Robert Silverberg

 3,9 Sterne bei 125 Bewertungen
Autor*in von Legenden, Herr der Finsternis und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Robert Silverberg (* 15. Januar 1935 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Autor, der vor allem für seine Science-Fiction-Werke bekannt ist und viermal mit dem Hugo-, fünfmal mit dem Nebula- und neunmal mit dem Locus Award ausgezeichnet wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Robert Silverberg

Cover des Buches Legenden (ISBN: 9783492267052)

Legenden

(13)
Erschienen am 24.08.2009
Cover des Buches Legende. Lord John, der magische Pakt (ISBN: 9783492700948)

Legende. Lord John, der magische Pakt

(8)
Erschienen am 01.01.2005
Cover des Buches Es stirbt in mir (ISBN: 9783641114503)

Es stirbt in mir

(5)
Erschienen am 25.02.2014
Cover des Buches Science Fiction Hall of Fame 2 (ISBN: 9783944720562)

Science Fiction Hall of Fame 2

(5)
Erschienen am 23.02.2018
Cover des Buches Science Fiction Hall of Fame 1 (ISBN: 9783944720555)

Science Fiction Hall of Fame 1

(2)
Erschienen am 29.02.2016
Cover des Buches Der Gesang der Neuronen (ISBN: 9783641205980)

Der Gesang der Neuronen

(2)
Erschienen am 27.04.2017

Neue Rezensionen zu Robert Silverberg

Nicht nur weggesperrt, sondern aus der Zeit genommen

Inhalt:

Schauplatz der Handlung ist das Paläozoikum; ein Zeitalter, in dem das Leben das Land noch nicht entdeckt hat. Daher ist es eine Zeit, in der kein Zeitparadox entstehen kann durch Menschen, die aus der Zukunft kommen. Das nutzt eine Regierung aus und sendet politische Strafgefangene, die der Todesstrafe entgehen wollen, zurück in die Vergangenheit. Dort leben sie, sich selbst und dem eigenen Geschick überlassen, in einem Lager bis zu ihrem Tod. Denn die Reise ist nur in eine Richtung möglich. Jim Barrett ist "der ungekrönte König im Hawksbill-Lager" und am längsten dort, nämlich 25 Jahre. Ihm ist es gelungen, die Dinge einigermaßen zu ordnen. Trotzdem gibt es Übergriffe und Kämpfe. Dann kommt eines Tages ein ungewöhnlich junger Mann an. Er macht sich bald verdächtig. Der Roman wurde 1968 erstmals veröffentlicht und ist 1987 als Hörspiel "Endstation Kambrium" vom SDR herausgebracht worden.

Meine Meinung:

Ich fand die Situation sehr anschaulich geschildert. Es wird klar, wie egal die Gefangenen denjenigen sind, die sie im Lager abgeworfen haben. Es kommen zwar regelmäßig Versorgungsgüter. Aber man kann nicht mit allem umgehen, was passiert. Und so stirbt, wer nicht ausreichend medizinisch versorgt werden kann, oder man wird verrückt in der ausweglosen, entbehrungsreichen Situation. Die Lage erscheint deprimierend und man wundert sich, wie manche Menschen trotzdem etwas daraus machen können wie Rüdiger, der Trilobiten studiert. Die Geschichte fand ich interessant, aber nicht wirklich spannend. Die Situation im Lager wirkte eher bedrückend, auch wenn einige Figuren so dargestellt wurden, als könne von ihnen Gefahr ausgehen. Ich spürte mehr die Sehnsucht der Männer nach einem normalem Leben und nach Kontakt zu ihrer Zeit und zu ihren Lieben. Auch beim Verdacht gegen den Neuankömmling sprang auf mich die Erregung der Lagerbewohner nicht über, die sich vor Machenschaften der anderen Seite fürchten. Ich glaube, es sollte auch kein Abenteuer oder Thriller werden, sondern eine Betrachtung: Was macht es mit Menschen, wenn sie von der Gesellschaft abgeschnitten werden? Das ist nach meinem Empfinden sehr gut gelungen. Das Ende fand ich sehr passend:

Einmal dass die Gefangenen freikommen und in die Gegenwart zurückgeschickt werden, dass ihr Leiden beendet wird; dass das totalitäre System, von dem das Lager eingerichtet worden ist, überwunden wurde (für mich war eine weitere Botschaft, dass ein System, das so mit seinen Gefangenen umgeht, abgeschafft gehört); dass der König, der nicht glaubt, sich in ein neues Leben finden zu können, sein Königreich behalten darf.

Ich bewerte diesen Roman mit 3 Sternen

Cover des Buches Krieg der Träume (ISBN: 9783811836464)
gabelingebers avatar

Rezension zu "Krieg der Träume" von Robert Silverberg

gabelingeber
95 % Fantasy, 5 % Science-Fiction

"Krieg der Träume" ist der erste Roman aus Robert Silverbergs berümtem Majipoor-Zyklus. Dieser besteht aus acht Teilen; sie sind zwischen 1980 und 2013 erschienen.

Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit Valentine, der sich in der Nähe der Stadt Pidruid allein auf einem gebrigigen Pfad wiederfindet und nicht weiss, wer er ist und woher er kommt. Er trifft auf den Hirten Shanamir, der auf dem Weg ist, seine Herde in Pidruid zu verkaufen. Gemeinsam begeben sie sich in Richtung der Stadt, die sich in Erwartung des Planeten-Regenten, Coronal Lord Valentine, festlich geschmückt hat.
Die beiden Wanderer treffen auf einen Trupp Gaukler, die Valentines bislang verborgenes Jonglier-Talent entdecken und ihn und Shanamir bei sich aufnehmen.
Auf ihrer langen Tournee durch den Kontinent Zimroel wird Valentine immer wieder von rätselhaften Träumen heimgesucht; Träume haben auf Majipoor grossen Stellenwert und unterliegen, je nachdem, ob sie vom König der Träume von von der Lady der Trauminsel stammen, unterschiedlichen Deutungen.
Dank der Träume verfestigt sich der Verdacht, dass Valentine der eigentliche Coronal ist, in den Körper eines Anderen versetzt, während der amtierende Herrscher sich zunehmend als Usurpator entpuppt. Lange vermag Valentine nicht recht zu glauben, dass er zu Höherem berufen sein soll, doch seine Freunde und einige wichtige Begegnungen überzeugen ihn im Laufe der Geschichte vom Gegenteil.
So nimmt eine Odyssee durch die farbigen, vielfältigen Landschaften und Kontinente Majipoors ihren Lauf, die zum Ziel hat, den Thron mit dem rechtmässigen Herrscher zusammenzubringen.

Mein Eindruck:
Robert Silverberg (* 1935) hat eine Fülle von Science-Fiction Romanen verfasst, darunter die sogenannten "Majipoor-Chroniken", Romane, die in einem frei erfundenen, nicht näher lokalisierten Planetensystem spielen. Kreig der Träume ist davon der erste.

Der Planet Majipoor ist eine riesige Welt mit Meeren und Kontinenten, die von verschiedenen Wesen - u.a. auch von Menschen - in friedlicher Ko-Existenz bewohnt wird. Majipoor wird seit tausenden von Jahren von einem Coronal und einem Pontifex regiert, wobei der auf einer Burg hoch über den Wolken thronende Coronal die für alle Bewohner sichtbare Regierungsmacht darstellt, und der Pontifex, jeweils ein abgedankter Coronal, die Geschicke des Planeten aus einem tief im Erdinnern verborgenen Labyrinth lenkt.
Träume spielen eine wichtige Rolle auf Majipoor, sie bestimmen zu einem grossen Teil das Leben und die Entscheidungen aller Bewohner des Planeten.

Zuvorderst fällt beim Lesen der Umstand ins Auge, wie farbenfroh, sprachlich interessant und detailliert Silverberg die verschiedenen Zivilisationen und Volksbräuche beschreibt; auch die exotischen Landschaften, die fremdartige Flora und Fauna, kurz: die ganze Schönheit der Welt erwacht dank einer liebevollen Schilderung und der unerschöpflichen Detailfreude des Autors zum Leben.
Vor diesem Hintergrund bleibt unverständlich, wie die Verlagsverantwortlichen ein so ausgesucht hässliches, nichtssagendes, der Geschichte komplett unangemessenes Titelbild wählen konnten (s. Bild unten). 

Der deutsche Titel ("Krieg") suggeriert zudem Gewalt und Action - beides fehlt fast gänzlich in diesem Buch. Dasselbe gilt für das heute schon fast obligatorische gut-Böse-Schema: Echte Bösewichte sucht man vergebens, Silverbergs Personal (Valentines stetig wachsende Gefolgschaft) besteht aus lauter fehlbaren, aber liebenswürdigen, bisweilen verschrobenen Charakteren, tentakelbewehrten Zauberern, knurrigen vierarmigen Pelzwesen und ganz normale Menschen mit Schwächen und Macken. Diese Figuren versteht Silverberg wunderbar lebendig zu beschreiben, sie wachsen einem ans Herz - allen voran der Hauptprotagonist Valentine. 

Wie der Autor das innere Dilemma des freundlichen, erinnerungslosen Gauklers beschreibt, der erfährt, dass er einmal der Coronal gewesen sein soll, der langsame Prozess des in-die-Rolle-Hineinwachsens, das hat echt Klasse und hebt diesen Roman von vielen blutleeren Hard-Science-Fiction-Romanen ab, die damals vornehmlich von Wissenschaftlern verfasst und von der Kritik hochgejubelt wurden. Silverberg hat mit Wissenschaft nichts am Hut, er ist ein Vollbluterzähler und als solcher legt er sich hier mächtig ins Zeug, um zu zeigen, was er kann.

Bis auf wenige kurze Sequenzen spielt die Technik kaum eine Rolle in der Geschichte; Krieg der Träume könnte glatt unter dem Label "Fantasy" veröffentlicht werden; er ist zu 95 % Prozent Fantasy- und zu 5 % Science-Fiction-Roman. Die Fahrzeuge, eine das Klima verändernde Maschine und ein medizinisches Lebenserhaltungssystem sind die einzigen Ingedienzien, die auf eine hoch entwickelte Technik hinweisen. Trotzdem wird er auch in den USA der Science-Fiction zugeschrieben.

Fazit:
Krieg der Träume lässt sich auch heute noch sehr gut lesen; ich fand die Lektüre sehr spannend, anregend und interessant, und zwar aufgrund des zwar gemächlichen, aber nichtsdestotrotz hervorragend aufgebauten Spannungsbogens, der herrlichen Figurenzeichnung und der phantasievollen Schilderungen; das Eintauchen in diese fremde, exotische Welt macht richtig Spass.
Wer aber ohne permanente Action, Weltraumschlachten, Gut-Böse-Schema nicht bei der Stange bleiben kann, der sollte besser die Finger davon lassen.

Originaltitel: Lord Valentine's Castle (1979)
Genre: Fantasy / Science-Fiction
Preise: Hugo und Locus Award 1981
Uebersetzer: Thomas Schlück
Deutsche Ausgabe bei Möwig-Verlang (1980)
Seitenzahl: 588



Cover des Buches Es stirbt in mir (ISBN: 9783641114503)
H

Rezension zu "Es stirbt in mir" von Robert Silverberg

Helicopter66
Entwicklungsroman eines Telepathen

Zur Entstehungszeit des Romans war in der Science-Fiction-Literatur das Interesse an paranormalen Fähigkeiten weit verbreitet. Es stirbt in mir ist ein Entwicklungsroman, dessen Protagonist die Gedanken anderer Menschen lesen kann und so zum gesellschaftlichen Außenseiter wird; nach heutiger Auffassung eher Phantastik als Science-Fiction. Der Roman ist ein erzählerisch gut konstruiertes Labyrinth, das mit zeitlich ungeordneten Rückblenden durch die Biografie und Gedankengängen der Hauptfigur führt; mit zwischen Ich-Erzähler und dritter Person wechselnden Perspektiven und dazu passendem Wechsel der Erzählform zwischen Präsens und Präteritum. Nebenbei schildert das Buch schlaglichtartig gesellschaftliche Veränderungen im New York der 1960er- und frühen 1970er-Jahre. Die Handlung erhält zusätzliche Dramatik, weil der Protagonist nach und nach seine telepathischen Fähigkeiten verliert.

Robert Silverberg erhielt 1955 im Alter von 20 Jahren seinen ersten Hugo Award und blieb über 60 Jahre lang ein erfolgreicher Vielschreiber. Es stirbt in mir ist einer seiner bekanntesten Romane.

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Valentines Fluch - Die Chroniken von Majipoor: Ein Klassiker des Hugo und Nebula Award Preisträger Robert Silverberg
Mario_Steinmetzs avatar
Mario_Steinmetz
Verehrte Leserinnen, Verehrte Leser,

Weihnachten naht, es gibt EBooks zu gewinnen!

Der Mantikore Verlag möchte in dieser Leserunde fünf EBook Exemplare von Robert Silberbergs "Valentines Fluch" zur Rezension verlosen.

Bewerbungen, mit einigen Worten zu euch selbst und wo eure Rezensionen erscheinen, bitte hier in dieser Leserunde posten.

Die EBooks erhaltet ihr im Kindle Format.

Stichtag ist der 22. Dezember 2015 !!

Der Mantikore Verlag freut sich auf die Leserunde und einen regen konstruktiven Austausch mit Euch.

Ich lese das Buch dann gleichzeitig mit Euch und würde wie immer als Kontaktperson auf Lovelybooks zur Verfügung stehen.

Viel Erfolg!
Mario Steinmetz
47 BeiträgeVerlosung beendet

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