Robert Scheer Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

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Inhaltsangabe zu „Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück“ von Robert Scheer

2014 reist der wahldeutsche Autor Robert Scheer nach Israel, um dort seine Großmutter Elisabeth Scheer, genannt Pici, über ihre Kindheit und Jugend zu befragen. Pici feiert in dem Jahr ihren 90. Geburtstag. Ihrem Enkel gegenüber gibt Pici Auskunft, wie sich in den 1940er Jahren durch den Nationalsozialismus die Lage für die jüdische Bevölkerung in Ungarn verschlechterte. Sie berichtet über ihre furchtbaren Erlebnisse in den Ghettos Carei und Satu Mare, im Konzentrationslager Auschwitz, im berüchtigten Außenlager Walldorf, im Konzentrationslager Ravensbrück und im mecklenburgischen Rechlin, bis sie 1945 im mecklenburgischen Malchow befreit wurde. Pici`s Eltern, ihre Schwestern, ihr Bruder, ihr Schwager und ihre kleine Nichte wurden im Holocaust ermordet. Pici`s detailreichen Erinnerungen machen es den Leserinnen und Lesern leicht, sich das Leben in der damaligen Zeit vorzustellen, in der es Alltag und Familie gab, später dann Unmenschlichkeit und Vernichtung und nur vereinzelt auch Mitgefühl und Solidarität. Pici stirbt 2015 mit 91 Jahren.

Ein Buch 'Gegen das Vergessen', ein Leben vor, während und nach dem Holocaust. Ein persönliches Mahnmal...

— parden

Tief berührende Lebensgeschichte

— Milagro

Tief berührend, emotional, bewegend

— Alondria

Bewegt versuche ich zu verstehen, doch ich weiß, dass ich dazu niemals in der Lage sein werde.

— Charlea

Ich finde keine Worte, die mein Gefühl nach dem Lesen wiedergeben können!

— dieFlo

So beeindruckend, dass mir die Worte fehlen!

— Sommerregen

Ich hätte Pici gern kennengelernt!

— MissJaneMarple

Ergreifend und traurig

— AnneMayaJannika

Ein Buch gegen das Vergessen

— anke3006

Ein berührender Erfahrungsbericht über den Holocaust von einer Überlebenden

— Gelsche

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  • Ein persönliches Mahnmal...

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    parden

    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust. "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit. Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint. "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität. Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung. Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.© Parden

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    • 9
  • Bewegende Geschichte

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Milagro

    Diese Geschichte hat mich sehr lange beschäftigt. Zuerst freute ich mich sehr darauf, diese Geschichte lesen zu können, als das Buch dann vor mir lag, konnte ich mich nicht entschließen, es tatsächlich zu lesen. Nie schien die richtige Zeit gekommen, immer wieder suchte ich den Beginn, nahm es mit auf Reisen. Las es aber doch nicht. Als ich dann endlich die Ruhe und richtige Zeit hatte, war ich überwältigt.Der Autor besucht seine Großmutter in Israel, beide sprechen miteinander über das Leben der Großmutter, das, was sie sagt, wirkt unverfälscht und liest sich durch diese Authentizität als sei der Leser Teil der Gespräche.Scheer bringt dabei  auf wenigen Seiten das ganze Leben seiner Oma unter, geboren 1924 wächst sie in Rumänien an der Grenze zu Ungarn auf. Welch schönes Leben zunächst, eine  Mädchenschar , erweitert um einen kleinen Bruder, eine liebevolle Familie. Pici ist aufgeschlossen und rege, doch sie wächst in der dunkelsten Zeit europäischer Geschichte auf, während man ihrer Erinnerungen lauscht, ziehen dunkle Ahnungen auf, schon durch diesen Buchtitel ist klar, wohin dieses Leben sie führen wird. Es wird unerträglich, und gleichwohl ist diese Erinnerung real, das Geschehen erlebt und durchlebt worden. Auch wenn ich dachte, nicht weiterlesen zu können, Abstand zu brauchen, die Erinnerungen der 90jährigen Dame lassen sich nicht einfach wegschieben. So schmerzlich die Berichte, so knapp mancher Satz, der den Abgrund deutlich macht, irgendwie hoffte ich auf jeden  winzigen positiven Moment. Davon gab es leider nicht wirklich viele. Die Geschichte ist berührend,  traurig, grausam und unfassbar, eine nicht einfach zu berichtende Geschichte, auch für Pici selbst, die bei dem Erzählen alles nochmal durchleben musste. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie es getan hat, nicht geschwiegen hat und dadurch einen großen Beitrag geleistet hat . Erlebte Geschichte, ungeschönt und ehrlich. Danke, dass ich teilhaben konnte, auch wenn es ein schwerer Weg war. Für Pici, Robert Scheer und die Leserin., 

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    • 3
  • eine Zeitreise in die Geschichte

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    cvcoconut

    18. September 2016 um 10:33

    Das Buch erzählt die Geschichte der  Großmutter des Autors. Es ist ihre Kindheit und ihr Leben ins KZ. Es ist zwar nur ein kleiner Auszug, dafür aber umso erschreckender , was die Menschen damals alles miterleben mussten.  Durch diese Geschichte haben ein paar stumme Zeugen wieder einen Namen und ein Gesicht bekommen. Nur von Bildern oder Reportagen kann man sich diesen Wahnsinn kaum vorstellen. Gerade deshalb finde ich es toll, dass Pici nie aufgegeben hat und nach so vielen Jahren auch ihre Geschichte erzählt hat. Es muss schrecklich sein, mit diesem Ballast zu leben. Interessant waren auch die Bilder und die Auszüge mit den Listen.  Der Roman war eine kleine Zeitreise in die Geschichte.

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  • [Rezension] Robert Scheer: Pici

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Alondria

    14. September 2016 um 11:36

    Das Buch 2014 reist der wahldeutsche Autor Robert Scheer nach Israel, um dort seine Großmutter Elisabeth Scheer, genannt Pici, über ihre Kindheit und Jugend zu befragen. Pici feiert in dem Jahr ihren 90. Geburtstag. Ihrem Enkel gegenüber gibt Pici Auskunft, wie sich in den 1940er Jahren durch den Nationalsozialismus die Lage für die jüdische Bevölkerung in Ungarn verschlechterte. Sie berichtet über ihre furchtbaren Erlebnisse in den Ghettos Carei und Satu Mare, im Konzentrationslager Auschwitz, im berüchtigten Außenlager Walldorf, im Konzentrationslager Ravensbrück und im mecklenburgischen Rechlin, bis sie 1945 im mecklenburgischen Malchow befreit wurde. Pici's Eltern, ihre Schwestern, ihr Bruder, ihr Schwager und ihre kleine Nichte wurden im Holocaust ermordet. Ihre detailreichen Erinnerungen machen es den Leserinnen und Lesern leicht, sich das Leben in der damaligen Zeit vorzustellen, in der es Alltag und Familie gab, später dann Unmenschlichkeit und Vernichtung und nur vereinzelt auch Mitgefühl und Solidarität. 2015 stirbt sie mit 91 Jahren. Das hat mir gefallen: Robert Scheer trifft den Leser durch seine Art zu schreiben direkt ins Herz, denn Pici's Geschichte wird von ihr selbst erzählt - mit nur wenigen Unterbrechungen durch den Autor. Es ist also regelrecht ein Bericht einer Überlebenden. Nichts wird beschönigt oder verschwiegen. So bekommt man als Leser einen detailreichen Einblick in das Leben einer Jüdin zu Zeiten des Holocaust. Die Täter werden ganz klar als Täter beschrieben, ohne Entschuldigungen, ohne Rechtfertigungen. Dies gewährleistet einen tieferen Einblick in die deutsche Geschichte als jedes 08/15-Geschichtsbuch. Mit jeder Seite, die man liest, wird es emotionaler, berührender. Vor allem die Erinnerung an so viele Opfer des Holocaust durch die ganzen Namen, an die Pici sich noch erinnert, hat mir beim Lesen sehr gefallen - denn all diese Menschen sollten nicht vergessen werden. Durch den Aufbau des Buches fällt der Einstieg in Pici's Lebensgeschichte sehr leicht. Die Kapitel sind nach verschiedenen Personen oder Erlebnissen eingeteilt, sodass man sich als Leser schnell zurecht findet. Das Ganze wird unterstützt durch abgedruckte Dokumente und Fotos. Gerade die Fotos lassen die Personen aus Pici's Leben noch realer werden - dadurch wird dem Leser bewusst vor Augen geführt, dass es sich um tatsächliche Opfer handelt. Besonders gut gefallen hat mir am Ende noch das Literaturverzeichnis, das den Leser bei tiefergehendem Interesse eine eigene Nachforschung möglich macht. Für mich als Geschichtsstudentin ist das natürlich etwas, bei dem ich nicht widerstehen kann das ein oder andere Buch mal in die Hand zu nehmen! Das hat mir nicht so gut gefallen: Wie bereits erwähnt sind im gesamten Buch Dokumente und Fotos abgebildet. Leider sind sie zum Teil sehr klein und vor allem bei den Dokumenten hätte ich mir größere Abbildungen gewünscht, sodass man sie problemlos lesen kann (oder eine Abschrift nach jedem Dokument). Zitate "Das nächste Mal, wenn du nach Israel kommst, wirst du als Fremder hierher kommen." "Nicht unbedingt als ein Fremder, aber als deutscher Staatsbürger." "Das Leben ist interessant", sagte Pici. "Bald bist du Staatsbürger des Landes, welches meine ganze Familie ermordet hat." (S. 29) "Der Weg, auf dem wir gingen, war an beiden Seiten von Stacheldraht umgeben. Um den Zaun hüpften Frauen. Und da dachte ich mit Anerkennung an die Deutschen, die diese kahlköpfigen Wahnsinnigen eingesperrt hatten! Kurz danach sahen auch meine Schwestern und ich so aus." (S. 130) Fazit Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Überlebenden des Holocaust - mit diesem Gedanken im Hinterkopf sollte man es also auch lesen. Es ist definitiv keine "leichte Lektüre" für Zwischendurch, sondern ein ernstes Thema, das einen nach so vielen Jahren immer noch emotional sehr tief berührt. An vielen Stellen war für mich eine Pause notwendig, um das Gelesene zu verarbeiten und zu verstehen - oder es zumindest zu versuchen. Für jeden, der sich für Einzelschicksale aus dem 2. Weltkrieg interessiert, ist dieses Buch sehr zu empfehlen!

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  • Bewegt versuche ich zu verstehen, doch ich weiß, dass ich dazu niemals in der Lage sein werde.

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Charlea

    08. September 2016 um 02:26

    "Um ein neues Leben anzufangen, musste ich aus einem so unermesslich tiefen Graben aufsteigen, an dessen Schwelle ich allerdings bis zum heutigen Tag stehe, immerhin wieder auf meinen eigenen Füßen. Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens ist das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich leben noch." (S. 56, Pici) Robert Scheer interviewt in seinem Buch "Pici. [...]" seine Großmutter Elisabeth, welche Pici gerufen wird, und befragt sie zu ihren Erinnerungen an ihre Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs. Wie der Titel des Buches vermuten lässt, befassen sich ganze Kapitel mit ihren Erlebnissen in den Ghettos Carei und Satu Mare, sowie den Konzentrationslagern Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück. Das Buch ist sehr persönlich geschrieben, was allein die Tatsache bewirkt, dass der Enkel im direkten Gespräch mit seiner Großmutter schreibt. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass die emotionale Komponente, die man vielleicht vermuten würde angesichts dieser Tatsache, wohl vor allem beim Leser aufkommt, nicht jedoch beim Autor oder bei der Protagonistin Pici. Zu jeder Zeit des Buches hatte ich das Gefühl, dass der Wunsch, die Nachwelt an den Geschehnissen teilhaben zu lassen größer waren als die Scham, über das Geschehene nicht reden zu wollen. Was mir besonders gut gefallen hat ist die Behutsamkeit, mit der der Autor uns das Buch erzählt. Die wirklich sehr persönliche Geschichte beginnt noch vor der Zeit in den Ghettos und den KZs, so dass man sich ein gutes Bild davon machen kann, wie die Geschehnisse zugetragen haben. Picis Menschlichkeit und ihr Stolz, selbst in unfassbar unmenschlichen Situationen, haben mich mehrfach zu Tränen gerührt und machen ihre Geschichte für mich zu einer der wichtigsten, die ich je lesen durfte. Ich ziehe den Hut vor dieser mutigen Frau, die soviel Leid durchgestanden hat und sich nach all dem mit ihrem Enkel hinsetzt und uns daran teilhaben lässt, uns erinnert an einen Teil unserer Geschichte, den noch immer Leute ignorieren, als Lügenmärchen verleumden und somit jedem Überlebenden und auch den Nachfahren zu tiefst verletzen. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist das Nachwort der Verlegerin und der Anlagenteil, in dem Dokumente noch einmal einen äußeren Blick auf die persönliche Geschichte Picis werfen.

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  • Wenn Worte fehlen

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    dieFlo

    11. August 2016 um 10:59

    Wenn Worte fehlen, ist es schwer eine Rezension zu schreiben und das wo ich doch immer rede und voller Energie bin. "Pici. Erinnerungen an die Ghettos Carei, Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück" ist der persönliche Rückblick von Roberts Großmutter auf ihr Leben. Robert Scheer wollte es schon lange tun, sein Großmutter Pici interviewen, fragen,wie sie ihr Leben sieht und als der 90. Geburtstag durch ist, werden aus Worte Taten. Man merkt als Leser sehr schnell, wie nah er ihr steht, wie er dieses Interview braucht, wie er die gemeinsame Zeit genießt. Pici erzählt von einer unbeschwerten Kindheit, einem Leben als 4. Tochter einer jüdischen Familie, behütet und geliebt in einer xxl Familie aufwachsend. Sie kann nicht ahnen, dass mit Hitlers Machtergreifung ihre Familie eigentlich komplett ausgelöscht werden wird, sie genießt die Schule, doch dann kommt das Grauen. Pici erzählt so liebevoll und dann wieder so neutral und gibt zu, dass der Kopf Dinge vergisst, um sich zu schützen. Sie sagt, dass sie nie erwartet hätte, so alt zu werden und dass es so traurig ist, dass niemand mehr da ist. Sehr bewegend fand ich ihre Aussage, dass sie Geburtstage und andere Feste niemals so genießen konnte, wie vor der Zeit, denn sie hat immer rauschende Feste mit vielen Familienmitgliedern im Kopf und nach ihrer Hochzeit bestand ihre Familie tatsächlich nur aus einem Mann und einem Sohn. Noch etwas ist sehr treffend und hat mich berührt. Ihr Enkel, also derAutor Robert bekommt die deutsche Staatsangehörigkeit und sie sagt: es ist okay, es ist gut und, und das ist das, was ich meine, sie sagt ihr Deutschen heute seid anders, man kann und darf das nicht vergleichen. Wenn doch bitte alle diese Einsicht hätten, was wäre das Leben einfacher! Danke! Danke du lieb kleine, doch so große, starke Frau! Ein Buch, was ein Lesemuss sein sollte! Es ist mit Fotos versehen und einfach wunderbar geschrieben. Danke Robert für das Bereitstellen! Danke für den Einblick in deine Familie!

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  • So beeindruckend, dass mir die Worte fehlen!

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Sommerregen

    10. August 2016 um 13:35

    2014 besucht Robert Scheer seine neunzigjährige Großmutter Elisabeth, genannt Pici, "die Kleine", in Israel, um seine wohlmöglich letzte Chance, etwas über ihre Vergangenheit zu erfahren, wahrzunehmen. So erfährt er von der Lage der Juden, die sich in der 1940er Jahren in Ungarn zunehmend verschlechterte.Sehr detailreich erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend, davon, wie schwierig es für das intelligente Mädchen war, Bildung zu erhalten, von ihren Verwandten, wie Juden immer mehr ausgegrenzt und diskriminiert wurden, Erfahrungen in Ghettos und Konzentrationslagern, Judengesetzen und vielem mehr.So erhält der Leser einen sehr tiefen Einblick in die Erlebnisse einer Holocaust-Überlebenden, die im Holocaust ihre ganze Familie verloren hat.Dadurch, dass der Leser direkt an dem Gespräch zwischen Pici und ihrem Enkel teilhaben kann, ist man dem Erzählten sehr nahe. Darüber hinaus spürt man beim Lesen die tiefe Verbindung der beiden, was sehr beeindruckt. Man merkt außerdem immer wieder, wie schwer es Pici, besonders im zweiten Teil des Buches, fällt, über ihre Erlebnisse zu sprechen, manchmal kommt sie ins Stocken oder hat Erinnerungen verdrängt. Besonders solche Passagen haben mich erschüttert...Manchmal springen ihre Gedanken auch, was zunächst verwirrend, dann aber auch wieder sehr eindrucksvoll ist. Ich bin beeindruckt von ihrem guten Gedächtnis und der Offenheit, mit der sie ihre Geschichte erzählt. Robert Scheer stellt ihr dabei immer an geeigneter Stelle ein Frage, hakt nach oder motiviert seine Großmutter zum Fortfahren, sodass man sich immer gut durch das Gespräch geführt fühlt.Gerade diese emotionale Komponente ist etwas, das vielen Büchern zu dem hier behandelten Thema fehlt; oft werden Fakten genannt, Schicksale angerissen, aber kaum Zeitzeugen über ihre Gefühle gefragt.Sehr gelungen sind auch die vielen Fotos, die eingestreut werden, sodass man zu den Schicksalen auch Gesichter im Kopf hat oder sich unmenschliche Gräueltaten besser vor Augen führen kann. Bildunterschriften wie "Nicht arbeitsfähiges "Menschenmaterial", wie alte Menschen, Kinder, Schwangere, Behinderte wurden an der Rampe selektiert und auf den Weg in das Todeslager Auschwitz-Birkenau geschickt." (S.129), Deportationslisten oder Ähnliches bedrücken zutiefst und vermitteln ein Gefühl des Grauens. Im Anhang finden sich viele zusätzliche Informationen, die Picis Erzählungen stützen und Glaubwürdigkeit verstärken sollen.Ich bin von diesem Werk schwer beeindruckt. Lange wusste ich nicht, was ich zu diesem Buch schreiben sollte, denn wie soll man angesichts solcher Erlebnisse die richtigen Worte finden? Auch nun werde ich das Gefühl nicht los, dem Buch nicht gerecht geworden zu sein, weswegen es mir nur übrig bleibt, jedem, der sich über den Holocaust informieren möchte, dieses Buch zu empfehlen. Sehr nahegehend, eindrucksvoll und informativ wird man durch das Leben einer durch die Jahre sehr weisen und gebildeten Frau geführt.Von mir gibt es daher 5 Sterne und große Anerkennung.

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    • 2
  • Erinnerungen an die Ghettos

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    jackdeck

    25. July 2016 um 11:54

    Die heute lebende Generation kann sich die Zeit vor ihrer Geburt kaum vorstellen. Wie soll es dann um Ereignisse bestellt sein, die lange davor lagen? Oder um ein Verständnis für die dunklen Jahre deutscher Geschichte, die nun fast schon ein Jahrhundert zurückliegen? In diesem Buch erzählt Robert Scheer die Geschichte seiner Großmutter, die das Grauen der Konzentrationslager überlebte. Er reiste dazu nach Israel und befragte sie kurz vor ihrem Tod.Robert Scheer legt nun ein solch persönliches Erleben mit diesem Buch vor. Intensiv, ungeschminkt, emotional dicht und den Leser mitten hineinnehmend in eine „erlittenes Leben“, mitten hinein in einend er schrecklichsten Orte der Geschichte, Ausschwitz, in die „Endlösung“, in das Drangsal (hier ungarischer) Juden in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine Erinnerung, die wichtig ist, gerade in einer Zeit, in der in Europa und speziell in Deutschland politische Kräfte wieder erwachsen, die auf die gleichen Wurzen Zielen, wie es damals der Nationalsozialismus zu Beginn getan hat. Ich muss zugeben, dass ich anfangs mit dem Schreibstil ein wenig Probleme hatte. Normalerweise lese ich Krimis und Romane und keine Lebensberichte, aber als ich mich erstmal in diesen Raum mit Pici und Robert hineingedacht habe, flogen die Seiten nur so dahin. Die vielen, für mich doch sehr ungewohnten, Namen machten die Sache auch nicht ganz leicht, hier halfen mir die Fotos, der Familienmitglieder, die im Buch abgebildet sind. Traurig machte mich auch, dass diese Bilder wohl auch die Letzten von diesen Menschen waren. Vielleicht sollte man noch wissen, dass es sich um keinen reinen Fließtext handelt, denn diesem Buch liegt ein Gespräch, ja, ein Interview des Enkels mit seiner Großmutter zu Grunde. Dennoch lesen sich Picis Erinnerungen sehr gut - aber sie gehen richtigerweise unter die Haut. Hinzu kommen Bilder, die gemeinsam mit der Lektüre noch einmal ganz besonders ergreifend sind.Fazit: Ein wichtiges Buch wider dem Vergessen, das mich sehr berührt hat!

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  • Bewegendes Zeugnis der Vergangenheit

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    buchjunkie

    13. July 2016 um 21:07

    „Ich muss noch etwas über Auschwitz erzählen. Ich spüre, ich sollte über jeden Schrecken berichten, vielleicht kann ich mich auf diese Weise davon befreien.“ Das sagt Pici, eigentlich Elisabeth Scheer, ihrem Enkel Robert, als dieser sie 2014 über ihre Kindheit und Jugend befragt. In diesem Jahr wurde Pici 90 Jahre alt und gibt ihrem Enkel Auskunft, wie sich in den 1940er Jahren die Lage für die jüdische Bevölkerung in Ungarn dramatisch verschlechterte durch den Nationalsozialismus. Sie schildert ihre furchtbaren Erlebnisse in den Ghettos Carei und Satu Mare. Sie berichtet von ihrem Leben bzw. Überleben im Konzentrationslager Auschwitz, im Außenlager Walldorf, im Konzentrationslager Ravensbrück und im mecklenburgischen Rechlin, bis sie 1945 befreit wurde. Pici verlor ihre ganze Familie in Holocaust: ihre Eltern, ihre drei Schwestern, ihren Bruder, ihren Schwager und ihre vierjährige Nichte, die vor der Deportation sich bei der Frau des Hausmeister mit einem kleinen roten Koffer in der Hand mit den Worten verabschiedete :„Wir reisen!“ Ihre letzte Station war die Gaskammer in Auschwitz. Picis Geschichte hat mich sehr berührt. Sie schildert ihre noch normale Kindheit und erzählt von ihrer Familie und ihrem Alltag , in den sich langsam immer mehr Unannehmlichkeiten für Juden einschleichen. Bis die Familie am 2.Mai 1944 erfährt, dass sie am nächsten Tag ins Ghetto müssen. Jetzt beginnt für sie eine Zeit der Unmenschlichkeit und Vernichtung. Im Buch finden sich Fotos der Familienmitglieder und im Anhang auch Erfassungslisten der Konzentrationslager. Es ist unvorstellbar, dass die grausamen Geschehnisse damals wirklich wahr waren. Es ist unvorstellbar für uns, und gerade deshalb sind Erzählungen wie diese so wichtig. Damit nie vergessen wird, was damals passiert ist. Ich habe Pici in mein Herz geschlossen und hätte diese starke Frau gerne kennengelernt. Sehr empfehlenswert!

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    • 8
  • Pici: Erinnerungen...

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    AnjaKoenig

    05. July 2016 um 16:27

    dieses buch kann ich jedem weiterempfehlen, der authentische berichte über das leben in diesen schweren Zeiten lesen möchte. es ist interessant so viele Details mit allen Empfindungen zu erfahren und auch traurige und dramatische Erlebnisse in aller Deutlichkeit beschrieben zu bekommen. zeitzeugenaussage gerade noch rechtzeitig an den nachfahren um es der Nachwelt zukommen zu lassen. klar und einfach geschrieben, damit wirklich jeder der interessiert ist alles erfahren kann.

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  • "Willst du wirklich meine Geschichte hören?"

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    MissJaneMarple

    10. June 2016 um 07:36

    Inhalt:Den 90. Geburtstag seiner Großmutter Elisabeth Scheer nimmt Robert Scheer zum Anlaß, sie über ihre Kindheit in Rumänien und die schrecklichen Erlebnisse während des Holocaust zu befragen. Pici, so wird Elisabeth genannt, schlidert in ihrem Bericht sehr eindrucksvoll, wie schön doch ihre Kindheit war obwohl der Schatten "Jude" schon immer irgendwo gelauert hat.Voller Liebe erzählt sie von ihren Eltern, ihrer Großmutter, ihren Geschwistern und deren Familien. Stolz über ihre schulischen und später, leider sehr eingeschränkte, beruflichen Erfahrungen und Erfolge. Dann über die Grausamkeiten und das menschenunwürdige Leben in den Ghettos Carei und Satu Mare, in den Konzentrationslagern Auschwitz, Ravensbrück und Rechlin und über das Außenlager Walldorf. Das Buch schließt mit der Befreiung Picis und der Gewissheit, dass all ihre Lieben im Holocaust ums Leben gekommen sind.Meinung:Ich muss gestehen, dass "Pici" das erste Buch seit meiner Schulzeit ist, das ich über den Holocaust gelesen habe. Durch die Schullektüren abgeschreckt, hatte ich mich nicht mehr an das Thema herangetraut.Als der Autor mich fragte, ob ich denn Interesse an der Lebens- und Leidensgeschichte seiner Großmutter hätte, wollte ich reflexartig absagen. Doch dann machte es mich neugierig, wie ein Buch über dieses Thema wohl geschrieben ist, das der Enkel für seine Großmutter verfasst hat. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht, dennn das Buch ist weit weg von den öden und langweiligen Schullektüren. Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl mit Robert und Pici in einem Raum zu sitzen und dieser tapferen Frau zu lauschen. Der Autor schreibt in seinem Nachwort: "Das Buch ist ein Versuch, Pici einen Teil ihrer Liebe zurückzugeben..." Genau diese Liebe konnte ich beim Lesen spüren, so schrecklich die vielen Erinnerungen sind und waren, so liebevoll befragte Robert seine Großmutter und gab ihr hier die Möglichkeit ihr Leben zu schildern und sie unvergessen zu machen.Ich muss zugeben, dass ich anfangs mit dem Schreibstil ein wenig Probleme hatte. Normalerweise lese ich Krimis und Romane und keine Lebensberichte, aber als ich mich erstmal in diesen Raum mit Pici und Robert hineingedacht habe, flogen die Seiten nur so dahin. Die vielen, für mich doch sehr ungewohnten, Namen machten die Sache auch nicht ganz leicht, hier halfen mir die Fotos, der Familienmitglieder, die im buch abgebildet sind. Traurig machte mich auch, dass diese Bilder wohl auch die Letzten von diesen Menschen waren.Nach jedem Kapitel staunte ich, dass das Leben für die Juden schon immer so schwierig war, begonnen bei Schul- und Berufsausbildung, über die kleinen und großen Wunden im Alltag, bis hin dann zum Holocaust. Und dann diese Stärke von Pici und ihrer Familie, die mit Liebe und auch mit Stolz ihr Leben meisterten so gut es ging. Beieindruckt hat mich auch die Zusammensetzung der Familien damals. Alle unter einem Dach, wer kein Heim hatte wurde ohne Murren aufgenommen und alle kamen auf engstem Raum miteinander aus. Das ist in unserer Zeit heute eigentlich undenkbar.Das Nachwort der Verlegerin liefert noch einige interessante Informationen zum Holocaust, so wie ihn Pici erlebt hat und viele viele Bilder. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Autor Robert Scheer recht herzlich bedanken, dass ich diesen beeindruckenden Lebensbericht seiner Großmutter lesen durfte.Fazit:Ich hätte Pici gerne kennengelernt! Und für das Buch gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung!

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    • 5
  • Wider das Vergessen

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    dubh

    06. June 2016 um 21:31

    Immer wenn ich zu einem Zeitzeugenbericht, einer Autobiographie oder einer Lebensgeschichte aus der Zeit des Dritten Reiches greife, bin ich froh, dass ich noch einige dieser Menschen, die all das unvorstellbare Leid erlebt haben, erleben konnte und durfte. Schon in jungen Jahren habe ich Verantwortung empfunden, mich mit diesem Thema zu beschäftigen und vor allen Dingen den Mund gegen rechte Tendenzen aufzumachen.Robert Scheer hat den Mund aufgemacht und in eindrucksvoller Art und Weise seiner Großmutter und ihrem Leben ein Denkmal gesetzt.Zu ihrem 90. Geburtstag reist der Autor zu seiner Oma Elisabeth Scheer, die Pici genannt wird, nach Israel. Während seines Besuchs erzählt Pici ihrem Enkel ihr Leben - von ihrer Kindheit in Rumänien, wie sich die Zustände für die jüdischen Menschen dort zusehends verschlimmerten, von ihrem Leben in zwei Ghettos und ihrer Deportation in zwei Konzentrationslager und verschiedene Außenlager. Darunter Auschwitz - das Synonym für den industriellen Massenmord der Nazis. Pici wird all das überleben - im Gegensatz zu ihren Eltern, ihren Geschwistern, ihrer kleinen Nichte und anderen Familienmitgliedern. Was Menschen in den Vernichtungslagern erleben mussten, lässt sich auch heute nicht begreifen - trotz aller Dokumentationen und einer Vielzahl an Literatur und Dokumenten. Umso verständlicher, dass Pici über ihre Erlebnisse, das Grauen und ihren enormen Verlust nicht so berichten kann, wie über ihre Kindheit mit ihren Geschwistern und dem väterlichen Holzhandel. Präziser, knapper werden die Schilderungen - angesichts der Tatsache, dass sich das Erduldete kaum in Worte fassen lässt, wirklich nicht verwunderlich.Pici ist nicht allzu lange nachdem sie mit ihrem Enkel, einem Wahldeutschen, ihr Leben erzählt hat, gestorben. Ob sie ihre Geschichte und die ihrer Familie einmal erzählen musste? Auf jeden Fall ist sie in meinen Augen eine bewundernswert starke Frau, die Robert Scheer ein wichtiges Buch, ja, ein Zeitzeugnis ermöglicht hat. Ihre ruhige Art, ihre Erinnerungen zu schildern, haben bei mir sehr stark nachgewirkt - nicht nur angesichts dessen, wie sie das alles überleben konnte, sondern auch, weil sie ihr Leben, das mit einem solch tiefen, allgegenwärtigen Trauma beladen war, so gelebt hat. Sie ist ihren Weg gegangen, hat trotz allem Hoffnung gehabt und Liebe erlebt und schenken können. Vielleicht der allergrößte Trost - dass Menschen diese Barbarei überlebt haben und sich nicht ganz haben zerstören lassen.Angesichts der heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa ist das Buch wichtiger denn je. In Zeiten, in denen sich Teile der Gesellschaft, die sich zunehmend durch Hass, Angst und Mitleidlosigkeit leiten lassen, wieder verrennen. Nur, dass wir heute mit Gewissheit sagen können, wo so etwas enden kann...Vielleicht sollte man noch wissen, dass es sich um keinen reinen Fließtext handelt, denn diesem Buch liegt ein Gespräch, ja, ein Interview des Enkels mit seiner Großmutter zu Grunde. Dennoch lesen sich Picis Erinnerungen sehr gut - aber sie gehen richtigerweise unter die Haut. Hinzu kommen Bilder, die gemeinsam mit der Lektüre noch einmal ganz besonders ergreifend sind.Fazit: Ein wichtiges Buch wider dem Vergessen, das mich sehr berührt hat!

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  • Erschreckender Bericht einer Zeitzeugin

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Elfendy

    Elisabeth Scheer, genannt Pici, ist die Großmutter des Autoren, der ebenfalls aus Carei (Rumänien) kommt. Die Familie ist 1985 nach Israel ausgewandert. Robert Scheer lebt heute in Deutschland. Zu ihrem 90. Geburtstag besucht er Pici, welche ihm von ihrem Leben zur Zeit des 2. Weltkrieges, der Judenverfolgung und des Holocausts erzählt. Es ist ein erschreckender Bericht einer Zeitzeugin, die alles hautnah miterleben musste. Das Buch beginnt noch relativ schön mit Anekdoten aus der Kindheit, Erzählungen über Eltern, Geschwister und die Schulzeit. Man merkt deutlich, wie nahe alle sich stehen und wie sehr Pici Halt und Kraft aus dieser Liebe zieht. Denn ihre Familie wurde schon immer anders behandelt, teilweise beschimpft oder gedemütigt und benachteiligt – weil sie Juden sind. Dies geht an einem kleinen Mädchen nicht spurlos vorbei. Bald spitzt sich die Situation zu. Die meisten Juden dürfen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, später kommt es zur Deportation. Sie werden in Konzentrationslager gebracht und dort systematisch unterdrückt und gequält. Es fehlt an allem: Nahrung, Sanitäranlagen, Kleidung. Sie werden wie Tiere zusammengepfercht. Picis Erlebnisse sind aufwühlend, beängstigend und menschenunwürdig.  Dies zu lesen und zu wissen, dass sie all dies wirklich erlebt hat und dies kein Märchen oder eine Geschichte ist, macht einen traurig, wütend, sprachlos. Es ist ein bedrückender und aufrüttelnder Erfahrungsbericht, der uns für unser Leben heute eine Lehre sein sollte.

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  • Pici - Eine beeindruckende Frau

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    anke3006

    Wie schreibt man über dieses Buch eine Rezension? Ich habe lange hin und her überlegt. Eine Großmutter erzählt ihrem Enkelsohn ihre schrecklichsten Erlebnisse. Schon alleine dieser Vertrauensbeweis hat mich tief berührt. Dieses Buch ist etwas Besonderes. Es erzählt von der Kindheit in Rumänien. Der Schulzeit. Schon da bekommt das kleine Mädchen die Schikane zu spüren. Sie darf bestimmte Schulen nicht mehr besuchen, andere Kinder plappern gedankenlos Nazi-Parolen. Dies alles schneidet tief in eine Kinderseele. Die Familie ist der feste Halt. Die liebevolle Beschreibung der Eltern und Geschwister. Diese Liebe spürt man bei jeder Zeile. Und dann kommt das Grauen. Die Verschleppung, die physischen und psychischen Demütigungen. Wie können Menschen so grausam sein? Wie kann ein Mensch dem anderen so etwas nur an tun? Die Beschreibungen was mit den Eltern und Geschwister passierte. Ich bin fassungslos. Und nach dem Krieg der Kampf um Anerkennung. Wieder bin ich fassungslos das es Menschen gibt die die Vergangenheit einfach nicht anerkennen oder in ihrer Firmengeschichte nicht erwähnen und eben zu dem Unrecht stehen. Das Pici nach all den Jahren mit ihrem Enkelsohn darüber gesprochen hat beweist tiefstes Vertrauen und Liebe. Ich bin dankbar das ich diese Buch lesen durfte. Ein Buch gegen das Vergessen.

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  • Ergreifender Bericht einer Überlebenden, Familiengeschichte und Dokument des Holocausts

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. May 2016 um 16:24

    Pici, "die Kleine" wird Elisabeth Scheer genannt, die als 4. Tochter der jüdischen Familie 1924 in Carei, in Siebenbürgen, geboren wird. 90 Jahre später, zu ihrem Geburtstag in Israel, spricht sie über ihr Leben, ihre Familie, ihr Schicksal, die jüdische Kultur und Religion und das Grauen des Holocausts, bei der ihre ganze Familie umgebracht wurde. Trotz ihres hohen Alters hat Pici sehr genaue und reflektierte Erinnerungen an die damaligen Ereignisse und erzählt diese in einer so klaren, ergreifenden Art und Weise, dass man als Leser sofort in die Vergangenheit mit eintaucht und mitleidet. Fotos von der Familie von früher und heute machen die Familiengeschichte noch eindrücklicher. Das Schicksal von Pici steht für Millionen anderer, die oftmals in der Anonymität nur als Zahl auftauchen. Daher finde ich es sehr gut, wenn man einen Namen, ein Gesicht, eine selbst erzählte Erinnerung zum Lesen hat, um die grauenvolle Vergangenheit überhaupt fassen zu können. Mein Fazit: Ein wichtiges, ein wertvolles Buch für das Nichtvergessen der Grauen in der Nazizeit und ein eindrucksvolles Porträt einer sympathischen Persönlichkeit und daher von mir eine klare Leseempfehlung!

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