Der Engel von Graz

von Robert Preis 
4,6 Sterne bei27 Bewertungen
Der Engel von Graz
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Ein spannender, rasanter Krimi mit einem sympathischen Ermittler.

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Wieder ein schwieriger Fall für Armin Trost, der mit der Vergangenheit verknüpft ist

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Inhaltsangabe zu "Der Engel von Graz"

Im Freilichtmuseum Stübing wird eine ermordete Frau aufgefunden – deren Herz verschwunden ist. Die folgende Mordserie bringt Armin Trost auf die blutige Spur legendärer steirischer Gewalttaten. Doch während er die schaurige Vergangenheit aufl eben lassen muss, kämpft er auch um sein eigenes Seelenheil. Wie weit kann ein Ermittler gehen, ohne seine Familie zu verlieren? Und – wie nah sind sich Himmel und Hölle wirklich?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783863588953
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:224 Seiten
Verlag:Emons Verlag
Erscheinungsdatum:15.10.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein spannender, rasanter Krimi mit einem sympathischen Ermittler.
    In Graz ist immer was los

    Jetzt ist mir schon wieder etwas passiert – ich konnte mich nicht zurückhalten und musste unbedingt wieder einen Fall über Armin Trost lesen, obwohl ich mir vorgenommen hatte, die Reihe von Anfang an zu verschlingen.

     

    Der vierte Band rund um Ermittler Armin Trost wartet gleich zu Beginn mit dem Tatort Stübing auf, an dem eine Frauenleiche gefunden wird, der das Herz entnommen wurde. Bald wird offenkundig, dass es Parallelen zum „Herzerlfresser von Kindberg“ gibt. Als immer weitere Leichen gefunden werden, die einer historischen Legende ähnlich dargestellt werden, sucht sich Trost auch Hilfe bei einem etwas eigenartigen Professor. Kollegin Lemberg ist natürlich wieder an seiner Seite und sorgt für ziemliche Verwirrung in Trosts Emotionen-Karussell. Der verschwundene Kollege Schulmeister verfolgt Trost in seinen Gedanken und als Trost auch nicht verhindern kann, dass sich Schulmeisters Frau das Leben nimmt, scheint alles plötzlich zu viel für ihn.

     

    Der Autor Robert Preis hat auch hier wieder einen turbulenten Krimi rund um das Ermittlerduo Trost – Lemberg geschrieben. Sein Schreibstil ist „krimigerecht“ ohne Verschnörkelungen, klar und prägnant. Der Spannungsbogen wird auch in diesem Fall konstant hoch gehalten und ebenso kann man wieder das ein oder andere Mal schmunzeln ob der teilweise humorvollen Dialoge oder Zwischenbemerkungen.

     

    Die Charaktere sind allesamt authentisch gezeichnet, sehr sympathisch und können mit ihrer Stärken aber auch mit ihren Schwächen punkten. Der schräge „Graf“ kommt auch hier wieder zum Einsatz und muss erkennen, dass Hartnäckigkeit oftmals belohnt wird.

     

    Fazit: Ein spannender Regionalkrimi mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit und sympathischen Charakteren, einer spannenden Handlung und der Hoffnung auf Fortsetzung.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wieder ein schwieriger Fall für Armin Trost, der mit der Vergangenheit verknüpft ist
    Engel? Gibt's die?

    Das bekannte Freilichtmuseum Stübing ist Schauplatz diese vierten Kriminalfalls für Armin Trost. Eine Frau wird tot aufgefunden. Dem brutal zugerichteten und ausgeweidetem Leichnam fehlt das Herz.

    Der kauzige Armin Trost ermittelt und stößt schon bald auf Parallelen zu historischen, steirischen Gewalttaten wie den „Herzerlfresser von Kindberg“. Und die Mordserie geht weiter.
    Was bezweckt der Mörder? Will er Aufmerksamkeit erheischen?

    "Das Böse ist ein in seiner Eitelkeit absolut durchschaubarer Charakter." (S.63)

    Doch bis Armin das Böse durchschaut, steht er den Abgründen seiner eigenen Dämonen gegenüber. Der Angst seine Familie nicht beschützen zu können, den Kollegen Schulmeister nicht zu finden und für den Selbstmord von Schulmeisters Frau verantwortlich zu sein. All dies treibt ihn noch mehr an, obwohl er eigentlich schon längst seinen Dienst bei der Polizei quittieren hätte wollen. Der Pfad auf dem er wandelt ist denkbar schmal. Die Gefahr seine Familie für immer zu verlieren, recht groß.

    Meine Meinung:

    Robert Preis schreibt in einer äußerst präzisen Sprache und in einem außergewöhnlichen, detailreichen Schreibstil. Literarisch anspruchsvoll begleiten knappe prägnante Sätze die Geschichte.

    Wie in allen anderen Krimis des Autors herrscht eine auffällig düstere Stimmung, die durch die widrigen Witterungsbedingungen mit heftigem Regen und starkem Wind unterstrichen wird.
    Herrlich sind die undurchschaubaren, leicht skurril wirkenden Figuren, die die Geschichte noch absurder wirken lassen. Auch der Unterhaltungston ist anders als üblich. Die mehr oder weniger feinen und spitzen Bemerkungen den Wiener Kollegen gegenüber zeugen von tiefer Animosität zum „Wasserkopf“ Wien. Doch auch Grazer sind den übrigen Steirern gegenüber nicht gerade aufgeschlossen (und umgekehrt). Ich kann mich gut erinnern, als Österreich noch schwarze Autokennzeichen hatte, waren echte Grazer durch ein „G“ vor der Nummer und die übrige Steiermark durch ein „St“ zu erkennen. Die Häme, mit der Unfälle zwischen „G“s und „St“lern begleitet wurden, würde ganze Bücher füllen. So gesehen ist der schwarze Humor in Trosts Äußerungen durchaus passend.

    Die Handlung ist von einer schaurigen Düsternis umgeben. Nicht nur die Morde oder die historischen Gewalttaten versetzen in diese Stimmung, sondern auch der Verlust seines spurlos verschwundenen Kollegen Johannes Schulmeister, unter dem Trost leidet und sein problematisches Familienleben.

    Die Protagonisten sind präzise und vielschichtig erschaffen. Sie sind authentisch und niemals aalglatt. Jede Figur hat ein schweres emotionales Päckchen zu tragen und fast jede lechzt nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Auch Ängste spielen in dieser Geschichte eine maßgebliche Rolle, denen sich die Protagonisten stellen müssen. Viele Charaktere sind kauzig und eigenbrötlerisch, sie ecken damit überall an und wirken dadurch sehr authentisch.

    Die Spannung begleitet das Buch kontinuierlich. Das Ende ist die Geschichte bis ins Detail schlüssig. Die letzte offene Frage wird hoffentlich in einem fünften Fall beantwortet: Wo ist Schulmeister? Was ist ihm zugestoßen?

    Mein Fazit:

    Wer Regional-Krimis mit einen gehobenen Schreibstil genießen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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    TharinaWagners avatar
    TharinaWagnervor 2 Jahren
    Trost und der Engel

    "Der Engel von Graz" ist der neueste Teil der Serie rund um Inspektor Armin Trost. Unabsichtlich habe ich nämlich nicht mit dem ersten, sondern dem letzten Teil begonnen. Da der Fall allerdings, wie die meisten Krimifälle, in sich abgeschlossen ist, macht das gar nichts. Einzig Trosts Privatleben baut auf die davorigen Folgen auf. Die Zusammenhänge sind trotzdem bestens verständlich. Du hast also grünes Licht, lieber Leser, egal ob du bereits mit Trost vertraut bist oder nicht.

    Trost ist ein bestens ausgearbeiteter Hauptprotagonist, dessen Gefühle teils im Gegensatz zu seinen Handlungen stehen. Das will ich keineswegs als Logikfehler hinstellen, denn solche Menschen gibt es einfach - in Büchern, sowie im echten Leben. Man denkt das eine, tut aber das andere, fühlt das eine, macht wieder ganz was anderes. Trost liebt seine Familie ja, die meiste Zeit verbringt er aber trotzdem bei der Arbeit. Und selbst wenn er dann endlich zuhause ist, denkt er immer noch an letztere. Damit ärgerte er mich manchmal richtig, da es ihm einfach nicht gelingt zu tun, was gut für ihn wäre. Der Leser merkt im Laufe des Romans ganz deutlich, wie sich sein Held Schritt für Schritt von seinem Happy End entfernt. Richtig geraten, ich fühlte mich emotional involviert und möchte allein deshalb auch sein nächstes Abenteuer lesen.

    Nun aber erst einmal zur Handlung vom "Engel von Graz": Im Freilichtmuseum Stübing, in der Nähe der steirischen Hauptstadt findet man eine tote Frau. Trost wird nach Stübing gerufen, Trost ermittelt. Seine hübsche Kollegin, für die er insgeheim schwärmt, hilft ihm dabei. Der dritte im Bunde, dieser Schulmeister, kann ihnen im Moment nicht helfen, da er verschwunden ist, Unauffindbar. So unauffindbar, dass selbst Armin Trost kurz davor ist die Suche aufzugeben. Außerdem braucht er im Moment seine ganze Energie für den neuen Fall – vor allem da sich herausstellt, dass es nicht bei einer Leiche bleiben wird. Die Schauplätze sind auf eine spannende Art beschrieben. Sie lassen Graz teils richtig düster und unheimlich wirken. Seine Heimatstadt kennt der Autor wirklich gut, was der Leser daran merkt, dass er detailliertes Hintergrundwissen in die Geschichte einbringt. Das tut er allerdings auf eine sehr subtile Weise, nur dann wenn es wirklich zur Handlung passt.

    Im Laufe des Romans stellt sich heraus, dass die Morde alle in Verbindung zu historischen Gräueltaten stehen. Da ich selbst noch nie von diesen gehört hatte, machte ich mich erst einmal darüber schlau (wobei auch das nicht nötig ist, um den Roman zu verstehen - es hat mich einfach nur interessiert) Auch dabei wurde ich über das historische Wissen des Autors überrascht. Natürlich kann er sich auch selbst erst vor demVerfassen des Romans über besagte historische Kriminalfälle informiert haben. Eine Stimme in meinem Kopf sagt mir jedoch, dass es sich bei Robert Preis, als Journalisten um eine Art wandelndes Lexikon handeln könnte. Stimmen im Kopf oder nicht, wandelndes Lexikon, oder nicht – Das Lesen dieses Romans hat mir nicht nur Freude gemacht, sondern ich hab auch noch etwas gelernt. Die alten Geschichten verleihen dem "Engel von Graz" ein gewisses Etwas. Da glaubt man eine Stadt zu kennen und bekommt plötzlich eine ganz andere Seite davon präsentiert. Das und der mitreissende Schreibstil sind die Hauptgründe, weshalb ich von Anfang bis zum Ende mitgefiebert habe. Fazit: "Der Engel von Graz" bleibt bestimmt nicht der einzige Preis-Krimi in meinem Bücherregal.

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    HansPeterVertacniks avatar
    HansPeterVertacnikvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr empfehlenswert
    Düster und gut

    Das bekannte Freilichtmuseum Stübing bei Graz, eine entstellte Frauenleiche und ein seltsamer Ermittler namens Trost, der es mit einem Serienmörder zu tun bekommt, der historische Morde kopiert.  Die steirische Landeshauptstadt Graz und ihre Umgebung als Kulisse für einen düsteren und spannenden Plot, der einen sofort packt und nicht mehr los lässt. Eine klare Leseempfehlung.
    HPV

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    Irves avatar
    Irvevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Original von Ermittler, ein spannender Fall, viel interessante Historie! Grandios! http://irveliest.wordpress.com
    *+* Ein Original von Ermittler, ein spannender Fall, viel interessante Historie *+*



    .
    Die Mordserie in diesem vierten Band der Grazer-Krimi-Reihe um den tragikomischen Ermittler Armin Trost trägt die Leser gemeinsam mit den Ermittlern weit zurück in die Vergangenheit Österreichs. Denn der Täter orientiert sich an verschiedenen historischen Vorbildern, um seine grausamen Taten zu vollbringen. Wie gut, dass es Professor Tadelmann gibt, der zumindest im historischen Teil Licht ins Dunkel bringt.

    Der Krimi ist in überwiegend düsteren Farben gemalt – ein zwischen Genie und dem nahen Wahnsinn schwebender Ermittler, brutale Morde nach historischem Vorbild, ein bestialischer Mörder, der der Polizei offenbar immer einen Schritt voraus ist. Dazu kommen ein wie vom Erdboden verschluckter Kollege und nicht zuletzt Trosts eigene rabenschwarze, persönliche Situation.

    Aber der Autor besitzt Fingerspitzengefühl, streut ab und zu ein bisschen Glitzer über seinen Krimi. So gewinnt er Trosts tragischer Situation immer wieder etwas Komisches ab. Zudem sorgt er mit kleinen Schmankerln für ein Schmunzeln beim Lesen. So etwa bei der Namenswahl einiger Protagonisten – der junge Journalist, der noch auf den Durchbruch wartet, heißt beispielsweise Anfänger.

    Der Sprachstil ist so einzigartig wie der eigensinnige Armin Trost und spiegelt ganz wunderbar seinen Dickkopf, aber auch die innere Zerrissenheit wider. Auch wenn der Ermittler nach außen hin taff und unnahbar wirkt, hat auch er Schwierigkeiten, die richtigen Prioritäten zu setzen, vor allem im privaten Bereich. (Die Originalrezension ist auf meinem LitBlog erschienen: https://irveliest.wordpress.com/2016/03/31/robert-preis-der-engel-von-graz/). Er ist halt Polizist durch und durch, was ihm nicht nur Sympathien entgegenschlagen lässt. Ich mag ihn aber sehr – zumindest als Krimihelden. Armin Trost, der nur in seinem Baumhaus zur Ruhe kommt und noch weitere Besonderheiten an den Tag legt. Aber auch die anderen Charaktere sind mit ihren Ecken und Kanten, Wünschen und Sehnsüchten sehr lesenswert gestaltet.

    Der Erzählstil ist über weite Strecken gemächlich, da man lange – viel zu lange – auf der Stelle zu treten scheint. So wird gut unterstrichen, wie zäh und langwierig die polizeiliche Ermittlungsarbeit oft ist. Trotz des langsamen Vorankommens habe ich dennoch durchweg Spannung empfunden. Wer ist der Täter? Warum tötet er, und vor allem: Warum tötet er nach alten Vorbildern? Was ist seine Botschaft? Werden sie ihm auf die Spur kommen? Wird er gefasst? Und was wird bis dahin noch alles passieren?

    Die Ausflüge in die Vergangenheit fand ich sehr interessant. So habe ich einiges zur kriminalistischen Historie Österreichs erfahren, zudem unterfütterten diese Kenntnisse sehr anschaulich die Taten des modernen Mörders. Aber auch der Lokalkolorit, der immer wieder aufblitzte, gefiel mir sehr gut.

    Ein tolles Finale schloss schließlich mit einem plausiblen Ende das letzte Kapitel des Buches ab. Da einige der angeschnittenen Handlungsfäden nicht mit eingeflochten wurden, hoffe ich sehr, dass dies nicht der letzte Fall für Armin Trost gewesen sein wird.

    Der vierte Fall für den Ermittler ist unterhaltsam, spannend, mit bildendem Mehrwert. Zudem wartet der Krimi mit einer guten Portion Gesellschaftskritik auf – vor allem, was die Bedingungen rund um den Beruf des Polizisten betrifft.

    Inhalt
    Als eine Leiche ohne Herz auftaucht, wird schnell klar: Eine Mordserie nach historischen Vorbildern erschüttert Graz. Doch Ermittler Armin Trost hat noch ganz andere Probleme, denn sein Partner ist unauffindbar. Eine neue Facette seiner inneren Ängste kommt zum Vorschein, und er muss sich fragen: Wie nah sind sich Himmel und Hölle wirklich?

    Autor
    Robert Preis wurde 1972 in Graz geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Studium in Wien und einem längeren Auslandsaufenthalt in Kroatien lebt er heute mit seiner Familie wieder in der Nähe seiner Heimatstadt. Er arbeitet als Journalist bei einer Tageszeitung und schrieb zahlreiche Sachbücher und Romane.
    Quelle: emons Verlag

    Kommentare: 2
    40
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der harte Krimi mit dem weichen Kern – morbider Charme aus dem Süden der Republik
    Deutschgut ist sie, hübsch und akribisch …

    Außergewöhnlich und in luftiger Höhe. Mainstream ade!

    Inhalt (Lovelybooks): Als eine Leiche ohne Herz auftaucht,
    wird schnell klar: Eine Mordserie nach historischen Vorbildern erschüttert
    Graz. Doch Ermittler Armin Trost hat noch ganz andere Probleme, denn sein
    Partner ist unauffindbar. Eine neue Facette seiner inneren Ängste kommt zum
    Vorschein, und er muss sich fragen: Wie nah sind sich Himmel und Hölle
    wirklich?

    Dieser Krimi besticht durch skurrile Charaktere, die
    trotzdem lebensecht sind. Und durch eine komplexe, wohldurchdachte Handlung.
    Robert Preis – er ist Journalist – gestattet dem Leser mit zu ermitteln und lässt
    die eine oder andere Nebelkerze steigen. So manche Figur macht sich verdächtig –
    doch ist der Ermittler im Leser wirklich auf der richtigen Spur?

    Doppelbödig geht es hier zur Sache – und Harmonie sucht man
    (fast) vergebens. Das ist neben dem Rätseln um den Mörder der zweite große Spannungsträger.
    Dinge werden angestoßen – und das Schicksal nimmt seinen unausweichlich
    gnadenlosen Lauf.

    Armin Trost, der Ermittler, der im Baumhaus lebt, er leidet.
    Und der Leser leidet mit. Dann wird es adelig – wer ist der Graf? Dass er was
    im Schilde führt, ist nicht zu übersehen. Wer wird zu Schaden kommen?

    Am Ende kommt die Auflösung, und der Leser nickt, weil sie
    einen Sinn ergibt. Ein bisschen ahnt man schon, worauf’s hinausläuft, einige
    Seiten vor dem Showdown. Ab da ist die Spannung dieselbe, wie wenn man sich
    fragt, ob man den Zug doch noch erwischt oder definitiv verloren hat.

    Das hat mir besonders gefallen: bizarre, dennoch lebensechte
    Figuren und eine ebenso spitzzüngige wie treffende Namensfindung. Die Zeichnung
    des Protagonisten – selbst wenn Armin Trost nicht jederfraus Typ ist, lässt verstehen,
    warum „die Deutsche“ sich in ihn verguckt.

    Überhaupt kommen die kleinen Rivalitäten zwischen den Bundesländern,
    allen voran Kärnten und Steiermark, wie kleine Glanzlichter zum Vorschein,
    garniert mit Stellenwert und schmeichelhaftem Vorurteil über die Deutschen.

    Auch die Sprache – hervorragend in den Dialogen – ist ein Highlight:
    schönes Österreichisch, das für den Deutschen am Buchende ein Glossar anbietet.
    (Der Verlag ist ja deutsch …)

    Bestechend fand ich zudem, wie Robert Preis dem Leser so
    manche Nebenfigur ins Gedächtnis gebrannt hat: „Die Blondine mit der wallenden
    Barbiepuppenmähne und dem Gesicht eines Orks“. So komisch – und so auf den
    Punkt.

    Ganz wenig hat mich ein bisschen gestört: Das Lektorat hat kleine
    Ungereimtheiten übersehen, so einen falschen Namen sowie eine unnötige
    Erklärung für den Leser.

    Das hat mich gefordert: Die Chronologie der Handlung wird an
    mehreren Stellen unterbrochen. Dadurch muss ich als Leser aufpassen, dabei
    bleiben: Das ist kein Krimi zum Dahindämmern, denn wer nicht aufpasst, hat auf
    einmal 1+1=3.

     

    4,5=5 Sterne.

    Österreicher und diejenigen, die unser Land gern haben:
    Unbedingt lesen!

    Kommentare: 4
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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Interessanter Graz-Krimi, in dem ein Mörder historische Fälle grausam imitiert!
    Ist der Engel der Schlächter?

    Der Kriminalroman "*Der Engel von Graz*" von Autor "*Robert Preis*" ist der neueste Fall der Reihe um Armin Trost. Der "*Emons Verlag*" bringt diese Grazer Krimireihe heraus.


    Chefermittler Armin Trost ermittelt in einem grausamen Leichenfund in einem Freilichtmuseum in Stübing. Die Leiche wurde grausam ausgeweidet und ihr Herz fehlt.
    Doch dieser Fall ist erst der Anfang einer undurchsichtigen Mordserie nach historischem Vorbild, der die Ermittlungen weit in die Vergangenheit führt. Gleichzeitig hat Armin Trost auch auch noch seinen verschwundenen Kollegen zu suchen. Er stösst langsam an seine Grenzen, denn auch privat ist sein Leben äußerst kompliziert.


    Wieder ein Tag vorüber. Und wieder kein Ergebnis. Stattdessen eine Leiche mehr. Trost rief Lemberg erneut an, ließ es aber nur dreimal läuten. Sie würde nicht abheben - egal wie lange er es klingeln ließ. Er spürte es.  Seite 150


    Dieser Regionalkrimi hat mir gut gefallen, er ist etwas grotesk, spannend und der Bezug auf reale historische Kriminalfälle mit örtlichen Hinweisen macht das Ganze ziemlich schaurig.

    Es ist auffällig, dass hier eine düstere Stimmung herrscht, auch die widrigen Witterungsbedingungen mit heftigem Regen und starkem Wind unterstreichen diesen Eindruck. Dazu kommen einige undurchschaubare, leicht skurril wirkende Figuren, die die Geschichte noch absurder wirken lassen. Auch der Unterhaltungston ist anders als üblich, es gibt einige spitze Bemerkungen über Animositäten gegenüber Wienern, von den Steirern gegenüber den Grazern und etwas schwarzer Humor ist in den Äußerungen Trosts fast durchgängig vorhanden.

    Der Schreibstil von Robert Preis ist ein wenig speziell und er muss einem  liegen. Ich konnte mich aber sehr gut auf den Fall einlassen und stocherte genau wie Trost ohne Ziel im Ungewissen. Mal erschienen mir die Personen harmlos und im nächsten Moment hätte ich ihnen das Verbrechen zugetraut. Dabei begleitete mich das irre Lachen des Täters und ängstigte mich vor weiteren Tatvorgängen, ich kam ihm aber nicht richtig auf die Spur.

    Die Stimmung des Krimis ist hauptsächlich geprägt durch den schwierigen  Charakter des Armin Trost. Er ist schon sehr ungewöhnlich, ein kauziger, missmutiger, von seiner Familie getrennt lebender Mann. Zwar sehnt er sich schon nach seiner Frau und den Kindern, aber irgendwie ist er doch ein Einzelgänger, vielleicht lebt er auch deshalb in seinem Garten im Baumhaus.
    Doch in seinem Beruf ist er ein Typ, der aus den Tatorten zu lesen vermag. Er lässt sich auch nicht beeinflussen, wenn sein Chef Druck ausüben will. Stur und irgendwie besonnen verfolgt er in seinem eigenen Tempo die Ermittlungen. 

    Nicht ganz so verstanden habe ich die Abneigung Trosts gegenüber Kirchen, dem Glauben und Gott. Vielleicht ist er ein zu realistischer Mensch oder seine beruflichen Erfahrungen vertragen sich nicht mit Hoffnung und Glauben.
    Richtig fesselnd erscheint im Krimi die Situation, in der Trost bzw. seine Kollegin Annette in große Gefahr geraten. Hier wird der ansonsten eher ruhige Erzählfluss (siehe Zitat oben) schliesslich hektisch und aufregend.
    Das Finale ist überraschend mitreißend und endlich versteht man auch den Bezug des Titels zum Inhalt des Buches.
     

    Ein interessanter Krimi mit regionalcharakter, schrägen Typen und einem engen Bezug zu historisch belegten Mordfällen. Sehr lesenswert!

     

    Kommentare: 2
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    Maritahenriettes avatar
    Maritahenriettevor 3 Jahren
    Spannender Krimi mit Lokalkolorit


    Im Freilichtmuseum wird eine total entstellte Frauenleiche gefunden. Armin Trost und sein Team sollen ermitteln.  Schnell wird klar das ein Serienmörder sein Unwesen treibt.  Dabei kopiert er historische Morde.  Aber das ist nicht alles. Da gibt es noch einen verschwundenen Polizisten  aus Trost Team.  

    MEINE MEINUNG :
    Der dritte Teil ist genau wie die anderen in sich abgeschlossen und man müsste nicht unbedingt die Vorgängerbücher lesen. Der Schreibstil  in der Erzählweise  passt gut zu der Stimmung und der Krimi wirkt dadurch düster.  
    Die Hauptgeschichte ist vom Thema nicht neu, hier aber gut verpackt  und dargestellt.  Der Inhalt ist vielschichtig  und man erfährt während des lesens  auch viel  vom  Privatleben der Protagonisten.  Jeder hat so sein Päckchen zu tragen, Trost  zum Beispiel  quält sich  wegen  des verschwindens eines Polizisten aus seinem Team.  Gerade diese Zerrissenheit kommt im Buch gut heraus.  .Ich habe beim Lesen fast seinen Schmerz gespürt,  zumal er mit seinen skurrilen Eigenarten  seine Familie fast zerstört.  


    Vom Anfang bis Ende des Buches steigt die Spannung bis ich endlich vom Motiv und Täter erfahre.  Hier bleiben nur einige Fragen im privaten Bereich der Figuren offen und haben somit Potenzial  für den nächsten Krimi des Autors. Das muss man mögen oder die Reihenfolge der Krimis einhalten.  Ich selber habe die ersten beiden Bücher nicht gelesen und kam hier trotzdem gut klar. 

    FAZIT :
    "Der Engel von Graz " von Robert Preis gibt es als Taschenbuch und E - book und wird durch den Emons - Verlag veröffentlicht. 
    Das Ermittlerteam wirkt authentisch,  die Geschichte konnte ich gut verfolgen und der Schreibstil hat die Stimmung gut wieder gegeben.  Der Krimi mit Lokalkolorit hat mich gut unterhalten und vergnügliche Stunden bereitet.  Krimifans  kommen hier auf ihre Kosten kommen. 

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 3 Jahren
    Der Engel von Graz

    Der Grazer Kommissar Armin Trost ermittelt nun schon in seinem 4. Fall. Ein grausamer Leichenfund erfordert seine ganze Aufmerksamkeit. Der Leiche fehlt das Herz. Doch kaum sind die Ermittlungen aufgenommen, gibt es die zweite Leiche. Und es gibt durch die Mordmuster erste Spuren in die Vergangenheit.

    Trost selbst ist ein besonders eigenwilliger Charakter, der natürlich auch private Probleme zu bewältigen hat. So ist gerade seine Frau mit den Kindern ausgezogen und er haust im Garten in einem Baumhaus. Noch dazu ist sein Kollege seit einiger Zeit verschwunden. Diese Umstände gehen selbstverständlich nicht spurlos an ihm vorüber.

    Im aktuellen Fall kommt er langsam bis gar nicht voran und gerät schließlich selbst in Gefahr. Aber, und das ist hier ein großer Pluspunkt, die Spannung steigt stetig, der Leser ist mitgerissen und gefordert und das Ende nach meinem Krimigeschmack.

    Super Schreibstil, der den Leser gefällig ist, auch wenn man die ersten Grazer Fälle noch nicht kennt. Die Namensgebung für die einzelnen Protagonisten sind besonders ausgeklügelt, ein junger aufstrebender Journalist heißt z. B. Anfänger.

    5 Sterne vergebe ich hier sehr gern mit einer Leseempfehlung für alle Hobbyermittler.

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    Mauelas avatar
    Mauelavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gut gelungener Regional-Krimi mit plausibler und gut konstruierter Geschichte.
    Der Engel von Graz

    Eine Frau ohne Herz ist erst der Anfang einer Mordserie nach historischem Vorbild. Armin Trost, der noch immer dabei ist seinen verschollenen Kollegen zu suchen, soll diesen vertrackten Fall lösen und stößt dabei an seine Grenzen, denn nicht nur beruflich sondern auch privat scheint sein Leben immer komplizierter zu werden.

    Der Kriminalroman Der Engel von Graz vom Autor Robert Preis bietet dem Leser hier einen sehr gewöhnungsbedürftigen, aber doch interessanten Schreibstil. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz gehalten, bestehen teilweise nur aus ein paar Sätzen um dann die nächste Szene zu beschreiben. Ideal, wenn man nicht viel Zeit hat um am Krimi dran zu bleiben und immer wieder Pausen beim Lesen machen muss, aber etwas hinderlich um tatsächlich im Geschehen zu bleiben. Dazu kommen versartige Formulierungen, ein eher langsam und gemächlicher Schreibstil, der der Geschichte einerseits das Tempo nimmt, andererseits jedoch genau vermittelt, wie zäh und langwierig Mordermittlungen sind und dass eben nicht hinter jeder Türe ein neuer Hinweis versteckt ist.

    Dann die Namen der Protagonisten, sie sind ungewöhnlichen heißen z.B. Herrn Trost, der selber eigentlich Trost nötig hat oder Herrn Anfänger, der tatsächlich Neuling im Zeitungsgewerbe ist. Verwirrend zu Beginn, beschreiben sie aber tatsächlich die Figuren mit einem einzigen Wort ziemlich genau. Ein gut gelungener Regional-Krimi, der mich zwar nicht zu 100% überzeugt hat aber durchaus empfehlenswert ist, denn die Geschichte ist gut durch konstruiert, plausibel und was mich besonders freut, frei vom schmierigen und dem Alkohol und käuflichen Damen nicht abgeneigten Polizeibeamten.  

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    RobertPreiss avatar

    Hallo,

    Himmlische Freude!
    Soeben ist mein neues Buch - der Krimi "Die Engel von Graz" - erschienen und ich würde mich sehr freuen, es mit Euch zu besprechen und darüber zu plaudern.
    Im Rahmen dieser Leserunde möchte ich Rede und Antwort stehen und Einblick in meine Arbeit geben. Ich werde versuchen, stets so rasch wie möglich zu antworten.  

    Der Emons Verlag ist so freundlich und stellt 15 Exemplare kostenlos zur Verlosung zur Verfügung - einzige "Bedingung": Bitte stellt Eure Rezensionen zum Buch so umfangreich wie möglich im Netz zur Verfügung! Eine große Hilfe wäre auch, wenn ihr Blogger seid und das Ding entsprechend weitererzählt ;-).
    Am Dienstag, 27. Oktober, ("nach dem Frühstück!"), nenne ich die Gewinner, die dann selbstverständlich sofort mit den Büchern beliefert werden.

    Natürlich können im Anschluss daran aber auch alle anderen, die das Buch lesen, in der Leserunde mitdiskutieren und plaudern. Ich freue mich schon sehr auf den regen Austausch - und hoffe auf viel Feedback.

    Zum Inhalt des Buches nur so viel: "Der Engel von Graz" klingt nur nach Weihnachtskrimi - hat damit aber nicht zu tun. Wie in den Vorgänger-Krimis "Trost und Spiele", "Graz im Dunkeln" und "Die Geister von Graz" steht wieder Chefermittler Armin Trost im Mittelpunkt.
    Eine alptraumhafte Verbrechensserie hält Einzug in Graz, und alles zerfällt: Beziehungen, Teams, Menschen...
    Und was machst Du jetzt, Armin Trost? Gibst Du endlich auf?

    Leider wird die neuie Homepage noch etwas Zeit brauchen - eventuell wird sie während der Leserunde fertig, dann stelle ich auch dazu noch eine Frage. Gut zu erreichen bin ich stets über Facebook, wenn Ihr Fragen habt.

    Gut, das wär`s soweit. Jetzt hab ich euch quer durchs Netz gelotst - dann bleibt mir ja nur, Euch viel Glück für die Verlosung zu wünschen. Bis dahin, alle Gute!

    Zur Leserunde

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