Robert Sheckley Lebensgeister GmbH

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Inhaltsangabe zu „Lebensgeister GmbH“ von Robert Sheckley

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  • Rezension zu "Lebensgeister GmbH" von Robert Sheckley

    Lebensgeister GmbH
    Kalif

    Kalif

    12. November 2011 um 10:09

    Der Roman "Lebensgeister GmbH" des Science-Fiction-Altmeisters Robert Sheckley bleibt leider hinter seinen glorreichen Kurzgeschichten zurück, die an Witz und Originalität selten überboten worden sind. Dennoch sollte man sich von der Cover-Abbildung nicht abschrecken lassen, die aus einer 90er Jahre Trash-Verfilmung stammt und nichts Gutes ahnen lässt. Das Buch erzählt von einem männlichen Durchschnittstypen des vergangenen Jahrhunderts, der bei einem Autounfall das Leben verliert und unmittelbar darauf in einer hochtechnisierten, ihm äußert fremden Zukunft das Bewusstsein wiedererlangt - in einem fremden Körper, in den sein Geist aus der Vergangenheit transferiert wurde. In dieser Zukunft, in die es ihn verschlagen hat, besteht für die reichen Gesellschaftsschichten nicht nur die Möglichkeit, in den Himmel zu kommen, sondern auch, sich in gekauften (jungen) Körper wiedergeboren werden zu lassen. Andere fristen ihr Dasein als rachsüchtige Poltergeister, da ihnen der Weg ins Jenseits dauerhaft versperrt ist. Unser Held muss sich in dieser feindseligen Umgebung zurechtfinden, zumal die Situation immer bedrohlichere Züge annimmt: Die Lebensgeister GmbH trachtet ihm nach seinem Leben, Gangster trachten nach seinem Körper und sowohl ein Zombie als auch ein Poltergeist verfolgen ihn mit geheimnisvollen Absichten... Der Reiz des Romans liegt vor allem in der alten Frage, was die Natur des Menschen bestimmt: der Körper oder der Geist. Hier findet sich ein - scheinbarer - Durchschnittstyp im Körper eines Schlägers und Draufgängers wieder, dessen Leben von Gewalt geprägt war. Er fürchtet, von den dunklen Trieben dieser fremden Identität beeinflusst zu werden - in Wahrheit, so stellt sich heraus, sind es die eigenen dunklen Triebe, die ihn zum routinierten Mörder machen oder in einer zufälligen sexuellen Begegnung ausbrechen. Daneben besitzt der Roman viel von dem Sheckley-typischen Humor, ohne sich allerdings so schlüssig zu einem Ganzen zu fügen wie das bei den Kurzgeschichten des Meisters der Fall ist. Fans anspruchsvoller oder ungewöhnlichen Science-Fiction sollten einen Blick auf diese kleine Perle werfen, sich aber nicht allzu sehr an der mäßigen Übersetzung und dem miserablen Lektorat dieser Ausgabe stören.

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