Roberto Costantini Die Saat des Bösen

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Inhaltsangabe zu „Die Saat des Bösen“ von Roberto Costantini

Libyen, 1960er-Jahre: Außerhalb von Tripolis wohnt die Familie Balistreri in einer prächtigen Villa. Ihr Sohn, der aufsässige Michele, hat es als Jugendlicher nicht leicht: Sein Vater ist indirekt am Militärputsch beteiligt, der Gaddafi zur Macht verhilft, seine Mutter stirbt unter mysteriösen Umständen; weitere Mordfälle beunruhigen die Bevölkerung. Als die Zeiten immer gefährlicher werden, geht Michele ins ungeliebte Italien. Protegiert von seinem einflussreichen Vater, wird er Polizeikommissar. Er erledigt diesen Job lustlos und zynisch – bis plötzlich eine Spur auf die mysteriösen Tode in Libyen verweist und sein Ehrgeiz geweckt wird…

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  • Ein fesselnder Politthriller in Bella Italia.

    Die Saat des Bösen
    mordsbuch

    mordsbuch

    11. March 2016 um 09:05

    Die „Saat des Bösen” ist der 2. Band einer Trilogie von Autor ist Roberto Costantini. Das Buch startet in den Sechzigern. Michele ist der jüngste Sohn des mächtigen Salvatore Balistreri. Er genießt es, sein Sohn zu sein. Doch das unbeschwerte Leben ist vorbei, als die Nachbarstochter ermordet wird. Es gibt verschiedene Meinungen zu dem Mord, und Michele denkt das der falsche Mann dafür verurteilt wurde. Wenige Jahre später stirbt seine geliebte Mutter und auch hier will Michelle nicht an einen angeblichen Unfall glauben. Als Erwachsener lebt Michele in Rom. Er ist Polizist. Doch die Aufklärung seiner Fälle interessiert ihn nicht wirklich, lieber amüsiert er sich mit schönen Frauen und spielt Poker. Als eine Austauschstudentin ermordet wird, führen ihn die Spuren nach Libyen, zurück in Micheles Vergangenheit ….Die Geschichte beginnt in den Sechzigern in Libyen, und man lernt Michele als einen selbstbewussten Jungen kennen.Nach der Machtübernahme durch Gaddafi wird seine Familie zur Ausreise gezwungen.Weiter geht es im Jahre 1982, der meiner Meinung nach der bessere Teil ist, mit mehr Spannung. Man trifft auf alte Bekannte aus dem ersten Teil der Trilogie, und erfährt mehr über Micheles Verhalten. Nach dem Tod der Austauschstudentin erfährt man viel über die Machenschaften der Mafia und die politischen Machtverhältnisse. Im zweiten Band der Trilogie geht es sehr viel um Politik. Hochrangigen Herren fühlen sich durch Micheles Ermittlungen auf die Füße getreten. Jedoch muss Michele Balistreri bald feststellen, dass die Saat des Bösen in Vergangenheit gelegt wurde, in seiner Vergangenheit.Fazit: Ein fesselnder Politthriller in Bella Italia.

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  • Tripolis

    Die Saat des Bösen
    walli007

    walli007

    01. March 2016 um 17:11

    Michele Balistreri wächst in den 1960er Jahren in der italienischen Kolonie in Tripolis auf. Sein Vater Ingegnere Balisteri lenkt die Geschicke seiner Landsleute, aber auch in der politischen Landschaft Libyens mischt er mit. Die Kindheit Micheles ist relativ unbeschwert. Als Sohn eines wichtigen Mannes kann er sich einiges erlauben. Mir seinen Freunden Nico, Karim und Ahmed bildet er ein unzertrennbares Team. Sogar Blutsbrüderschaft wird geschlossen. Die vier erleben die Umwälzungen in dem nordafrikanischen Land. Als Balistreri Jahre später nach Italien zurückkehren muss, fühlt er sich dort nicht daheim. Nur mit Mühe gelingt es der Familie ihn, den missratenen Sohn, bei der Polizei unterzubringen. Beginnt man mit der Lektüre dieses Romans kennt man Michele Balistreri schon aus „Du bist das Böse“. Bei Ankündigung dieses zweiten Bandes der Trilogie fragte man sich vielleicht, wie es dem Autor gelingen wird, das Interesse des Lesers aufrecht zu erhalten, wenn er von Micheles Jugend in Tripolis berichtet. Nun, die Antwort bekommt man jetzt. Als Sohn eines Italieners mit Verbindungen bekommt Michele mehr von den geschichtsträchtigen Ereignissen in Libyen mit als so manch anderer. Aus seiner jugendlichen und damit auch etwas radikalen Weltsicht urteilt mitunter sehr scharf und nimmt das Recht in seine eigenen Hände. Sein Vater hält dabei eine schützende Hand über ihn und hat Mühe, seinen Sohn zu retten.  Ein wunderbares aber auch hartes Kaleidoskop der Entwicklung Libyens von der Monarchie zur Diktatur lässt einen beim Lesen den Atem stocken. Mit welcher Dreistigkeit einige Strippenzieher, die schließlich nur eigene egoistische Ziele verfolgen, die Geschicke eines Landes vermutlich nicht zum Besseren wenden. Und auch die Bezüge zu den späteren Jahren in Italien sind so geschickt gewählt, dass der Roman in keinem Moment an Spannung verliert. Ein herausragender politischer Kriminalroman, der Ereignisse in ihrer ganzen Grausamkeit und Härte schildert. Der Geschichte nahebringt und verständlich macht, der einen von der Umtriebigkeit der Mächtigen überzeugt, die eben nicht immer zum Wohle der Menschen handeln. Der einen gescheiterten Jugendlichen, der doch noch etwas wie Ehre zu haben scheint, auch wenn er diese etwas zu vehement verteidigt, zu einem gelangweilten, distanzierten und faulen Polizisten werden lässt, der durch die Verbindung zur Vergangenheit schließlich doch den Willen, zur Klärung eines Falles bekommt und doch vor der Macht zurückstecken muss. Ein äußerst gelungener zweiter Band, der die Hoffnung weckt, dass auch der dritte Band um Michele Balistreri möglichst bald auf Deutsch erscheinen möge. 4,5 Sterne

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  • "Die Saat des Bösen"

    Die Saat des Bösen
    Kaisu

    Kaisu

    25. January 2015 um 16:08

    Tripolis im Jahre 1969. Die junge Nadia al-Bakri wird ermordet aufgefunden. Es ist die junge Nachbarin der Familie Balistreri. Dieses Ereignis brennt sich in die Erinnerungen von dem jugendlichen Michele tief ein. Hat hat er sie doch gemocht und geschätzt. Doch wie kam es dazu? Was ist passiert, an jenem Tag, als der Gibli wieder einmal wütete und eigentlich jeden dazu zwang in seinen eigenen vier Wänden zu bleiben? Nur wenige Zeit später muss er erfahren, dass sein Vater an einem Militärputsch seine Hände im Spiel hat und somit Gaddafi zur Macht verhalf. Eine Wendung, die das komplette Leben in Libyen verändert und die italienischen Familien zum Aufbruch zwingt.  Doch wäre das nicht schon schlimm genug, stirbt kurz darauf seine geliebte Mutter durch ihre eigene Hand. Ist das noch Zufall? Zwei Frauen in seinem Umfeld sterben innerhalb kürzester Zeit und die Erwachsenen nehmen alles wie gegeben hin? Diese Frage wird Michele Balistreri noch viele lange Jahre verfolgen, bevor er sie endlich klären kann. Der Einstieg in das Buch beginnt elf Jahre vorher. Es ist Februar. Es ist warm. Es ist das Festival von Sanremo. Michele ist glücklich. "Das Leben ist wunderschön und liegt noch vor mir." (S.15) Ein Satz, der dem Leser schon einen Schauer über den Rücken rieseln lässt, weiß er doch WIE sich das Leben des jungen Mannes noch verändern wird. Aber noch genießt er die Unbeschwertheit der Jugend. Zusammen mit seinen Freunden Nico, Ahmed und Karim schließt er sogar eine Blutsbruderschaft ab. Sie bauen Dummheiten, werden zurecht gestutzt, machen neue Erfahrungen und reifen langsam zu erwachsenen Männern heran. Dann passieren jedoch die einschneidenten Ereignisse und die Freundschaft der Vier wird auf eine harte Probe gestellt. So tief die Verbundenheit zu seinen Freunden ist, so oberflächlich ist die zu seinem Vater. Immer wieder versucht dieser seinen jungen Sohn in die Politik und die Geschäfte einzubinden. Er will ihn ebenso dazu bringen nach Italien zu reisen, dort zur Schule zu gehen, zu studieren. Allerdings weigert sich Michele vehement dagegen. "Ich mag Geschäfte nicht, Papa. Und Italien mag ich auch nicht. Ich werde nie dort leben." (S.175)  Nach dem Putsch und unter der Regierung von Gaddafi wird er jedoch gezwungen zu fliehen. Ihm bleibt aufgrund der Umstände gar keine andere Wahl. Mehr schlecht als Recht schlägt er sich in seinem gehassten Land Italien durch. Bis ihn sein Bruder Alberto eine Reißleine zuwirft und ihn zu einem sicheren Job verhilft.  "So bekam ich 1980 meine erste Stelle als Kommisar, und zwar in Vigna Clara, einer der friedlichsten Gegenden Roms." (S.359) Wie man jetzt vielleicht gemerkt hat, nähern wir uns langsam Band 1 "Du bist das Böse an". Dort begannen die schicksalhaften Ereignisse rund um die Ermordung von Elisa Sordi im Jahre 1982 in Italien. Entsprechend kann man einige gedanklich Parallelen ziehen und erinnert sich an den mürrischen Frauenhelden Michele, dessen Leben nur aus Sex, Pokern, Whisky und Zigaretten besteht. Das hat sich natürlich nicht geändert. Man beschreitet nur einen weiteren wichtigen Pfad in dem Leben des Balistreris. Dieser führt nun zu einem anderen Mordfall und gleichzeitig bittet ihn sein kranker Vorgesetzter Teodori um Hilfe. Als eine Gegenleistung, dafür, dass er die miserablen Ermittlungen rund um Elisa auf sich nahm. Michele soll seine 18jährige Tochter Claudia beobachten. Er hat Sorge, dass sie sich im falschen Kreis bewegt und da er selbst aus Gesundheitgründen nicht der Vater sein kann, der er möchte, soll nun unser arroganter selbsteingenommener Held diese Position übernehmen. Was durchaus zu komischen Situationen führt. Die Ermittlungen um zwei aktuelle Mordfälle nehmen Michele jedoch bald mehr ein, als die Aufgabe des Aufpassers. Plötzlich werden Verbindungen zu dem Mord mit Nadia in Tripolis sichtbar. Sein Hirn fängt auch zu rauchen und der Jagdinstinkt ist geweckt. Doch auch seine Wut bleibt nicht lange unterdrückt, denn mit der Vergangenheit kommen auch Gesichter zurück, die er lieber nie wieder gesehen hätte. Da er den gleichen Fehler wie bei Elisa nicht einmal begehen möchte und außerdem die volle Wahrheit wissen will, verbeißt er sich regelrecht in den Fall und kommt einer traurigen Gewissheit auf die Spur. Der Titel "Die Saat des Bösen" sagt eigentlich schon alles. Man erfährt nun endlich warum Michele Balistreri zu dem geworden ist, was er heute darstellt. Wer oder was ihn so prägnant beeinflusst hat und schon kann man ihn besser verstehen. Er wächst einem noch mehr ans Herz. Denn nun kann man seine Handlungen, seine Neigungen viel besser nachvollziehen und akzeptieren. Roberto Constantini legt in dem zweiten Teil genau die gleiche Leidenschaft hinein, wie in Band 1. Hier wird auch viel historisches wieder mit eingebunden, was das Ganze irgendwie realistischer erscheinen lässt. Der Aufbau ist fließend von Jahr zu Jahr, mit wenigen kleinen Sprüngen. Nur zu Beginn kommt eine unbekannte Person zu Wort, was mit kursiver Schrift deutlich sichtbar ist. Wer das ist und mit wem diese Passagen zusammenhängen wird schnell klar, wenn man sich in das Buch vertieft. Ansonsten berichtet Michele uns wieder alles seitenlang aus der Ich-Perspektive und lässt erst in den späteren Abschnitten auch die junge Claudia zu Wort kommen. Diese beiden Stränge verflechten sich immer mehr. Ab einem gewissen Punkt ahnt man die Wahrheit, wenn sie jedoch ans Tageslicht kommt, muss man erst einmal gewaltig schlucken... Abschließend kann ich diesen Band nur genauso sehr loben, wie den Vorgänger. Man geht in eine Tiefe, die man so nicht erwartet und saugt jedes Wort des dicken Schmökers in sich auf. Besser als zum Vorband fand ich hier sogar, dass man nie den Faden verloren hat, wenn man das Buch mal beiseite legen musste. An die italienischen Namen hat man sich hier schon gewöhnt und somit auch damit nicht ins stolpern. Ja, ich kann nur empfehlen diese Reihe zu lesen und ich freue mich schon auf den abschließenden dritten Teil! 9 von 10 Punkten

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  • Die Saat des Bösen

    Die Saat des Bösen
    Bellexr

    Bellexr

    18. September 2014 um 11:55

    Libyen in den Sechzigerjahren. Der junge Michele wächst als jüngster Sohn des mächtigen Salvatore Balistreri heran. Mit seinen drei Blutsbrüdern verbringt Mike die meiste Zeit und genießt das Privileg als Sohn eines Mannes aufzuwachsen, der über großen politischen Einfluss verfügt und als wichtigster Italiener Tripolis gilt. Doch die unbeschwerte Jugend ist vorbei als die Nachbarstochter ermordet wird und nach Mikes Meinung der falsche Mann dafür verurteilt wird. Nur wenige Jahre später, am Tag des Gaddafi-Militärputschs, stirbt seine geliebte Mutter. An einen Unfall mag der mittlerweile 18-jährige Mike nicht glauben. Viele Jahre später lebt Michele als Polizist in Rom, die Aufklärung seiner Fälle interessiert ihn nicht, viel lieber verbringt er seine Zeit mit schönen Frauen und dem Pokern. Doch dann wird in seinem Bezirk eine junge Austauschstudentin ermordet und die Spuren führen nach Libyen, tief zurück in Micheles Vergangenheit.   Mit dem Einstieg in den zweiten Thriller um seinen Commissario Michele Balistreri macht es Roberto Constantini seinen Lesern etwas schwer, wenn man bereits von Anfang an eine spannungsgeladene, temporeiche Story erwartet. Denn die Geschichte beginnt Anfang der 60er Jahre in Libyen und man lernt einen selbstbewussten Schuljungen kennen, der am liebsten die Zeit mit seinen Freunden Achmed, Nico und Karim verbringt, wobei Mike durch seine privilegierte Herkunft der Kopf der Blutsbrüderbande ist. Die Zeit in Libyen und somit die Kinder- und Jugendzeit von Mike in Tripolis und Umgebung nimmt bald die Hälfte des Romans ein.   Doch diese ausführliche, bildhafte, lebendige Darstellung des damaligen Lebens der Italiener in Libyen mit ihrer späteren Zwangsausreise kurz nach der Machtübernahme durch Gaddafi ist maßgeblich entscheidend für den weiteren Verlauf der Geschichte. Dieser Teil des Buches ist zwar selten spannend, aber Roberto Constantini versteht es hervorragend, einem das Leben in Libyen, das Machtgefüge der Regierung, die Einflüsse der Italiener im Land und die schleichenden Veränderungen durch die Machtübernahme von Gaddafi zu vermitteln. Und hilft somit schlussendlich auch, den Zynismus und die Frustration von Mike zu verstehen, welche er selbst Jahrzehnte später in Rom nicht ablegen kann und seinen Zynismus eher sogar kultiviert hat.   Der eigentliche Thriller beginnt im Jahr 1982, dem Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft. Und auch schon der erste Band spielte anfangs in diesem Zeitraum, worauf ab und an auch Bezug genommen wird. So trifft man auf viele Altbekannte und kann nun das Verhalten von Michele besser nachvollziehen wie auch sein Zerwürfnis mit seinem Vater. Im zweiten Teil der Geschichte zieht der Autor die Spannung dann merklich an, der Fall um die die tote Austauschstudentin entwickelt sich mehr als komplex und Roberto Constantini vermittelt seinen Lesern sehr gut die politischen Machtverhältnisse in Italien und  die Einflüsse der Mafia auf die Regierung wie auch das Leben in Rom an sich, Korruption ist gang und gäbe und ohne gute Kontakte tritt man auf der Stelle.   Politisch wird es im zweiten Band der Trilogie, Michele tritt mit seiner Verbissenheit bald schon einigen hochrangigen Herren auf die Füße, die über beste politische Beziehungen bis in die höchsten Kreise verfügen. Und bald muss Commissario Michele Balistreri feststellen, dass die Saat des Bösen tief in der Vergangenheit gelegt wurde – in seiner eigenen Vergangenheit.   Fazit: Ein Roman über das Leben in Libyen in den 60er Jahren sowie ein hochspannender Politthriller aus der italienischen Hauptstadt – ein fesselnder Mix.

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  • Breit und weit angelegt

    Die Saat des Bösen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. September 2014 um 12:38

    Breit und weit angelegt Alle Stärken, die Constantini bereits in seinem ersten Roman um den differenzierten Kommissar Michele Balistreri überzeugend umgesetzt hat, kommen auch in diesem zweiten Band zum Tragen. Mit noch feinerem Schliff, was die Personen angeht, mit einem Lebensweg und einem „Fall“, der diesen Lebensweg begleitet, der vielfach verzweigt ist und dennoch in allen Teilen ein in sich geschlossenes, emotional aufwühlendes „großes Ganzes“ ergibt. Wie der junge italienische Polizist zuvor zu einem linksradikalen Mann geworden war, warum Michele in seinen jungen Jahren vor Zynismus fast überlief und außer einer massiv lustorientierten Lebensweise wenig anderes interessant fand, wie aus diesem zynischen Polizisten dann ein innerlich verwundeter, mitgenommener Mann wurde, all dies erzählt Constantini nun in diesem zweiten Band von der Kindheit des Mannes an. Und noch viel mehr. Denn ebenso wie im ersten Fall bindet Constantini die Ereignisse dieses Buches in Libyen und Italien eng an die Korruption, die „mächtigen Männer“ im Hintergrund, die sich kaum je selber die Finger schmutzig machen, aber eine Spur des Blutes und der Sorge allein für das eigene Wohl hinter sich her ziehen. Ungestraft. Fast. Vom missbrauchenden Priester in Tripolis (eine kleine Geschichte zum Einstieg, scheinbar nur zur Demonstration der „Blutsbrüderschaft“ der vier Jungen gedacht. Aber man sollte bei Constantini nie die Folgen kleiner bis kleinster Begebenheiten unterschätzen) über den „Mann im Hintergrund“, der lybisches Öl für Italien zu sichern gedenkt bis hin zu Micheles Vater, dem „Ingenieur“ und seinem Großvater, italienische „Größen der Gesellschaft“ im Tripolis der 60er Jahre. Oder der Mann „vom Dienst“ in der Nachbarvilla, William Hunt mit seiner Familie. Die Tochter des Hauses, Laura, wird Michele innerlich tief treffen und für das Leben verwunden, fast ohne es zu beabsichtigen. „Ich bin der unbegabte Sohn. Der sich prügelt und Tiere erschießt“. Innere Befindlichkeiten und Wunden, die Constantini präzise und nachhallend schildert und damit die Grundatmosphäre des Romans von Beginn an fühlbar in den Raum setzt. Oder der „Junge von der Tankstelle“, Nico, der mit Michele, Karim und Ahmed (den Söhnen eines Angestellten) sich eng verbindet. Und doch wird aus dieser Blutsbrüderschaft Mord und Totschlag entstehen, Härte und Brutalität. Momente, die Constantini zunächst hintergründig, langsam, sehr geschickt andeutet mit dem, was in der Jauchegrube hinter dem Haus gefunden werden wird. Auch dies wirkt zunächst nebensächlich, wird aber seine Spur über mehr als 20 Jahre hinweg hinterlassen. Wie auch, fast über allem anderen, das Geschehen um seine Mutter Michele nicht loslassen wird und vielleicht der entscheidende Grund für seine innere Radikalität ist. „Das also ist die Welt, in der ich aufwachse. Manche Menschen sind nicht mehr wert als Affen“. Immer wieder streut Constantini dabei kleine Sequenzen ein, in denen aus der Gegenwart heraus deutlich wird, wie sehr sich die Ereignisse zuziehen werden (im wahrsten Sinne des Wortes um zwei Hälse herum, einen großen und einen kleinen Hals). Der erste Krieg zwischen Arabien und Israel, der Aufstieg Gaddafis, die „schmutzigen Hände des eigenen Vaters“, ein Attentatsversuch, durchschnittene Kehlen, eine (unfreiwillige) Abkehr von all dem, eine innere Rastlosigkeit und die wichtige Unterscheidung, welche Ohnmacht man angesichts der Verhältnisse anzunehmen hat und welche Ohnmacht man mit aller Macht bekämpfen sollte (und kann), in all seinen Personen, die Constantini mit hoher Differenzierung anlegt und denen er ausführlich bis ins Innerste hinein folgt, verweist er auf den Zustand der Welt in ihrer korrupten Seite, auf Drahtziehern im Hintergrund, die natürlich nicht Krieg führen würden, aber überaus geschickt „Krieg führen lassen“. „Meine alten Feinde konnten ihre Machenschaften also ganz in Ruhe fortführen und neue Projekte planen“. Dennoch aber ist der Kampf nicht sinnlos, ist es notwendig, im Kleinen zumindest für die mögliche Gerechtigkeit zu sorgen, das wird Michele klar und klarer im Verlauf jener Morde, die er in Rom zu bearbeiten hat und die immer mehr ihre Spuren in die Vergangenheit (auch in seine eigene ) aufweisen werden. Und verweist daneben auf den persönlichen Verrat, die Brüchigkeit von Beziehungen und wie man sich in Menschen täuschen kann, in jeder Richtung. Eine sehr empfehlenswerte, auch sprachlich ausgereifte Lektüre, die viel Vorfreude auf den dritten Teil der Trilogie hervorruft.

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