Robert Seethaler Der Trafikant

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Inhaltsangabe zu „Der Trafikant“ von Robert Seethaler

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik - einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft - sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden Franz, Freud und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse mitgerissen.

Erwachsenwerden, Nationalsozialismus, Psychoanalyse, Prostitution ... und alles subtil vermengt!

— Lesenodernicht

Ein wichtiges Buch! Großartig, man kann das beschriebene riechen, sehen, hören und schmecken, auch die gesellschaftl. Veränderung spürt man

— buecher-bea

Und wieder bin ich den leisen Tönen und den einfachen Figuren in Robert Seethalers Roman verfallen.

— Nimmer_Satt

Klare Sprache, flüssig lesbar. Humorvoll und auch melancholisch. Keine Unterteilung in Kapitel

— Rabiata

Robert Seethaler erzählt mit seinem großartigen Schreibstil vom Erwachsen werden des jungen Franz Huchel.

— Mlle-Facette

Kurzweiliges, melancholisches, leichtes, nachdenkliches Buch.

— MissPommes

Sätze, die sich lesen wie ein Tanz, der am Ende der Feier alle in freudigem Taumel zurücklässt.

— Anne-Sophie_Fuchs

Hat mir viel besser gefallen als "Ein ganzes Leben"

— Bibliomania

Seethaler ist ein großartiger Erzähler!

— Buchliese

Eine echte Entdeckung, mit wundervoller, sinnlicher Sprache, Lebensklugheit und Humor, trotz des Schrecklichen, das auch darin geschieht.

— SallyAnders

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  • subtile Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

    Der Trafikant

    Lesenodernicht

    10. May 2018 um 20:57

    Während die eigentliche Geschichte von dem Trafikantenlehrling Franz handelt, werden scheinbar nebenbei die gesellschaftlichen Folgen des aufsteigenden Nationalsozialismus nach und nach beschrieben und die Auswirkungen auf „den kleinen Bürger“ dargestellt. [...]Franz kommt aus dem Salzkammergut nach Wien um seine Ausbildung zum Trafikanten zu machen. Die Erzählung geht über knapp sechs Jahre und der Leser begleitet Franz auf dem Weg der Selbstfindung, der Liebe, der Freundschaft. Er lernt unter anderem Sigmund Freud kennen und führt einige interessante Gespräche.Die nationalsozialistische Bewegung und die Machtergreifung Hitlers beeinflussen die komplette Lebenswelt des Protagonisten und werden immer stärker. Gelungen ist hierbei, dass trotzdem das Erleben des Protagonisten im Vordergrund steht und die Auswirkungen der Geschichte somit so greifbar machen. [...] die ganze Rezension findet ihr auf meinem Blog unter: http://www.lesenodernicht.de/2018/04/21/subtile-auseinandersetzung-mit-dem-nationalsozialismus/

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  • Wie die Zeiten sich verändern und doch gleich bleiben

    Der Trafikant

    buecher-bea

    07. May 2018 um 11:26

    Österreich 1937: Franz Huchel ist 17 Jahre alt und lebt in Nußdorf am Attersee, als sich sein Leben verändert. Eine Geldquelle seiner Mutter versiegt und er muss nun selbst arbeiten. Er fängt in Wien bei einem alten Freund der Mutter an, der als Kriegsversehrter eine Trafik im 9. Bezirk zugewiesen bekommen hat.Nachdem er sich langsam an das Großstadtleben gewöhnt hat, trifft er in der Trafik auf den berühmten Professor Freud, dem bereits vor dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland 1938 einige Menschen schlecht gesonnen sind, weil er Jude ist. Dieser rät ihm, nicht mit ihm als alten Mann Zeit zu verbringen, sondern sich ein Mädchen zu suchen. Damit beginnt das sexuelle Erwachen des Franz und die große Verwirrung um sich, seinen Körper und die Liebe.Aber die Zeichen der Zeit holen die kleine Trafik ein ...Eine Geschichte, die fröstelt und beseelt. Man hört den österreichischen und böhmischen Akzent, kann gar die Ruhe des Attersees und die laute Aufregung der Stadt hören. Es ist witzig, wie offen die Mutter mit ihrem Sohn über ihre Liebschaften spricht. Und es ist spannend, fast unwirklich, dass der Ruf des "Deppendoktors" sogar die letzte Ecke des Salzkammergutes erreicht hat. Der Autor beschreibt großartig die Stimmung in einer Großstadt, in der viele verschiedene Menschen mit verschiedenen Meinungen und Lebensstilen wohnen und die Veränderung hin zur Gleichschaltung und Überwachung. Ein wichtiges Buch, für alle jungen Menschen und für alle, die glauben, eine einzige starke Meinung sei das Beste.Zu den Aufgaben von Franz gehört die tägliche Lektüre sämtlicher Zeitungen. Und auf Seite 149 denkt er folgendes: "Eigentlich ist es ja schon merkwürdig, dachte er weiter, wie die Zeitungen ihre ganzen Wahrheiten in großen, dicken Lettern herausposaunen, nur um sie dann gleich in der nächsten Ausgabe wieder kleinzuschreiben, respektive über den Haufen zu werfen. Die Wahrheit der Morgenausgabe ist praktisch die Lüge der der Abendausgabe, dachter er, was allerdings keine allzu große Rolle spielt. Erinnert wird nämlich meistens sowieso nicht die Wahrheit, sondern nur das, was laut genug herausgebrüllt oder eben fett abgedruckt wird. Und wenn so ein Erinnerungsrascheln lange genug angedauert hat, dachte er schließlich, wird daraus Geschichte."Gebundene Ausgabe:Kein & Aber 09/2012256 SeitenTaschenbuch:Kein & Aber 11/2013249 SeitenDas Buch soll im November 2018 mit Bruno Ganz als Freud verfilmt werden.  

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  • Von einem der nach Wien zog, um Trafikant zu werden

    Der Trafikant

    Nimmer_Satt

    18. March 2018 um 11:45
  • Wien in den 1930er Jahren, schillernd und farbenfroh

    Der Trafikant

    Rabiata

    16. January 2018 um 13:30

    Das Buch lässt sich durchaus in einem Rutsch lesen. Es ist nicht in Kapitel unterteilt, ist flüssig lesbar und erzeugt durch die klare Sprache eine gewisse Spannung.Es gibt Szenen mit einem feinen Humor, aber auch eine tiefe Melancholie, die stets zwischen den Zeilen mitschwingt.Die Schrecken des Nationalsozialismus klingen leise nach, wenn man das Buch beendet hat. Die Geschehnisse werden bildhaft geschildert, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch. Die Beziehungen der Charaktere zueinander sind authentisch und liebevoll ausgearbeitet.Zu Beginn war mir der verträumte Franz eher unsympathisch. Er lebt in den Tag hinein und lässt sich von seiner Mutter verwöhnen. Doch er muss etwas zum Lebensunterhalt beisteuern, denn der bisherige Gönner seiner Mutter stirbt unerwartet. So kommt Franz nach Wien, für ihn ein Kulturschock. Doch er wächst daran und entwickelt sich weiter. Seine Entwicklung ist nachvollziehbar und logisch.  Die Liebesgeschichte zwischen Franz und Anezka ist berührend, wunderschön und traurig zugleich.Die Episoden mit Sigmund Freud fand ich etwas konstruiert und befremdlich. Für mich passten diese nicht so wirklich zur Geschichte. Die wenigen Szenen mit Freud sind auch eher nebensächlich, sollen wohl aber die innere Zerissenheit und das sexuelle Aufblühen von Franz in irgendeinen Zusammenhang setzen. So sagt denn auch Freud zu Franz Sätze wie: "Mit Frauen ist es wie mit Zigarren: Wenn man zu fest an ihnen zieht, verweigern sie einem den Genuss."So scheinen Franz' spätere Erlebnisse auch von Anfang an durch einen kurzen Absatz vorweg genommen zu werden: "Ein guter Trafikant verkauft nicht einfach nur Tabak und Papier", sagte Otto Trsnjek und kratzte sich mit dem hinteren Ende der Schreibfeder an seinem Beinstumpf. "Ein guter Trafikant verkauft Genuss und Lust - und manchmal Laster!"Obwohl ich die Geschichte zeitweise etwas seltsam empfand, finde ich sie sehr gut lesbar.Zeitweise ist sie düster und scheint hoffnungslos, gleichzeitig aber erzählt der Autor eine Geschichte voller Licht und Farben.Den Teil mit dem Fahnenmast fand ich super! :) (Lest es selbst!)

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  • Erwachsen werden ist nicht leicht, Lieben schon gar nicht

    Der Trafikant

    Mlle-Facette

    06. January 2018 um 14:18

    Das möge zwar sein, sagte Franz, aber was für den einen bedeutsam sei, das sei für den anderen vielleicht eher uninteressant bis nutzlos. (S. 177) Erwachsen werden ist nicht leicht, die Liebe schon gar nicht. Das merkt der junge Franz Huchel schnell, als er aus der beschaulichen Heimat im Salzkammergut in die imposante Stadt Wien ziehen muss. Dort lernt er nicht nur, was es heißt ein guter Trafikant zu sein, sondern auch wie schmerzlich die Liebe sein kann und dass nicht jeder, der erwachsen wird gleichzeitig auch gescheiter wird. DER INHALT In der kleinen Trafik trifft der junge Franz das erste Mal auf Professor Freud. Beeindruckt von dem Gerede um den „Deppendoktor“ erhofft er sich Hilfe von ihm bei der Frage, was es mit dem Leben auf sich hat. Freud reagiert etwas unwirsch, ob er nichts besseres zu tun hat, sich nicht vielleicht besser ein Mädchen suchen sollte. Und das tut Franz dann auch ohne langes Zögern. Dass man sich auch unglücklich verlieben kann und dass die Liebe nicht so einfach ist, wie man vielleicht meinen sollte, das hätte der Professor Franz aber auch vorher sagen können. So kommt es, dass der unglücklich verliebte Franz und Freud sich unregelmäßig treffen und über die Liebe und das Leben sprechen. Er raucht. Ich nicht. Ich frage ihn dies und das. Und er fragt mich dieses und jenes. Zwar wissen wir beide oft keine Antworten, aber das ist egal. Unter Freunden darf man auch einmal nichts wissen.“ (S. 163) „Wie kann ein derartig langer Satz eine so kurze Bedeutung haben?“ „So ist das oft mit Sätzen. Wer viel redet, hat meist wenig zu sagen“, antwortete Freud ein wenig verdrießlich. (S. 74) MEINE MEINUNG Robert Seethaler hat eine herausragende Sprache. Gefühlvoll, ausmalend und phantastisch. Großartig erzählt, mit einer einnehmenden Bildsprache. So wie man das weltliche Chaos zwischen Erwachsen sein und Kind sein nunmal erlebt. Allein für den schönen Schreibstil lohnt sich dieses Buch also. Sein Blick wanderte langsam über die Verkaufstheke, glitt über deren Rand auf den Boden hinunter, kroch in kleinen Bögen über die Dielen und blieb schließlich irgendwo knapp vor Franz‘ Schuhspitzen hängen. (S. 68) Aber auch die Geschichte ist eine schöne. Eine tiefsinnige. Franz Erinnerungen an seine einfache Kindheit, die ihm doch so viel Glück gebracht hat und nun das Erwachsen werden mit all den großen und kleinen Problemen, die die Liebe, die Politik und andere Menschen so mit sich bringen. In all dem Gefühlschaos doch seinen Platz zu finden und zu lernen, was richtig und was falsch ist, wo so viele andere doch offensichtlich weder mit Herz noch Verstand denken, wenn sie denn überhaupt denken. Franz schloss die Augen. Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten, dachte er. Vielleicht mehr, als man denkt. Vielleicht keinen einzigen. Nichts, als Abschiede, wo man auch bleibt, wohin man auch geht, das hätte einem jemand sagen sollen. (S. 235)

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  • Aus dem Wien der Vorkriegszeit

    Der Trafikant

    Felice

    22. November 2017 um 21:01

    Die ersten 200 Seiten habe ich sehr genossen, die Beschreibung, wie der junge Franz aus dem Salzburger Land im großen Wien ankommt, ein Trafikantenlehrling wird und auf der Suche nach der Liebe ist, hat mich sehr berührt und auch amüsiert, weil es hervorragende Dialoge sind, die die Geschichte so besonders machen. Die Figuren sind klasse und die Bekanntschaft mit Sigmund Freud ist eine nette Idee. Besonders haben mir auch die Schriftwechsel mit der Mutter gefallen. Zunächst nur auf Ansichtskarten, die zuvor beschrieben werden, später dann in Briefen.Doch die Zeit wirft ihre Schatten voraus und es kommt zu großen Veränderungen und mit der historisch korrekten Tatsache, dass Freud kurz vor Kriegsbeginn Wien (und den Franz) verlässt und der Schluss auch folgerichtig und nachvollziehbar ist, zeigt es mir doch wieder, warum ich eigentlich lieber Krimis lese, die rein fiktiv sind und mir meist doch weniger ans Gemüt gehen als eine Geschichte, die sich genau so zugetragen haben köntte.Insgesamt ein Buch, das durchaus fünf Sterne verdient hat, von mir aber aber aus oben beschriebenem Grund, weil es mir viele vergnügliche Lesestunden bereitet, mich aber nicht glücklich zurückgelassen hat, einen Stern weniger bekommt.

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  • Eine Sprache wie ein schneller Wiener Walzer.

    Der Trafikant

    Anne-Sophie_Fuchs

    23. August 2017 um 11:26

    "Der Trafikant" ist eine kurze Geschichte über Franz, der als junger Trafikant stürmische Zeiten in Wien durchlebt. Voller jungenhafter Naivität erfährt er eine besondere Freundschaft, die erste Liebe - oder sowas in der Art - und die Folgen von Fremdenhass im eigenen Land. Ein Buch, das sich liest wie ein tiefer Atemzug im Frühling. Du riechst die aufblühenden Knospen, die frische Luft und spürst das Surren der gerade aufgewachten Bienen und Wespen um dich herum. Und dann ist da aber hier und da ein kurzes Niesen, eine Unterbrechung, bei der du merkst: Hoppla, das war unangenehm. Aber irgendwie auch witzig.Denn genau so ist "Der Trafikant". Eine Geschichte über tolle wie ernste Angelegenheiten, verpackt in einer amüsant-holprigen Tonalität. Sätze, die sich lesen wie ein Tanz, der am Ende der Feier alle in freudigem Taumel zurücklässt.Kurz: Ein tolles Buch!

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  • Eine Trafik müsste man haben

    Der Trafikant

    Bibliomania

    13. August 2017 um 16:46

    Franz Huchel wird von seiner Mutter nach Wien geschickt, um dort bei einem alten Bekannten mit in dessen Trafik zu arbeiten. Dabei lernt er nicht nur die Kunst des Zeitungslesens und die erste Liebe kennen, er freundet sich auch mit Sigmund Freud an und muss die aufkommenden Zeiten des Nationalsozialismus bewältigen. Zunächst scheint alles gut zu laufen, doch dann läuft plötzlich alles mögliche aus dem Ruder.Eine Geschichte, die mir viel besser gefallen hat als "Ein ganzes Leben". Die Idee, Professor Freud als einen Freund von Franz auftreten zu lassen, fand ich sehr sympathisch und insgesamt habe ich die Figur des Franz sehr lieb gewonnen. Auch wenn er ab und an ein wenig naiv war - wie kann man schon das Leben mit 17 kennen? - tat er mir doch immer wieder Leid. Mit ansehen zu müssen, dass für ihn alles den Bach heruntergeht, habe ich ihm wahrlich nicht gewünscht.Alles in allem eine gute Geschichte, in der eigentlich ziemlich viel auf 250 Seiten passiert. Für vier Sterne reicht es nicht ganz, aber 3,5 gebe ich gerne dafür.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte 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  • Es liegt was in der Luft

    Der Trafikant

    Barbara62

    13. June 2017 um 12:19

    Nach dem Tod des wohlhabenden Geliebten der Mutter kommt der 17-jährige Franz Huchel im Jahr 1937 vom Salzkammergut nach Wien, um als Lehrling des kriegsversehrten Otto Trsnjek den Umgang mit Zeitungen, Schreib- und Rauchwaren in dessen Trafik, einem kleinen Laden, zu erlernen. „Es liegt was in der Luft“ gibt die Mutter ihrem verhätschelten, unbedarften Sohn, der mit seinen zarten, weißen Händen nicht für Waldarbeit oder Arbeit auf dem See taugt, mit auf den Weg. Tatsächlich kurbeln die schlechten Nachrichten zwar den Zeitungsverkauf an, aber die negativen Auswirkungen des „Anschlusses“ von Österreich ans Deutsche Reich machen auch vor der kleinen Trafik nicht Halt, und so wird aus dem Lehrling schnell der Geschäftsführer. Vor dem Hintergrund der gewaltigen Umbrüche in Österreich 1937/38 begleitet der Roman Franz Huchel etwa ein Jahr lang auf seinem Weg zum Erwachsenenwerden. Mit der Zeitungslektüre erwacht in ihm, der zwar naiv, aber keinesfalls dumm ist, allmählich ein Bewusstsein für die Vorgänge um ihn herum, und dass er sich nicht von der Propaganda der Nazis verführen lässt, liegt an seinem aufrechten Wesen, seinem Sinn für Gerechtigkeit, dem Einfluss seiner Mutter und seines lebensklugen, wohlwollenden Lehrherrn und seiner Freundschaft zum über achtzigjährigen Sigmund Freud, einem Stammkunden der Trafik. Ihm, dem bis ins Salzkammergut berühmten „Deppendokor“, schüttet Franz sein Herz in Liebesdingen und sein Auf und Ab mit der böhmischen Varietékünstlerin Anezka aus, nur um zu erfahren, dass auch der große Psychoanalytiker keine Patentrezepte für den Umgang mit Frauen hat. Zwar sträubt sich Freud zunächst gegen Franz‘ hartnäckige Zudringlichkeit, aber die mitgebrachten Zigarren und die entwaffnende Ehrlichkeit des Jungen lassen ihn schließlich doch nicht kalt, und so führen die beiden so manches aufschlussreiche Gespräch, bevor der alte Freud 1938 ins Exil nach London aufbrechen muss. Noch besser als die Gespräche mit Freud und die Traumzettel, die Franz jeden Morgen an die Auslagenfenster der Trafik heftet, haben mir die Briefe und Karten von Mutter und Sohn gefallen. Die Art und Weise, wie die Mutter aus jeder Andeutung des Sohnes die richtigen Schlüsse zieht und klug reagiert, zeugen von einer tiefen Verbundenheit, ebenso wie die Tatsache, dass Franz schlechte Nachrichten zum Schutz der Mutter liebevoll entschärft. Obwohl ich früh gefürchtet habe, dass ein Roman vor dieser üblen zeitgeschichtlichen Kulisse nicht gut enden kann, habe ich doch bis zum Schluss darauf gehofft, denn Franz ist mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen. Robert Seethaler, 1966 in Wien geborener Roman- und Drehbuchautor sowie Schauspieler, erzählt die erstmals 2012 erschienene, tragische Geschichte vom Erwachsenwerden seines Protagonisten mit leichtem Ton und viel Zuneigung, dabei aber durchaus mit einer Portion Ironie. Der Verlag Kein & Aber hat daraus ein sehr schönes Taschenbuch mit blauem Schnitt, schlichtem Cover und klarem Druckbild gemacht.

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    • 5
  • Typisch Seethaler

    Der Trafikant

    tination

    08. February 2017 um 21:28

    Das Buch: Der junge Franz muss auf Drängen seiner Mutter die ländliche Idylle am See verlassen und eine Lehre beim Trafikanten Trsnjek in Wien antreten. Und so bekommt Franz das Wiener Leben und die Welt von 1938 mit. Denn in einem Trafikanten gibt es vor allem Zeitungen und Tabak. Und ein Kunde ist Sigmund Freud. Und mit ihm hält Franz so einige interessante Gespräche… vor allem die Liebe zu Anezka, die nicht wirklich Franz´ Liebe erwidert…. Das Fazit: Es ist ein typischer Seethaler. Da könnte man jetzt schon aufhören mit der Rezension. Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, mit viel Charme, einer Brise Humor und viel Herz. Und alles sehr unaufdringlich. Und das ist sehr erfrischend. Die Geschichte um den Trafikantenlehrling Franz ist dagegen sehr, sehr traurig. Franz glaubt in das Gute im Menschen. Und das ist den Kriegsvorjahren schon kaum noch möglich. Und so muss er leider mitverfolgen, wie der Hass auch den Trafik trifft. Und das bleibt nicht nur bei Schmierereien an den Schaufenstern des Trafiks. Und überhaupt ist der Trafik der Ort im Buch. Man riecht förmlich den Tabakgeruch und die Druckerschwärze des Trafiks. Aber auch Wien spürt man beben. Einerseits durch die geschichtlichen Ereignisse, andererseits durch Franz Augen. Denn Franz liebt die Natur und nimmt alles auf, was um ihn herum geschieht. Und so bekommt der Leser doch die Ereignisse durch Franz Augen mit, die anfangs noch recht naiv betrachtet werden. Aber das sei sicher: Franz erlebt eine enorme Entwicklung in diesem Buch, und das ganz unaufdringlich und doch auf so markante Weise. Das Highlight des Buches ist natürlich der Side-Kick von Franz: Sigmund Freud. Dieser lebt ganz in der Nähe vom Trafik und kommt eines Tages zum Tabakkauf in den Laden. Und Franz kann es kaum glauben, dass eine Person Geld von anderen verlangt, wenn er deren Geschichten zuhört. Und so fängt Franz auch an mit Freud (mit Zigarrenbestechung) über seine Sorgen zu sprechen. Und das vor allem über Anezka. Diese bleibt fortwährend unnahbar. Für den Leser und auch für Franz. Und in der Sache Liebe tut dem Leser Franz doch leid. Er hat sich nun einmal unendlich in Anezka verliebt. Doch wie kommt er über die Verschmähungen hinweg? Richtig: er spricht natürlich mit Sigmund Freud darüber. Und dieser klärt ihm nüchtern über die Liebe auf. Sehr gelungen! Aber zurück zu Freud: diese berühmte Person könnte dem Leser vor dem Lesen des Buches doch Bedenken geben. Aber diese Sorge ist unberechtigt. Seethaler schafft es, Freud nicht als glorreiche und berühmte Person auftreten zu lassen. Er passt sich in das Gefüge des Trafiks und Franz ein. Es passt einfach. Letztendlich hätte es auch ein anderer Name sein können. Doch mit dem berühmten Namen gibt es dem Buch doch einen gewissen Charme. Zusammenfassend ist es ein wundervolles, trauriges Buch über einen Lehrling in den Vorkriegsjahren. Fans von Seethaler werden definitiv nicht enttäuscht werden. Und alle anderen sollten es eh lesen. https://booksoftination.wordpress.com/2017/02/08/robert-seethaler-der-trafikant/

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  • Erwachsenwerden, verlieben und sterben im NS

    Der Trafikant

    Bogenstahl

    11. January 2017 um 17:19

    Das Buch hat mir eine Buchhändlerin empfohlen, die ich nach einem "besonderen Buch" fragte. Ich wollte absichtlich keine Genre-Vorgaben machen, da ich gern mal außerhalb meiner eigenen getrampelten Pfade wandle. Das Cover und der Titel hatten mich nicht angesprochen. Der Klappentext schon eher. Hier besonders, dass Sigmund Freud eine Rolle im Roman spielen würde. Das Buch mit dem nüchternen Bild auf dem Cover lag erst eine ganze Weile unbeachtet in meinem Schrank, bis ich endlich begann. Und dann .... 1. ach, wie aufmerksam die kleinen Details beschrieben werden 2. oh, wie interessant. Der junge Mann (ein ausgesprochenes Jüngelchen und Muttersöhnchen) wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen 3. wie kann ein so kurzes Buch mit nur 250 Seiten so schön und dicht gewebt sein? 4. ich leide mit dem jungen Mann und fühle mich zunehmend gefesselt 5. das Buch ist zu Ende und ich fühle mich schrecklich schlecht und schrecklich gut zugleich. Ich möchte nicht inhaltlich vorweg greifen. Aber das muss ich loswerden. Eine Hure und die Schrecken und Ungerechtigkeiten des NS haben einen verzörtelten Jungen zu einem Mann gemacht, auf den jede Mutter stolz sein würde. Und Siegmund Freud hat in diesem Roman wohl mehr von seinem jungen Freund gelernt als umgekehrt. Das Buch ist nicht nur wegen der enthaltenen Geschichte emofehlenswert sondern auch wegen der vielen philosophischen Denkanstöße. Ich betrachte das Büch,ein mit dem hellblauen Buchschnitt nun mit andere Augen. Das nöchste Buch wird es schwer haben.

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  • Ödipus, Schnödipus – Hauptsache, du hast deine Mami lieb

    Der Trafikant

    Alira

    02. December 2016 um 09:53

    Der 17jährige „Franzl“ ist im Salzkammergut vaterlos aufgewachsen und wird 1937 von seiner Mutter aufgrund persönlicher Umstände zu ihrem ehemaligen Geliebten Otto Trsnjek nach Wien geschickt. Dieser nimmt Franz als Gehilfen in seine Trafik auf, und Franz hält seine Mutter auf dem Laufenden, indem er ihr jede Woche Karten und Briefe aus der Großstadt schickt. Gleichzeitig entwickelt Franz eine Beziehung zu Sigmund Freud, der Probleme mit seinem Gebiss hat und gerne Franz’ Geschenke in Form von Zigarren annimmt. So sucht Franz auch bei dem Professor Rat, als er sich in die Varietétänzerin Anezka verliebt, doch die Männer-Freundschaften sind nur von kurzer Dauer: 1938 muss Freud aus Wien flüchten, Otto Trsnjek wird von der Gestapo umgebracht, und Franz übernimmt die Trafik. Nicht immer nachvollziehbar, aber insgesamt “eine schöne Geschichte”.

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  • eine Geschichte übers Erwachsenwerden

    Der Trafikant

    elodie_k

    01. December 2016 um 19:31

    Ich muss ehrlich gestehen, ich habe dieses Buch hauptsächlich aus dem Grund gekauft, dass die Seiten blau eingefärbt sind. Allerdings hat die Geschichte und der Schreibstil von Robert Seethaler auch völlig überzeugt. Die Geschichte handelt von dem jungen Franz, der von seiner Mutter in den dreissiger Jahren von einem kleinen Dorf nach Wien geschickt wird, um einem alten Bekannten in seiner Trafik zu unterstützen und etwas Geld zu verdienen. Für einen jungen Mann der bisher auf dem Land gelebt hat, ist die Grossstadt etwas völlig neues. Er macht die Bekanntschaft mit Sigmund Freud, der damals in Wien lebte und lässt sich von ihm während seines Lebens in Wien begleiten. Franz macht seine ersten Erfahrungen mit Mädchen und verliebt sich sofort in Aneckt, die er auf dem Prater trifft und direkt anspricht. Ausserdem erlebt er, wie Hitler und der Nationalsozialismus sich langsam in Wien breit macht und die Juden ausgegrenzt werden. Der Trafikant war mein erstes Werk von Robert Seethaler, aber auf jeden Fall nicht das Letzte!Er hat einen sehr fliessenden Schreibstil, mit ausgearbeiteten Charakteren und einer passender Wortwal. Besonders gefallen hat mir, dass man als Leser Einsicht hat in die verschiedenen Personen. Fazit: Total empfehlenswert! Wider Erwarten nicht eine "0815" Geschichte vom zweiten Weltkrieg. 

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    • 5
  • Eine sehr berührende Geschichte ...

    Der Trafikant

    engineerwife

    04. October 2016 um 14:12

    Will man den Rest der Handlung nicht preisgeben, reicht die Beschreibung im Klappentext allemal aus. Man ist als Leser hinlänglich darüber informiert, was in dieser düsteren Phase unserer Geschichte geschah. Sehr interessant fand ich allerdings, diese auch mal aus dem österreichischen Blickwinkel zu betrachten. Immerhin brachte dieses Land „den Führer“ hervor und viele waren, zu mindestens zu Anfang, schwer beeindruckt. Es war spannend zu lesen, wie die österreichischen Landsleute auf diesen Mann und den Wandel in der Politik reagierten. Lautstark tönte Hitler „Deutschösterreich muss wieder zurück zum großen deutschen Mutterlande“, die „Niederwerfung“ Österreichs und Tschechiens war Teil seiner strategischen Planungen. Franz von Papen, der deutsche Botschafter in Wien, arrangierte am 12. Februar 1938 ein Treffen zwischen Hitler und Schuschnigg auf dem Obersalzberg im bayerischen Berchtesgaden. Der deutsche Reichskanzler drohte offen mit dem Einmarsch in Österreich und zwang den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg zur Annahme einer Reihe von Maßnahmen zur Begünstigung der österreichischen Nationalsozialisten. All diese Entwicklungen lassen leider unseren sympathischen jungen Protagonisten Franz Huchel und seinen Mentor Onkel Otto Trsnjek nicht unbeschadet. Der Junge mit den zarten Händen kämpft tapfer immer weiter und weiter, doch auch er ist zum Scheitern verurteilt …. Einfühlsam und leise erzählt der Autor Robert Seethaler Franz‘ Geschichte und die seines Umfelds. In wunderbarem Postkarten- und brieflichem Schriftverkehr vertraut er sich seiner Mutter in der Heimat an und wird doch schneller erwachsen als ihm lieb ist. Auf seiner Reise habe ich ihn als Leserin sehr gerne begleitet. Es ist ein Buch, das noch einige Zeit nachklingen wird. Sehr gefallen haben mir die Begegnungen mit Prof. Dr. Sigmund Freund, der unseren jungen Freund schwer beindruckt haben muss. 

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