Robert Pragst Auf Bewährung

(11)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(5)
(3)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Auf Bewährung“ von Robert Pragst

Mein Jahr als Staatsanwalt Jung ist Robert Pragst und reichlich unerfahren, als er im Rahmen seiner Ausbildung zur Staatsanwaltschaft Berlin kommt. Diese Abordnung freut ihn nicht wirklich. In dem riesigen Apparat muss er sich erst einmal zurechtfinden, und das Dasein ist alles andere als glamourös. Verzweifelt kämpft er gegen mehrbändige Akten an, die sogenannten »Gürteltiere«. Schnell werden sie zu »Bauchwehakten«, denn als Neuling ist er zwangsläufig zu langsam, und die Zahl der offenen Verfahren steigt. Manche - dem Laien reichlich skurril anmutende - Vorschrift kostet zusätzlich viel Zeit. Pragst schildert aber nicht nur solche Absurditäten aus dem Justizalltag, sondern streut geschickt auch wahre Fälle ein. Nicht immer läuft es rund, da gehen schon mal Beweismittel auf dem Amtsweg verloren, und der Angeklagte, dessen Schuld durch ebendieses Beweisstück feststand, muss freigesprochen werden. Und auch die Rechtsprechung ist nicht ohne Tücken. In dubio pro reo bedeutet eben auch, dass es sehr darauf ankommt, wer sich wie gut vor Gericht verkauft. Wem ein gewisses Maß an Abgebrühtheit fehlt, wer nicht hartgesotten ist und über Sätze wie »Das ist doch nur ein schwerer Raubüberfall« ins Grübeln kommt, ist als Staatsanwalt keine Idealbesetzung. Robert Pragst jedenfalls ist froh, als er diesen Teil seiner Ausbildung abgeschlossen hat und ans Amtsgericht wechseln kann.

Stöbern in Sachbuch

Die Stadt des Affengottes

An der Seite von Douglas Preston erlebt man die kompl. Vorbereitung und Ausführung mit allen Schwierigkeiten einer archäologischen Expeditio

Sigrid1

Was das Herz begehrt

Ein anspruchsvolles Buch, bei dem sich alles um unser wichtigstes Organ dreht. Umfassend, verständlich und humorvoll.

MelaKafer

Wir hätten gewarnt sein können

Zusammenstellung bisheriger Aussagen Trumps.

kvel

Der Egochrist

ein zeitgemäßes Werk voller Authentizität, Introspektion und Kritik

slm

Nur wenn du allein kommst

Sehr lesenswerter Bericht, der informiert, nachdenklich macht und um gegenseitiges Verständnis wirbt.

Igelmanu66

It's Market Day

Ein gelungenes Kochbuch mit tollen Rezepten und eine Reise zu den angesagtesten Märkten Europas

isabellepf

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • informativ

    Auf Bewährung
    melli.die.zahnfee

    melli.die.zahnfee

    19. October 2015 um 13:23

    Dieses Buch habe ich so in einem Rutsch weggelesen. es ist überaus informativ für alle die sich ein wenig für das deutsche Rechtssystem interessieren. Mit Humor und auch ein wenig Kritik beschreibt Herr Pragst sein Jahr als Staatsanwalt. Enorme Arbeitsbelastung und ein Studium was einen nicht so richtig auf das wirkliche Leben vorbereitet. Kleine und große Verbrechen und mittendrin eine Geschichte über einen Überfall, die der rote Faden dieses Buches ist. Der Schreibstil ist niemals langweilig oder überheblich , man merkt dem Buch an , dass Herr Pragst seinen Beruf gerne ausübt. Klasse . Mehr davon !!

    Mehr
  • Rezension zu "Auf Bewährung" von Robert Pragst

    Auf Bewährung
    Phil Decker

    Phil Decker

    01. February 2012 um 22:22

    Interessanter Einblick in die Welt der Staatsanwälte. Der Autor reitet ein bßchen auf der Reality-Welle ohne wirklich Spektakuläres zu bieten. Andere müssen auch Aktenberge abbauen.

  • Rezension zu "Auf Bewährung" von Robert Pragst

    Auf Bewährung
    hproentgen

    hproentgen

    13. November 2011 um 13:50

    Der junge Robert Pragst kommt im Rahmen seiner Ausbildung zur größten Staatsanwaltschaft Deutschlands: Berlin Moabit. Fürchterliches hat er vorher über diese Riesenbehörde gehört, über Praktikanten mit Weinkrämpfen und Vorgesetzten, die diese quälen, über starre Diensthierarchien und Mobbing, kurz: Moabit, so stellen es sich die vor, die nie dort waren, ist die Hölle persönlich. Doch Pragst lernt ein anderes Moabit kennen. Eine riesige Behörde, sicher, doch quälen ihn weniger die Kollegen oder Vorgesetzten, als vielmehr die Flut von Akten, die über ihn hereinbricht, die Zahl der Fälle, denen er sich oft gar nicht so gründlich widmen kann, wie eigentlich nötig. Die Gürteltiere, dicke Aktenbündel mit Gürteln zusammengebunden, stapeln sich auf seinem Tisch, jeden Tag kommt Nachschub und lässt sich nur mit vielen Überstunden (unbezahlt, versteht sich) abarbeiten. Denn der Berliner Senat muss sparen und er spart eben auch an Staatsanwälten. In diesem Buch liefert der Autor uns eine anschauliche Schilderung der Arbeit eines Staatsanwaltes, schildert uns anschaulich die unterschiedlichsten Fälle und die oft dubiosen Vorschriften, die ihm zusätzlich Zeit kosten, ohne dass ein Nutzen ersichtlich wäre. Durch das Buch begleitet uns ein Fall eines gewalttätigen Räubers, an dessen Entwicklung wir sehen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten, oft scheitern und am Ende doch gewinnen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, manchmal mehr als langsam. Erstaunlicherweise bringen sie trotzdem oft Ergebnisse zustande, trotz aller Unvollkommenheiten und trotz der chronischen Unterbesetzung in der Staatsanwaltschaft. In anderen Fällen muss sich Pragst mit einem Freispruch abfinden, etwa im Falle einer Vergewaltigung, in der er den Täter für absolut schuldig hält. Doch das Gericht glaubt nicht an die Schuld des Angeklagten und spricht ihn frei. Eine bittere Pille für den jungen Staatsanwalt, der dennoch weiß, dass es das Wesen eines Rechtsstaates ist, nur die zu verurteilen, deren Schuld zweifelsfrei feststeht. Und gerade dieser Prozess zeigt, wie schwierig das oft zu entscheiden ist. Als Leser würde ich dem Staatsanwalt folgen und sagen: Es war eine Vergewaltigung. Aber als Richter würde ich ebenfalls letzte Zweifel haben - und dann muss man freisprechen. Was macht diese Arbeit mit den Menschen, die sie tun? Stumpfen sie ab, weil sie zu viel menschliche Bosheit erleben müssen? Wie lebt man damit, dass gefährliche Täter, die man für schuldig hält, dann doch vom Gericht freigesprochen werden, weil letzte Zweifel an der Täterschaft nicht ausgeräumt werden konnten? Das Buch bietet einen lehrreichen Einblick in die reale Arbeit von Staatsanwälten, ganz anders, als sie uns mancher Krimi schildert. Lässt uns die unterschiedlichen Menschen erleben, die dort arbeiten, den Frust und den Arbeitsdruck, die Routine, die man im Laufe der Arbeit gewinnt. Und Pragst kann spannend erzählen, für so ein Buch lasse ich gerne so manchen Krimi liegen. Übrigens bleibt der Kollege von Pragst, der mit ihm und mit schlotternden Knie in Moabit angefangen hat, danach in Moabit. Er hat sich für den Beruf des Staatsanwaltes entschieden. Wir sollten ihm dankbar sein. Dass trotz aller Widrigkeiten, sinnloser Vorschriften und mangelnden Stellen die Justiz dennoch erstaunlich gut funktioniert (trotz mancher Fehlurteile), das verblüfft und erstaunt den Leser dieses Buches. Und beruhigt auch ein bißchen. Leseprobe: https://www.amazon.de/Auf-Bew%C3%A4hrung-Mein-Jahr-Staatsanwalt/dp/342324903X/ref=sr_11?ie=UTF8&qid=1321181907&sr=8-1#reader342324903X Auf Bewährung, Sachbuch, Robert Pragst, dtv, November 2011 ISBN-13: 978-3423249034, Tb, 232 Seiten, Euro 14,90

    Mehr