Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust

von Robert Menasse 
3,6 Sterne bei45 Bewertungen
Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust
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Fängt großartig und frech an und lässt dann stark nach. Alternder Mann langweilt sich und kommt nicht aus dem drögen Sexprogramm raus. Gähn.

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Inhaltsangabe zu "Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust"

Die Geschichte der Liebe ist eine Geschichte von Befreiungskämpfen.

Programmatisch ist in Robert Menasses Roman schon der erste Satz, und die Ouvertüre^hat so manchen Kritiker in Ehrfurcht und Schrecken versetzt. Teuflisch brennt die Erkenntnis, daß einem das Zölibat zweierlei erspart: die Langeweile und den Schmerz.
Dem 53jährigen Nathan wird nichts erspart. „Warum kann ich nicht genießen? Mein Vater hat es sich immer gut gehen lassen.“ Auf der Suche nach der verlorenen Lust der Nach-68er-Generation kreuzen viele Frauen seinen Weg. Freundinnen, eine Ehe, noch eine Ehe, viele Geliebte – nichts erfüllt ihn. Nathan befindet sich auf dem Weg der Unlust, und die erfüllt sich.
In einem der „unterhaltendsten Unterhaltungsromane der letzten Jahre“ (Die Zeit) zeichnet Robert Menasse das Porträt einer Generation, der Nach-68er-Gesellschaft. Es ist kein Liebesroman im klassischen Sinne, in dem Mann und Frau zueinanderfinden, sondern ein Roman über die Liebe in den Zeiten sexueller Befreiung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518460405
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:273 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:25.01.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchstabenliebhaberins avatar
    Buchstabenliebhaberinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fängt großartig und frech an und lässt dann stark nach. Alternder Mann langweilt sich und kommt nicht aus dem drögen Sexprogramm raus. Gähn.
    Sexüberdruss

    Die Weisheit des Zölibats leuchtet ein, wenn Sex so ausgefallen sein muss, dass es brennt. Ich sag nur: Chili! Nathan ist in die Jahre gekommen, und inzwischen langweilt ihn Sex. Eigentlich langweilt ihn dieser schon lange, aber mangels Alternativen macht er einfach weiter damit. Das scheint leichter als sich ein neues Hobby zu suchen.


    Ich fand den Gedanken, Mann ist der körperlichen Freuden überdrüssig, ganz interessant. Ja, was dann? Freundschaft, platonische Liebe, keine Liebe? Stattdessen: erzählt der Autor von sämtlichen Frauen, die der Protagonist Nathan jemals hatte. Der Vater ein unnahbarer Lebemann und Frauenvernascher, der Sohn nach einigen politisch ambitionierten Jahren ein ebensolcher Beauvivant.


    Eigentlich befindet sich Nathan in einer Midlifecrises, sein Job ödet ihn auch an, seinen Zenit hat er in vielerlei Hinsicht überschritten. Seine Ehe funktioniert irgendwie, näheres erfährt man leider nicht. Seine Affaire mit der Chili-Frau funktioniert umso besser, auch weil diese etwas dafür tut, es nicht langweilig werden zu lassen. Da hat er aber Glück, der gute Nathan.


    Zuerst gefiel mit die Sprache sehr gut, ich fühlte mich wunderbar unterhalten. Aber dann verlor die Geschichte an Elan, wurde ähnlich dröge, wie ich mir den verlebten Nathan vorstelle. Jammern auf hohem Niveau, ohne etwas dazuzulernen, die ewige Jagd nach dem immer gleichen Kitzel. Schade, der Stoff hätte meiner Meinung nach mehr Potenzial gehabt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Super gelungen: tiefgründig, tragisch, witzig, gesellschaftskritisch

    "Seither weiß ich, dass die Seele keinen Sitz hat. Sie ist eine Flipperkugel. Sie schlägt an im Knie, klickt gegen die Hoden, stößt ans Zwerchfell, trifft das Herz, schlingert durch den Hals, prallt an das Hirn, fällt in ein Loch." 

    Der Ich-Erzähler Nathan hat ein Problem: Er hat keine Lust mehr, nicht nur auf Sex, der ihn langweilt, und dadurch laut seiner Aussage sogar besser geworden ist, sondern insgesamt auf das Leben. Dabei ist er nicht wirklich depressiv, findet er. Trotzdem sucht er sich eine Therapeutin, Hannah, die ihn ermuntert, dass er über sein Leben erzählen soll, was dann auch quasi die Handlung des Buches ist. Schnell wird klar, dass ein kompliziertes Vater-Sohn-Verhältnis, die Unangepasstheit an die Spaßgesellschaft und eine fragliche Auswahl an Freundinnen nicht ganz unschuldig sind an seinem jetzigen Zustand... 

    Der "Standard" nennt es ein "Sprachkunstwerk ersten Ranges" und dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Der Erzählstil des Ich-Erzählers ist wirklich super gelungen. Elegant, mit Wortwitz und sehr intelligenten und reflexiven Kommentaren und Selbstironie erzählt Nathan seine Geschichte. Und die hat es wirklich in sich...

    Fazit: Super gelungen! Ein außergewöhnliches Buch, dass alle Zutaten für eine tiefgründige, gesellschaftskritische, witzige und unterhaltsame Lektüre mitbringt. 

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    BeaMilanas avatar
    BeaMilanavor 5 Jahren
    Der Kampf gegen die Lustlosigkeit

    Aufgefordert von seiner Therapeutin Hannah ("Schreiben Sie Nathan! Schreiben Sie alles auf! Eine Reportage über die Reise, die sie zu diesem Punkt gebracht hat, dass sie keine Lust empfinden.") beleuchtet der 60-jährige Nathan sein Leben vor allem unter einer Prämisse: der Suche nach der Lust und der Liebe.
    Auf der Rückseite des Buchumschlags findet sich: Die Geschichte der Liebe ist eine Geschichte von Freiheitskämpfen.


    Angeregt von den ersten Sätzen des Romans nahm ich mit großem Interesse an der Entwicklung Nathans (Kindheit, studentisches Treiben, Beruf bei einer Zeitung, Midlife-Krise) samt Exkursen teil, schmunzelte über die intelligenten, satirischen und philosophischen Reflexionen des Ich-Darstellers, mit denen der Autor virtuous spielt. Vor allem überzeugt der pointierte und sprachgewaltige Schreibstil, der nicht an ironischen Untertönen spart. 

    "Don Juan de la Mancha" von Robert Menasse ist ein außergewöhnliches Lesevergnügen über einen Frauenheld, der, trotzdem er seine große Liebe am Ende findet, ein Lustsuchender bleibt. Mit einem Playboy als Vater, a la Gunter Sachs, wundert es mich nicht. 

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    lavra_sophias avatar
    lavra_sophiavor 7 Jahren
    Rezension zu "Don Juan de La Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse

    naja naja...

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    DaniMvor 8 Jahren
    Rezension zu "Don Juan de La Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse

    Wegen dieses Buches hatte ich in der Literatur Akademie, die ich voriges Jahr besucht hatte, regelrecht Streit, auf jeden Fall stundenlange Diskussionen mit anderen Teilnehmern. Viele sagten, das Buch geht gar nicht. Menasse trägt zu dick auf, verwendet Klischees und so weiter. Für mich war die Geschichte die Darstellung eines Mannes in einer Lebenskrise, eines Menschen, der Depressionen hat und nur schlecht mit dem Älterwerden zurecht kommt. Wenn man nun unter Depressionen leidet, denkt man möglicherweise in Klischees und trägt dick auf. Man(n) leidet ja. Ich fand die Charakterisierung des möchte-gern Don Juans gelungen.

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    rallusvor 9 Jahren
    Rezension zu "Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse

    Ein amüsantes, witziges, teilweise deftiges Buch über die sexuelle Befreiung der 50er Jahre Generation. Lust ist nicht gleich Liebe und die Liebe wird gesucht aber nur Beischlaf gefunden. "Darüber" wird debattiert, man ist dadurch emanzipiert aber nicht befriedigt. Das Buch gipfelt in der altgriechischen Strafe des Ehebruchs (?), aber feiert die Liebe als Erlösung. Ein sprachwitziges Buch, manchmal tiefsinnig und rührend, meistens aber ironisch und sarkastisch über die Gesellschaft berichtend

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    Wolkenatlasvor 10 Jahren
    Rezension zu "Don Juan de La Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse

    Auf der Suche nach der verlorenen Lust...

    Don Juan de La Mancha Oder die Erziehung der Lust.
    Ein interessantes Thema mit einem Feuerwerk an Eröffnungssätzen (eigentlich wären die ersten Sätze allein schon 5 Sterne wert...).
    Robert Menasse lässt Nathan seine Lebensgeschichte (in Therapiesitzungen mit Hannah) erzählen, parallel dazu lebt Nathan seine Liebesunfähigkeit in erste Linie mit der Geliebten aus (oder doch die Unfähigkeit zur Lust, unter der Voraussetzung der Unmöglichkeit der Liebe?). Ob der Name Nathan zufällig gewählt ist oder auf den Namensvetter aus zahlreichen Romanen Philip Roths (auf dessen Roman "Jedermann", wie auch auf John Updikes "Landleben" und Martin Walsers "Angstblüte" in diesem Buch hingewiesen wird- außerdem wird viel auf Peter Handke verwiesen) anspielen soll, lasse ich dahingestellt. Robert Menasses Nathan ist jedenfalls kein Schriftsteller, doch schreibt er für eine Zeitschrift. Weitere Parallelen sind auch vorhanden. Dieses Buch liest sich sehr gut, man findet viele grandiose Seiten. Erzählstränge wie die unglücklichen Liebesanbahnungen verscheidener Männer in Richtung Nathans Mutter sind sehr geglückt. Die politischen Jugendaktivitäten sind dann fast etwas künstlich aufgebauscht und eigentlich fast unnötig. Das Zusammentreffen mit seiner zukünftigen Frau dafür wieder sehr gelungen. Berührt hat mich das Buch jedoch komischerweise nie, obwohl ich es an einem Abend gelesen habe und es mich scheinbar auch in den Bann gezogen hat.
    Menasses Prosa ist scharf, pointiert und nie billig, was bei einem so hochkarätigen Schriftsteller, und der ist Robert Menasse, Voraussetzung ist, wirkt jedoch hie und da wie (perfektes) Handwerk.
    Fazit: sehr gute Lektüre, jedoch nicht zur Gänze überzeugend. Die Trilogie der Entgeisterung (Sinnliche Gewissheit, Selige Zeiten - Brüchige Welt und Schubumkehr) bleibt in meinem Robert Menasse Rating vorne.

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    katermurrs avatar
    katermurrvor 10 Jahren
    Rezension zu "Don Juan de La Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse

    Ich musses nochmal lesen - und das tue ich aktuell. Ein Journalist, vermutlich jenseits der fünfzig, setzt sich mit seinem Werdegang und seinen Beziehungen auseinander - er hat keinen Spaß mehr am Sex und all den Mann-Frau-Begehrlichkeiten und Spielen. Nicht ohne Witz, manchmal auf schon bedenklich kalauerndem Niveau, reflektiert und beschreibt er seine Situation und Weiterentwicklung zwischen seiner Therapeutin, Frau, Freundin und beruflichen Stuhlsägern...

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