Sophie Scholl war ein Kind ihrer Zeit. In Erinnerung bleiben wird sie immer für ihren Widerstand gegen das Nazi-Regime, der sie das Leben kostete.
In dieser Biographie wird ihr Leben von Beginn an nachgezeichnet. Ein wenig über die frühen Jahre, die Schulzeit, die Lehre, der Arbeitsdienst und die Zeit als Studentin. Viel wird aus ihren Briefen zitiert und auch aus Äußerungen derer, die sie gekannt haben und die den Krieg überlebt haben. Dabei lernt man, dass Sophies Leben sehr von ihrer protestantischen Erziehung geprägt war. Genauso hat sie aber auch die durchorganisierte Erziehung des Nazi-Reiches durchgemacht. Lange hat sie befürwortet, wo sie hinein geboren wurde. Je mehr sich Sophie Scholl jedoch über die christlichen Werte und die Werte der Freiheit Gedanken machte, desto mehr regte sich in ihr der Wille, endlich etwas zu tun. Wie sehr das Regime fürchtete, die Weiße Rose“ könnte etwas im Volk auslösen, ist vielleicht daran abzulesen, wie schnell ein Urteil gefällt und vollstreckt wurde.
So einen Einblick in das Leben einer Rebellin zu bekommen, die es aus einem inneren Bedürfnis gewagt, Widerstand zu leisten, ist beeindruckend zu lesen. Sophie Scholl konnte sich aus der dogmatischen Erziehung, die es damals gab, befreien. Dass sie so tief religiös war, ist vielleicht nicht so bekannt. Ihr ging es eher um die Freiheit, die den Deutschen durch das Regime genommen wurde. Die Verbrechen der Nazis spielten nicht so eine große Rolle. Aus heutiger Sicht überrascht das vielleicht, aus Sophies Sozialisation heraus mag es eine logische Entwicklung sein. Man schöpft aus dem Beschriebenen schon ein wenig Hoffnung, dass Menschen, die einen kritischen Geist besitzen, sich auch aus einer Infiltration lösen können.
Eine sehr interessante Biographie über eine besondere Persönlichkeit, die vielschichtiger war als den Lesenden aus der Geschichtsschreibung möglicherweise bewusst ist. Hinzuweisen ist auf den umfangreichen Anhang mit weiteren Hintergrundinformationen.
4,5 Sterne















