Robert Menasse Der Europäische Landbote

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Inhaltsangabe zu „Der Europäische Landbote“ von Robert Menasse

Offene Türen und kompetente Informationen, eine schlanke Bürokratie, hochqualifizierte Beamte und funktionale Hierarchien: Robert Menasse reist nach Brüssel und erlebt eine Überraschung nach der anderen. Kaum eines der verbreiteten Klischees vom verknöcherten Eurokraten trifft zu. Ganz im Gegenteil, es sind die nationalen Regierungen, die die Idee eines gemeinsamen Europas kurzsichtigen Winkelzügen unterordnen. Menasses großartiges Plädoyer für die Union und ihre Bürger nun im Taschenbuch.

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    Der Europäische Landbote
    Corileinchen

    Corileinchen

    27. August 2013 um 18:00

    Der österreichische Autor, Essayist und Übersetzer trifft mit seinem 2012 beim Zsolnay Verlag erschienenen Essay „Der Europäische Landbote“ einen interessanten Ton. Die ursprünglichen Recherchen für einen Roman entwickelten sich in eine überraschend andere Richtung. Die Vorurteile gegenüber der Europäischen Union, deren Beamten und der angeblichen Bürokratie werden von ihm ins Visier genommen ebenso wie die Glanzleistungen unserer nationalen Politiker. Harsche Worte findet er auch für die Finanz- und Europapolitik. Eine ernste Krise sieht der Autor jedoch nicht. Der Beamtenmythos erzählt von verkalkten, unterqualifizierten sowie in ihren Hierarchien und bürokratischen Schemata gefangen Beamten. So dachte Menasse vor seiner Recherchereise nach Brüssel, doch stellte sich für ihn relative schnell heraus, dass diese Vorurteile nicht zutrafen. Jedoch fand er qualifizierte und engagierte Beamte samt einer ökonomischen Bürokratie vor. Es manifestiert sich der Eindruck, dass dieser Mythos eher auf nationale Beamten zutrifft und weniger auf Eurokraten. Dass sich die eigenbrötlerischen Aktionen der nationalen Regierungen nur schwerlich mit der Idee eines gemeinsamen Europas vereinen lassen, ist für ihn ein unumstößliches Faktum. Es scheint außerdem nicht sehr demokratisch, wenn Deutschland und Frankreich im Nebenzimmer verhandeln, während der Rest aus dem Nähkästchen plaudert und deren Entscheidung mitträgt. Sein Wunsch nach einem besseren System, einer „nachnationalen Demokratie“, wie er es nennt, wird deutlich. Wie diese jedoch explizit aussehen soll, lässt er offen. Eine so schreckliche Finanzkrise sieht er jedoch nicht, eher einen Übertreibung der Tatsachen durch die Medien. Viele Widersprüche werden von Menasse angesprochen und vieles, wie etwa das Demokratiedefizit oder der enorme Medieneinfluss, kritisiert. Oder etwa die Billigung von nationaler Kulturpolitik und im Gegensatz dazu die Missbilligung europäischer Kulturpolitik und die komplette Vernachlässigung dieses Resorts. Die Europäische Union als (scheiterndes) revolutionäres Projekt dargestellt, in dessen Zuge man nachhaltig aus den Fehlern der Vergangenheit lernen wollte. Mit der EU als unser Untergang wird der Leser zum Vorabendhelden eines Epochenumbruches. Trotz seiner kritischen Sicht auf die Demokratie, scheint er die sogenannte „Finanzkrise“ nicht als solche zu sehen. Berechtigte Fragen und Zweifel keimen bei seinen Ausführungen auf. Viele mutige Worte, jedoch ohne konkrete Ideen. Ist denn Demokratie wirklich so negativ? Gibt es überhaupt eine adäquate Alternative und ist die EU wirklich unser Untergang? "Wir müssen dieses letzte Tabu der aufgeklärten Gesellschaften brechen: dass unsere Demokratie ein heiliges Gut ist."

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