Robert Menasse

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Robert Menasse

Lebenslauf von Robert Menasse

Robert Menasse studierte in Wien, Salzburg und Messina Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft und war 1976 Mitbegründer der Wiener Studentenzeitschrift "Zentralorgan herumstreunender Germanisten". 1980 promovierte er mit einer Arbeit über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb" zum Dr. phil. Zunächst lehrte er von 1981 bis 1988 als Lektor für österreichische Literatur und später als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie an der Universität São Paulo in Brasilien. Heute lebt er als Romancier und Essayist zumeist in Wien. Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Hölderlin-, Doderer-, Breitbach-, Feuchtwanger-, Kaschnitz-, Fried-Preis und den Österreichischen Kunstpreis.

Neue Bücher

Die Hauptstadt
 (96)
Neu erschienen am 02.10.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

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Robert MenasseDie Hauptstadt
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Die Hauptstadt
Die Hauptstadt
 (96)
Erschienen am 02.10.2018
Robert MenasseDon Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust
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Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust
Robert MenasseDie Vertreibung aus der Hölle
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Die Vertreibung aus der Hölle
Die Vertreibung aus der Hölle
 (20)
Erschienen am 15.05.2008
Robert MenasseSinnliche Gewißheit
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Sinnliche Gewißheit
Sinnliche Gewißheit
 (11)
Erschienen am 29.09.1996
Robert MenasseSelige Zeiten, brüchige Welt
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Selige Zeiten, brüchige Welt
Selige Zeiten, brüchige Welt
 (8)
Erschienen am 25.11.2002
Robert MenasseDer Europäische Landbote
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Der Europäische Landbote
Der Europäische Landbote
 (8)
Erschienen am 11.08.2015
Robert MenasseDie Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung
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Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung
Robert MenasseIch kann jeder sagen
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Ich kann jeder sagen
Ich kann jeder sagen
 (5)
Erschienen am 15.11.2010

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Neue Rezensionen zu Robert Menasse

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kornmuhmes avatar

Rezension zu "Die Hauptstadt" von Robert Menasse

Lässt mich etwas ratlos zurück ...
kornmuhmevor 5 Tagen

Was hält die EU eigentlich zusammen? Was eint die verschiedenen Nationen, die sich zu einer Union verbunden haben, über die nationalen Grenzen und Interessen hinaus? Und wie funktioniert dieses Gebilde - politisch, kulturell, wirtschaftlich - überhaupt?

Fragen, denen Robert Menasse in seinem mit dem deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichneten Werk nachgeht. Jetzt, am Ende des Buches angekommen, verstehe ich auch, zumindest teilweise, was der Autor zum Ausdruck bringen wollte. Die EU besteht aus einem riesigen Apparat an Bürokratie, ja, die EU IST Bürokratie. Aalglatt ihre Mitspieler, vor allem auf höherer Ebene, karrieregeil, intrigant, jeder sucht seinen eigenen Vorteil, will glänzen, sich einschmeicheln, auffallen und und und. Die eigentliche Sache der EU - was immer diese auch sein mag - ist längst aus dem Blick verloren.

So stellt sich denn dann auch die Herausforderung, wie das jubilee project, das zur Jahresfeier der europäischen Kommission ansteht und diese in ein besseres Licht rücken soll, aussehen soll. Das Gedenken an Auschwitz soll ins Zentrum rücken, denn was eignet sich besser als die eigentliche Idee, auf der die EU gründet: kein Nationalismus mehr, kein Rassismus, nie wieder Auschwitz.

Menasse entwirft mit vielen verschiedenen Figuren, die sich allesamt in Brüssel einfinden, ein buntes Bild des europäischen Burokratiezenntrums. Dazu gehören ein emeritierter Professor, Mitglied eines europäischen Think Tanks, ein Auschwitz-Überlebender, der in ein Altersheim kommt, ein Kommissar, der ein Verbrechen in einem Hotel aufklären soll, ein österreichischer Schweinezüchter und jede Menge EU-Bürohengste und -stuten. Dabei gelingen dem Autor immer wieder richtig gute, satirische, bisweilen bitterböse Szenen, die mir ein Grinsen ins Gesicht zauberten. Herrlich absurd und lächerlich - wenn es nicht um eigentlich ernste Dinge gehen würde.

Doch insgesamt fehlt mir der rote Faden, der die einzelnen Geschichten der vielen Charaktere zusammenhält. Zwar berühren sich manche Fäden, aber ein wirkliches Geflecht entsteht nicht. Vielmehr stehen die einzelnen Episoden des Buches lose nebeneinander, teilweise verscheinden Figuren sogar, ohne deren weiteres Geschehen zu erzählen oder aufzuklären (z.B. des polnischen Mörders). Darüber hinaus weiß das Buch nicht, was es sein will. Es startet zwar mit einem Kriminalfall, doch dieser spielt nur am Rande eine Rolle. Ein Buch über die Absurditäten der EU Bürokratie ist es aber auch nicht nur, dazu gibt es zu viele Nebenschauplätze. Daher lässt es mich insgesamt doch eher ratlos und unbefriedigt zurück, trotz mehrerer glänzender und höchst amüsanter und interessanter Passagen.

3 von 5 Sternen

Kommentare: 2
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Antigone8s avatar

Rezension zu "Die Hauptstadt" von Robert Menasse

Vielschichtiger, teilweise bissiger Roman über die Hauptstadt der EU
Antigone8vor 2 Monaten

Robert Menasse hat für den vorliegenden Roman sehr ausführlich recherchiert und mit vielen EU Beamten gesprohen, was dem Roman duchaus anzumerken ist. Zudem lebte er für mehrere Jahre in Brüssel, was ihn zu einem Zeugen der Vorgänge in der Hauptstadt Europas macht.


Zu Beginn führt Menasse mehrere Protagonisten ein und wir beobachten das Geschehen in Brüssel während des Romans mit den Augen dieser verschiedenen Personen. Anfangs erscheint die Handlung aufgrund der vielen Charaktere etwas unübersichtlich, doch genau diese verschiedenen Sichtweisen, sorgen für eine vielschichtige und differenzierte Erzählweise. Der Autor lässt seine Handlung im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen überqueren, denn er führt den Leser in verschiedene europäische Regionen aber auch in verschiedene Zeiten. Dadurch gelingt es diesem Roman aufzuzeigen wie sehr, Verhangenheit und Gegenwart miteineinder verwoben sind, wie sehr die einzelnen Staaten der EU voneinander profitieren aber auch voneinander abhängig sind und wie die einzelnen Verwaltungsbeamten in Brüssel versuchen Interessen zu stärken oder zu mindern.

Der Roman kommt nie oberflächlich oder eindimensional daher. Der Erzählstrang verläuft daher auch nicht geradlinig sondern nimmt Abzweigungen, schlägt Haken oder endet abrupt. Die verschiedenen Ebenen, derer sich der Autor bedient, sind nicht imemr sofort erkennbar, was "Die Hauptstadt" zu einem anspruchsvollen Leseerlebnis macht. 

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Xirxes avatar

Rezension zu "Die Hauptstadt" von Robert Menasse

Europas Hauptstadt
Xirxevor 3 Monaten

Nach dem Lesen dieses Romans ist eines jedenfalls klar: Brüssel ist Europas Hauptstadt, hier findet man die VertreterInnen aller Nationen, die gegen- und miteinander versuchen, die Gegenwart und Zukunft unseres Kontinents zu gestalten. Doch so unterschiedlich die Menschen dort auch sind, auf irgendeine Weise sind sie miteinander verbunden, jetzt oder durch ihre Vorfahren in der Vergangenheit. Davon handelt dieses Buch, vom Leben in dieser Hauptstadt und den zumeist unsichtbaren Fäden, die die BewohnerInnen untereinander verknüpfen.
Viele Geschichten werden hier erzählt: die des Kommissars Brunfaut, dem die Untersuchung eines Mordfalles entzogen wird; die des ehemaligen Auschwitzgefangenen David de Vriend, der in ein Altenheim umzieht; die der EU-Beamtin Fenia, die sich strafversetzt fühlt und zum ersten Mal ein Gefühl verspürt, an das sie nie glaubte; und sechs, sieben weitere Personen, die alle auf ihre Art ihre Nationen vertreten, gleichzeitig aber so europäisch sind, wie man es nur sein kann.
Robert Menasse erzählt in einem locker-leichten Plauderton mit viel (auch schwarzem) Humor und serviert einem praktisch so nebenbei viele der Probleme unserer Zeit mit teilweise umfangreichen Analysen: Flüchtlingskrise, Vergangenheitsbewältigung, die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, zunehmende Medialisierung, Werteverlust usw. Das Ganze meist mit jeder Menge feiner Ironie und leichter Spöttelei, sodass ich mich trotz der ernsten Themen häufig gut amüsierte.
Einen kleinen Haken hat das Buch jedoch, wie ich finde. Durch die vielen ProtagonistInnen wechseln die Erzählstränge zwangsweise häufig und auch schnell. Liest man den Roman zügig durch, dürfte das kein Problem sein. Zieht es sich jedoch etwas hin (wie es bei mir der Fall war), kommt kein richtiger Erzählfluss auf. Die Figuren wurden mir nicht vertraut genug, sodass ich nahtlos wieder einsteigen konnte - häufig musste ich zurückblättern, wer wer war. Trotzdem war es eine unterhaltsame und stellenweise auch erhellende Lektüre.

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Robert Menasse wurde am 21. Juni 1954 in Wien (Österreich) geboren.

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