Roberto Bolaño 2666

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Inhaltsangabe zu „2666“ von Roberto Bolaño

Ein Quartett durchgedrehter Germanisten, das einen verschollenen Schriftsteller jagt. Ein Kommissar in einer mexikanischen Wüstenstadt, in der Hunderte von Frauen vergewaltigt und ermordet wurden. Ein amerikanischer Journalist, der dort über einen Boxkampf berichten soll und sich verliebt. Und in ebendieser Stadt wurde der Schriftsteller zuletzt gesehen. Alles hängt mit allem zusammen, die Wege und die Spuren kreuzen sich - aber die Welt bleibt ein Rätsel. Roberto Bolaños postum erschienener Roman ist eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der Gegenwart, ein Jahrhundertwerk und weltweiter Bestseller.

Ein Jahrhundertroman.

— Roderich

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        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolaño

    2666

    itwt69

    12. December 2012 um 19:57

    Ich kann mich der allgemeinen Euphorie über dieses vermeintliche "Meisterwerk" leider nicht anschließen. Teil 1 über die leidenschaftlichen Anhänger des Benno von Archimboldi fängt sehr gut an und lässt ein großes Buch erwarten und erhoffen. Teil 2+3 fallen dann schon stark ab, in denen 2 Nebenpersonen bis aufs kleinste Detail beschrieben werden. Teil 4 über die Verbrechen mit fast 400 Seiten finde ich ganz schwach. Wieso muss man sehr ähnlich gelagerte Fälle mehrere dutzend Mal wiederholen? Teil 5, in der es eine Aufklärung des gesamten Komplexes gibt, ist dann wieder in Ordnung, reicht aber nicht, um das ganze Buch als lesenswert zu beurteilen. Besonders die unglaublich weitreichenden Abschweifungen, die fast jede einzelne Erzählung nimmt, kann ich nicht nachvollziehen. Das Buch wäre locker mit 400-500 Seiten weniger ausgekommen. Ich musste mich doch allzu oft durchquälen. Sprachlich allerdings sehr gelungen, auch wenn dadurch das Lesen sehr viel Konzentration erforderte (es gibt Sätze, die sich über eine komplette Seite ziehen). Dem Übersetzer muss dafür ein großes Lob gewährt werden, eine fast unmenschliche Leistung, ein solch komplexes Werk vom Spanischen ins Deutsche zu übersetzen!

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Ronne

    11. May 2012 um 23:40

    1183 Seiten. Einschüchternd. Lohnend! Die erste Geschichte über die Dreiecksbeziehung der Kritiker fängt sehr angenehm an. Da es von der Geschichte her nicht zu verworren ist, kommt man so schnell in den Schreibstil Bolanos. Die 5 gesammelten Geschichten hängen zusammen und stehen doch für sich. Die roten Fäden sind hierbei Frauenmorde die in Santa Teresa stattfinden, ein deutscher Autor und zumindest durch 3 Geschichten, Teile aus dem Leben eines ausgewanderten Spaniers. Seltsamerweise gefiel mir die letzte am schlechtesten, da sie ca. zur hälfte aus Krieg besteht. Doch diese ca. 150 Seiten wirken sich nich auf die unglaubliche Genialität des Buches aus. Die Geschichten wollte Bolano gesammelt in einem Werk veröffentlichen wie es geschehen ist, in Romane wollte er es kurz vor seinem Tod nur deshalb unterteilt haben, damit seine Erben länger finanziel Abgesichert sind. Ich bin komplett begeistert und würde sogar gerne noch weiter lesen obwohl ich auch erst eingeschüchtert war. Man sollte sich Zeit nehmen und dann in die Welt Bolanos eintauchen.

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. May 2012 um 12:59

    Ausgehend von einem fiktiven Autor entsteht vor dem Leser eine Welt in fünf lose zusammenhängenden Romanen. Im ersten findet man sich mit vier Literaturwissenschaftern auf der Suche nach Benno von Archimboldi, einem geheimnisvollen, da untergetauchten Autoren. Die Spur führt schliesslich nach Mexico, in die Grenzstadt Santa Teresa im Bundesstaat Sonora. Dort treffen die vier auf einen Wissenschafter, der mit seiner Tochter nach Santa Teresa gezogen ist. Diese Geschichte wird im zweiten Roman erzählt. Im dritten Teil erscheint ein amerikanischer Journalist, der in Santa Teresa einen Boxkampf kommentieren soll, dabei aber auf eine Reihe von Frauenmorden stösst. Auch die Tochter des oben genannten Wissenschafters lernt er kennen und da diese in äusserst dubioser Gesellschaft verkehrt, lässt er sie mit Einverständnis des Vaters ausser Landes bringen. Im vierten Abschnitt, dem anstrengendsten, werden minutiös die Frauenmorde, so ca. 300 an der Zahl, aufgelistet. Dabei werden zahlreiche Verdächtige festgenommen, die Morde gehen aber dauernd weiter. Schliesslich wird ein Deutscher verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Im fünften und letzten Teil, der Biographie des anfänglich gesuchten Dichters, stellt sich heraus, dass dieser Deutsche dessen Neffe ist. Es entsteht ein abgerundetes Bild. Spannend, streng zu lesen, aber wahnsinnig viel bleibt einem tief drin hängen und beschäftigt einen.

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Taja

    06. November 2011 um 13:55

    Bolanos Vermächtnis ist genial. Es ist schwer in eigene Worte zu fassen, weil das Werk so ungeheur grenzenlos ist. Was bleibt am Ende des Buches, wenn man die Seite 1183 verlässt? Ich beschreibe es mit dem Zitat aus dem Buch (S.283 TB), also mit eigenen Worten des Autors. Der Amalfitano, ein verwirrter Philosophiprofessor geht einem Gedanken nach, als er sich mit einem Apotheker über die Literatur unterhält, und derjenige offenbahrt, dass er "Die Verwandlung" von Kafka dem "Der Prozess" bevorzugt, und "Bartleby" dem " Moby Dick" von Melville: "Trauriges Paradox. Nicht einmal die belesenen Apotheker wagen sich mehr an die großen, die unvollkommenen, die überschäumenden Werke, die Schneisen ins Unbekannte schlagen. Sie geben den perfekten Fingerübungen der großen Meisters den Vorzug. Anders gesagt: Sie wollen die großen Meister bei eleganten Fechtübungen beobachten, aber nicht wissen von den wahren Kämpfen, in denen die großen Meister gegen Etwas kämpfen, das uns allen Angst einjagt, jenes Etwas, das gefärlich die Hörner senkt, und es gibt Blutvergißen, tödliche Wunden und Gestank" So ein Buch ist das. Oft hatte ich das Gefühl eine Mülldeponie der Welt zu betreten, die verwesten Leichen und den Schrecken direkt auf die Bühne unseres Lebens kippt. Die Wirkung des Buches war auf mich destotrotz oder gerade deswegen lebensbejaend.

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  • Leserunde zu "JPod" von Douglas Coupland

    JPod

    Daniliesing

    Nachdem der Autor Douglas Coupland direkt mit seinem Erstling "Generation X" berühmt wurde, konnte er auch danach immer wieder mit seinen außergewöhnlichen, originellen und gesellschaftskritischen Romanen begeistern. Endlich ist mit "JPod" ein neues Buch des Autors im Tropen Verlag bei Klett-Cotta erschienen, das durch einen sagenhaften Humor und einen wunderbar schrägen Plot begeistert. Wir suchen 25 Testleser, die sich dem Roman widmen möchten, der auf ganz besondere Art und Weise einen Blick auf unsere Zeit wirft. Wenn du dich mit den anderen Lesern über das Buch austauschen möchtest & abschließend eine Rezension dazu schreibst, dann unbedingt jetzt bewerben :-) *** Worum geht's? *** Ethan Jarlewski und fünf popkulturversehrte Kollegen, deren Nachnamen ebenfalls mit »J« anfangen, hocken Tag für in Tag in JPod, einer hermetisch abgeriegelten architektonischen Vorhölle, die Teil einer riesigen Spieldesignfirma ist. Die JPodder liegen mit ihrem Marketingteam im Clinch, das sie Tag für Tag mit der Forderung nach idiotischen Änderungen an ohnehin schon idiotischen Spielen quält. Privat wird Ethan derweil durch so unterschiedliche Phänomene wie mordende Mütter, Menschenschmuggel und chinesische Illegale, die seine Wohnung besetzen, auf Trab gehalten. Douglas Coupland zeigt sich einmal mehr als satirisch souveräner Exeget unserer heutigen Massenkultur. Leseprobe: http://www.klett-cotta.de/fm/14/9783608501032.pdf *** Leserunde: So könnt ihr euch bewerben *** Bis Dienstag, 30.8., könnt ihr euch hier unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" für eines der 25 Testleseexemplare bewerben. Verrate uns dazu, wieso du "JPod" unbedingt lesen möchtest - was reizt dich vorab schon ganz besonders am Buch? Ein paar Exemplare sind für Buch-Blogger reserviert, es kann sich aber selbstverständlich jeder bewerben. Wenn ihr einen Blog habt und ihn hier verlinkt, sind die Chancen auf ein Testleseexemplar etwas größer! Du hast das Buch nicht gewonnen oder vielleicht sogar schon gelesen? Diskutiere doch trotzdem mit uns! Jeder Leser ist herzlich zum Austausch hier in der Leserunde eingeladen! Die Leserunde startet am 07.09.2011. PS: Der Autor ist übrigens gerade auf Lesereise, wenn ihr ganz fix seid, könnt ihr ihn heute oder morgen noch sehen - die Termine findet ihr hier: http://www.klett-cotta.de/nachricht/Douglas_Coupland_mit_%C2%BBJPod%C2%AB_im_August_auf_Lesereise/17598

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    • 298
  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Golondrina

    15. August 2010 um 13:33

    2666 sollte - so der Wunsch des Autors - in 5 Teilen erscheinen. Leider haben sich die Herausgeber darüber hinweggesetzt. Sprachlich und atmosphärisch dicht die Geschichte um die 4 Germanisten, die sich dem Werk des verschollenen Archimboldi verschrieben haben. Dicht auch die Aneinanderreihung von Vergewaltigungsdelikten in Mexiko, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Warum diese Detailverliebtheit, diese endlose Aneinanderreihung von beinahe emotionslos vorgetragenen Morden. Nach 20 habe ich aufgehört zu zählen und nach mindestens ebensovielen das Buch angewidert weggelegt. Ein apokalyptisches Bild des zwanzigsten Jahrhunderts? Für dieses Bild reicht ein Blick in die Nachrichten. Bolano braucht dafür 700 Seiten.

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    AnjaKoenig

    24. May 2010 um 20:33

    ein gutes buch! ich kann wohl nicht wirklich beschreiben, was mir daran so gut gefallen hat, aber es hat mir gefallen. es hat sich trotz der vielen seiten sehr gut lesen lassen. und ich bin froh es in angriff genommen zu haben. kann es auf jeden fall weiterempfehlen, auch wenn ich es keiner bestimmten kategorie zuordnen kann.

  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Delius-X

    21. May 2010 um 09:09

    Was für ein Buch!
    Eine wundervolle Herausforderung für alle Leseratten!
    Habe gerade angefangen, es zu lesen und bin schon wie besessen davon ...!
    2666 wird ein Kultbuch werden!

  • Liebe Lesende, habt ihr einen oder mehrere Lieblingssätze aus eine...

    DaniM

    Liebe Lesende, habt ihr einen oder mehrere Lieblingssätze aus einem oder mehreren Büchern? Zumindest einen würd ich gern lesen :-).

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. May 2010 um 15:06

    "Lesen ist wie denken, wie beten, wie mit einem Freund reden, wie seine Ideen darstellen, wie den Ideen der anderen lauschen, wie Musik hören (doch, doch), wie eine Landschaft betrachten, wie am Strand spazieren gehen." 2666 – ein Kosmos für sich! Der verstorbene chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño schrieb mit 2666 einen wundervollen Roman, der den Leser in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Jeder der fünf Teile des Buches erzählt mehrere Geschichten, versteckt in einer! Während der Leser im ersten Teil vier Literaturwissenschaftlern auf der Suche nach dem verschwundenen preußischen Schriftsteller und ihrem Idol Benno von Archimboldi folgt, lässt er sich im zweiten Teil von der Geschichte des Philosophieprofessoren Amalfitano, der ebenfalls Archimboldianer ist und den vier Literaturwissenschaftler bei der Suche nach ihrem Vorbild behilflich ist, begeistern. Doch dann wird er losgerissen, um sich dem dritten Teil hinzugeben, der von dem US-amerikanischen Journalisten Fate erzählt, der für eine Zeitung von einem Boxkampf in Mexiko berichtet. Aber auch hier verweilt der Leser nicht lange, denn im vierten Teil geht es um die spannende Geschichte einer Mordreihen an Frauen in der mexikanischen Stadt Santa Teresa. Und das große Finale, nämlich der fünfte Teil, reizt den Leser zum Lesen ohne Pause, denn hier wird das Rätsel um den Schriftsteller Benno von Archimboldi gelüftet. Die Gemeinsamkeit in allen Teilen ist die Stadt Santa Teresa, die im Norden Mexikos, an der Grenze zu den USA, liegt. Die Literaturwissenschaftler reisen in die Stadt, da dort eine Spur von Archimboldi hinführt, Amalfitano lebt in Santa Teresa, der Boxkampf, über den Fate berichtet findet in Santa Teresa statt, der Frauenmörder verrichtet sein Werk in Santa Teresa und auch Archimboldi war in Santa Teresa. Santa Teresa, die Stadt des Grauens – so könnte man das Zentrum dieses Romans bezeichnen. Die Morde in dem Roman, die alle in Santa Teresa geschehen, gibt es wirklich, nämlich in der mexikanischen Stadt Ciuada Juárez, in der seit 1993 über 400 Frauen ermordet wurden! Daher ist Bolaños Meisterwerk mehr als eine spannende und fesselnde Geschichte, sondern eine wahre, und keine idealisierte, Momentaufnahme der Welt - mit all ihren lauernden Gefahren und Abgründen! Aber auch die Menschen des 20. Jahrhunderts werden in seinem monumentalen, 1093 Seiten umfassenden Werk skizziert. Bolaño versteht es wie kein zweiter, seine Leser zu fesseln und zu begeistern! Mit seinen spannenden Geschichten hält er den Leser dazu an, weiterzulesen – ohne Pause. Die tolle Sprache, die komplexen Sätze und wunderbaren Charaktere sind eine Bereicherung für die Literatur. Mit seinem Vermächtnis „2666“ ist Bolaños größter Traum in Erfüllung gegangen: „Ich schreibe, weil ich geliebt werden und mich in der Unsterblichkeit verlieren will.“ Seine Leser lieben ihn - und mit diesem Buch hat er sich garantiert in der Unsterblichkeit verloren! Erstveröffentlichung: http://literaturecosmos.wordpress.com/

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Babscha

    16. April 2010 um 00:04

    Der leider vor einigen Jahren bereits verstorbene chilenische Autor hat sein zuletzt nicht ganz vollendetes Mammut- u. Hauptwerk von knapp 1.100 Seiten inhaltlich aufgeteilt in fünf Einzelgeschichten, die thematisch lose miteinander verknüpft sind. Letztlich besteht es aus zwei Haupthandlungssträngen. Zum einen ist dies die seit Anfang der 90er-Jahre ununterbrochene und bis heute unaufgeklärte Mordserie an Frauen in der fiktiven nordmexikanischen Grenzstadt Santa Teresa, diese ein Abbild der real existierenden Stadt Ciudad Juarez in Mexiko und der dort identisch ablaufenden Geschehnisse, alles eingebettet in eine lose Rahmenhandlung im Polizeimilieu. Herzstück des Romans ist daneben jedoch die generationstypische Lebensgeschichte des 1920 in Preußen geborenen Hans Reiter, seine Erlebnisse während des 2. Weltkriegs und danach bis Anfang 2000 mit seiner späten Metamorphose zu einem erst im hohen Alter anerkannten und gefeierten Schriftsteller unter dem Pseudonym Benno von Archimboldi, der sich allerdings –vom Leben gezeichnet und innerlich erstarrt- der Öffentlichkeit bewusst und dauerhaft zu entziehen vermag. Die weiteren und vom Umfang deutlich kürzeren Geschichten erzählen von einem Quartett europäischer Literaturkritiker Ende der 90er auf ihrer verzweifelten und erfolglosen Suche nach Archimboldi, von einem Schlaglicht aus dem Leben eines in Santa Teresa wohnhaften Literaturprofessors sowie von einem schwarzen Redakteur aus Harlem in N.Y., der ebenfalls schicksalhaft mit den Mordserien in Santa Teresa in Verbindung kommt. Diese Geschichten sind aus meiner Sicht lediglich als Beiwerk zu den eigentlichen Hauptthemen zu betrachten, durch eine vom Autor offensichtlich bewusst gesetzte Konzentration bzw. Reduktion der hier involvierten Charaktere auf Gewalt, Machtausübung und Ausleben ihres Sexualtriebs als Zerrspiegel gesellschaftlicher Realitäten in Mittelamerika allerdings recht wirkungsvoll. Etwas weniger wäre an dieser Stelle jedoch vielleicht etwas mehr gewesen. Dies gilt leider auch für die akribische, teils abstoßende und auf die Dauer ermüdende Beschreibung der einzelnen Frauenmorde im Sinne einer endlosen Aneinanderreihung von Autopsieberichten über hunderte von Seiten hinweg. Auch hier hat sich mir die damit verbundene Intention des Autors in diesem Umfang nicht vollständig erschlossen. Ein Glanzstück ist allerdings die im letzten Teil erzählte Lebensgeschichte der Person von Hans Reiter und seiner Familie über Jahrzehnte hinweg, glaubhaft und dem Leser mit einer Anbindung an die realen damaligen Geschehnisse im Kriegs- und Nachkriegs-Deutschland interessant bis zum überraschenden Abschluss ausgebreitet. Dieser Buchabschnitt geht tatsächlich unter die Haut und zeugt von großem schriftstellerischem Können. Insgesamt ein aus meiner Sicht zu umfangreich geratenes Werk mit Höhen und Tiefen in einer pessimistischen Grundstimmung im Sinne eines Abgesangs auf gesellschaftliche Normen und Menschlichkeit im allgemeinen, das man, wie vom Autor vor seinem Tod selbst angedacht (jedoch später so nicht umgesetzt), durchaus auch in Einzeletappen lesen kann (ansonsten ist eiserner Durchhaltewille gefragt). Ein Jahrhundertwerk? Aus meiner Sicht nicht ganz. Lesenswert? Unbedingt!

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Moni1986

    12. February 2010 um 08:24

    Nie in meinem Leben habe ich so viele Seiten in so kurzer Zeit gelesen und mich keine Seite lang gelangweilt. Bolanos 2666 gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern aller Zeiten. Berührend, spannend, aufwühlend, unverständlich. Eine Zeitung schrieb letztes Jahr. Wenn Sie nur ein einziges Buch dieses Jahr lesen, lesen sie Roberto Bolano. Nichts hinzuzufügen.

  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    *Wölkchen*

    04. January 2010 um 14:58

    Ist jeder Versuch, die Handlung dieses Romans zu beschreiben, von vornherein zum Scheitern verurteilt? Es scheint so, wenn man Kommentare von enttäuschten Lesern hört und liest, die sich aufgrund von Presse und Klappentext falsche Vorstellungen gemacht haben. Der Klappentext wurde mittlerweile geändert und verrät nun kaum mehr etwas über den Inhalt des Buches. Ein Zeichen des Unvermögens, die Handlung in Worte zu fassen, oder die einzig mögliche Herangehensweise an das Buch – unvoreingenommen und ohne Erwartungen? Ich werde keinen weiteren Versuch wagen, über die Handlung zu schreiben. Ich möchte stattdessen von einer Geburtstagsfeier im großen Kreis erzählen: Man sitzt am Tisch, ins Gespräch vertieft mit einem Freund, der einem ausführlich von seinen neuesten Erlebnissen berichtet. Plötzlich wird man unterbrochen, ein alter Bekannter, den man ewig nicht mehr gesehen hat, tippt einem auf die Schulter – und ehe man es sich versieht, ist man ins nächste Gespräch vertieft. Dazwischen ein kurzer Gang zum Buffet, Wortfetzen, aufgeschnappte Sätze, kurze gedankliche Ausflüge, bis man wieder zurück an den Tisch und zum Gesprächspartner findet. Worüber hatte man gerade gesprochen? Am Ende des Abends blickt man auf fünf ausführliche Gespräche mit Freunden und Bekannten zurück. Teilweise hat man die Erlebnisse des Einen in der Erzählung des Anderen wiedergefunden, die Freunde kannten sich. Dazu kommen zahlreiche, nur nebenbei gehörte Bemerkungen, über den Tisch gerufen, mit einem Ohr wahrgenommen, Momentaufnahmen aus anderen Gesprächen. Es ist spät, das Restaurant schließt, der Heimweg steht an. Viele Fragen bleiben, die Zeit war nicht ausreichend, um sie alle zu klären. Ähnlich erging es mir mit Bolaños Roman: Fünf Teile, die mal mehr, mal weniger miteinander in Verbindung stehen, im Grunde aber alle eine eigene Geschichte erzählen: Von Wissenschaftlern und ihrer Spurensuche, von Tod, Verbrechen und Ohnmacht, vom Werdegang eines Autors - Geschichten, deren Enden wir nicht erfahren. Dazwischen immer wieder Abschweifungen, kurze Erzählungen, die für die weitere Handlung keine Rolle spielen. Was bleibt? Zahlreiche Eindrücke, überwiegend trostlos und schockierend. Das Gefühl, ins Leben eingetaucht zu sein, ein anderes Leben, ein schreckliches Leben, ein realistisches Leben. Und viele Fragen – Fragen die man sich selbst beantworten muss, die Bolaño aufgrund seines frühen Todes nicht mehr beantworten konnte. Bolaños Werk ist kein Roman – es ist ein ganzer Kosmos. Es lohnt sich, diesen Kosmos lesend zu entdecken!

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  • Rezension zu "2666" von Roberto Bolano

    2666

    Claudia-Marina

    02. January 2010 um 17:00

    Eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der modernen Welt – das verspricht mir, droht mir der Klappentext an. Was nimmt man mit auf eine solche Reise, frage ich mich. Nimm mich mit – sagt mein Verstand. Ohne mich wirst du dich dort nicht zu Recht finden. Nein, mich – sagt mein Herz. Du musst auch fühlen können, nicht nur denken. Was nehme ich mit? Der ganze Roman ist für mich wie eine Reise. Sie beginnt bei vier Literaturwissenschaftlern, die den Schriftsteller Benno von Archimboldi suchen, den seit Jahren niemand mehr gesehen hat. Sie reisen um die Welt, zueinander und letztendlich zu sich selbst. Literatur verbindet und trennt sie. Ich reise mit ihnen; und finde es manchmal sehr anstrengend, ihnen zu folgen. Dies ist keine einfache Reise. Nächster Halt Mexiko. Hier geschehen unaussprechliche Dinge. Frauen werden gefoltert, vergewaltigt, ermordet. Unzählige Frauen. Ihre Leichen liegen auf Müllhalden, in Straßengräben. Einfach weggeworfen. Mir stockt der Atem bei den teilweise brutalen Beschreibungen, aber auch bei dem emotionslosen Tonfall, den Bolaño hier anschlägt. Dies ist keine schöne Reise. Und zwischendurch immer wieder Nebenschauplätze; Straßen, die ins Nichts führen, Sackgassen. Ich muss ihnen allen folgen. Denn sie sind es, die 2666 zu einem Hochgenuss machen. Die vielen kleinen Geschichten am Rande, die im Sande verlaufen und ab und zu auch wieder auftauchen und wichtig werden. Kunstvoll gebaute Sätze, grotesker Humor, Horror – ich habe noch nie ein Buch gelesen, das all dies vereint. Die Figuren, die Bolaño erschafft sind so verschieden, so vielschichtig, dass sie einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Authentisch, verletzlich, sympathisch, vulgär, charismatisch, gefährlich, verlogen – ich glaube, meine Adjektive reichen gar nicht aus, um jede ihrer Facetten zu beschreiben. Für mich ist 2666 eines der Highlights des vergangenen Jahres, vor allem sprachlich gesehen. Ständig wechselnd zwischen trivial und anspruchsvoll, langen Erzählpassagen und kurzen Dialogen lässt sich Bolaños Sprache nur schwer beschreiben. Man muss sich auf sie einlassen, sie in sich aufsaugen, ihr folgen. Eine lange Reise geht zu Ende. Ich habe gelacht und geweint. Und bin froh, beides mitgenommen zu haben – Herz und Verstand.

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