Roberto Bolaño Die wilden Detektive

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Inhaltsangabe zu „Die wilden Detektive“ von Roberto Bolaño

Ein Meilenstein in der lateinamerikanischen Literatur »Sie haben mich eingeladen, am viszeralen Realismus teilzunehmen. Natürlich habe ich ja gesagt... Ich weiß nicht genau, was das eigentlich ist«, vertraut Juan Garcia Madero seinem Tagebuch an. Sie: das sind die Köpfe jener literarischen Avantgarde, Ulises Lima und Arturo Belano. Um Definitionen ihrer Bewegung sind die beiden indes wenig bemüht, und auch dem frühreifen Jurastudenten ist das letztlich egal. Freimütig erzählt er von seiner literarischen und sexuellen Initiation: vom fiebrigen Künstlerleben in verrauchten Cafes, von ersten Liebesabenteuern, erbitterten literarischen Feindschaften, von den Auswüchsen eines beginnenden Wahnsinns. Was als Farce begann, wird zu einem irren Unternehmen: Denn als sich Lima und Belano auf die Suche nach einer geheimnisumwobenen Dichterin, der Urmutter des Real-viszeralismus, machen, gehen die beiden zwielichtigen Gestalten dem Leser verloren. Das Detektivische doppelt sich: In Lissabon, Barcelona, Paris, Wien, Tel Aviv wurden sie gesehen. Unzählige Literaten, Dealer, Huren, Psychopathen und Lebenskünstler wissen immer wieder eine neue Geschichte zu berichten, um das abenteuerliche Leben der wilden Detektive zu rekonstruieren. Sind sie zu greifen?

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  • Rezension zu "Die wilden Detektive" von Roberto Bolaño

    Die wilden Detektive
    Lillief

    Lillief

    24. January 2010 um 18:48

    Ja klar, es geht darum dass irgendwelche Südamerikaner eine bestimmte Dichterin finden wollen. Doch diese Geschichte passiert eigentlich nur am Rande. Viel spannender ist es zu verfolgen, wie Roberto Bolano es schafft einfach nur durch die Beleuchtung einzelner, teils Jahre auseinander liegender, Ereignisse, die jeweils aus Sicht der betreffenden Peron erzählt werden, ein ganz eigenes Bild der Dichterszene und des Lebensgefühls Mexikanischer jugendlicher Dichter zu beschreiben. Die Gruppe der Realviszeralisten (auf den ersten Seiten stolpert man jedes mal über dieses Wort) hat es meiner Meinung nach nie gegeben. Ich kam nicht umhin dieses Wort zu googlen... Aber das ist auch egal, das Buch ist glaubhaft, fesselnd und vor allem endlos lang -was gut ist! Nach dem ersten Teil, der aus Sicht einer einzelnen Peron heraus erzählt wird ist man bolano fast böse, dass er den Erzählstil verändert, doch damit versöhnt sich der Leser schnell und lernt den neuen Stil zu lieben. Wirklich lesenswert. Ein Buch zum langen Genießen!

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  • Rezension zu "Die wilden Detektive" von Roberto Bolaño

    Die wilden Detektive
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    13. January 2010 um 12:00

    Wilde Detektive, große Literatur Roberto Bolanos Roman „Die wilden Detektive“ ist ein in jeder Hinsicht literarisches Fest. Arturo Belano und Ulyses Lima sind die beiden passiven Protagonisten dieses komplexen und vielschichtigen Romans, der im ersten Teil als Tagebuch des jungen Möchtegern Schriftstellers und Mitglied der literarischen Gruppe der „viszeralen Realisten“, Juan Garcia Madero. Was der viszerale Realismus sein soll, das ist eine Frage, die die beiden Köpfe der Gruppe, Belano und Lima, wenig bis gar nicht interessiert. In rasantem Tempo lässt Roberto Bolano den Leser an der literarischen und vermehrt sexuell orientierten Entwicklung des jungen Autors teilhaben. Quasi nebenbei erlebt man die Geschichte von Arturo Belano und Ulyses Lima, die am Ende des ersten Teils auf der Flucht vor Zuhältern und Mördern verschwinden. Opulent fabuliert und inszeniert Roberto Bolano dieses schelmisch und möglicherweise doch auch autobiographisch angehauchte Leseerlebnis. Die scheinbar unmotivierten erotischen Eskapaden des Tagebuchführenden sind der Grundstein für das Verständnis des zweiten Teils, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und aus Aussagen, bzw. Berichten von Personen, die mit den beiden Verschwundenen, Arturo Belano und Ulyses Lima auf ganz unterschiedliche Weise in Kontakt waren, besteht. Wenn hier Zuhälter, Drogendealer, Huren, Psychopathen, verflossene Freundinnen, Lebenskünstler und Literaten in Tel Aviv, Mexico, San Diego, Barcelona, Paris und Wien zu Wort kommen, so erlaubt das Bolano die Zeichnung eines fantasievollen, farbenreichen biografischen Bildes; serviert mit unzähligen Pointen, feinen Anspielungen auf die südamerikanische Literatur und deren verschiedene Richtungen. So ergibt sich eine Doppelbiografie, die, zusammengesetzt aus mühsam zusammengefügten Teilen, sich dem Leser erst im Ganzen offenbart. Mit Verlauf dieser Berichtsammlung bremst Roberto Bolano das Tempo sukzessive ab, um im kurzen dritten Teil, der die Tagebucheinträge des jungen Juan Garcia Madero weiterführt und quasi Epilog und Aufklärung der verzweifelten Suche nach der geheimnisvollen und ebenso unauffindbaren Mutter des viszeralen Realismus ist, dem schelmisch augenzwinkernden Ende rasant entgegenzurasen. „Die wilden Detektive“ ist ein großes Stück wilder Literatur. Ein ganz eigenständiger und unverwechselbarer Roman, ein wildes Abenteuer, ein frivol spannendes Road-Novel, ein selbstironisches Portrait eine Schriftstellers, der sich möglicherweise auf verschiedene Protagonisten aufgeteilt, dem Leser offenbart. Wer bereit ist, sich in diesem unvorhersehbar spannenden Roman fallen zu lassen, der wird von Roberto Bolano reichlich belohnt. Wer diesen Roman nicht liest, dem entgeht eine wahre literarische Sternstunde.

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  • Rezension zu "Die wilden Detektive" von Roberto Bolaño

    Die wilden Detektive
    Boris

    Boris

    06. December 2009 um 18:52

    Es wird wie in 2666 wieder ein Dichter gesucht. Falsch, natürlich eine Dichterin. Cesárea Tinajero, Gründermutter der Dichtergruppe der Realviszeralisten, Herausgeberin einer Zeitschrift von der noch ein Exemplar der einzigen Ausgabe existiert. In dieser Zeitschrift kann man das einzige Gedicht der Dichterin "lesen". Lesen in Anführungszeichen, weil das Gedicht nur aus Linien besteht. 50 Jahre nach Veröffentlichung der Zeitschrift gründen Arturo Belano und Uilises Lima die neue Gruppe der Realviszeralisten. Mit Handlung kommt man auch bei diesem Roman von Roberto Bolano nicht wirklich weiter. Der Hauptteil besteht aus Berichten von Menschen die Belano und Lima in über 20 Jahren überall auf der Welt treffen, von Mexiko City über Europa bis nach Israel und zurück. Aus diesen Fragmenten entsteht eine ganz eigene Welt, die ganz die unsere ist, aber gleichzeitig weit darüber hinaus reicht. Ein Portrait einer Generation lateinamerikanischer Intellektueller. Ich gestehe: ich bin Bolano süchtig! Noch ein Zitat:"Aber Cesárea faselte weiter von kommenden Zeiten, bis die Lehrerin, um das Thema zu wechseln, fragte, was das denn für Zeiten seien und wann das sei. Cesárea nannte ein Datum: Irgendwann um 2600 herum. Zweitausendsechshundert und ein paar zerquetschte,...." (Seite 758)

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