Robert Olmstead Der Glanzrappe

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Inhaltsangabe zu „Der Glanzrappe“ von Robert Olmstead

»Ein Roman wie ein dunkler Johnny-Cash-Song.« Martin Lüdke in der ›Welt am Sonntag‹Robey Childs ist vierzehn Jahre alt, als er von seiner Mutter von zu Hause fortgeschickt wird, um seinen Vater aus dem Bürgerkrieg heimzuholen. Ein alter Farmer schenkt ihm einen ungewöhnlich schönen Rappen. Wie durch ein Wunder überlebt Robey die Reise durch die von Krieg und Zerstörung geschundenen Landschaften, wird in der Grausamkeit des Kriegs erwachsen — ohne seine Menschlichkeit zu verlieren. Ein Roman von lyrischer Intensität und magisch-dunkler literarischer Kraft: Gewalttätig, bedrohlich, kompromisslos und leidenschaftlich.

Beeindruckend, Highlight

— Burgkelfe
Burgkelfe

Ich betrachte Olmstead als Faulkners Erben.

— jamal_tuschick
jamal_tuschick

Sehr düster, fast nicht auszuhalten. Aber in einer wunderbaren Sprache!

— Katrinchen13
Katrinchen13

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    Der Glanzrappe
    JimmySalaryman

    JimmySalaryman

    15. April 2015 um 16:53

    Ohne diesen Begriff inflationär benutzen zu wollen, dies hier ist eines. Der Glanzrappe ist alles zugleich: Ein Hohelied auf das Leben, aber auch ein Abgesang auf dasselbige - der Tod kommt einem so nahe, dass man ihn fast riechen. Eine tour de force durch den Wahnsinn des Krieges hindurch, bittere Momente in denen es nur noch um das Überleben geht, das nackte Überleben, Momente, so düster und moribund, so voller Klage, voller abstrusem Ekel, dass es einem den Magen umdreht.  Sprachlich vollendet. Eine melodiöse Sprache, die Olmstead perfektioniert, eine, die nie kitschig wird und trotzdem so viel Poesie in sich birgt.  Kein Buch der letzten fünf Jahre hat mich mehr mitgenommen, mich mehr beschäftigt als dieses. 

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  • Faulkners Erbe

    Der Glanzrappe
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    09. April 2015 um 13:02

    Aus der Regal gefischt - Robert Olmsteads „Glanzrappe“ Robey Childs ist vierzehn, als seine Mutter von ihm verlangt, den Vater aus einem Krieg zu holen. Biblisch erscheint der Einstieg. Robey ist ein Allegheny country boy im Jahr 1863. Von der Welt hat er noch nicht mehr gesehen, als die Gehöfte in verwunschener Nachbarschaft. Ein Traum seiner Mutter nimmt ihm die Kindheit und kündigt den Kredit, der einem von vertrauten Verhältnissen eingeräumt wird. Magisches Denken in (beinah) menschenloser Landschaft - der mütterlich-somnambule Aufruf findet sein Echo der Bestätigung in den Worten eines alten Krämers: „Ja, deine Mutter kann so was sehen“. Sie „sieht“, dass „Stonewall“ Jackson, General der Konföderierten, nicht mehr unter den Lebenden weilt - und deshalb die Sache der Rebellen zur verlorenen Sache geworden ist. (Nicht alle glauben, dass „Stonewall“ eine ehrende Belegung ist. In einer Version verewigt der Beiname eine Angriffs- und Beistandsverweigerung.) Der Krämer gibt der Sendung des Jungen eine Richtung ins Besondere. Er beschenkt ihn, auch wenn die Geschenke als Leihgaben deklariert werden. Er versorgt Robey mit dem Glanzrappen. Das Tier ist Leuten über. Robey reitet dem Ort der Entscheidung entgegen. Er reitet gen Gettysburg, Pennsylvania. Er durchquert traumatisierte Gegenden, in denen selbst die Bäume verstört sind. Er sieht unglaubliche Dinge, mit dem kalten Blick eines kleinen Rednecks. Er verbirgt sich vor Menschenjägern, die aussehen wie Marlon Brando in „Duell am Missouri“, und vor üblen Einzelgängern auf Nebenpfaden, die erst schießen und dann fragen. Ihm kommt sein Pferd abhanden. Er wird verwundet, gerät in Gefangenschaft. Man verdächtigt ihn der Spionage. Robey bummelt zu einer Schlacht, die Union zieht noch einmal den Kürzeren. Er findet wieder zu seinem Pferd und entdeckt den Vater auf einem Leichenfeld. Noch lebt der Rebell. Robey gewöhnt sich daran, auf Männer zu schießen. Er handelt mit großer Zuversicht. Die Liebe klopft an, sie lässt sich nicht vermeiden. Die Liebe klopft an, sie lässt sich nicht vermeiden. Am Ende führt Robey eine Schwangere heim. Die Mutter lehnt das Mädchen ab. Es ist auch nicht von ihrem Sohn schwanger.

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  • Rezension zu "Der Glanzrappe" von Robert Olmstead

    Der Glanzrappe
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. October 2011 um 14:06

    Robert Olmsteads neuer Roman "Der Glanzrappe", handelt auf dem historischen Hintergrund der Schlacht von Gettysburg, jenem Wendepunkt im Amerikanischen Bürgerkrieg, die in den ersten Tagen des Juli 1863 tobte und 5500 Todesopfer und mehr als 44 000 verwundete Soldaten forderte. Der Roman erzählt die Geschichte von Robey Childs. Er ist gerade 14 Jahre alt geworden, als seine Mutter ihm einen Auftrag erteilt, von dem beide wissen, dass er schwer und lebensgefährlich werden wird, und dass er Robey durch die Hölle führen wird. Robey soll seinen Vater, der als Soldat für die Konföderation kämpft, nach Hause holen. "Reite los und such deinen Vater, hol ihn zurück nach Haus." Robey reitet los durch ein Land, in dem, nach dem, was geschehen ist, niemand mehr einem anderen noch trauen kann. Alles, was bisher Geltung hatte an moralischen und juristischen Gesetzen, ist außer Kraft gesetzt. Unterwegs schenkt ihm der alte Besitzer eines Krämerladens ein wunderschönes Pferd, einen Rappen mit glänzendem Fell, ein fast majestätisches Tier, das ganz außerordentliche Fähigkeiten besitzt. Auf diesem Pferd setzt Robey seinen Weg fort und lernt schnell die beiden wichtigsten Regeln: "Stiehl, um zu überleben" und "Töte, bevor du getötet wirst". Er erlebt Schreckliches, wird Zeuge von Mord und Vergewaltigung und reift in dieser Zeit zum Mann. Sein Pferd wird ihm irgendwann gestohlen und er wird als Spion gefangengenommen. Doch Robey steht das alles durch, überlebt, kommt frei, findet auch sein Pferd wieder und gelangt schließlich, völlig entkräftet, zum Schlachtfeld von Gettysburg, wo er seinen Vater findet. "Der Glanzrappe" ist ein Roman von großer Dichte, der die Geschichte der inneren Reifung eines jungen Mannes erzählt, denn die Reise durch ein vom Bürgerkrieg verwüstetes Land ist letzten Endes eine Reise zu sich selbst. "Hast du dem Roß Stärke verliehen und seinen Hals mit der flatternden Mähne umhüllt? Es scharrt den Boden mit Ungestüm..." Diese Stelle aus dem Buch Hiob hat Olmstead seinem beachtlichen Roman vorangestellt, und Motive aus dem Buch Hiob tauchen immer wieder auf in der Handlung. Gott ist abwesend, und Robey erinnert sich oft an den Satz seines Vaters, dass Gott zu müde geworden sei, um weiter seine Arbeit zu tun. Denn immer wieder ist Robey bei all dem Elend, was er sieht, mit der alten Frage konfrontiert, wieso Gott ein solches Leiden zulassen kann. Hier transzendiert sich die Hintergrundhandlung des amerikanischen Bürgerkriegs in die Gegenwart und die immerwährende Frage, warum die Menschen so sind, wie sie sind. Olmsteads Buch gibt keine ermutigende Antwort darauf. Dennoch strahlt seine wunderbare Geschichte etwas aus von der unbändigen Hoffnung, die Menschen immer wieder neu beginnen lässt. Jene Hoffnung darauf, dass Menschen sich trotz allem, was ihnen geschieht, oder vielleicht auch gerade deswegen, entwickeln können und etwas erfahren von dem Menschsein, wie es gedacht war und ist von einem Gott, den die Menschen immer viel zu schnell für das von ihnen selbst verursachte Leid verantwortlich machen wollen.

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  • Rezension zu "Der Glanzrappe" von Robert Olmstead

    Der Glanzrappe
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. May 2009 um 12:47

    "Der Glanzrappe" von R. Olmstead ist ein fast märchenhaftes und zugleich poetisches Buch über einen Jungen, der von seiner Mutter in den Krieg geschickt wird, um den Vater zurück zu holen. Unterwegs gelangt der Junge zu einem prächtigen Rappen, der ihn auf eine einfühlsame, intelligente und vorausschauende Art begleiten wird. Die Erlebnisse des Jungen und die Beschreibung seiner Wanderung werden fast nebensächlich in einer sehr schönen Sprache erzählt. Besonders die Beschreibungen der Kriegshandlungen und der Situation nach dem Krieg werden anfangs mittels einer Kühle und Knappheit so subtil dargestellt, dass sich das ganze Grauen dem Leser in seiner Brutalität und Schrecklichkeit dennoch offenbart. Vieles wird dadurch, dass es nicht gesagt wird, besonders betont und der Fantasie des Lesers überlassen. Am Ende der Reise ist der Junge zu einem Mann geworden; der Leser begleitet ihn auf seinem Weg. Ein ganz wunderbares Buch, das Krieg und Gut und Böse von einer anderen Seite aus beleuchtet. Die Sätze sind vor Weisheit prall gefüllt. Und mit ganz vielen wahren Gedanken zum Leben, zum Menschsein, zum Erwachsenwerden, zu Gut und Böse, zum Krieg gespickt. "Der Glanzrappe" ist so poetisch und so graumsam zugleich; die Schilderungen und Folgen des Krieges sind im Verlauf des Romans sehr plastisch, bedrohlich, echt und unerträglich in ihrer Darstellung ...das ganze Buch ist ein Aufschrei. Ein Aufschrei, der poetisch endet. "Der Glanzrappe" ist ein dunkles, bedrohlich funkelndes Juwel am Literaturhimmel. Ein Buch für alle, die das Besondere und Außergewöhnliche lieben und schätzen!

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