Das Feld

von Robert Seethaler 
4,0 Sterne bei42 Bewertungen
Das Feld
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (28):
ElkeMZs avatar

Was ein Buch! Fantastisch. Seethaler lässt einen ganzen Friedhof sprechen, und erzählt vom puren Leben, skurril, berührend, tiefgehend...

Kritisch (8):
Shannons avatar

Ambitionierter Ansatz der schwer zugänglich ist!

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Inhaltsangabe zu "Das Feld"

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446260382
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:04.06.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.06.2018 bei tacheles! erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: spannende fiktive Menschenleben dargestellt - vielfältig und unterschiedlich
    wundervolle Geschichten - nachdenklich machend und kurzweilig

    Es ist das erste Buch von Robert Seethaler, welches ich gelesen habe. Ich habe es gelesen, weil ich wusste bzw. weiß, dass der Autor nach Frankfurt zur Buchmesse kommen wird. Gern wollte ich im Vorfeld wissen, wie und was er so schreibt. Mir hat das Buch - das gleich vorweg - sehr gut gefallen.

     

    Preislich ist das Buch doch recht intensiv, aber ich finde, zu guter letzt hat sich die Ausgabe gelohnt, mich hat das Buch berührt und mit genommen in die einzelnen Gescichten, die mich bestens unterhalten haben. Mehr als zwanzig Kurzgeschichten, immer zu einer anderen Person - mit Namen übertitelt - werden erzählt, sie sind allesamt tot, aber sie erzählen aus ihrem Leben, erzählen es dem Leser. Diese Perspektive finde ich gut und authentisch zu lesen. Diese Geschichten sind Episoden von Menschen - Frauen und Männern, die alle aus Paulstadt stammen. Paulstadt gibt es nicht, es ist ein erfundener Ort. Dass sie tot sind erklärt den Titel, sie liegen auf einem Feld - so nämlich heißt der Friedhof bzw. wird er in Paulstadt betitelt. allesamt nebeneinander auf dem „Feld“, wie die Einwohner den Friedhof von Paulstadt nennen. Eigentlich ist das Buch nicht nur von lebendigen Geschichten beinhaltet, sondern von Gesellschaftskritik hintergründig und das hat mir sehr gut gefallen. In jeder der doch recht kurzen Geschichten wird sofort Spannung aufgebaut und man nimmt dem Autor diese Geschichten ab, meint, genauso wäre es wirklich passiert. Es geht um Eigennutz, Korruption, Provinzdenken, gescheiterte Leben, Liebe oder auch Glück. In welcher Zeit der Autor die Geschichte angesiedelt hat, wird nicht klar, ist aber auch eigentlich für den Inhalt unrelevant. Eines steht fest, die Geschichten lassen sich flüssig und kurzweilig unterhaltsam lesen und machen nachdenklich, für mich ist dieses Buch ein sehr nachhaltiges.

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    Sumsi1990s avatar
    Sumsi1990vor einem Monat
    Tiefgründig, wahr aber melancholisch

    Wir befinden uns auf "dem Feld", einem alten Friedhof in Paulstadt. Dort dürfen wir als Leser an den Gedanken der Verstorbenen teilhaben und werden Empfänger dessen, was uns die verschiedensten Toden in verschiedenen Zeitzonen noch zu sagen haben.

    Vorweg muss ich gleich sagen, dass ich nach den ersten 40 Seiten dieses Buch beinahe aufgegeben hätte. Ich hatte überhaupt keinen Überblick und konnte nicht erfassen, was der Autor mit seinen Erzählungen aussagen will. Zum Glück habe ich mich aber doch durch die erste Verunsicherung gekämpft, denn das Buch hat meines Erachtens sehr viel zu sagen.

    Sicherlich hat mich diese Lektüre wirklich melancholisch und teilweise sogar traurig gemacht, was aber natürlich nicht verwunderlich ist, wenn sich das ganze Buch im Prinzip und den Tod dreht.

    Alles in allem hat mir dieses neuste Werk des Autors schon gut gefallen. Ich denke jedoch auch, dass es sich um Erzählungen bzw. einen Roman handelt, den man nicht in jeder Lebenslage bzw. Verfassung lesen kann und sollte und vergebe daher gute 3 Sterne.

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    solveigs avatar
    solveigvor 2 Monaten
    Mit Tiefgang

    „Zum Schluss habe ich den letzten Vorhang gelüftet und gesehen: Dahinter ist nichts.“

    Mit diesem Fazit meldet sich Hannes Dixon, Reporter und Herausgeber des Paulstädter Boten, zu Wort. Er ist einer der Toten, die auf dem Feld, dem Friedhof in Paulstadt, ihre „Stimme“ erheben.

    Neunundzwanzig ehemalige Paulstädter Bürger berichten aus ihrem Leben. Der Autor reiht ihre Schilderungen kommentarlos aneinander; doch finden sich in etlichen Erzählungen Bezüge zu vorangegangenen Kapiteln. Die Verstorbenen klagen nicht, sie ziehen Bilanz, geben Schlüsselszenen ihres Lebens oder sehr kurzgefasste Lebensbeschreibungen wieder  -  je nach Charakter knapp oder  etwas ausführlicher. So entsteht kein Roman im herkömmlichen Sinn; skizzierte Lebensentwürfe verschiedener Kleinstadtbürger, die sich zu Lebzeiten mehr oder weniger gut kannten, setzen das Bild vom Leben in einer kleinen Gemeinde zusammen.

    So kurz die einzelnen Kapitel gehalten sind, so knapp formuliert Seethaler auch seine Aussagen. In schlichter, ungeschönter Sprache lässt er die Verstorbenen für sich sprechen: von ruhigem Alltag, Erinnerungen an Katastrophen, von Geschäftsinteressen oder kleinen, scheinbar nebensächlichen Ereignissen. Doch von den scheinbar unkomplizierten Geschichten und der einfachen Sprache sollte man sich nicht täuschen lassen: Robert Seethalers Roman hat  -   wie bei ihm gewohnt   -  Tiefgang, er ist bestimmt kein „Leichtgewicht“.

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    WinfriedStanzickvor 2 Monaten
    Ein dichter, poetischer und philosophischer Roman


     

    Bei zahllosen Besuchen der Gräber meiner Verwandten auf unserem Friedhof in den letzten Jahren und bei unzähligen Beerdigungen, die ich als Pfarrer leitete, in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts habe mich oft gefragt, was wohl all die Toten um mich herum erzählen würden, wenn sie auf ihr Leben nach einiger Distanz von wo auch immer zurückblicken könnten.

     

    Zu Beginn des neuen kleinen Romans von Robert Seethaler, der gleich nach seinem Erscheinen die Bestsellerlisten anführt, sitzt ein alter Mann auf seiner Bank auf dem Friedhof des erdachten Städtchens Paulstadt. Immer sitzt er da und hat sehr oft den Eindruck, die Toten würden ihm ihre Geschichten einflüstern.

     

    Und Robert Seethaler lässt sie erzählen. Oft sind es nur wenige Sätze, manchmal bedrückende Lebensgeschichten. Da ist der depressive Pfarrer, der eines Tages die Kirche anzündet und dabei umkommt. Viele andere Tote nehmen in ihren Berichten auf dieses unglaubliche Geschehen Bezug, von dem ganz Paulstadt noch sehr lange spricht.

    Da ist die Frau, die 67 Männer hatte, aber nur einen wirklich liebte. Die Frau, die an ihren dicken Mann denkt, mit dem sie viel Spaß hatte, auch im Bett und die einfach glücklich war mit ihm.

     

    Die vielen kleinen Porträts verweben sich mit der Zeit miteinander und deutlich wird so etwas wie eine kleine Sozialgeschichte einer kleinen Stadt mit all ihren Geheimnissen und kleinen und großen Geschichten. Egal, was die Toten über ihr Leben zu sagen haben: Robert Seethaler konfrontiert mit ihren Erzählungen den Leser mit existentiellen Fragen: Was macht eigentlich ein Leben aus? Was macht mein Leben aus? Wann kann man am Ende des Lebens sagen, man habe gut gelebt? Gibt es überhaupt so etwas wie ein gutes Leben, wenn es doch früher oder später mit dem Tod endet, ein Tod, der in vielen Geschichten quälend gekommen ist und für nicht wenige eine Erlösung war.

     

    Robert Seethalers Buch, in dem 29 Tote auf ihr Leben zurückblicken, übt je länger je mehr einen regelrechten Sog aus auf den Leser, weil er sie so lebendig schildern lässt, was ihr Leben ausmachte. Sehr tröstlich ist, dass die meisten Erzähler ihren Tod relativ gelassen nehmen.

    Einer drückt das so aus:

    "Im Grunde genommen verstehe ich ja nichts von der Liebe, und vom Leben weiß ich nur, dass man es zu leben hat. Aber immerhin habe ich jetzt vom Sterben eine Ahnung: Es beendet die Sehnsucht, und wenn man stillhält, tut es gar nicht weh."

     

    Ein dichter, poetischer und philosophischer Roman, der die literarische Qualität seines Vorgängers bestätigt.

     

     

     

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Tote, die ihre Geschichte erzählen - und damit auch die Geschichte ihrer Stadt. Lässt viel Raum für die eigene Phantasie! Schön!
    Unter Toten

    Die Geschichten der Toten des Feldes, des Friedhofes des kleinen Städtchens, sind wie ein Palimpsest. Denn die neuen Toten werden auf den alten begraben ('Man rutscht ab mit der Zeit', S. 99) und erzählen dann ihre Geschichten - und damit so ganz nebenbei auch die Geschichte ihrer Stadt. Sie handeln von den Dramen des Lebens wie auch vom kleinen Glück, das für die Einzelnen nicht selten das große ist. Liebe, Tod, Glück und Tragik liegen nah beieinander, nicht selten auch im selben Haus. Manche stellen sich ihren Lebenslügen, andere halten selbst im Tod noch daran fest - wie die Menschen eben sind. Schön ist die Verbundenheit einiger Figuren, die bei manchen enger (beispielsweise als Paar), bei anderen nur lose besteht. Auf diese Weise erlebt man beim Lesen immer wieder eine unterschiedliche Sicht auf dasselbe Geschehen, was immer wieder faszinierend ist.
    Es ist ein Buch, das unglaublich die Phantasie anregt, denn Vieles wird nur angedeutet. Jedoch stets in einem Maße, das ausreicht, um eine Vorstellung zu vermitteln und schon beginnen die eigenen Gedanken eigene Wege zu gehen. Der Postbote - welches Drama spielt sich bei ihm daheim ab? Mit wem sitzt die Witwe auf der Terrasse? Was war Buxters letzte Tat? Es gibt mehr Fragen als Antworten, aber das macht auch den Reiz dieses Buches aus.
    Doch mit einer Sache haderte ich: Der Tonfall war für alle Toten annähernd gleich. Ob ein Kind oder eine alte Frau erzählen - die Unterschiede sind marginal und fallen kaum ins Gewicht. So wird es schwer, die einzelnen Stimmen als Person im Gedächtnis zu behalten, es sind die Geschichten, die sich einem einprägen müssen.
    Dennoch eine schöne Lektüre mit viel Raum für die eigene Phantasie.

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    Cornelia_Ruoffs avatar
    Cornelia_Ruoffvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: von da ab ging es schnell ...
    Von da ab ging es schnell ...

    „DAS FELD“ VON ROBERT SEETHALER

    2. ZUM INHALT

    In diesem Bestseller entwirft uns Robert Seethaler das Porträt einer kleinen Stadt und deren verstorbenen Bewohner. Paulstadt hat einen alten Friedhof, der das Feld genannt wird. Jeden Tag kommt ein alter Mann und setzt sich immer auf die gleiche Bank. Er glaubt, die Toten sprechen zu hören.

    Robert Seethaler macht die Stimme dieses alten Mannes, des auktorialen Erzählers, Einblick in das Schicksal von dreißig Menschen.

    Was ist Leben? Was ist der Tod? Was ist Sterben? Was bleibt von einem Individuum übrig?

    Der Erzähler, später erfahren wir, dass sein Name Harry Stevens ist, hört die Toten reden. Worüber sprechen sie?

    Der Autor erzählt keine vollständigen Schicksale. Es handeln sich eher um einen Episodenroman, der uns Momentaufnahmen eines Lebens aufzeigt, die für diesen Menschen eine Bedeutung hatten.

    Teilweise sind einige Leben miteinander verwoben. Einige hatten Erinnerungen mit dem Hotel „Schwarzer Bock“:

    Louise Trattner erzählt von ihrer Arbeit in einer Absteige wie dem Schwarzen Bock.

    Heribert Kraus und Heide Friedland erzählen uns, wer noch im Schwarzen Bock abgestiegen war.

    Karl Jonas ging im schwarzen Bock zum Tanztee und fand eine Frau.

    Immer wieder treffen wir auf Verflechtungen, zwischenmenschlichen Beziehungen.

    Einige unserer „Protagonisten“ lieben einander, manche sind verwandt. Diese miteinander verknüpften Schicksale machen den Roman lebendig. Das Bild der kleinen Stadt vervollständigt sich. Wir erfahren private Dinge, die in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und heute stattfanden. So gesehen sind es auch Dokumente von Zeitzeugen.

    5/5 Punkten

    3. SPRACHLICHE GESTALTUNG

    Das erste Kapitel „Stimmen“ ist aus der Perspektive von Harry Stevens geschrieben, die restlichen 29 Kapitel sind in der Ichform aus dem Blickwinkel der Toten geschrieben.

    Robert Seethaler hat einen außergewöhnlichen Schreibstil. Er verpackt „Aphorismen“ in diesen Lebensepisoden und macht sie zu Lebensweisheiten. Ich zitiere:

    „Erst war ich Mensch, jetzt bin ich Welt.“

    Auf die Frage, was nach dem Sterben kommt, gibt Seethaler keine Antwort. Die Toten dürfen nicht darüber sprechen.

    „Als Lebender über den Tod nachdenken. Als Toter vom Leben reden. Was soll das? Die einen verstehen vom anderen nichts. Es gibt Ahnungen. Und es gibt Erinnerungen. Beide können täuschen.“

    Auch das letzte Kapitel handelt von Harry Stevens, der nicht nur erzählt, sondern auch den Rahmen bildet.

    Hand halten oder reichen, spielt in einigen Episoden eine Rolle, nicht nur bei Hanna Heim, deren Hand verkrüppelt ist. Dieses Bild gefällt mir sehr gut und möchte ich gerne in meinen Gedanken behalten.

    5/5 Punkten

    4. ROBERT SEETHALER LIEST DEN BESTSELLER „DAS FELD“ SELBST

    Ich liebe es, zu lesen und dabei dem ungekürzten und somit hoffentlich identischen Hörbuch zu lauschen. Hier gibt es die ungekürzte Autorenlesung aus dem

    Das Hörbuch wurde am 4. Juni 2018 veröffentlicht. Es ist eine Multibox von 4 CDs mit der ISBN 978-3-86484-503-1 und bei Roof Music erschienen.

    Einige kennen Robert Seethaler aus der TV-Serie „Ein starkes Team“. Er hat eine schmeichelnde Stimme, der man gerne zuhört. Nicht irritieren lassen, er verändert zwei- bis dreimal den Text, bzw. den Satzaufbau, was beim Hören nur auffällt, wenn man darauf achtet. Und ein Name war anders. Der Sinn des Textes wird nicht verändert.

    Ich kann immer wieder nur empfehlen, Hörbuch und Text zu lesen. Ich lasse mich ins Geschehen fallen, kann aber auch nochmals genau nachlesen, was mir als wichtig erscheint und ich liebe mein Bücherregal, was keinesfalls zu kurz kommen sollte. Und eine Autorenlesung ist zudem für mich ein Nonplusultra. Der Autor selbst gibt mir die Möglichkeit, seiner Akzentuierung des Satzes mit seiner Stimme zu lauschen.

    Das Hörbuch ist im BookBeat Katalog enthalten. Cool! Spiegel Bestseller bei BookBeat.

    5/5 Punkte

    5. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG

    „Das Feld“ von Robert Seethaler, hat 240 Seiten, einen Festen Einband und ist am 28.02.2018 unter der ISBN 9783446260382 bei Hanser Berlin im Genre: Romane erschienen.

    Das Cover finde ich dem Thema entsprechend nüchtern gehalten. Es ist die krumm gewachsene Birke worunter Harry Stevens täglich sitzt.

    5/5 Punkten

    6. WAS SAGT ROBERT SEETHALER SELBST ZU SEINEM BUCH „DIE MASKE“?

    Auf meinem Blog findet ihr noch weiterführend Links.

    7. FAZIT

    Das Buch steht auf Platz 1 der Spiegel Bestseller Liste! Ich kann nur sagen: Und das zu Recht.

    Es war mein erstes Buch von Robert Seethaler, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Ich bin immer skeptisch gegenüber der Spiegel Bestseller Liste, weil ich der Meinung bin, wenn man das Geld für viel Werbung aufbringen kann, landet das Buch weiter vorne, als wenn das nicht möglich ist. Ich habe in den letzten Monaten einige Indieautoren, Selfpublisher oder von kleinen Verlagen gelesen, die mehr Aufmerksamkeit verdienten, weil sie auch eine entsprechende Qualität aufweisen.

    Aber bei dem Bestseller „Das Feld“ war ich schnell hin und weg, weil das Buch ein Menschenleben in vielen Facetten zeigt. Es macht betroffen, es bringt einen zum Lachen, es weckt Bedauern, es zeigt Glück und das Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben. Robert Seethaler zeigt es, indem er den Leser interaktiv werden lässt. Er zeigt nur Momentaufnahmen, Polaroids eines Lebens. Der Leser fügt sie zu einem Menschen bzw. einem Menschenleben zusammen. Ich glaube, dass jeder Leser seinen eigenen Schluss daraus zieht. Das Buch gefällt mir sehr gut.

    @Hanser Verlage
    Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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    killmonotonyvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: »Der Tod kommt wie ein Wind. Er trägt dich fort.« — Eindringlich, melancholisch, leise lauschen wir mit Seethaler den Geschichten der Toten.
    Rezension: Das Feld

    Robert Seethaler konnte mich letztes Jahr mit seinem Roman „Ein ganzes Leben“ so dermaßen überzeugen, dass ich richtiggehend gehyped war, als ich gesehen habe, dass ein neuer Roman von ihm erscheint. Als ich dann noch den Klappentext gelesen hatte, war alles klar. „Das Feld“ und ich, wir mussten und auf ein Stelldichein treffen. Als es dann endlich soweit war, habe ich dieses Buch verschlungen, wie ich lange keines mehr verschlungen habe. Trotzdem bleibt irgendwie ein leichter, fahler Nachgeschmack. Doch erstmal zum Anfang: Ein alter Mann setzt sich auf „seine“ Bank, eine Bank auf dem Friedhof Paulstadts. Es schien ihm stets so, als würden die Toten ihm seine Geschichten zuflüstern — und genau das geschieht auch. Also, ob sie wirklich flüstern, wissen wir natürlich nicht, dafür tauchen wir ein in die Gedankenwelt vieler ehemaliger Dorfbewohner und erfahren, was sie wohl nach ihrem Ableben so denken würden. Philosophieren sie, sinnieren sie über ihr gelebtes Leben? Bereuen sie Dinge? Sind sie wütend, traurig, sehnen sie sich nach dem Leben zurück? Nach und nach lernen wir einiges über Paulstadt — einem kleinen, verschlafenen Städtchen — und seinen Bewohnern. All die kleinen Portraits verweben sich zu einem großen Ganzen und stellen dem Leser wichtige Fragen: Was macht ein Leben aus? Wann hast du wirklich „gut gelebt“, gibt es so etwas überhaupt?

    Im Grunde genommen verstehe ich ja nichts von der Liebe, und vom Leben weiß ich nur, dass man es zu leben hat. Aber immerhin habe ich jetzt vom Sterben eine Ahnung: Es beendet die Sehnsucht, und wenn man stillhält, tut es gar nicht weh.

    Ich liebe Robert Seethalers Sprache. So viel sei schon mal gesagt. Bereits letztes Jahr erfuhr ich, wie gut Literatur sein kann (Stichwort Ein ganzes Leben). Sein neuer Roman könnte glatt eine Fortsetzung zum „ganzen Leben“ sein, vielleicht gar im selben Örtchen spielen. Die Atmosphäre ist so leise und gefühlvoll, aber dennoch eindringlich. Auf dem Friedhof von Paulstadt scheinen so viele herrliche Geschichten verborgen zu sein, denen man einfach nur lauschen möchte. Vom langjährigen Bürgermeister, der treuen Ehefrau, dem Pfarrer, der die Kirche in Brand gesteckt hat, über den Ehemann, den man sowieso stets verachtet hat — alle liegen sie hier Seite an Seite, und Seethaler gewährt uns einen Einblick in die Rückschau einiger ausgewählter Paulstädter. Diese Gedankenfetzen geben uns in den meisten Fällen trotz ihrer Kürze einen prägnanten Eindruck der Personen und auch wenn man gerade erst ein neues Kapitel begonnen hat, kann man sich sofort einfühlen.

    Das gesamte Buch hindurch hatte ich auf fast jeder Seite den Wunsch, Sätze oder auch ganze Abschnitte dick zu unterstreichen oder einzukringeln. Das schafft glaube ich auch nur Seethaler. Obwohl es sich nicht immer um wunderbare Lebensgeschichten handelt, sondern durchaus auch bereut wird oder das Leben von Streitigkeiten und Feindseligkeit geprägt wurde, ist „Das Feld“ jedoch nie bedrückend oder deprimierend, denn eines macht Seethaler klar: Was vergangen ist, ist vergangen. Es ist schön, in Erinnerungen zu schwelgen, doch Überlegungen, „was wäre wenn…“ füllen vielleicht ein Buch, führen aber zu nichts. Und so lässt Seethaler seine Figuren nicht das „was wäre wenn“-Spiel spielen, sondern schenkt ihnen einige letzte Momente aus ihrer vergangenen Zeit.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/robert-seethaler-das-feld

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    Shannons avatar
    Shannonvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ambitionierter Ansatz der schwer zugänglich ist!
    Bestsellertitel der mich enttäuscht...

    Robert Seethaler hat mich mit seinem letzten Roman sehr beeindruckt und gefangen genommen. Leider gelang ihm dies mit dem Nachfolger nicht.
    "Das Feld" ist im wesentlichen sinnbildlich für einen Friedhof gemeint und der Autor macht die Stimmen der Verstorbenen hörbar.
    Er mixt Stile und lässt die einzelnen Toten durchaus individuell verschieden klingen. Leider wirkt das ganze dadurch etwas konstruiert.
    Einige seiner Sätze sind wunderschön und haben grundlegende Gültigkeit. Die werde ich auch bei mir behalten. Trotzdem konnte mich der Autor - noch dazu bei diesem Thema - nicht emotional abholen.
    Alles in allem also ein ambitioniertes Werk, gut geschrieben, das leider nicht berühren und fesseln kann.

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    Petriss avatar
    Petrisvor 4 Monaten
    Wenn Menschen in ihren Gräbern erzählen könnten

    Ich bin ein großer Fan von Robert Seethaler, die beiden Romane „Der Trafikant“ und „Ein ganzes Leben“ hatten mich begeistert und so freute ich mich schon sehr auf seinen neuen Roman. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Und das Buch lässt mich etwas gelangweilt und unschlüssig zurück.

    Die Idee, die den Rahmen bildet ist großartig. Ein Friedhofsbesuch, ein alter Mann, der sich auf die Bank setzt. Und dann beginnen einzelne Dorfmitglieder aus ihrem Grab heraus zu erzählen. Über sich, über ihre Lieben, über das Dorf. Im Klappentext wird erwähnt, dass sie alle miteinander verbunden sind. Das stimmt so nicht, denn es gibt nur einzelne, unzusammenhängende Berührungspunkte.

    Leider war es das auch schon mit der Genialität, denn in Realität ist es die Aufeinanderfolge von Monologen ohne Konzept und ohne spürbarem Plan. Der Autor versucht den einzelnen Charakteren ihre eigene Sprache zu geben, aber auch das geht in den wenigsten Fällen auf. Ich begann mich schnell zu langweilen, blätterte immer wieder zurück, um zu entdecken, wo nun der Faden oder der Zusammenhang war. Ich konnte ihn nicht entdecken, und ich glaube sogar, es gibt ihn nicht.

    Natürlich kann Robert Seethaler ganz wunderbar schreiben, und so sind es auch manche Formulierungen und sprachlichen Perlen, die diesen Roman dann doch ein wenig retten.

    „Ich hatte den merkwürdigen Einfall, Gott zu danken. Ich sagte die Worte, die ich so oft von meinem Vater gehört hatte. Doch noch während sie mir aus dem Mund kamen, dachte ich über sie nach, und je mehr ich über sie nachdachte, desto nichtssagender kamen sie mir vor. Sie waren leer und brüchig wie die Obstkisten, die im Keller gestapelt lagen.“ S.43

    „Sie meinte immer, ich verstünde nichts von Schönheit. Aber das stimmt nicht. Ich verstand nur nichts von dem, was sie unter Schönheit zu verstehen meinte.“ S. 127

    Allerdings reichen diese Stellen, oft auch ganze Episoden (z.B. Navid al-Bakri, S. 41 ff), nicht aus, um ein ganzes Buch zu füllen. Denn für mich ist es auch kein Roman, sondern eher eine lose Aneinanderreihung von Episoden.

    Schade, da hatte ich wesentlich mehr erwartet! Mal schauen, was der nächste Seethaler bringt. Ich hoffe, wieder einen „richtigen“ Roman mit nur wenigen Protagonisten und einem durchgehenden roten Faden.

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn Tote sprechen würden
    Wenn Tote sprechen würden

    Das Feld von Robert Seethaler ist ein wunderbarer Roman über verschiedene Menschen die von ihren Träumen, Hoffnungen erzählen und auf das Leben zurückblicken. Sie bereuen und sind traurig, und sie erzählen von der Liebe. Der Rahmen den er diesem Buch verliehen hat, hat mir besonders gut gefallen. Es sitzt ein Mann auf einer Bank am Friedhof. Hier vermeint er die Stimmen der Toten zu hören und in – Das Feld – kommen sie schließlich auch zu Wort.

    Robert Seethaler – der als erster Österreicher überhaupt – mit seinem Roman – Ein ganzes Leben - für den Man Booker Prize nominiert worden ist, hat hier einen sehr berührenden und nachdenklichen Roman verfasst. Dabei kommt er ohne verschachtelte Sätze aus und glänzt mit Einfachheit.


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    Was bleibt von einem Leben? Eine Geschichte oder die Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl? Nach „Ein ganzes Leben" der neue Roman von Robert Seethaler.

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