Roberto Costantini

 4.2 Sterne bei 50 Bewertungen
Autor von Du bist das Böse, Die Saat des Bösen und weiteren Büchern.
Roberto Costantini

Lebenslauf von Roberto Costantini

Roberto Costantini erblickt im Jahr 1952 in Tripolis das Licht der Welt. Costantini hat eine erfolgreiche Laufbahn als Ingenieur und Unternehmensberater hinter sich. Heute unterrichtet er als Dozent an einer freien Universität in Rom als Dozent. Sein Debüt als Autor feiert er mit dem Werk "Du bist das Böse". Noch vor der Veröffentlichungwurde es an zahlreiche, internationale Verlage verkauft. Sofort nach Erscheinen, kletterte es an die Spitze der Bestsellerlisten. Der Roman "Du bist das Böse" ist der erste Band einer Trilogie mit dem Kommisar "Michel Belistreri" Die Filmrechte wurden bereits an Rai Cinem verkauft, die Dreharbeiten sind für Anfang 2013 geplant. Costantini schreibt gerade am zweiten Band der Trilogie.

Alle Bücher von Roberto Costantini

Du bist das Böse

Du bist das Böse

 (31)
Erschienen am 14.10.2013
Die Saat des Bösen

Die Saat des Bösen

 (12)
Erschienen am 10.04.2017
Das Böse vergisst nicht

Das Böse vergisst nicht

 (7)
Erschienen am 12.02.2018
Root of All Evil

Root of All Evil

 (0)
Erschienen am 31.07.2014
The Deliverance of Evil

The Deliverance of Evil

 (0)
Erschienen am 06.03.2014

Neue Rezensionen zu Roberto Costantini

Neu
catching_wordss avatar

Rezension zu "Das Böse vergisst nicht" von Roberto Costantini

Interessanter Thriller mit einigen Schwächen
catching_wordsvor einem Jahr


Charaktere


Leider waren es durchweg unsympathische Charaktere, die wenig Tiefe hatten und die kein Identifikationspotential boten.
Vielleicht muss man Teil 1 und 2 gelesen haben, um sie besser zu verstehen.
Aber gerade Mike/Michele oder wie er sonst noch genannt wurde (auch sehr verwirrend, dass ein Protagonist in verschiedenen Zeiten verschiedene Namen bekommt), war mir sehr suspekt. Erst der kriminelle junge Mann und dann bei der Mordkommission als Polizist.
Alle Charaktere waren wirklich undurchschaubar, war bei einem Thriller zwar gut sein kann, hier aber eher zur Irritation führte.


Meine Meinung


Ein Thriller, der viel politische Kritik beinhaltet, wenn es um die Affairen im Nahen Osten und um Gadaffi geht, aber leider schwach an vielen Stellen.


Besonders störend sind die ständigen Zeitsprünge. In der Mitte des Buches wechselt fast jeden Kapitel zwischen 2011 und 1969. Zu verwirrend, da man auch zu Beginn nicht wirklich versteht, in wieweit diese Ereignisse zusammenhängen.
Für den Leser ist es nur ein unzusammenhängender Wechsel.


Das Buch hat wirklich stark begonnen Man wurde in die Geschiche eingeführt, der besagte Mord geschieht aber auch erst nach etwa 100 Seiten und ist dann Auslöser für viele ineinander verstrickte Geschichten, die im Laufe des Buches alle erzählt werden.
Am meisten hat mich dabei immernoch die Entwicklung von Mike/Michele Balistreri verwirrt.


Leider waren die Geschichten am Anfang so zusammenhangslos und unverständlich, dazu all die italienischen Begriffe und die Machtspiele von Gadaffi und denen, die aufständig gegen ihn waren - das alles ergibt manchmal keinen wirklichen Sinn, dass das Lesen langatmig und anstrengend wird.


Dieser eine Mord an Bord des Schiffes ist am Ende der Auslöser dafür, dass 5 andere Geschehnisse aus der Vergangenheit (50 Jahre zuvor) endlich gelöst werden.
Teilweise war es einfach zu viel.
Und nebenbei ist dadurch auch nicht wirklich dieser Thriller-Effekt aufgetaucht.


Dennoch fiebert man mit und will wissen, warum genau all das zusammen hängt. Was ist das große Bild, wenn man alle kleinen Puzzleteile zusammensetzt?
Auch die ganzen Recherchen und Schilderungen sind wirklich sehr gut gelungen.


Das Böse vergisst nicht bildet den Abschluss der Trilogie von Roberto Constantini.
Aber es ist durchaus möglich den Teil auch einzeln zu Lesen, ohne die Vorbände zu kennen.
Vielleicht lernt man da zwar die Protagonisten besser kennen und versteht die eine oder andere Anspielung, aber auch einzeln ist der Teil ein interessantes Lesevergnügen, dass einen an so mancher Stelle zum Nachdenken anregt.

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Kaisus avatar

Rezension zu "Das Böse vergisst nicht" von Roberto Costantini

Für Liebhaber italien. Krimi
Kaisuvor einem Jahr

„Ich konnte das Raunen ihrer Gedanken hören, aber ihren Lauf nicht ändern. […] Nicht einmal ein Schrei begleitete ihren Sturz. Und die Stille änderte für immer mein Leben.“ (S.7)

Michele Balestreri ist inzwischen ein Mann höheren Alters und trotzdem noch nicht alt genug, um seine letzten Lebenstage auf der Couch herumlümmeln zu können. Aktuell arbeitet er für die Mordkommission in Tripolis. Mehr recht als schlecht, denn seine Motivation der frühen Jahre ist nie so recht zurückgekehrt. Egal wie sehr sein Kollege Corvu auch an ihn glaubt, so richtig aufbauen kann selbst er ihn nicht.

Da kommt es gerade recht, dass die Journalistin und alte Bekannte Linda Nardi, einen Hinweis der Geldwäsche nachgeht, der es in sich hat. Denn statt klein anzufangen, packt sie sich direkt die großen Fische der Wirtschaft an. Während ihrer Recherche kommt eine junge Frau mitsamt Tochter ums Leben. Bei einem kurzem Hinblick könnte man denken, dass es Selbstmord gewesen ist.

Aber, wer auch immer der Täter war, hat seinen inszenierten Mord schlecht vertuscht. Oder wollte er Michele Blut schnuppern lassen? Denn je mehr er sich in den Fall vertieft – nicht gerade freiwillig – umso mehr, muss er sich mit den Schatten seiner Vergangenheit auseinander setzen. Diese huschen seit Jahrzehnten um ihn herum und kommen nicht zur Ruhe. Doch nun hat er die Chance auf den Tisch zu hauen und klar Schiff zu machen.

„Normalerweise hilft die Vergangenheit, die Gegenwart zu verstehen. Aber in diesem Fall ist es anders. Sie tun gut daran, sich damit abzufinden.“ (S.192)

Man kann es sich schon denken: Ein Spaziergang wird das nicht werden. Schließlich ist bekannt, dass ein zielgerichteter Michele äußerst hartnäckig sein kann und gerne dunkle Geheimnisse an das Tageslicht zerrt. So hat er zum Beispiel endlich die Möglichkeit zu erfahren, was denn nun damals mit seiner geliebten Mutter passiert ist. Deren Tod und seine Schuldgefühle ihn bis heute belasten. Ob man ihm diese Wahrheit nun erzählen wird?

„Das Böse vergisst nicht“ ist ein äußerst zutreffender Buchtitel. Hier sammelt sich nun alles, was in den ersten beiden Bänden offen geblieben ist. Ich kann also vorweg nehmen: Ja, es wird ein rundes Ende. Als Leser schlägt man das Buch zufrieden zu und hat nicht das Gefühl im Stich gelassen worden zu sein.

Was mir ebenso positiv aufgefallen ist, ist der Lesefluss. Hatte ich bei den Vorgängern zeitweise das Gefühl von Informationen, Macht und Gewalt erschlagen zu werden – da einfach so umfangreich und zeitnah recherchiert wurde – so war dies hier nicht der Fall. Zwar ist der Text immer noch voll mit Informationen, aber sie scheinen besser verteilt zu sein.

„Die Mank wird dort enden, der Blutspakt wird dort enden, mein Leben wird dort enden.“ (S.337)

Und was ist mit Tea? Den gibt es auch, vor allen in Libyen, wo Michele erneut einreisen muss. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Zwar seicht, aber dennoch immer im Hintergrund vorhanden. Manche Züge ahnt man und wird wirklich erst im letzten Moment bestätigt oder eben nicht. Selbst Schockmomente kommen plötzlich daher, die man so nicht gewohnt ist von Roberto Costantini.

Vom Aufbau her bleibt sich der Autor treu. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab. In dem Fall die Jahre 2011 und 1969/1970. Die Übersicht verliert man dabei nicht im geringsten, da immer mit Kapitelüberschriften, das Land, die Zeit und der Name, der sprechenden Person genannt wird. Als besonderes i-Tüpfelchen, werden die  Ereignisse der Vergangenheit, jeweils aus der Ich-Perspektive beschrieben.

Alles in allem bekommt das Buch und somit auch die Trilogie ein fettes Däumchen nach oben! Absolut lesenswert, wenn man einen Krimi lesen möchte, der mit einer Menge italienischen Temperament gefüllt ist.

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M

Rezension zu "Das Böse vergisst nicht" von Roberto Costantini

Fulminantes Finale
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Fulminantes Finale

Es ist nicht unbedingt dieser „eine Fall“, es ist nicht, dass manche Personen immer wieder in seinem Leben auftauchen, nicht, dass es doch „der alte Feind“, „Das Böse“ ist, dass sich in einigen immergleichen, oft aber in neuen Personen mit „dem gleichen alten Gesicht“ zeigt.

Korruption. mächtige Männer, die ihren Teil nicht unbedingt mit fairen Methoden zu sichern denken, kaltblütige Morde, die fast ungesühnt bleiben würde. Hätte, ja hätte sich Kommissar Michele Balistreri nicht irgendwann in seinem Leben „gehäutet“. Mehrfach eigentlich, vor allem aber vom hedonistischen Zyniker zum innerlich unerbittlichen Kämpfer gegen „Das Böse“.

Wie im ersten Fall, mit dem Constantini den Leser mit seinem Commissario bekannt machte, wird auch hier eine Frau ermordet. Und auch das letztlich nicht nur von „dem Mörder“, sondern vor allem aus „den Umständen heraus“, aus denen der Mord geschah.

Und, was den zweiten Fall des Mannes angeht, wird in diesem abschließenden Roman Balistreri an die Stätte seiner Kindheit nach Lybien zurückkehren.

Und dort auf seine Vergangenheit, auf wichtige Momente seiner Familiengeschichte treffen, die er teils verdrängt hat, teils einfach erst jetzt im Gesamten versehen lernen wird (eher verstehen lernen muss).

Und immer wieder, das ist das Thema dieser sprachlich hervorragend und psychologisch filigran verfassten Romane, geht es um den Kampf des Einzelnen gegen die Korruption als solche. Mit dem Verdacht beim Leser, je länger er liest, dass Korruption nicht primär einer inneren Haltung bedarf, sondern eher aus Gelegenheiten erwächst und so ziemlich für jeden, der die Chance hat, darin „mitzuspielen“, zur Gewohnheit, zum alltäglichen Handeln, zum „eigenen Recht“ scheinbar wird.

Und jeder, der dabei stört, der etwas Wissen könnte, der keine Ruhe lässt, wird zum Schweigen gebracht. Selbst wenn die eigene Familie vor langer Zeit bereits die Finger zumindest im Geschäft eifrig mit drin hatte.

„Die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Italien und Libyen werden in zweierlei gründen: Erdöl und Autos“.

Und da ist nicht nur offiziell viel zu holen, da könnte Geld aus vielen Kanälen fließen, mit der entsprechenden Skrupellosigkeit.

Vielfach sind die Personen, die im Roman miteinander verbunden auftreten werden, auf der einen oder der anderen Seiten. Hartnäckig und hart verfolgt Balistreri zunächst den Fall einer ermordeten Hostess, um damit in ein Wespennest aus Intrigen und verdeckten Geschäften der „höheren Gesellschaft“ zu stoßen, dass das ein oder andere Mal droht, ihm selbst um die Ohren zu fliegen.

Und wie gewohnt legt Constantini einiges an falschen Spuren, setzt für den Leser und die Ermittler die ein oder andere in Sicherheit wiegende Gewissheit, die nicht lange halten wird und bohrt seinen schmerzenden Zeigefinger tiefer und tiefer in die schwärenden Wunden einer (immer schon) korrupten, gierigen und egozentrischen Welt, in der, da ist Constantini weiter eng an der Realität, der „Fisch immer vom Kopf her stinkt“.

Einer Welt, der man mit Abhärtung, Zynismus eher begegnen kann und in der Mann mit solchen Eigenschaften besser besteht, als mit Empathie und Nachgiebigkeit. Denn, auch das gilt weiterhin, auch die Methoden des Kommissars sind nicht immer astrein, eine Beugung von Regeln wird sich auf allen Seiten am Ende finden, ein Handeln in Stereotypen von „Gut und Böse“ ist Constantinis Sache nicht.

Was auch diesen Thriller mit einer ganz eigenen, reizvollen Atmosphäre, hohem Tempo und tiefem Blick für die moderne Welt versieht.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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