Robert Prosser

 3.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Phantome, Phantome: Roman und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Robert Prosser

Robert Prosser wurde 1983 in Österriech geboren und absolvierte ein Studium der Komparatistik und Kultur- und Sozialanthropologie an den Universitäten in Innsbruck und Wien, welches er 2012 als Magister mit einer Diplomarbeit zum Thema "Dichtung in Aktion: die literarische Performance am Beispiel von Thomas Kling" abschloss. 2013 war er einer der Mitbegründer des Projektes "Babelsprech" zur Förderung junger deutschsprachiger Dichtung und ist seitdem österreichischer Kurator des Projektes. Er erhielt bisher einige Auszeichnungen, u.a.: Land-Niederösterreich-Literaturpreis und Publikumspreis Wartholz 2016, Österreichisches Projektstipendium für Literatur 2014/2015, Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung 2014, Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin (LCB) 2014, Reinhard-Priessnitz-Preis 2014, Wiener Autorenstipendium 2012, Literaturpreis Floriana 2010.

Neue Bücher

Phantome
 (7)
Neu erschienen am 12.10.2018 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.
wo warn wir? ach ja:
Neu erschienen am 02.10.2018 als Taschenbuch bei Limbus Verlag.

Alle Bücher von Robert Prosser

Robert ProsserPhantome
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Phantome
Phantome
 (7)
Erschienen am 12.10.2018
Robert ProsserPhantome: Roman
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Phantome: Roman
Phantome: Roman
 (1)
Erschienen am 15.08.2017
Robert ProsserFeuerwerk
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Feuerwerk
Feuerwerk
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Erschienen am 15.03.2011
Robert Prosserwo warn wir? ach ja:
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wo warn wir? ach ja:
wo warn wir? ach ja:
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Erschienen am 02.10.2018
Robert ProsserGeister und Tattoos
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Geister und Tattoos
Geister und Tattoos
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Erschienen am 30.08.2013
Robert ProsserStrom
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Strom
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Erschienen am 15.09.2009
Robert ProsserAustralia
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Neue Rezensionen zu Robert Prosser

Neu
himbeerbels avatar

Rezension zu "Phantome" von Robert Prosser

Leider enttäuschend
himbeerbelvor einem Jahr

Die Buchbeschreibung dieses Romans, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 geschafft hat, verrät:
„Robert Prosser schildert intensiv ein fast vergessenes Kapitel der jüngeren Geschichte: Der Jugoslawienkrieg, der die letzte große innereuropäische Flüchtlingswelle in den 1990ern auslöste, dessen drastische Verbrechen bis heute nicht aufgearbeitet sind und weit in die Generation der Kinder der Geflüchteten nachwirken.
Anisa flüchtet 1992 aus Sarajewo nach Wien. In den beginnenden ethnischen Säuberungen hat sie ihren Vater zurückgelassen – und wird ihn nie wiedersehen. Auch von ihrem Freund Jovan, einem bosnischen Serben, der zum Militärdienst eingezogen wurde, konnte sie sich nicht verabschieden. Jahrzehnte später reist Anisas Tochter Sara auf den Spuren ihrer Mutter nach Bosnien-Herzegowina.“
Dieser Text machte mich neugierig und ich versprach mir von diesem Buch einen besseren Einblick in die damaligen Geschehnisse zu bekommen – in einen Krieg, der gar nicht so weit weg von uns stattfand und von dem ich das Gefühl habe, eigentlich kaum etwas darüber zu wissen. Stattdessen führte mich das Buch im ersten Drittel in die Graffiti-Szene Wiens ein. Auch lernte ich etwas über die Sprayer-Szene Bosniens, über die der Ich-Erzähler – der Freund von Anisas Tochter Sara – bei seinem dortigen Besuch ebenso berichtet, wie über die Gedenkstätten und den heutigen Umgang mit den Greueltaten des Krieges. Der Ich-Erzähler schreibt, wie er zu sprechen scheint. Liest man den Text und stellt sich dabei einen österreichischen Akzent vor, fühlen sich Satzbau und einzelne Begrifflichkeiten stimmiger an, auch wenn sie sich für mich teilweise nicht flüssig lesen lassen. Hinzu kommen Graffiti-Ausdrücke und der wohl übliche Slang, den ich nicht mochte und der mich zudem überhaupt nicht interessierte. Das nahm mir den Lesespaß und auch mein Interesse an der Jugoslavien-Thematik reichte nicht aus, um dem Buch weiterhin unvoreingenommen zu folgen. Ein ums andere Mal überlegte ich, das Buch einfach abzubrechen – einzig die Tatsache, dass es sich dabei um ein Rezensionsexemplar handelt, bewog mich weiter zu lesen.
Beinahe aus dem Nichts heraus endet schließlich dieses erste Buchdrittel und statt des Ich-Erzählers, folgt plötzlich eine personale Erzählweise, bei der im Wechsel die Kriegserlebnisse von Anisa und Jovan geschildert werden. Während Jovan den Krieg hautnah durchlebt, versucht Anisa als Flüchtling in Wien ihr Auskommen zu finden. Berührende und erschütternde Szenen, die so bildhaft und einfühlsam mitsamt sprachlicher Schönheit geschildert werden, dass sie beeindrucken und unter die Haut gehen. Und doch überwiegen die Passagen, die langatmig sind und sich einfach nur sperrig lesen lassen. Aber oft regt das Gelesene auch zum nachdenken an und man findet gedanklichen Anschluss bei den Flüchtlingen jüngeren Datums. Immer wieder stellte sich mir die Frage, was diese alles erleben mussten und noch müssen.
Der letzte Teil des Buches spielt wiederum im Jahr 2015 und zeigt die Überlebenden in der Gegenwart. Nachdem ich im Anschluss die Danksagung des Autors gelesen hatte, wünschte ich mir wieder einmal, dass diese gleich zu Anfang des Buches gestanden hätte. Sie hätte mich vielleicht besser durchs Buch geführt, das sich für mich wie aus mehreren Federn geschrieben und ungelenk zusammengeführt anfühlte.

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Phantome: Roman" von Robert Prosser

Robert Prosser - Phantome
miss_mesmerizedvor einem Jahr

2015, Wien. Sara und ihr Freund kennen die Geschichte von Saras Mutter Anisa nur aus deren Erzählungen. Die Flucht aus Bosnien, wegen des Krieges aus der Heimat vertrieben. Der Konflikt, der plötzlich Nachbarn zu Feinden machte und Familien auseinanderriss. Die beiden Jugendlichen machen sich auf nachzuforschen, vor Ort, im Süden, da wo einst ein Land war und was inzwischen in unzählige Kleinstaaten zersplittet ist. Schnell wird das Leben von damals wieder lebendig und der Leser befindet plötzlich im Jahr 1992 und auf der Flucht vor dem Krieg. Anisa, die als Flüchtling hofft in Sicherheit zu kommen und ihr Freund Jovan, der von der Armee eingezogen werden soll und zwischen die Fronten gerät. Anisa kann die schrecklichen Kriegserlebnisse auch im fernen Wien nicht hinter sich lassen, die Ungewissheit, was mit dem Freund und dem Vater ist, lähmt sie immer wieder. Doch sie muss auch nach vorne blicken, sich in der Fremde ein neues Leben aufbauen – doch wie?

Robert Prosser greift in seinem Roman, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2017 stand, einen Konflikt auf, den man in Europa nur zu gerne verdrängt, weil es der erste Krieg auf europäischen Boden nach Ende des Zweiten Weltkrieges war. Dieser Konflikt hat jedoch auch unzählige Menschen gen Norden flüchten lassen und sie vor die schwierige Aufgabe gestellt, in der Fremde ein neues Leben beginnen zu müssen, obwohl das alte weder abgeschlossen war noch man dieses freiwillig aufgegeben hatte.

Die Schilderungen der Kriegserlebnisse von Anisa und ihrem jungen Freund sind grausam. Der Autor gibt sich nicht mit Andeutungen zufrieden, sondern schildert das, was sich in solchen Zeiten nun einmal zuträgt schonungslos und direkt. Auch das Leben im Flüchtlingsheim, wo man das Schlimmste eigentlich hinter sich gelassen hat, ist kein angenehmes und entspanntes Dasein. Andere Konflikte und Sorgen bestimmten den Alltag und soziale Gruppenprozesse, wie sie auch in jeder Dorfgemeinschaft zu finden sind, greifen auch dort und setzen den Bewohnern zusätzlich zu.

Im Rückblick etwas verwunderlich der Vorspann des Romans, der sehr auf den Graffiti sprayenden Freund von Anisas Tochter fokussiert und dessen nächtlichen illegalen Aktionen sehr ausufernd schildert. Ob es der Kontrast sein soll zwischen den beiden jungen Pärchen? Das eine, das den Nervenkitzel sucht, weil das Leben womöglich nicht genug zu bieten hat, das andere, das unmittelbare Kriegserfahrung machen muss – ich weiß es nicht, aber vom Ende an blickend ist dieser ganze Abschnitt eigentlich irrelevant.

Was jedoch auf jeden Fall gelungen ist, ist das Thema Balkan und die vielen ungelösten Fragen aufzugreifen und zu mahnen, dass man nicht nur die aktuellen Krisen im Blick haben sollte, sondern auch die vor unserer Haustür befindlichen, die auch 20 Jahre nach dem Friedensschluss noch immer nicht aufgearbeitet sind und liebsten offenbar vergessen wären. Aber viele der Betroffenen leben unter uns und sollten viel mehr daran erinnern.

Ein thematisch interessantes und sprachlich eindringliches Buch, das für mich nicht unbedingt durch besondere literarische Kniffe oder eine auffällige Sprache punkten kann, sondern das mit einer authentisch wirkenden Geschichte und politischer Relevanz überzeugt. 

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R

Rezension zu "Phantome" von Robert Prosser

Die Vergangenheit holt uns ein
readingannavor einem Jahr

Das Buch Phantome hat mir sehr gut gefallen. Der erste Teil, der Monolog von einem Graffitisprayer, der im Buch keinen Namen hat, hat mich anfangs ein wenig ratlos zurückgelassen, ist aber irgendwie total witzig geschrieben. Es geht um illegales Sprayen im U-Bahn System und um die Reisen nach Bosnien, die der Ich-Erzähler mit seiner Freundin Sara unternimmt.
Sara möchte das Heimatland ihrer Mutter kennenlernen und ihr Freund begleitet sie dabei. Letzterer entdeckt auf der Reise ins zu Beginn unbekannte Land immer mehr Spuren des vergangenen Krieges, die bis ins heutige Bosnien reichen.

Ich wusste nicht immer, wo ich mich in der Geschichte gerade befand, was mich störte. Irgendwann war ich dann aber drinnen im Lesen. Graffiti und Hip Hop spielen im ersten Teil eine wichtige Rolle - alles Bereiche, mit denen ich nichts zu tun habe, aber die gut beschrieben sind, wie z.B. dass nur Züge malt, wer Züge richtig liebt ;-) Gerade das macht das Buch interessant, man erfährt viel von Bosnien und von Jugendkultur. Und es gibt Stellen in diesem ersten Teil des Buches, die ich erschütternd fand, etwa die Gedenkfeier zum Genozid in Srebrenica. Diese Stellen zeigen, dass in diesem Land, das eigentlich so nahe und doch so weit weg ist, der Krieg noch lang nicht vorbei ist.

Total mitgerissen hat mich der zweite Teil, der im Vergleich zum ersten in einem klareren Ton geschrieben ist. 1992 wird die damals noch junge Anisa, eine Muslimin (und Saras Mutter), aus Bosnien vertrieben, ihr Vater gilt als verschollen. Die Handlungsstränge von Anisa und ihrem Freund Jovan (ein bosnischer Serbe) folgen recht schnell aufeinander und sie erzählen von ihren Kriegserlebnissen und ihrer Flucht. Trotz dieses Pingpongs verliert man nicht den Faden, es entwickelt sich dagegen eine interessante Geschichte. Und ein paar Cliffhanger sorgen dafür, dass sie ziemlich Spannung entwickelt. Phantome ist ein Roman, der mir viel über Bosnien enthüllt hat, und einfach eine mitreissende, oft auch traurige Erzählung.

Der dritte Teil spielt wie der erste im Jahr 2015 und ist auch ein Ich-Monolog, diesesmal von Jovan. Er bietet eine Art von Abschluss, aber kein richtiges Ende. Ich hätte gern ein klares Ende gehabt, aber es passt gut zum Roman, dass man im Ungewissen gelassen wird.

Mich hat das Buch auf jeden Fall berührt, es wirkt nach, vor allem wegen der Teile des Bosnienkriegs und der Flucht, die Anisa nach Österreich bringt. Ich hab zum Beispiel erstmals von Zvornik gelesen und davon, was dort damals geschehen ist, und dass ich jetzt mehr Ahnung habe, wie es ex-jugoslawischen Arbeitskollegen (oder deren Eltern) damals ergangen ist, das rechne ich dem Roman hoch an.

 

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Zusätzliche Informationen

Robert Prosser wurde am 09. Dezember 1983 in Alpbach, Tirol (Österreich) geboren.

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