Robert Pfaller Figuren des Wissens/Bibliothek / Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft

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Inhaltsangabe zu „Figuren des Wissens/Bibliothek / Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft“ von Robert Pfaller

Vieles, was noch vor wenigen Jahren als mondän galt wie z.B. das Rauchen, wird in unserer heutigen Kultur als schmutziges, gesundheitsgefährdendes Ärgernis thematisiert. Früher wurden solche Praktiken kulturell aufgehoben, indem man sie in einen Rahmen des 'Heiligen' stellte. Gegen dieses 'Heilige' macht nun eine Vernunft Front, die sich als 'rein' versteht und die Welt entzaubern möchte.

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    Bei diesem Buch bin ich zwiegespalten: Eine angemessene Bewertung kann ich irgendwie nicht treffen, da sich zwei Meinungen in mir heftig streiten... Pfallers Hedonismus-These kenne ich bereits aus seinem jüngeren Werk "Wofür es sich zu leben lohnt"; bereits hier bin ich ein wenig angeeckt, konnte aber grundsätzlich mit seinen Thesen leben. "Das schmutzige Heilige..." erschien bereits 2009 in zweiter Auflage und ist daher vor oben genanntem Titel anzusiedeln. Erwartungsgemäß werden hier nun auch die Hedonismus-Thesen diskutiert. Im Ergebnis kann ich Pfallers Ausführungen zur Umdeutung von Genuss und "angenehmem Lebenswandel" (ein besserer Ausdruck will mir für "mondänen Lebenswandel" einfach nicht in den Sinn kommen) nachvollziehen. Allerdings halte ich es für fraglich, ob das Mondäne und Laszive nicht auch schon zur Jahrhundertwende (19./20. Jh.) nur in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen toleriertes Modell war; m.E. hat sich bereits das Bürgertum zum Ende des 19. Jh. damit hervorgetan, statt zu "Leben" zu "schaffen". Der Industrielle wurde, wie Max Weber exemplarisch darlegen konnte, zum Prototyp des Schaffenden. In logischer Konsequenz wurde alles weniger Produktive beargwöhnt. Andererseits reicht mir Pfallers Kritik nicht tief genug: hat die Abwertung hedonistischer Lebensweisen nicht auch etwas mit Kapitalismus zu tun, der uns mittlerweile derart durchdrungen hat, dass wir die Wirk- und Funktionsweise unserer Gesellschaft so in uns aufgenommen haben, dass weniger "produktive" Lebensformen faktisch als "störend" und "vermeidenswert" angesehen werden? Je weiter sich eine solche Interpretationsweise durchsetzt, umso umfassender wird natürlich auch die gesellschaftliche (symbolische) Umdeutung stattfinden. Als wesentlichen und m.E. schwerwiegenden Kritikpunkt sehe ich Pfallers Verwendung der Freud'schen Lehre. Soweit ich weiß, ist die Psychologie des späten 20., insbesondere aber des 21. Jh. so weit, dass sie Freud in ganzer Linie widerlegen konnte. Nur wenn die Freud'schen Modelle menschliches Verhalten eben (nachgewiesenermaßen) nicht (!) widerspiegeln und erklären können, frage ich mich, wie ein Geisteswissenschaftler mit eben diesen Modellen menschliches Verhalten erklären will? Hier sollte man sich ernsthaft einmal lösen von der unreflektierten Dauerpartnerschaft der Geisteswissenschaften und der Freud'schen Pseudowelt; erstere sollte endlich erwachsen werden.

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