Robert Williams

 4,1 Sterne bei 62 Bewertungen
Autor von Luke und Jon, Tief in den Wald hinein und weiteren Büchern.
Autorenbild von Robert Williams (©)

Lebenslauf von Robert Williams

Robert Williams, 32, Sohn zweier Bibliothekare, verbrachte als Kind viel Zeit in der Stadtbibliothek einer nordenglischen Kleinstadt und las sich durch die Bestände, bis seine Eltern Feierabend hatten. Er arbeitete acht Jahre lang als Buchhändler und lebt heute in Manchester - obwohl ihm eine Stadt am Meer eigentlich lieber wäre.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Robert Williams

Cover des Buches Luke und Jon (ISBN: 9783827078346)

Luke und Jon

 (35)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Tief in den Wald hinein (ISBN: 9783833310478)

Tief in den Wald hinein

 (21)
Erschienen am 01.02.2016
Cover des Buches Wo der Himmel aufhört (ISBN: 9783833309359)

Wo der Himmel aufhört

 (3)
Erschienen am 10.12.2013
Cover des Buches Wo der Himmel aufhört (ISBN: 9783827076663)

Wo der Himmel aufhört

 (1)
Erschienen am 10.12.2013
Cover des Buches Into the Trees (ISBN: 9780571308170)

Into the Trees

 (1)
Erschienen am 03.04.2014
Cover des Buches Party Finance and Political Corruption (ISBN: 0312231709)

Party Finance and Political Corruption

 (0)
Erschienen am 01.10.2000

Neue Rezensionen zu Robert Williams

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Cover des Buches Tief in den Wald hinein (ISBN: 9783833310478)Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Tief in den Wald hinein" von Robert Williams

Unter Bäumen schlafen Babys ein
Buchstabenliebhaberinvor 4 Jahren

Dieses Buch ist auf eine leise Art unglaublich atmosphärisch und spannend. Im Mittelpunkt stehen die Bäume. Der Wald, der das unruhige Schreikind Harriet als einziges Mittel zur Ruhe kommen und schlafen lässt. So wirkungsvoll, dass die Eltern Thomas und Ann in den Wald ziehen, eine alte Scheune zwischen den Bäumen renovieren und zu ihrem Zuhause machen. Thomas blüht in der Natur auf, Ann erdrückt die Einsamkeit eher.


Und es gibt weitere Waldfreunde. 


Da ist der sehr introvertierte Raymond, der sein Glück in einer einfachen Hilfstätigkeit auf einem Bauernhof im idyllischen Abbeystead gefunden hat, streift des Nächtens, wenn er nicht schlafen kann, durch den ruhigen Wald. Er und Thomas lernen sich dort kennen und freunden sich an.


Raymond hasst sein feuchtes Haus in der tristen, abgewrackten Nachbarstadt Etherton. Auch seine neuen Nachbarn, den lauten, trinkfreudigen Keith, seine Frau und die pubertierenden frechen Töchter kann er nicht ertragen. 


Keith kommt auch in den Wald. Um Thomas und seine Familie zu überfallen. Dieser Vorfall bringt die heile Familienwelt in gefährliche Schieflage.


Robert Williams beschreibt mit unglaublich viel Gefühl, wie die einzelnen Familienmitglieder mit diesem traumatischen Erlebnis umgehen, wie es die Menschen verändert. Ann erkennt ihre Stärke und führt ihre Leben weiter, Thomas kommt an seine Grenzen, kann die Last, seine Familie beschützen zu wollen, dem Risiko, im stillen, verlassenen Wald hilflos und ohnmächtig ausgeliefert zu sein, kaum standhalten.


Thomas glaubt fest daran, dass die Einbrecher zurück kommen. Und in der Tat, Keith findet die Vorstellung, so einfach und leicht erneut an Geldnachschub zu kommen, mehr als verlockend. Was könnte er mit dem Geld sein verkorkstes Leben verbessern ...


Das Buch schildert eindrücklich, was alles im Leben einer Familie passieren kann, wie aus Krise Familienglück wird, wie ein Drama alles verändert und der Alltag eines Tages wieder zurückkehrt.


Eindringlich, leise, mit ganz viel Spannung und interessanten Protagonisten. Eine tolle Geschichte, nicht nur für Waldliebhaber empfehlenswert!

Kommentare: 2
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Cover des Buches Luke und Jon (ISBN: 9783833307034)Lacarians avatar

Rezension zu "Luke und Jon" von Robert Williams

Luke und Jon
Lacarianvor 4 Jahren

Worum geht's?

Luke zieht mit seinem Vater in den kleinen Ort Duerdale, was wohl ein ausgedachter Ort in Schottland ist. Lukes Vater ist ein Spielzeugmacher, aber er ist sehr unglücklich, weil seine Frau, Lukes Mutter, kürzlich bei einem Autounfall ums Leben kam.

Luke lernt Jon kennen, einen Jungen, der genau wie er selbst dreizehn Jahre als ist und in der Nachbarschaft wohnt. Allerdings sieht Jon ein bisschen merkwürdig aus. Er trägt Klamotten wie alte Leute. Überhaupt ist er ein bisschen komisch. In der Schule ist er das Lieblingsopfer der Halbstarken, die ihn traktieren und bedrohen. Jon lässt es stoisch über sich ergehen, aber Luke macht es wütend. Er stellt sich auf die Seite des Nachbarjungen, obwohl er genauso gut auch mit den coolen Kids abhängen könnte. Die beiden freunden sich an. Jon bleibt immer ein bisschen reserviert und bald lernt Luke auch den Grund dafür kennen. Währenddessen versuchen Luke und sein Vater, die Trauer über den Verlust von Ehefrau und Mutter zu verarbeiten und ihr Leben irgendwie wieder auf die Reihe zu bekommen. Das ist ein langer und schwieriger Weg, den Jon über weite Strecken allein zurücklegen muss. Sein Vater ertränkt seinen Kummer in Whiskey und droht, an seinem Unglück zu zerbrechen. Erst ein Projekt hilft dem Spielzeugmacher, langsam wieder aufrecht zu stehen und seinem Leben wieder Energie und Auftrieb zu verleihen.

Und wie war's?

Über weite Strecken beherrschte eine hintergründige Traurigkeit die Geschichte. Eine Traurigkeit, die ein Teenager verspürt, der dieses Gefühl nicht ganz zulassen kann. Der auch stark sein muss, wo sein Vater es nicht kann. Ein Junge, der sich von der neuen Umgebung ablenken lässt, von einer Freundschaft, die für ihn wohl auch so etwas wie ein Projekt ist. Nur, dass er dabei nicht an das Ende denkt, sondern an den Prozess. Er will Jon helfen, und eigentlich hilft er damit auch sich selbst durch eine schwere Zeit. Er schottet sich gegen das Gefühl des Verlustes ab, so gut es geht. Er weiß, dass seine Mum gestorben ist und er weiß, wie es passierte. Aber das tiefe Gefühl der Trauer lässt er nicht zu. Man kann beim Lesen spüren, wie er die bebenden und schrecklichen Ausläufer dieser Emotion herannahen fühlt wie die schwarzen Wolkenfetzen eines Unwetters, sie aber unterbewusst verdrängt. Er behält seine Mum lieber so im Gedächtnis, wie er sie wahrgenommen hat. Die Trauer und was sie anrichten kann, beobachtet er lieber von außen am Verhalten seines Vaters. Aber trotz aller Ablenkung gelingt es Luke nicht, die aufgestauten Emotionen vollständig unter Verschluss zu halten. Sie entschlüpfen, hier und da, manifestieren sich in übermächtiger Wut und Orientierungslosigkeit.

Dieses Buch habe ich nach der Übersetzerin ausgesucht. Brigitte Jakobeit hat Titel übersetzt wie "Der Junge im gestreiften Pyjama", "Die Frau des Zeitreisenden", "Fangirl" und jüngst auch "Carry on", das im Deutschen den sperrigen Titel "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" erhält und im August erscheint. All diese Bücher, von deren gemeinsamer Übersetzerin ich bis vor kurzem gar nichts wusste, haben mir sehr gefallen, und so wählte ich "Luke und Jon" aus, ein natürlich nicht besonders fröhlicher und trotzdem empfehlenswerter kurzer Roman.

Die Wertung:

Auf der Coverabbildung sehen wir Luke und Jon. Sie ist ansonsten eher schmucklos und irgendwie fade. Ein Coverkauf wäre das wohl nie geworden. Orthografisch gibt es hier nichts zu meckern. Nur einmal habe ich über einer Schreibweise gebrütet, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Sei's drum, an der Wertung hätte das nicht gerührt. Der Ausdruck gehört wohl zu den einschlägigen Gründen, aus denen ich ein Buch von gerade dieser Übersetzerin ausgewählt habe. Er ist nicht überzeichnet, um einen literarischen Anspruch auszustrahlen, der gar nicht notwendig ist, gleichzeitig ist der Stil aber wohlgeformt und ausdrucksstark. Mehr wörtliche Rede hätte den Lesefluss etwas begünstigt, aber rückblickend finde ich, dass das der Wahrnehmung der Geschichte eher geschadet hätte. So hat es meiner persönlichen Unterhaltung ein Pünktchen gekostet. Ich habe das Lesen zuweilen als etwas anstrengend und ermüdend empfunden. Glücklicherweise helfen die vielen kurzen Kapitel, sinnvoll zu pausieren und trotzdem am nächsten Tag den Wiedereinstieg zu finden. Und so kommt "Luke und Jon" insgesamt auf vorzeigbare 4,4 Punkte.

 

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Cover des Buches Tief in den Wald hinein (ISBN: 9783833310478)Lykes avatar

Rezension zu "Tief in den Wald hinein" von Robert Williams

Ein beeindruckender Roman mit überwältigender Atmosphäre
Lykevor 4 Jahren

Liest man die kurze Inhaltsangabe des Verlags zu diesem Buch, vermutet man einen Thriller, den eine actionreiche Handlung auszeichnet. Doch genau das Gegenteil ist hier der Fall.

"Tief in den Wald hinein" von Robert Williams ist ein sehr ruhiger, aber tiefgehender Roman. Der Autor schafft es gleich auf den ersten Seiten, den Leser mit seiner ruhigen und klaren Sprache in den Bann zu ziehen. Durch die Unterteilung in kurze Kapitel aus den jeweils verschiedenen Blickwinkeln der Protagonisten und kurze, einprägsame Sätze ist das Buch leicht und flüssig zu lesen und kaum aus der Hand zu legen. Der Roman lebt von den leisen Zwischentönen, die in jeder Zeile mitschwingen und beim Leser ein beruhigendes Gefühl hinterlassen, aber gleichzeitig auch eine Sogwirkung sondergleichen entfalten.

Der Autor setzt nicht auf spektakuläre Begebenheiten und schokierende Wendungen, sondern entfaltet vor dem Hintergrund des Waldes eine vierfache Charakterstudie der einzelnen Protagonisten. Die gleichzeitig beruhigende, aber auch leicht bedrohliche Atmosphäre des Waldes ist hervorragend eingefangen und spiegelt sich in den Gedanken und Emotionen der Protagonisten wider. Der Überfall, welcher in der Inhaltsangabe angedeutet wird, nimmt als Handlung an sich keine große Rolle in der Geschichte ein; vielmehr entwirft der Autor ein spannendes Psychogramm der Protagonisten im Umgang mit und nach diesem einschneidenden Erlebnis. Es geht um Schicksalsfäden, die sich kreuzen, um Angst und Bedrohung, aber auch um Zuflucht, Familie und Sicherheit.

Fazit:
Mich hat dieses Buch tief beeindruckt und schlichtweg überwältigt. Es ist ganz anders als erwartet und entwickelt gerade darin seine Faszination, da ich bisher nichts Vergleichbares gelesen habe.
Ich vergebe volle 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die gerne zu einem besonderen Buch, das hervorragend mit Sprache und Atmosphäre, statt mit temporeichem Plot arbeitet, greifen.
Allerdings ist es für Leser, die einen "echten" Krimi oder Trhiller erwarten, nicht zu empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Tief in den Wald hineinBerlin_Verlags avatar
Liebe Leserinnen und Leser,

diese Runde haben wir für die 22 Gewinner unseres Jahresabos eingerichtet. Deshalb gibt es nur eine sehr kurze Bewerbungsphase. Auch die Möglichkeit, weitere Freiexemplare zu gewinnen, ist eingeschränkt: Wir verlosen vier mal TIEF IN DEN WALD HINEIN unter allen Interessierten, die mitlesen wollen und hier einen kurzen Kommentar zur Leseprobe abgeben.  Wer mit einem eigenen Exemplar dazustoßen möchte, ist natürlich herzlich eingeladen.

Euer Berlin Verlag
205 BeiträgeVerlosung beendet

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