Gesellschaft sich - anders als in der Mehrheit dystopischer Literatur - von innen heraus entwickelt hat: die Unterdrückung von oben ist also nicht zwangsweise notwendig und die Bücherverbrennungen sind nur symbolhaft. Die Leute wollen gar nichts Tiefgehendes lesen, sondern Schnelllebiges, Sensationsheischendes. Dies, um ihr vermeintliches „Glück“ zu wahren, doch zu welchem Preis? Die Konfliktscheu und Realitätsflucht machen eine Konfrontation mit Problemen unmöglich, diese werden verdrängt und totgeschwiegen, ja nicht mal mehr wahrgenommen. Es ist Krieg und keiner merkt es. Die Bomben prasseln hernieder, aber wen interessiert es? Die Gesellschaft besteht aus gleichgeschalteten, grinsenden Masken, die sich betäuben mit waghalsigen Autorennen, knalliger Unterhaltung, dauerbeschallender Werbung, Gewalt. Unter der Fassade des augenscheinlichen „Glücks“ lauert Stumpfheit, die ernsthafte Gespräche und Beziehungen unmöglich macht. Alle sind isoliert voneinander in dieser oberflächlichen Welt, in der der Schein mehr zählt als das Sein. Man merkt, nach den Eindrücken des Zweiten Weltkriegs und innerhalb des Kalten Kriegs entstanden und der allgemeinen Medienentwicklung in Amerika. Weitere Kapitel der Vergangenheit sind eingeflossen in diese Zukunftsvision, die unserer Gesellschaft – wage ich zu behaupten – nicht gerade fern ist. Fazit: Ray Bradburys vielschichtig durchdachte und sprachlich feine Kulturkritik von 1953, die ohne Action und verwickelte Handlung auskommt, ist aktueller denn je: von den überspitzenden und verschleiernden Elementen abgesehen, ist „Fahrenheit 451“ im Kern ein Abbild unserer heutigen Gesellschaft.

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    • 2
  • Neue Welt

    Die Scanner
    Kiiim22

    Kiiim22

    23. May 2015 um 21:07

    Im Jahr 2035 hat sich viel verändert, doch nicht unbedingt zum Guten. Rob und sein Freund Jojo arbeiten für die Scan-AG, eine Untergruppe von Ultranetz. Sie suchen Leser und kaufen ihnen Bücher ab, die 2035 sehr selten sind. Sie scannen sie und dann werden sie ins Ultranetz gestellt. Doch ein Leser, Arne Bergmann, ändert Robs heile Welt. Mir hat das Buch für eine Schullektüre wirklich sehr gefallen, da es spannend ist und man nich zu 100% voraussehen kann, was passiert. Es lässt sich schnell lesen und der Schreibstil hat mir auch gefallen, da er sehr flüssig ist.

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  • Spannungsgeladener Zukunftsthriller in einer Welt ohne Bücher, die nicht allzu fern liegt!

    Die Scanner
    phoenics

    phoenics

    09. June 2014 um 21:54

    Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich aufgrund der aufgegriffenen Thematik neugierig geworden bin und mich der Titel wie auch das Cover ansprachen. Dieses Werk, eine Dystopie, von Robert M. Sonntag spricht Themen an, welche mich seit einigen Jahren selbst stark beschäftigen – die Vernichtung von Büchern durch Digitalisierung, Technologisierung der Welt, Lebensmittelalternativen, manipulierte Nachrichten,  Umweltzerstörung, Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen, digitale Welt und das Vergessen der eigentlichen und echten Natur und Umwelt. Alles und jeder ist miteinander vernetzt, analoge Medien wurden abgeschafft und digitalisiert und unter dem Leitspruch “Wissen für alle! Jederzeit! Und kostenlos!” für die Menschen zensiert zugänglich gemacht. Ein Großkonzern regiert die Bevölkerung und wer dieses Spiel nicht mitspielt, “verschwindet” von der Bildfläche oder wird als Terrorist in den Medien dargestellt. Doch hinter diese Fassade schaut keiner in der Oberschicht, der A- und B-Zone. Nur einige kleine geheime Gruppierungen wie auch die Büchergilde, die dem Scanner Rob nach und nach die Augen öffnen und sein Handeln (das Scannen der Bücher, um seine Quote zu erreichen und weiter in der A-Zone leben zu können) als fragwürdig darstellen. Der Autor R.M. Sonntag alias Martin Schäuble schreibt in dieser Geschichte in der Ich-Perspektive, so dass man als Leser sofort den Eindruck gewinnt, an seinem Leben in der Zukunft 2035 teilzunehmen und mitzuerleben, wie die Gefahr um ihn herum stetig anwächst und man immer mehr in die Welt der Bücher-Scanner und der Buchliebhaber eintaucht. Ich las das Buch in einem Zug durch, weil die Spannung um den Hauptprotagonisten Rob immer mehr anstieg und ich als Leser unbedingt erfahren wollte, wohin die Geschichte mit der Büchergilde und der Scan AG führt. Es war schwer, dieses Werk überhaupt für einen kurzen Moment aus der Hand zu legen. Selbst im Nachhinein wirkt es noch und lässt mich sehr nachdenklich über die Zukunft der Menschheit zurück mit Fragen: Wird es wirklich so weit kommen, wie es in diesem Buch beschrieben wurde? Werden wir irgendwann wirklich keine Bücher bzw. nur noch “geheime Bibliotheken” haben und werden diejenigen verfolgt werden, die Bücher wie kleine Schätze hüten? Werden wir keine normale Nahrung mehr essen, sondern nur noch Lebensmittel mit Aroma-Zusätzen zu uns nehmen? Müssen wir uns von Technik sagen lassen, was und wann wir sehen, mit wem wir befreundet sind und wer als Partner zu uns passt? Für mich hört sich das nach einer gruseligen Zukunftsvision an, von der ich hoffe, dass sie sich nicht bewahrheitet. Selbst, wenn wir bereits auf dem Weg in diese Richtung sind. Ich spiele aufgrund dieses Buches und anderer Werke zunehmend mit dem Gedanken, mich wieder von meinem Smartphone zu trennen, da mich die Datenüberwachung zunehmend schockiert und vor Augen führt, wie gläsern wir als User im Internet sind und es keine echte Privatsphäre mehr gibt. Fazit Diesen Zukunftsthriller SOLLTE jeder lesen, der sich Gedanken über die Zukunft und die oben angsprochenen Themen macht, denn nur so können wir die Zukunft verändern, die Umwelt schützen, Bücher retten und unsere Privatsphäre hüten! Die Thematik ist hochaktuell, spannend geschrieben und lässt den Leser nachdenklich zurück. Ich vergebe daher 5 / 5 Punkten!

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  • Sonntag und nicht Montag

    Die Scanner
    walli007

    walli007

    Der Mittzwanziger Robert M. Sonntag lebt in der A-Zone, das kann er sich allerdings nur leisten, weil er als Scanner gut verdient. Doch die Zeiten werden schlechter, denn seine Tätigkeit besteht darin, Bücher aufzuspüren und einzuscannen. Was ja auch Sinn macht, denn so steht alles im Ultranet gratis zur Verfügung. Genauso wie fast alles im Ultranet zur Verfügung steht, allerdings nicht gratis. Es gibt immer einen Vertrag, bei dem man aber sparen kann, wenn man eine gewisse Menge Werbung über sich ergehen lässt. Und hey, dabei macht es kaum etwas, wenn man nach den Werbebotschaften abgefragt wird. Wenn man nicht weiß, was beworben wird, bezahlt man halt den Vertrag ohne Werbung (nur 150%, cool, nicht). Ob sein Leben wirklich so cool ist, beginnt Rob zu bezweifeln als er und sein Freund und Kollege Jojo im Metro-Gleiter auf Arne Bergmann treffen, einen ehemaligen Buchhändler, ja, Händler für echte Bücher. Zwar merkt man dem Buch an, das es für Kinder und Jugendliche geschrieben ist, dennoch lohnt es sich auch für Erwachsene, es zu lesen. Unverhohlen erinnert es an Klassiker wie Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, 1984 von George Orwell oder ähnliche Bücher, die uns schöne neue Welten zeigen, in denen man nicht leben möchte. Doch so langsam kann man sich bei der allgegenwärtigen Präsenz des Internet und der Datensammelwut der Konzerne schon fragen, wie weit wir eigentlich noch davon entfernt sind. Schließlich kann im Netz alles kontrolliert und gesteuert werden. Wie frei ist man da doch beim Lesen eines Buches, das allerdings auch frei zugänglich sein muss. Klasse, wie hier sowohl jüngere als auch ältere Leser auf die lauernden Gefahren hingewiesen werden und ihnen gleichzeitig eines eigenen Wiederstandes aufgezeigt wird, der sich auch im Größeren organisieren lässt. Ein tolles Jugendbuch, das sehr gut auf die Gefahren der vernetzten Welt aufmerksam macht und einen vielleicht dazu bringt, die Technik wenigstens mit offenen Augen zu nutzen. Und hoffentlich verführt es auch dazu, den Büchern auf Papier treu zu bleiben und sich unabhängig zu informieren.

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    • 3
  • Ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Courage

    Die Scanner
    Nabura

    Nabura

    29. May 2014 um 12:54

    Rob ist ein Bücheragent der Scan AG, einem Tochterunternehmen des Weltkonzerns Ultranetz. Gemeinsam mit seinem Freund Jojo versucht er, Leser zu finden und ihnen ihre Bücher abzukaufen. Im Jahr 2035 sind diese zu einer Seltenheit geworden, denn dank Ultranetz kann man jede Information absolut kostenlos und jederzeit über seine Mobril abrufen. Eines Tages begegnen er und Jojo in einem Metro-Gleiter einen Leser, der ihnen sein Buch freiwillig überlässt und Rob im Anschluss heimlich zu einem Treffen einlädt. Als er kurz darauf erfährt, dass der Mann ein gesuchter Terrorist ist, dessen Auslieferung viel Geld einbringt, entscheidet sich Rob, zum Treffen zu gehen. Was sich daraufhin ereignet, sorgt bald dafür, dass Robs Auffassung von der heilen Welt Risse bekommt… Dieses kleine, aber feine Buch hat mich von Beginn an fesseln können. In den letzten Jahren sind sehr viele Dystopien veröffentlicht worden, eine davon actionreicher als die andere. Im Vergleich dazu ähnelt der Stil „Die Scanner“ eher denen der „klassischen“ Dystopien. Es erinnerte mich an „Fahrenheit 451“ und „Schöne neue Welt“, die im Buch auch Erwähnung finden. Das Zukunftsszenario, was in diesem Buch entworfen wird, ist erschreckend realistisch. Könnte unsere Gesellschaft eines Tages tatsächlich so aussehen? Menschen kommunizieren fast nur noch über ihre Mobril, eine Art Datenbrille. Inzwischen ist jede Information, nach der man sucht, digital verfügbar. Sie leben in riesigen Wohnblocks je nach Beruf in der A- B- oder C-Zone und dürfen einmal im Monat zur Erholung eine Parkhalle besuchen. Heiraten tun sie nur noch nach Finanzchecks und dürfen nur nach einem positiven Gentest genau ein Kind zeugen. Das sind nur eine Beispiele für die strikt reglementierte Welt, in der Rob lebt. Als Leser konnte ich Robs Einstellung und seinen Einstellungswandel sehr gut nachvollziehen. Er lebt ein Leben, mit dem er zufrieden ist, weil er nichts anderes kennt und seine Grundbedürfnisse erfültl sind. Doch allmählich kommt er und ebenso der Leser ins Grübeln. Was sind die Auswirkungen, wenn ein einziger Megakonzern einfach alles kontrolliert und auf maximalen Profit aus ist? Nach und nach blickt man gemeinsam mit Rob hinter die Kulissen und macht schreckliche Entdeckungen. Das Buch kommt ohne große Action aus und übermittelt seine Botschaft dennoch eindringlich. Es ist ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Courage. Ich kann es daher nur weiterempfehlen.

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  • Leserunde zu "Bücherdämmerung" von Detlef Bluhm

    Bücherdämmerung
    LambertSchneider

    LambertSchneider

    Liebe Bücherfreunde, Eure Meinung ist gefragt! Die zunehmende Digitalisierung des Buches bringt zahlreiche Veränderungen mit sich: Für das Medium "Buch" selbst, für das Verlagswesen, aber auch für uns Leser. Mit "Bücherdämmerung. Über die Zukunft der Buchkultur" von Detlef Bluhm starten wir heute eine neue Leserunde zu diesem spannenden Thema und verlosen dazu 10 tolle Leseexemplare.  Und worum geht es da genau? Wie lest ihr am liebsten? Haltet ihr es lieber klassisch mit gedruckten und gebunden Büchern, oder darf es vielleicht doch der leichte, handliche E-Reader sein? Was zunächst nur nach einer Geschmacksfrage klingt, bringt in Wirklichkeit weitreichende Veränderungen mit sich: Denn die Digitalisierung von Büchern wirkt sich aus auf die Entwicklung der Verlagsbranche, den Buchmarkt und nicht zuletzt auch auf uns Leser. Auch die Art des Schreibens könnte sich völlig verändern... Ob für die Zukunft des Buches nun ein hoffnungsfroher Morgen oder vielleicht doch eher ein düsterer Abend dämmert, wird sich schon bald entscheiden. Neun Experten wagen einen Blick in die Zukunft – visionär und fundiert. Ein Must-Have für alle, die bei diesem kontrovers diskutierten Thema mitreden wollen! Neugierig geworden und Lust mit zu diskutieren? Dann beantwortet uns bis zum kommenden Sonntag, dem 23. März folgende Frage: "Was meint Ihr, wie sieht die Zukunft des Buches Eurer Vorstellung nach aus?" Die Gewinner der 10 Buchexemplare werden von uns am Folgetag wie gewohnt per PN benachrichtigt. Und noch ein kleines Schmanckerl: Der Herausgeber und Autor, Detlef Bluhm, wird sich an der Leserunde beteiligen - ihr dürft ihn also mit Fragen löchern ;) Wer möchte, kann uns auch auf Facebook besuchen: https://www.facebook.com/Buecherdaemmerung?ref=profile Oder auf dem offiziellen Blog mitdiskutieren: http://buecherdaemmerung.wordpress.com/buch/ Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück! Für Eure Fragen stehen wir Euch gerne jederzeit per PN zu Verfügung :) Und nun, viel Spaß - wir freuen uns auf eine spannende Leserund mit Euch! Liebe Grüße von Eurem Lambert-Schneider-Team

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    • 206
  • Aufgemerkt !Generation Faacebook/Twitter/mobilephone .........Realitätsnahe Dystopie

    Die Scanner
    thursdaynext

    thursdaynext

    Die Dystopie "Die Scanner" von Robert M. Sonntag (nicht zu verwechseln mit Guy Montag) ist ein Jugendbuch. Mit vielen Anleihen bei Aldous Huxley, George Orwell, Ray Bradbury. Altbekanntes wurde leicht verständlich und emotional vereinfacht verarbeitet und unserer schönen neuen Welt angepasst. Rob Sonntag der Ich -Erzähler berichtet aus dem Jahr 2035. "An der Wand hing meine Sammlung prähistorischer E- Book Reader. Die Dinger waren mal groß in Mode gewesen. Waren aber zum Filme schauen schlussendlich zu unpraktisch." Realistisch und erschreckend. Lesenswerte Lektüre für kids ab 13. Der Fischer Verlag stellt ein Unterrichtsmodell zu diesem Buch zur Verwendung in der Schule zur Verfügung. Hier tue ich mich mit der Bewertung schwer, da ambivalent. Als Jugendbuch für diese Altersklasse vergebe ich 5 Sterne. Schlicht und emphatisch wird das wichtige Thema gekonnt packend dargestellt. Als SciFi Leserin und große Verehrerin der oben angesprochenen Autoren und ihrer Romane hätte ich mir das Buch sparen können und tendiere zu einem Stern während ich frustriert und angeödet ins Buch beiße (die Originale sind um Lichtjahre besser) ...... was ich natürlich nicht tue, da es Eigentum der Stabi ist, die es nicht ins Regal mit Erwachsenenliteratur hätte stellen sollen.

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  • Die Scanner - Robert M. Sonntag

    Die Scanner
    Das_Leseding

    Das_Leseding

    11. October 2013 um 21:20

    Inhalt: Robert M. Sonntag arbeitet für die Scan AG. Als Buchagent scannt er alles, was gedruckt wurde, um es der Menschheit jederzeit und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Doch was dann passiert, schildert Sonntag in seinem Buch … Schreibstil: Der Schreibstil ist einfach gehalten und ohne Spannungskurve, dafür mit viel Witz und Situationskomik angereichert. Charaktere: Robert ist wahnsinnig naiv, was ich auf seine Lebenserfahrung schließe. Er lebt mit dem System und hinterfragt dieses nicht! Dies ist für mich als denkender und selbst handelnder Mensch sehr schwer nachzuvollziehen. Genau aus diesem Grund bin ich mit Rob das gesamte Buch über nicht warm geworden, gleiches gilt auch für seinen Freund Jojo. Wie können Individuen so blind sein und einfach machen, wir sind doch keine Maschinen?! Wirklich interessant fand ich Arne. Arne ist ein Denker, er versucht das beste aus der Situation zu machen und hinterfragt, ich hoffe das er mehr Arnes als Robs gibt  Cover: Das Cover ist okay, allerdings fand ich den Druck auf dem Einband viel schöner. Ich lese Bücher grundsätzlich ohne Schutzumschlag und hatte mich gefreut, dass das gedruckte Symbol im Buch noch erklärt wurde. Fazit: Die Handlung ist für Vielleser und denkende Menschen vorhersehbar, langatmig und langweilig, für Jugendliche und Leseanfänger hat Robert M. Sonntag dagegen ein lesenswertes Buch erschaffen. Ich empfehle “Die Scanner” daher nur an Leser, welche sich noch keine Gedanken um die Digitalisierung von Medien, Soziale Netzwerke und die mitdenkende Technik gemacht haben und gebe 3 Sterne für das Buch. Meine Empfehlung statt “Die Scanner” ist: Like me. Jeder Klick zählt – Thomas Feibel oder, wer lieber einen Film sehen möchte: In Time – Deine Zeit läuft ab

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  • Sonntag, Robert M. - Die Scanner

    Die Scanner
    Emili

    Emili

    16. September 2013 um 07:36

    Auf interessante Weise bringt der Autor dem Leser nah, auf was sich die Menschheit einlässt, wenn das gesamte Leben sich praktisch im Netzwerk abspielt: alles ist im Netz, alles läuft über "Mobril", alles wird von "Zuschauern" beobachtet, jeder ist ständig auf "Kontakt", alle Informationen sind im Netz, auch die Bücher, sogar die E-Books gehören inzwischen zu einer "prähistorischen Sammlung". Eine provokante Idee, die besonders für die Bücherliebhaber besorgniserregend ist: Alle gedrückte Bücher werden systematisch vernichtet, eingescannt, digitalisiert und dabei ist es nicht jedem klar, dass, obwohl die Aktion unter dem Motto "Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!" statt findet, nicht alle Texte verfügbar im Netz stehen werden. Zensur heißt das zweite Schlagwort des Romans. Unterhaltsam zu lesen, doch leider, nicht tiefgreifend genug, um länger im Gedächtnis zu bleiben. Für die jüngere Leser jedoch durchaus angemessen. Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre.

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  • Erschreckend viel Gegenwart in diesem Zukunftsthriller!

    Die Scanner
    Karin1970

    Karin1970

    13. September 2013 um 23:37

    Das Jahr 2035, gedruckte Bücher gibt es nicht mehr. Jedes Druckerzeugnis wird aufgespürt und digitalisiert und kostenlos für jeden zur Verfügung gestellt. „Alles Wissen, für alle zugänglich. Jederzeit und kostenlos“ heißt der Slogan dieser Zeit. Rob arbeitet für diesen Megakonzern Ultranetz als Buchagent. Er treibt mit seinem Kollegen Bücher auf und digitalisiert diese. Ultranetz begleitet das Leben eines jeden auf Schritt und Tritt, digitale Brillen „Mobrils“ zeichnen alles auf und jeder kann sein Leben für alle sichtbar „online“ stellen. Doch dann gerät er in die Kreise der Büchergilde, einer geheimen Organisation, die aus ehemaligen Buchhändlern, Autoren, Übersetzern und Verlagsmitarbeitern besteht. Als er Arne, einem Mitglied der Büchergilde kennenlernt gerät sein Leben aus allen Fugen. Wem soll er glauben, Ultranetz – das sein ganzes bisheriges Leben bestimmte, oder der Büchergilde? Das Gruselige an dieser Geschichte ist, dass man das Gefühl hat von dieser Zukunftsvision nicht mehr weit entfernt zu sein. Der Autor, Robert M. Sonntag ist heute sehr viel näher an der Wirklichkeit als damals noch die Autoren von „Brav new World“, „1984“, oder „Fahrenheit 451“. Und was damals noch reine Fiktion war, ist heute die (nahe) Zukunft. Die Geschichte ist wahnsinnig gut umgesetzt, mit einem präzisen und ausdrucksstarken Schreibstil. Die Szenerie der Zukunft wird vom Autor überspitzt, dennoch hebt er nicht drohend den Zeigefinger, sondern spielt mit der Fiktion. Trotz der wenigen Seiten erwartet uns eine umfangreiche Geschichte, die flüssig geschrieben ist und ohne viel Beiwerk auskommt. Der Autor fordert uns auf darüber nachzudenken, wie tief wir jetzt schon in dieser fiktiven Welt stecken. Besonders die Menschen, die mit dem Smartphone durch die Straßen streifen und kaum mal den Blick heben. „Allways on“ um nichts zu verpassen, als ob man dadurch aufhören würde zu existieren. Erschreckend viel Gegenwart in diesem Zukunftsthriller!

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  • Was passiert, wenn eine Firma das Wissensmonopol hat?

    Die Scanner
    Grandville

    Grandville

    10. June 2013 um 21:50

    Die nahe Zukunft (2035) ist näher als wir denken und ich möchte ehrlich sein: ich kann drauf verzichten. Eine sehr interessante und realitätsnahe Idee, die der Autor hatte. Das Buch liest sich flüssig und ist fesselnd. Ich konnte gar nicht aufhören und plötzlich war es dann zu Ende. Es hat einen großen Eindruck bei  mir hinterlassen und regt zum nachdenken an. Die Realität mit GoogleGlas hat das Buch inzwischen eingeholt. Ich kann das Buch allen ans Herz legen. Alterempfehlung fällt mir schwer, aber ich sag mal  ab 14 Jahre ist es gut zu lesen. Erwachsene sollten auch ruhig einen Blick hineinwerfen, denn sie sind es, die den Weg in eine solche Gesellschaft bereiten. Und immer dran denken: den Rechner so oft wie möglich abschalten. Lest und lebt analog! Geht in Bibliotheken! Informiert euch und glaubt nicht alles, was euch Google, Facebook und Konsorten vorgaukeln. Seit kritisch! Lebt euer Leben und lasst es euch nicht von einer Maschine diktieren!

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  • Ist das die Zukunft der Bücher und Leser?

    Die Scanner
    Daniliesing

    Daniliesing

    09. June 2013 um 19:34

    “Die Scanner” von Robert M. Sonntag ist ein Jugendroman, der über ein außergewöhnliches Thema erzählt. Viele der aktuellen Neuerscheinungen spielen in der Zukunft, doch in keiner davon stehen Bücher, Leser, Autoren und all die anderen Menschen, die damit zu tun haben, im Mittelpunkt. Bei diesem Buch ist das ganz anders! Robert M. Sonntag versetzt seine Leser in eine relativ nahe Zukunft. Und doch hat sich im Jahr 2035 im Bezug auf Bücher sehr viel verändert. Liest aktuell eher noch ein geringer Anteil der Leser elektronische Bücher – E-Books – so ist es in dieser Zukunftsvision unnormal, wenn man gedruckte Bücher liest. Der riesige Ultranetz-Konzern schickt seine Buchagenten überall hin aus, um noch Menschen aufzuspüren, die Printbücher lesen und ihnen diese für teils sehr hohe Summen abzukaufen. Danach werden die Bücher gescannt und für alle kostenlos zur Verfügung gestellt. Das interessante an dieser Geschichte ist wohl, dass es gar nicht so abwegig ist, dass wir uns immer mehr in eine solche Richtung entwickeln. Aktuell stehen gedruckte Bücher noch sehr gut da, doch wer weiß schon, wie es in 22 Jahren aussehen wird? Auch der Wunsch nach kostenloser Verfügbarkeit von Texten immer und überall wird größer. Dabei wird aber oft genug vergessen, dass Autoren, Verlage und Co. für ihre Arbeit auch bezahlt werden möchten. Tut das niemand, würde es wohl auch keine neuen Geschichten mehr geben. Und mal ehrlich – wäre das nicht echt traurig? Im Buch regt der Autor ganz geschickt zum Nachdenken über dieses Thema an, ohne zu offensichtlich darauf hinzuweisen. Wie die Hauptfigur Rob nähert man sich immer mehr den Problemen, die eine solche Zukunft mit sich bringen würde. Doch Rob, der als Buchagent sein Geld verdient, ist natürlich schon sehr von Ultranetz und den Ideologien der Firma beeinflusst. Da braucht es erst einige sogenannte Radikale, um ihn in eine andere Denkrichtung zu leiten. Menschen, die ihre Bücher nicht abgeben wollen oder sogar Bibliotheken führen, werden in “Die Scanner” nämlich gejagt. Hinweise darauf, wo sie zu finden sind, werden mit immensen Geldsummen belohnt. Doch Robert M. Sonntag beschäftigt sich nicht nur mit dem Thema “Bücher”. Er zeigt auch auf, wie sehr die ständige virtuelle Vernetzung im Jahr 2035 – hier geschieht das in einer wirklich extremen Form – mehr und mehr dafür sorgt, dass echte zwischenmenschliche Kontakte rar werden. Die Figuren im Buch haben zum Teil tausende virtuelle Freunde und schmücken sich damit, doch selbst die eigene Freundin haben sie noch nie im echten Leben getroffen. Lieber lassen sie sich die perfekte Partnerin anhand von Genen, finanziellem Status usw. automatisch auswählen, als den persönlichen Kontakt in den Vordergrund zu stellen. Schnell wurde mir als Leserin klar, was für eine traurige Welt das wäre, in der es gleichermaßen an echten Beziehungen, aber auch an echten Lebensmitteln und Ähnlichem mangelt. Dieses kleine Buch hat es wirklich in sich. Immer wieder entdeckt man neuen Stoff, der zum Überlegen ud Grübeln bringt. Nicht selten stellt man sich die Frage, ob wir uns wirklich auf eine solche Zukunft hinentwickeln und falls ja, ob wir nicht etwas dagegen tun sollten. Der Autor macht das ganz geschickt und lässt einen nicht mehr los, auch wenn ich mir manchmal noch etwas mehr Emotionen gewünscht hätte. Doch bedenkt man, in was für eine zukünftigen Welt wir hier gelandet sind, dann wäre zu viel Emotionalität auch nicht angebracht. Mit “Die Scanner” ist Robert M. Sonntag ein kluger und fesselnder Jugendroman gelungen, der mit spannenden Ideen überzeugt. Er führt einem vor Augen, was wirklich wichtig im Leben ist.

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