Robert O. Paxton

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Anatomie des Faschismus, The Anatomy of Fascism und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Robert O. Paxton

Robert O. PaxtonAnatomie des Faschismus
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Anatomie des Faschismus
Anatomie des Faschismus
 (2)
Erschienen am 07.02.2006
Robert O. PaxtonThe Anatomy of Fascism
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The Anatomy of Fascism
The Anatomy of Fascism
 (0)
Erschienen am 24.02.2005
Robert O. PaxtonVichy France
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Vichy France
Vichy France
 (0)
Erschienen am 01.09.2001

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Rezension zu "Anatomie des Faschismus" von Robert O. Paxton

Rezension zu "Anatomie des Faschismus" von Robert O. Paxton
LadyMacbethvor 7 Jahren

Was ist Faschismus? Wie entsteht er? Gibt es in heutiger Zeit noch Faschismus in Europa? Dies sind Fragen, denen Robert O. Paxton in “Die Anatomie des Faschismus” nachgeht. Angenehm und gut lesbar sind seine Ausführungen, packend und interessant, obwohl man das, was in den ersten Kapiteln entfaltet wird, ja nur zu genüge kennt: den Faschismus in Italien und Deutschland.
Paxton beschränkt sich jedoch nicht darauf zu sagen, dass beide Länder einen Faschismus besaßen, sondern untersucht die Unterschiede zwischen den Regimes Mussolinis/Hitlers genauer und zeigt insbesondere die Unterschiede auf. Trotzdem bietet das Buch so gesehen nichts neues.
Was ich persönlich für wirklich wichtig halte, ist der letzte Teil des Buches, denn hier zeigt Paxton auf, wo es überall hakt, wo sich “Faschisten” breitmachen können oder sogar schon eingenistet haben. Er verweist auch sehr deutlich darauf, dass sich der “Faschismus” gewandelt hat, dass er heute anders aussieht als früher – und er nimmt deutlich Stellung zu Bewegungen wie der Front National unter Jean Marie Le Pen, der FPÖ unter Haider oder dem Vlaams Block.
Wäre dieses Buch heute erschienen, hätte Paxton es mit Sicherheit um einige interessante Facetten erweitern können – vielleicht erscheint irgendwann eine überarbeitete Auflage. Ich würde sie mit Sicherheit lesen.
Das Buch vermittelt einen (wenn auch nur oberflächlichen) Einblick in die Mechanismen, mit denen solche Personen arbeiten – und nicht nur einmal habe ich das dringende Bedürfnis verspürt, das Buch einem bestimmten Bekannten um die Ohren zu hauen, bis er den Inhalt zutiefst verinnertlicht hat: Parteien wie die FN schüren Angst und Hass. Sonst gar nichts. Rechtspopulismus ist noch lange kein Faschismus – was nicht bedeutet, dass man deswegen kein Auge auf diese Entwicklungen haben sollte.
Wehret den Anfängen.
Interessant ist auch die kleine Auswahl an Interpretationsmöglichkeiten des Faschismus-Begriffs und -Phänomens. Ein winziger Kritikpunkt bleibt: Die Modellhaftigkeit seiner eigenen Faschismus-Definition reflektiert Paxton nicht. Letztlich ist aber die Faschismus-Definition, die er hier zum Dreh- und Angelpunkt seiner Theorien macht, nicht so entscheidend; viel wichtiger ist es doch, die Konzepte und Phänomene erkennen zu können.
Die USA führt Paxton zwar auf, als er radikale Bewegungen der heutigen Zeit aufzeigt – er kritisiert sie aber nicht einmal ansatzweise so reflektiert wie bspw. den ehemaligen “Ostblock”. Hier zeigen sich schnell Vorbehalte, die ich persönlich (tlw.) für fragwürdig halte.
Obwohl das Buch insgesamt betrachtet in seinem Hauptteil nur an der Oberfläche kratzt und Altbekanntes neu aufwärmt, sind insbesondere die Schlussbetrachtungen lesenswert und sollten wohl von einigen Leuten gründlich überdacht werden. Alles in allem ein gutes Buch, das jedoch nicht immer zu überzeugen vermag.

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