Robert Merle Der Tod ist mein Beruf

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Inhaltsangabe zu „Der Tod ist mein Beruf“ von Robert Merle

Von der Banalität des Bösen Inspiriert vom Tagebuch des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb Merle diesen ersten Holocaust-Roman aus Tätersicht, der ihn weltberühmt machte. Die einzigartige Psychostudie eines Massenmörders aus Gründlichkeit und Gehorsam erschüttert selbst ein halbes Jahrhundert nach ihrem Erscheinen noch in ihrer schonungslosen, banalen Logik. "Wann endlich wird man den Mut haben, diesen Roman als unverzichtbare Ergänzung zu Hannah Arendts ›Bericht von der Banalität de Bösen‹ zu sehen?" Le Monde "Dieser Roman ist genau das, was an Littell gerühmt wird: groß und kalt." Die Welt "Ein grausiges Buch, das man gelesen haben muss." Stuttgarter Zeitung

Wie denkt ein Millionenmörder? Wie der Lagerkommandant von Auschwitz dachte und wie sich sein Leben gestaltete, wird hier geschildert.

— BastianWeinert

Eine gelungene Mischung aus Fiktion und historischem Geschen, die schockiert und noch lange nachwirkt.

— Ambermoon

Verstörend und faszinierend zugleich!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

mein absolutes Lieblingsbuch seit meiner Jugend

— Steffi999

Mal aus der anderen Sicht - sehr kühl und nüchtern, aber sehr interessant. Lesenswert !

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Massenmord, organisiert von einem Beamten

    Der Tod ist mein Beruf

    Tom_Ehrenberger

    04. August 2017 um 15:08

    Die Geschichte an sich ist ja schon furchtbar genug, was es noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass der Autor die Tagebücher von Rudolf Höß hier verarbeitet. Das Massenmorden in seinem nüchternen Grauen, präzise dargestellt und lässt einen verstört zurück. Auch wenn man das Leid der Opfer niemals auch nur erahnen kann, so ist dieses Buch immerhin ein Schritt in diese Richtung. Es hat mich von Beginn an gefesselt und ich habe es sehr rasch gelesen, doch es ist sicher nichts für schwache Nerven.

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  • Ein Einblick in die Seele der Menschen in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte

    Der Tod ist mein Beruf

    grit0707

    10. August 2015 um 13:58

    Robert Merle gibt in diesem Buch einen Einblick wie die Menschen in diesem furchtbaren Weltkrieg gehandelt und gedacht haben. Die Vorstellung von Stolz und Ehre hat zu Handlungen geführt, die unmenschlich und grausam waren.  Ich war wirklich überwältigt mit wie viel Recherchearbeit Robert Merle vorgegangen ist und wie er diesen Roman gestaltet hat. Eindrucksvoll ist das Leben und Arbeiten des Lagerkommandanten von Auschwitz beschrieben.  Eigentlich gehört dieses Buch noch heute in jeden Bücherschrank. Dieses Buch ist mehr als Lesestoff. Dieses Buch muss heute noch jedem eine Warnung sein, dass so etwas nie wieder passieren darf.

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    • 3
  • Grausam und schockierend

    Der Tod ist mein Beruf

    Ambermoon

    Von der Banalität des Bösen Inspiriert vom Tagebuch des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb Merle diesen ersten Holocaust-Roman aus Tätersicht, der ihn weltberühmt machte. Die einzigartige Psychostudie eines Massenmörders aus Gründlichkeit und Gehorsam erschüttert selbst ein halbes Jahrhundert nach ihrem Erscheinen noch in ihrer schonungslosen, banalen Logik. -------------------------------------------- Es wird empfohlen dieses Buch als Ergänzung zur Autobiographie "Kommandant in Auschwitz" zu lesen. Dieser Empfehlung kann ich nicht beipflichten. Dieses vorliegende Buch ist nicht, wie viele fälschlicherweise denken, eine wahrheitsgetreue Biographie des Lagerkommandanten Rudolf Höß, sondern ein Roman. Der Autor wurde nur vom Tagebuch dieses Lagerkommandanten inspiriert. Er selbst schreibt: "Der erste Teil meines Romans ist eine literarische Neuschöpfung des Lebens von Rudolf Höß...." Es gibt natürlich viele Parallelen, aber auch genauso viel Fiktives (Kindheit, Wechsel in verschiedene KL, etc.) Nichtsdestotrotz ist dieser Roman eine gelungene Mischung aus Fiktion und historischem Geschehen. Es wird in einer verstörenden und beängstigenden Weise beschrieben wie so mancher Hitler-Anhänger und vor allem die ausführenden Organe tickten. Viele haben aus Pflichtgefühl zum Führer und aus Autoritätsgläubigkeit alles menschliche abgelegt, nur um die ihnen aufgetragenen Befehle korrekt und zur vollsten Zufriedenheit der Vorgesetzten (und des Führers) durchzuführen. Der Autor beschönigt nichts! Vor allem die akribische Planung der Judenendlösung wird in grauenhafter Weise beschrieben und lässt einem auch nach Beendigung des Romans nicht mehr los. Daher ist dieser Roman keineswegs eine leichte Kost und wirkt noch lange nach. Fazit: Wenn man einen authentischen Roman aus Tätersicht eines Lagerkommandanten eines KL lesen möchte und keinen schwachen Magen hat, dann ist dieser Roman äußerst lesenswert. Wenn jemand eine wahrheitsgetreue Biographie von Rudolf Höß sucht, kann ich "Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß" von Martin Broszat empfehlen. Ebenso verstörend und schockierend.

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    • 2
  • Die Schrecken von Auschwitz

    Der Tod ist mein Beruf

    LiesaB

    06. October 2013 um 10:59

    Robert Merle hat mit diesem Roman ein ganz großes Werk geschaffen. Er berichtet von den Schrecken in Auschwitz und beschreibt das Leben des Lagerkommandanten Rudolf Höß. Der Autor hat sich mit diesem im Gefängnis unterhalten und nach seinen Aufzeichnungen das Buch geschrieben. Gnadenlos seziert er die Person Rudolf Höß, beginnend mit dessen Kindheit, erzogen mit preußischen Drill von seinem Vater. Als Lagerkommandant erfüllt der fleißige Gehilfe die Normen der Obersten, ebenfalls mit preußischem Drill. Die Menschlichkeit bleibt dabei vollkommen auf der Strecke, die Menschen werden zu Einheiten, die verbrannt werden müssen. "Der Tod ist mein Beruf" ist ein Buch über das Leben und Sterben in Auschwitz mit alle seinen Schrecken und menschlichen Abgründen. Nach dem Lesen dieses Werkes muss der Leser erst einmal tief durchatmen und zumindest ich habe mich in Gedanken noch Jahre später mit diesem Roman beschäftigt.

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  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Gospelsinger

    16. February 2012 um 01:19

    Wie muss ein Mensch ticken, um ein Konzentrationslager zu führen, um seine Tage damit zu verbringen, die Tötungsmaschinerie immer weiter zu optimieren? Wie wird aus einem niedlichen Baby ein Massenmörder? Robert Merle hat in einer hervorragend gelungenen Mischung aus fiktiven und historischen Elementen die Geschichte des Lagerkommandanten Rudolf Höß, im Buch Rudolf Lang genannt, nachgezeichnet. Gleich die erste Szene ist beklemmend und macht die Angst, die Rudolf vor seinem offensichtlich psychisch kranken Vater hat, fast greifbar. Der Vater ist einmal fremdgegangen, deshalb vor Schuldgefühlen völlig durchgedreht und terrorisiert seine Familie auf unfassbare Weise. Mit dem Jungen Rudolf kann man noch Mitleid haben, er hat ja noch keine Verbrechen begangen. Und dass er es später tut, hängt sicherlich auch damit zusammen, wie er von seinem Vater behandelt, ja, geradezu gefoltert wurde. Von klein auf an ist Rudolf fasziniert vom Militär, was sicherlich nicht nur mit der Familientradition zusammenhängt, sondern auch mit dem extremen Gehorsam und dem zwanghaften Ordnungssinn, von den Eigenschaften, die ihm von seinem Vater abverlangt wurden, und die ihm ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Sein Vater allerdings hat andere Pläne. Sein Sohn soll Priester werden, um die Sünden des Vaters zu sühnen. Als der Vater stirbt, ist das auf den ersten Blick eine Befreiung für Rudolf, der nun von zu Hause wegläuft und sich trotz seines zu geringen Alters freiwillig zum Militär meldet, um in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Das Militär ist allerdings nicht gerade der richtige Ort, um die Folgen der Erziehungsmethoden des Vaters zu überwinden, im Gegenteil, sie werden noch verstärkt. So entsteht eine Persönlichkeitsstruktur, die leider nur allzu oft fatale Konsequenzen zeitigt. Denn eine solch angstvolle, duckmäuserische, gehorsame Person ist in Behörden und beim Militär nur allzu gut aufgehoben. Gehorchen, sich einordnen, nicht hinterfragen, das sind die Eigenschaften, mit denen man in hochhierarchischen Strukturen Karriere machen kann. Übrigens nicht nur im Nationalsozialismus. Dass Rudolf Lang, i.e. Höß, in der Hierarchie der Nationalsozialisten schnell aufsteigt, ist daher nicht verwunderlich. Auch die Aufgabe, das Konzentrationslager Auschwitz zu leiten und die Tötungsfabrik zu perfektionieren, erfüllt er vorbildlich. Er steigert die Tötungsrate durch den Einsatz von Zyklon B und baut riesige Öfen, um die vielen Toten effektiv beseitigen zu können. Dabei hat er nicht das geringste Unrechtsbewusstsein, fehlen ihm doch jegliche Empathie, jegliche Fähigkeit zu menschlicher Wärme und Zuneigung. Seine Kälte und Distanz lassen einen frösteln. Lediglich für seine Pferde entwickelt er Gefühle, mehr jedenfalls als für seine Frau. Höß fühlte sich bis zuletzt nicht schuldig, er hatte doch nur seine Pflicht getan und die Befehle seiner Vorgesetzten ausgeführt. Er machte eben nur so gründlich wie möglich seine Arbeit. Wie so viele seiner Zeitgenossen. Dieses Buch beschreibt auf sehr eindringliche und lange nachwirkende Weise die Banalität des Bösen. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    thomas_manegold

    Bezüglich des 2. Weltkrieges entstamme ich der Generation Gehirnwäsche. Man trieb uns als Kinder durch die KZ und der Geschichtsunterricht war eigentlich nur die Geschichte der Arbeiter und Bauern, mit besonderem Schwerpunkt auf 33-45. Bücher über das nationalsozialistische Deutschland und über seine Toten gibt es wie Sand am Meer, eines schrecklicher als das andere, jedes meistens mit einer Ersatzideologie oder irgendeinem dämlichen Patriotismus behaftet. Doch jedes überfrachtete Genre hat seine Highlights. Und Merles Roman "Der Tod ist mein Beruf" ist vieleicht daran schuld, dass mich die ganze Scheiße, die damals verzapft wurde, immer noch interessiert. Der Roman ist eine fiktive Nachzeichnung des Lebenslaufs von Rudolf Höß, der Kommandant im KZ Auschwitz war. Merles Quellen waren u.a. die Verhörprotokolle und die Aussagen eines amerikanischen Psychologen, der Höß in der der Hadt interviewte. Daraus entwickelte der Autor ein beeindruckendes, nervenaufreibendes Psychogramm eines kaputten Menschen, der andere kaputt macht. Dass er einiges vom Lesenden abverlangt liegt an folgenden Punkten: 1. Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben. 2. Er gibt Antworten. Im ersten Teil beschreibt Merle eine mögliche Kindheit und Jugend des zukünftigen Lagerkommandants. Und somit erfahren wir auch, wie so ein Drill mit Stock, Liebesentzug und religiösem Wahn auch heute noch super funktioniert. 3. Er beschreibt wegen (1) sehr pedantisch und genau die Organisation, Planung und Durchführung der Massenvernichtung. Der Protgonist rechnet in Einheiten pro Stunde und erklärt besipielsweise auch, warum eine Erschießung wirtschaftlich unverantwortlich und zeitlich nicht möglich gewesen wäre... 4. Am Ende des Buches ist man fertig mit den Nerven und meint zu wissen, wieso und warum dieser Mensch zur Vernichtungsmaschine geworden ist. (Bestien haben Emotionen) und man weiß auch ganz genau, dass dieser Wahnsinn jederzeit immer und überall wieder passieren kann.

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    • 2
  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    cloudy

    24. February 2011 um 19:35

    SUB

  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein Buch, das seinem Leser sehr viel abverlangt. Selbst hartgesottene Krimi-/Thrillerleser werden hier eine neue Kategorie an menschlicher Perversion erfahren: die Wirklichkeit des Dritten Reiches. In einem bigotten Elternhaus zu blindem Gehorsam erzogen, als sechszehnjähriger Junge bereits als Dragoner mit drei Verwundungen und Malaria aus dem Krieg heimgekehrt, im zivilen Leben ohne Chance und Perspektive, findet er endlich bei den Nationalsozialisten einen neuen Lebenssinn. Emotionslos berichtet der Erzähler von seinen unvorstellbar grausamen Taten, die er selbst nicht in Ansätzen hinterfragt, denn letztlich hat er gelernt, dass ein Befehl auszuführen ist, nicht hinterfragt werden darf. In den Prozessen später beschreibt er seine Aufgabe in Auschwitz als "unangenehm", und sagt "Ich konnte mir nicht gestatten, gerührt zu sein. Ich hatte Befehle." Ein Buch, das uns zeigt, wozu Menschen fähig sind, die zum blinden Befehlsempfänger mutieren. Unfassbar, grauenhaft, und doch das Lesen mehr als wert.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Bittersweet

    10. October 2010 um 16:01

    Was geht im Kopf eines Mörders vor? Eine Frage, die einerseits durchaus faszinierend, gleichzeitig aber erschreckend und sehr schwer zu beantworten ist - erst recht, wenn es sich dabei um eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte handelt. Robert Merle hat sich mit diesem Buch der schwierigen Aufgabe gestellt, einen Einblick in die Persönlichkeit des Mannes zu gewähren, der verantwortlich für den Tod von 1,5 Millionen Juden war - Männer, Frauen, Kinder. Das Buch beginnt mit der Kinderzeit des Rudolf Lang, wie er von Merle im Buch genannt wird, einem Einblick in seine Familie und seine Schulzeit. Doch schon der kindliche Rudolf erscheint einem seltsam befremdlich, es war mir zu keiner Zeit während des Lesens möglich, eine Beziehung zu diesem Charakter aufzubauen; so emotionslos, pedantisch, verschlossen erscheint einem der Junge, ein Abziehbild seines Vaters., mit dem ihm jedoch keine Nähe verbindet. Und es erscheint einem, als suche er diese Nähe später durch seinen Gehorsamseifer gegenüber der Armee und Führerfiguren - ein schauerlicher Ersatz. Sein übergroßes Pflichtbewußtsein, dem er alle anderen Dinge, selbst seine Familie, unterordnet, läßt ihn schließlich zu dem Mann werden, als den ihn die Geschichte heute kennt. Und daß er all seine Taten ausschließlich aus Pflichtbewußtsein, völlig unemotional, begangen hat, läßt ihn umso monströser erscheinen. Robert Merle sagte über die Entstehung seines Romans: "Dieses Buch war sehr schwer zu schreiben.[...] Doch das Schlimmste an der Arbeit war, diesen Roman in der ersten Person Singular zu schreiben, womit ich eine größere Authentizität erreichen wollte." Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt - Merle hat eine Dokumentation des Grauens geschaffen, die den Leser sprachlos zurückläßt.

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  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Ayanea

    Erschütternder Roman über den Lagerkommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß. Inspiriert von dessen Tagebuchnotizen schrieb Robert Merle ein tiefgründiges Buch, welches ihn weltberühmt machte und den Lebensweg und Handeln eines Monster/Menschen/"Opfer" (?) beschreibt. Wer sich bis heute fragt, wieso es im zweiten Weltkrieg zu solch Greueltaten kommen konnte, der sollte unbedingt dieses Buch lesen! Meiner Meinung nach gehört es in jeden Bücherschrank!!!

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    • 2
  • Frage zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    bin gerade neu hier,und bekomme nicht raus wie ich ein buch lesen kann

    • 5

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. September 2010 um 11:21
  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Fritzmaus

    Ich kann wieder atmen, die "Geschichte" ist vorbei. Vor Ungläubigkeit hatte ich stellenweise unbewusst den Atem anhalten müssen. Wie oder was soll ich über den Hauptprotagonisten Rudolf Lang, im richtigen Leben Rudolf Höß, denken? Die Erkenntnisse aus diesem Buch machen es nicht wirklich eindeutig leicht. Es ist ein Roman, entstanden aus den persönlichen Aufzeichnungen von Rudolf Höß, sowie aus den Gesprächsergebnissen eines Psychologen der ihn während des Nürnberger Prozesses in seiner Zelle befragt hat. Geschrieben wurde der Roman von 1950 - 1952. ___ Die Geschichte beginnt in Rudolf`s Kindheit, die seine spezielle Verhaltensweise in seinem späteren Leben teilweise erklären kann. Seinen Glaubensverlust durch den Verrat seiner Mutter, die nicht hinter ihm stehen konnte als es für seine kindliche Seele wichtig gewesen wäre. Eine "Kleinigkeit" die, denke ich, sein Leben spürbar verändert hat. Er zieht in jungen Jahren als freiwilliger in den Krieg. Seine Eigenart ist, bedingungslos Befehle entgegen zu nehmen. Ohne Rücksicht auf die Konsequenzen die diese für sein direktes soziales Umfeld haben könnten. Egal - Befehl ist Befehl. In einem Leben ohne Krieg fällt es ihm schwer Fuß zu fassen, da er gelernt hat auf Befehle zu reagieren, die ihm im normalen Leben nicht wirklich jemand gibt. Er gerät in die Fänge von Himmler, der sein "Talent" erkannt hat und dieses für sich zu nutzen weiß. Rudolf wird beauftragt sich um Auschwitz zu kümmern bzw. als Kommandant das Lager aufzubauen.Zuhause ist er ein liebevoller Vater und Ehemann, doch verlässt er seine Familie und geht zur "Arbeit" scheint er seine Persönlichkeit zu wechseln. Ein Mann ohne jegliche Emotionsfähigkeit ohne Gewissen - nur den Befehlen folgend. So schnell wie möglich, so viele "Einheiten" wie möglich spurlos zu entsorgen. Seine Gedankengänge zu diesem Thema sind einfach nur schockierend und machen sprachlos. ___ Unglaublich fesselnd ist die Erzählweise, die einen kleinen Einblick in die Seele oder Seelen von Rudolf gibt. Die Wortwahl ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus kein Problem. Eine Jacke gegen die Gänsehaut, wegen der erschreckenden Kälte die sich in diesem Buch breit macht, kann sicher nicht schaden. Ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben und kann es nur weiterempfehlen.

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    • 2
  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. March 2010 um 19:55

    „Ich habe keine Entschuldigung nötig. Ich habe gehorcht.“ So denkt Rudolf Höß, Lagerkommandant von Auschwitz. Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst mal tief durchatmen. Wie kann jemand so sein? Wie kann jemand so etwas tun? Was hat ihn dazu gebracht so zu werden und ohne Gewissen mehr als zwei Millionen Juden umzubringen? Beantworten kann ich diese Fragen immer noch nicht genau, will ich auch gar nicht. Aber ich habe einen Einblick in den Kopf und in das Leben des Mannes bekommen, der für den Tod von mehr als zwei Millionen Juden verantwortlich ist. Kann ich dieses Buch weiterempfehlen? Ja. Weil Merle es geschafft hat, eines der dunkelsten und schlimmsten Kapitel unserer Geschichte aus der Tätersicht zu beleuchten. Er gibt die Ansichten und das Leben eines Mannes wieder, der als Massemörder in die Geschichtsbücher einging. Ein Täter, der am Ende Opfer seiner selbst war. Bleibt einzig zu hoffen, dass es nie wieder so weit kommen wird. Gefühle die bleiben: Entsetzen, Erschrecken, Ekel, Abscheu. Unverständnis. Und Bewunderung für Merle, der sich mit den Notizen des Rudolf Höß auseinandergesetzt und daraus dieses Buch gemacht hat. Ich glaube ich selbst wäre an dieser Aufgabe verzweifelt und gescheitert – weil die Tragödie dahinter einfach zu groß und Höß ein Monster ist.

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  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    LEXI

    30. December 2009 um 21:55

    Ich habe die letzte Seite dieses Buches umgeblättert und brauchte eine Weile, um die Fassung wieder zu erlangen. Dieses Buch, das ich bewusst gewählt und gelesen habe, ist ein „Buch der Geschichte“. Der Protagonist Rudolf Lang hat tatsächlich existiert. Er hieß in Wirklichkeit Rudolf Höß und war Lagerkommandant von Auschwitz. Der Autor selber schreibt im Nachwort: „Es übersteigt jedes Vorstellungsvermögen, dass Menschen des 20. Jahrhunderts, die in einem zivilisierten Land Europas lebten, soviel Methode, Findigkeit und schöpferische Gaben eingesetzt haben sollen, um einen riesigen industriellen Komplex zu errichten mit dem Ziel, ihresgleichen MASSENWEISE zu ermorden.“ Und ich gebe ihm recht. Wohl wissend, worauf ich mich mit der Wahl dieses Buches einlasse, wollte ich der notwendigen Konfrontation mit diesem Thema nicht aus dem Weg gehen. Die Geschichte des Rudolf Lang, der einen teuflischen Plan zur massenhaften Ermordung von Juden ersann – und wir sprechen hier von 2,5 Millionen jüdischen Bürgern, die Lang ermordete, wie er selber im Verhör zugegeben hatte – jene Geschichte ist eiskalt und Lang handelt ohne die kleinste menschliche Regung. Man muss Robert Merle zugute halten, dass er sich um Sachlichkeit bemüht – trotz allem entsteht eine derartige Fassungslosigkeit beim Lesen der vielen Details, der Brutalität, Gewissen- und Skrupellosigkeit von Lang und seinen Mordgesellen. Dieses „Geschöpf“ (Menschlichkeit kann man Lang nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr zusprechen) erstickte jede menschliche Regung in seinem gesamten Umkreis sofort im Keim und es wird einem übel beim Lesen der Verleumdungen und Aussagen der SS-Mitglieder über Juden. Das gesamte Leben des Rudolf Lang ist ein „Handeln nach Befehl“. Keine Hinterfragen der Befehle. Niemals Emotionen. Nur das sture und völlig skrupellose Befolgen dieser Befehle. Als er seiner Frau Elsie gegenüber aussagt, er würde aufgrund eines Befehles seines direkten Vorgesetzten, des Reichsführers Himmler, „natürlich“ auch seinen eigenen kleinen Sohn Franz erschießen, stockte mir als Leser der Atem. Gewalttätigkeit, Rassismus und Fanatismus, Brutalität und Skrupellosigkeit, gepaart mit dem völligen Fehlen jeglicher menschlicher Regungen und selbstverständlich auch keinerlei Gewissensbisse oder Reue – der Stoff, aus dem Monster geschaffen sind. Möge Gott uns davor bewahren, dass sich die Geschichte in irgendeiner Form wiederholen könnte und Menschen zulassen, dass sie zu Marionetten und Befehlsempfängern werden, die foltern und morden.

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  • Rezension zu "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

    Leserrezension_2009

    30. September 2009 um 17:53

    Eingereicht von jed: Kann jemand, der jeden Abend als liebevoller Familienvater zu den Seinen zurückkehrt, tagsüber am Mord von tausenden von Menschen beteiligt sein? Der Lagerkommandant von Auschwitz, Rudolph Höß (der in diesem Buch Rudolf Lang heißt), konnte es. Der Leser folgt ihm in "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle - von der Darstellung seiner Kindheit bis ins Vernichtungslager mit jeder Seite, die er umblättert. Wenn auch nur auf dem Wege der Buchstaben, nicht auf dem Wege des Begreifens. Meine Meinung: Es ist eigentlich fast unmöglich, eine Rezension über ein Buch zu schreiben, dass sich derart realitätsnah mit dem wohl dunkelsten Kapitel unserer Geschichte beschäftigt: der Ermordung der Juden während des Nationalsozialismus. Man kann nicht sagen: Unglaubliche Geschichte, erscheint mir alles ein bisschen sehr überzogen - denn das, was Robert Merle hier akribisch aufarbeitet, beruht auf den Erinnerungen des wahren Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß (die übrigens auch im DTV-Verlag erschienen sind) sowie auf den Protokollen des Psychologen, der sich im Gefängnis mit ihm auseinandergesetzt hat. Wovon macht man den Eindruck, den das Buch hinterlässt, dann abhängig? Ich für meinen Teil auf jeden Fall davon, dass ich es in mittlerweile 20 Jahren immer wieder gelesen habe, immer Neues darin entdecke und immer wieder sprachlos bin vor der Grausamkeit, die sich mir hier, angesichts der Taten der Nazis, auftut. Merle beschönigt nichts, entschuldigt nichts. Er zeichnet vielmehr nüchtern den Lebensweg eines Menschen nach, der von Kindheit an nichts anderes kennengelernt hat als autoritäre Strukturen und der sich dann am sichersten fühlt, wenn er einfach ausführt, was man ihm sagt. Und sei es, Millionen von Menschen in den Tod zu schicken. Dass er mit dieser Einstellung aufsteigt im System der Nazi-Diktatur, dass dies aber auch eine immer stärkere Verrohung bedeutet, hilft dem Leser vielleicht die Frage zu beantworten, wie es zu all dem kommen konnte. Und genau aus diesem Grund empfehle ich jedem dieses Buch, der wissen möchte, warum nur einige widersprochen haben während der Nazi-Zeit und andere einfach getan haben, was man ihnen sagte - selbst wenn es jeder Menschlichkeit widersprach. FAZIT: Ein MUSS für jeden Bücherschrank!

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