Robert von Ranke Graves Sieben Tage Milch und Honig

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Inhaltsangabe zu „Sieben Tage Milch und Honig“ von Robert von Ranke Graves

Ein früher Phantastik-Roman. Ein ethnologisches Meisterstück. Oder gar feministische Pionierarbeit?

— Ales_Pickar

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    Sieben Tage Milch und Honig

    Ales_Pickar

    18. May 2015 um 11:05

    Robert Graves (oder Robert von Ranke Graves) kann getrost als eine Patengestalt des historischen Romans gesehen werden. Sein 1934 erschienener Roman "I, Claudius" (und die Fortsetzung "Claudius The God") gelten als unverrückbare Eckpfeiler des Genres und manch ein berühmter Autor historischer Novellen würde in einer ruhigen Minute vermutlich Graves als seine Inspirationsquelle zitieren. "Sieben Tage Milch und Honig" ist in 1949 erschienen. Der Originaltitel lautet "Seven Days In New Crete" (obwohl das Buch im selben Jahr in Amerika unter dem etwas spannenderen Titel "Watch the North Wind Rise" herauskam). Graves´ Blick richtet sich diesmal nicht in die Vergangenheit, sondern in eine Zukunft. Die Geschichte beginnt mit einer Zeitreise, doch es wird schnell klar, dass dies keine Science-Fiction-artige Zeitreise ist, sondern lediglich ein McGuffin, um eine faszinierende Betrachtung in Gang zu setzen. Der Ich-Erzähler findet sich in einer utopischen Welt wieder. Wir begegnen einer recht altmodischen Zivilisation, die lose auf hellenistischen Idealen aufgebaut ist - zumindest soweit diese den Bewohnern von "Neu-Kreta" überliefert worden sind. Das Gemeinwesen ist stark feministisch und durchdrungen von interessanten Alltagsriten. Die Gesellschaft auf Neu-Kreta ist in einem Kastensystem organisiert. Allerdings wird man in dieses System nicht hineingeboren, sondern entscheidet sich für eine der fünf Kasten und verbleibt in dieser bis ans Ende des Lebens (Graves lässt Veronica Roth grüßen). Die Neukretische Kultur birgt viele faszinierende Entdeckungen. So gibt es hier zwar Konflikte, doch keine Kriege. Als Ersatz für den Krieg betreibt man einen sportlichen Wettkampf, der zwischen beiden Konfliktparteien ausgetragen wird. Doch es dauert nicht lange und der Ich-Erzähler beginnt die erste Risse in der utopischen Fassade zu entdecken. Und dann geschieht auch noch ein Mord... "Sieben Tage Milch und Honig" ist ein Kultbuch für Graves-Fans und ein Muss für die anspruchsvolleren Freunde der Phantastik. Der Roman provoziert auf jeder Seite mit neuen sozialen, ökonomischen, philosophischen und humanistischen Ideen. Und das ist schließlich eine der ursprünglichsten Aufgaben eines belletristischen Werks: Den Leser mit neuen Ideen zu konfrontieren und einen inneren Dialog in Gang zu setzen. Der Roman ist eindeutig nichts für jene, die "action" oder starke Gefühle suchen. Doch wer die Bücher von Haruki Murakami oder Paul Auster mag, könnte in diesem Werk ein echtes Juwel entdecken.

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