Robert Musil Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

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Inhaltsangabe zu „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ von Robert Musil

Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten. (Quelle:'Fester Einband/08.03.2013')

Eine meiner liebsten Lektüren in der Schulzeit. Nicht immer einfach zu verdauen, nicht immer angenehm zu lesen, aber Wert, gelesen zu werden

— JuliaAlina
JuliaAlina

Wahrscheinlich nicht für jeden etwas, aber ein sehr guter Einblick in die Gefühlswelt eines jungen Mannes, der sich selbst finden möchte.

— SaSu13
SaSu13

Mutterkomplex, Sadismus und MIsshandlung ... EInfach nur harter Tobak

— Plateau
Plateau

verwirrend, verstörend, brilliant

— SandraWer
SandraWer

Ich fands ganz okay, war aber nichts Besonderes.

— pizzur2000
pizzur2000

Der erste Bildungsroman Musils, der anhand der Entwicklung von vier Jugendlichen die geistige Disposition seiner Zeit symbolisiert.

— NicolasDierks
NicolasDierks

Unruhige Geschichte pubertierender in einer Militärerziehungsanstalt. Exakt aufgezeichnet und ergreifend.

— luckyup
luckyup

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    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    SandraWer

    SandraWer

    Der junge Törleß, der aus einer gut gestellten Familie kommt, wird nach seinem eigenen Wunsch in ein Militärinternat geschickt. Dort, zum ersten Mal für längere Zeit weg aus seinem Elternhaus, muss er mit starkem Heimweh und Depressionen kämpfen. Törleß schließt nach und nach Freundschaft mit zwei seiner Mitschüler, Reiting und Beineberg. Diese entdecken, dass ein anderer Mitschüler, Basini, einen Mitschüler bestohlen hat. Sie entscheiden sich, dies nicht der Schulleitung zu melden und dafür mittels Selbstjustiz ihren Mitschüler zu quälen. Basini selbst schwört allen Anweisungen Folge zu leisten, wenn er nicht an den Direktor verraten werde. Jeder nutzt nun Basini für seine Interessen. Reiting und Beineberg scheinen Spaß daran zu haben ihren Mitschüler zu quälen. Sie befriedigen ihre Gelüste nach Macht, aber auch sexueller Natur. Törless hingegen wird nicht gewalttätig gegenüber Basini, allerdings immer nachdenklicher. Er verspürt anfangs ein gewisses Interesse an der Situation selbst, die bestimmte Fragen in ihm aufwirft und als Teil einer Selbstfindung gesehen werden kann. Eines Tages, als viele der Mitschüler übers Wochenende verreist sind, ist Törless mit Basini alleine und verspürt eine große Sinnlichkeit. Die beiden nähern sich einander auf sexuelle Weise. Törleß ist vorerst begeistert von dieser Sinnlichkeit, die er selbst verspürt, aber es handelt sich nicht um Liebe, sondern vielmehr um sexuelles experimentieren. Zum Ende hin ist für Törleß dieses Verhältnis beendet. Er sieht in seiner eigenen Erinnerung nicht sich selbst, der diesen Begegnungen beigewohnt hat und zieht sich somit aus der Affäre. Da Reiting und Beineberg zunehmend brutaler werden, verliert Törleß das Interesse und sieht Basini als feige an, da dieser alles mit sich geschehen lässt. Er verachtet Basini. Basinis Diebstahl wird zum Ende hin doch gemeldet und er sowie auch Törleß müssen die Schule verlassen. Der „Törleß“ ist Musils Erstlingswerk das 1906 veröffentlicht wurde und neben dem Mann ohne Eigenschaften auch sein Bekanntestes Werk blieb. Viele Autoren dieser Zeit haben das Thema Schule und die Beziehung Lehrer – Schüler – Eltern und Mitschüler untereinander behandelt. Aber der Törleß war auf eine gewisse Weise neu, wegen der expressionistischen Züge im Werk. Die Hauptfigur des Törleß ist nicht Hauptakteur, sondern vielmehr zurückhaltender Beobachter. Bei der Misshandlung des Schülers Basini, die auch sexuell ist, wird das Tabuthema Homosexualität angesprochen, ohne dieses zu verurteilen. Das ist ein Grund für das Verbot des Buches während der NS-Zeit. Törless befindet sich während der Zeit der Misshandlungen in einem inneren Konflikt. Bei diesem Konflikt geht es Törleß darum, welches Gefühl bei ihm im Zuge dieser Misshandlung entsteht. Allerdings interessiert ihn hier mehr, was in ihm selbst vorgeht, als im misshandelten Basini. Mitgefühl mit dem Misshandelten hat er keines. Lediglich ein einziges Mal fragt er diesen, wie er sich fühle. Es spielen unter anderem auch Verwirrungen eines Pubertierenden, eines Jungen Menschen im allgemeinen mit. Es gibt hier durchaus Paralellen zu Musils Leben, die aber nicht vollständig geklärt sind. Er selbst war in einer vergleichbaren Schule. Es stellt sich auch die Frage ob die Handlung der Jugendlichen im Buch eine Vorwegnahme faschistischer Strukturen der späteren NS-Zeit ist. Zitate Heimweh und Depressionen im Internat: „Vielleicht war daran die Abreise seiner Eltern schuld, vielleicht war es jedoch nur die abweisende, stumpfe Melancholie, die jetzt auf der ganzen Natur ringsumher lastetete und schon auf wenige Schritte die Formen der Gegenstände mit schweren glanzlosen Farben verwischte.“Ein früherer Freund des Törleß, von dem er etwas über Menschenkenntnis lernte: „ Der Umgang mit dem Prinzen wurde so zur Quelle eines feinen psychologischen Genusses für Törleß. Er bahnte in ihm eine Art Menschenkenntnis an, die es lehrt, einen anderen nach dem Falle der Stimme, nach der Art, wie er etwas in die Hand nimmt, ja selbst nach dem timbre seines Schweigens und dem Ausdruck der körperlichen Haltung, mit der er sich in einen Raum fügt, kurz nach dieser beweglichen, kaum greifbaren und doch erst eigentlichen vollen Art, etwas Seelisch-Menschliches zu sein, die um den Kern, das Greif- und Besprechbare, wie um ein bloßes Skelett herumgelagert ist, so zu erkennen und zu genießen, daß man die geistige Persönlichkeit dabei vorwegnimmt.“ Hier spricht Reiting, einer der Peiniger: [Zuvor: Erklärung, wie die Härte eines Steins entsteht, dann..] „Bei einem Menschen legt sie [die Weltseele] diese Härte in seinen Charakter, in sein Bewusstsein als Mensch, in sein Verantwortlichkeitsgefühl, ein Teil der Weltseele zu sein. Verliert nun ein Mensch dieses Bewusstsein, so verliert er sich selbst. Hat aber ein Mensch sich selbst verloren und sich aufgegeben, so hat er das Besondere, das Eigentliche verloren, weswegen die Natur ihn als Mensch geschaffen hat.“ Törleß in seinen Überlegungen über die Misshandlungen: „Und was groß und menschenfremd aussieht, solange unsere Worte von ferne danach langen, wird einfach und verliert das Beunruhigende, sobald es in den Tatkreis unseres Lebens eintritt.“

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  • Grandioses Buch

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    leserin

    leserin

    15. May 2013 um 20:09

    Ich lese sehr gerne Klassiker. Das Buch hat mich wieder mal überzeugt, ab und zu etwas  "älteres" zu lesen.
    Es hat mich in jeder Richtung überzeugt:  Sprache überwältigend, Inhalt psychologisch bestens.

    Das Buch regt zum Nachdenken und zum Diskutieren an.

    Absolut empfehlenswert.

  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    Geheimnis

    Geheimnis

    19. November 2012 um 23:42

    Seit langem wieder einmal eine Lektüre, die mich wirklich fesselt. Eine tiefe, psychologisierende Sprache, die mir den Protagonisten sehr nahe bringt. Eine reiche Sprache, die nicht immer ganz leicht zu "knacken" ist - ich habe es nicht bei allen Beschreibungen seines Inneren vermochte. Und dennoch: So viele reiche, tiefe Momente, die mich an die innerlich unsichere Zeit der eigenen Pubertät erinnerten. Wo man die Stärke der anderen noch übertrumpfen will - und gerade dadurch als Schwächling erkennbar wird, auch bei den "Starken". Wo Unterdrückung und sexuelle Anziehung Hand in Hand zu gehen scheinen. Schlimm, wenn man dann in einem System funktionieren soll, in dem das Motiv des Versuchens eine Perversität darstellt - und dadurch wirkliche Perversitäten gebiert. Genial die grossartige Szene, in der sich Törless zu erklären versucht, wie er sich im Gegensatz oder auch im Zusammenhang mit der Welt empfindet - und jeder der Pädagogen glaubt, einen Pluspunkt für sich verbuchen zu können. Dabei ist das, was sich innen abspielt, so weit entfernt von allen Schubfächern. Ein eindrückliches Buch, das ich nie wieder vergessen werde. Schade, dass es sovielen Schülern aufgezwungen wird, es zu lesen - ganz ehrlich: Wer öffnet sich denn schon mit 15 Jahren dieser detaillierten Sprache? Ein eindeutiger Lehrplanfehler...und fast schon ein bitterer Kommentar zur Botschaft des Buches.

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  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    Christiane08

    Christiane08

    18. January 2010 um 18:34

    Ich muss sagen, ich habe mir etwas schwergetan beim lesen, denn während seiner psychologischen und philosophischen Gedankengänge ging es nur zäh vorwärts.
    Ein ziemlich verwirrendes, seltsames und teilweise etwas erschreckendes Buch, dass ich streckenweise extrem langweilig, dann aber doch wieder interessant fand. Auf jeden Fall habe ich lange daran gelesen im Verhältnis zu anderen Büchern.

  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    SusiSun

    SusiSun

    30. September 2009 um 18:54

    Robert Musil ist das oftmals verkannte Genie, der sich neben Thomas Mann in einer Liga bewegt. Sein wohl bekanntestes Buch ist das Roman-Fragment (immerhin über 1.000 Seiten!!): "Der Mann ohne Eigenschaften"...und wie auch in dem Buch geht es bei der Novelle um den Jüngling Törleß um die Suche nach sich selbst im Nebel der Identität. Wie weit kann ein Mensch seine Moral ausreizen, um sich beim Quälen anderer nicht selbst seelisch zu verletzen? So in etwa würde ich den Törleß umschreiben. Wirklich grausig, wozu wir alle in der Lage sein könnten. Gib einem Menschen Macht über einen anderen und sein Charakter wird sich auf schreckliche Weise verändern...Gott sei Dank aber nicht bei allen bis zur letzten Konsequenz - wie im Törleß. Irgendwann setzt eine Gegenkraft (nennen wir es Moral, Ethik, Gefühl, Gott?!) ein, die gegensteuert - wunderbar veranschaulicht bei Musil. Ein Schriftsteller-Genius, der in Schulen zur Pflichtlektüre werden sollte! Doch auch für lekturale Spätzünder wie mich, was echte Klassiker angeht, ein unbedingtes Muss!

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  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    boogyb

    boogyb

    29. January 2009 um 15:30

    ein interessantes buch, das sehr detailliert in den gedanklichen ausführungen des törleß beschrieben wird.
    manchmal ist man selbst verwirrt, was er mit gewissen gedanken sagen will, jedoch eigentlich von der schreibweise und formulierung schnell un deinfach zu lesen.

  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    vicky1010

    vicky1010

    11. January 2009 um 16:21

    Dieses Buch verlangt einem so einiges ab. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich dieses Werkes annimmt, sich auch den Lektüreschlüssel zu besorgen. Nur so gelingt es einem, gewisse Passagen richtig zu deuten und vor allem die verdeckten Botschaften zu entschlüsseln. Das Erstlingswerk des Autors Robert Musil handelt vom Schüler Törleß, der in einem Konvikt lebt. Sein Leidensweg beginnt, als sein Mitschüler Basini Geld stiehlt und der Schande einer Bekanntmachung dieses Fehltrittes entgehen möchte. Törleß‘ Freunde Beineberg und Reiting nützen die Gelegenheit, um Basini zu ihrem Leibeigenen zu machen. Törleß fühlt sich hin und her gerissen, einmal beteiligt er sich an den Misshandlungen, welche Basini nun als Strafe für sein Verhalten erdulden muss, ein andermal ekelt er sich regelrecht vor seinen Freunden, die derart skrupellos handeln. Nach anfänglicher Sympathie für Basini schlägt sein Gemütszustand dann recht schnell um, denn der Dieb sucht immer öfter die körperliche Nähe zu Törleß. Dieser scheint anfangs nicht abgeneigt zu sein, entwickelt dann aber doch Hassgefühle gegenüber Basini. An den Misshandlungen beteiligt er sich nur, um den Seelenzustand Basinis konstatieren zu können. Als besonders nennenswert erscheint mir die sprachliche Leistung Musils. Er versteht es wie kaum ein anderer, gewisse Gefühlszustände oder Gedanken verständlicher zu machen, indem er sie unglaublich schön formulierten Vergleichen unterzieht. Bemängeln kann ich höchstens die oft über mehrere Seiten andauernden psychologischen Ergüsse des Autors, deren Sinn mir trotz Lektüreschlüssel verborgen blieb. Lies dieses Buch, wenn du Freude daran hast wunderschön ausgearbeitete Sätze zu lesen, auch wenn dir der tiefere Sinn manches Mal unergründlich erscheint.

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  • Rezension zu "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

    Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
    Minni

    Minni

    27. December 2008 um 11:17

    mich graust es...