Du bist das Böse

von Roberto Costantini 
4,1 Sterne bei30 Bewertungen
Du bist das Böse
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SalanderLisbeths avatar

Komplexes Thriller-Debüt mit einem intelligentem, gut konstruiertem Plot und einem eigenwilligem Protagonisten. Anspruchsvoll!

S

bin nicht wirklich in das Buch reingekommen. Es hätte sicher mehr Spannung, wenn es auf die Hälfte reduziert wäre.

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Inhaltsangabe zu "Du bist das Böse"

Der Auftakt einer international gefeierten Thriller-Trilogie!

Rom, 11. Juli 1982: Während ganz Rom das WM-Endspiel zwischen Italien und Deutschland verfolgt, verschwindet Elisa Sordi, eine junge Angestellte des Vatikans. Der zuständige Commissario Balistreri nimmt den Fall auf die leichte Schulter, und er wird nie gelöst. 24 Jahre später rollt der inzwischen geläuterte Balistreri den Fall neu auf. Doch Elisa Sordi nach so langer Zeit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, kostet einen weit höheren Preis als angenommen. Nach vielen atemlosen Enthüllungen in den hehren Kreisen der römischen Aristokratie, den dunklen Gassen des Vatikans und den Sümpfen der italienischen Politik kommt die Wahrheit ans Licht – eine erschütternde Wahrheit, schmerzhafter als der Berg von Lügen, der sie verbarg.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442746682
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:800 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:14.10.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Komplexes Thriller-Debüt mit einem intelligentem, gut konstruiertem Plot und einem eigenwilligem Protagonisten. Anspruchsvoll!
    Katharsis eines Draufgängers in Rom

    Im Sommer 1982 feiert ganz Italien ausgelassen den Titel als Fußballweltmeister, als in einer ruhigen Gegend in Rom eine 18jährige Angestellte des Vatikans verschwindet. Ihre grausam verstümmelte Leiche wird bald im Tiber aufgefunden. Der zuständige Commissario Michele Balistreri, ein junger Frauenheld, dem eigentlich mehr der Sinn nach Feiern steht, nimmt nachlässig die Ermittlungen auf. Dieser Teil wird aus der Perspektive Balistreris geschildert und so ist man ihm und seiner Sichtweise sehr nah. Mich faszinierte der junge Draufgänger, der eigentlich nur Sex, nächtliche Pokerrunden, Alkohol und Zigaretten im Kopf hat, obwohl er ein hochintelligenter Mensch mit eigenen Moralvorstellungen ist. Balistreri tritt respektlos auf und durch seine Arroganz entgehen ihm wichtige Details, die zur Aufklärung hätten führen können.
    Über 20 Jahre später, im Jahre 2006  ist der Fall immer noch ungelöst, es ist wieder Weltmeisterschaft, aber ansonsten ist alles anders. Aus dem jungen Balistreri ist ein desillusionierter, gesundheitlich angeschlagener Commissario geworden, der nur mit Magentabletten und Antidepressiver über den Tag kommt. Frauengeschichten gibt es schon lange nicht mehr und Zigaretten und Alkohol nur noch in Maßen. Ein Resultat seiner Schuldgefühle, die er zu verdrängen versucht, indem er jeglichen Freuden des Lebens entsagt.

    S. 284 Er war nur noch auf der Suche nach Mördern, nach Liebe ganz bestimmt nicht mehr.

    Als plötzlich wieder misshandelte und ermordete junge Frauen auftauchen, stürzt sich der vom Leben enttäuschte Balistreri verbissen in die Jagd nach dem Serienmörder, denn seinen Sinn für Gerechtigkeit hat er nie verloren. Endlich scheint Balistreri bereit dafür zu sein, die Wahrheit über den Täter und seine Opfer herauszufinden.  Das ist schwierig, muss er sich doch dafür seinen alten Fehlern und unbequemen Tatsachen stellen.

    S. 357 Er hatte Jahre gebraucht, um ein vernünftiger Erwachsener zu werden, der um seine Pflichten, Risiken und Fehltritte wusste. Nun bot sich die Gelegenheit, den oberflächlichen Mike Balistreri, den draufgängerischen, kompromisslosen Abenteurer endgültig zu begraben.

    Zusammen mit dem Commissario verfolgt man die mühsame Ermittlungsarbeit, entschlüsselt man ein Rätsel nach dem anderen, nimmt man teil an seinen Grübeleien und der eigenwillige Protagonist wächst einem ans Herz.
    Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven und man verfolgt als Leser gebannt jede Wendung und lange hat man keine Vorstellung davon, wie die Mordfälle mit dem alten Fall von 1982 zusammen hängen.
    Verschiedene Hinweise deuten auf das Casilino 900, einem Roma- Lager mitten in Rom und an der Aktualität dieses Themas hat sich nichts geändert.

    S. 192 Das wohlgenährte Land war überaltert, müde und faul. Der einzige Ausweg aus dieser Misere waren junge Einwanderer, vor denen man sich in Italien allerdings gewaltig fürchtete, zumal es keine Integrationspolitik gab, ganz zu schweigen von einem Wirtschaftskonzept, das eine solche hätte befördern können.

    Dem Autor, der sich als ein genauer Beobachter der Gesellschaft zeigt, gelingt es eindrucksvoll, vor allem die Machtspiele hinter den Kulissen der Politik und der Kirche darzustellen und rausgekommen ist ein sehr komplexer Thriller mit einem  intelligenten, genial konstruierten Plot.

    S. 88 Auf der anderen die Gauner und Betrüger, auch die vielen in Anzug und Krawatte, die in den Aufsichtsräten, im Parlament, in der öffentlichen Verwaltung und im Vatikan saßen.

    Die Vielschichtigkeit dieses anspruchsvollem Debuts verlangt dem Leser ein hohes Maß an Aufmerksamkeit ab, da der Autor sehr viele Charaktere in Szene setzt, die er alle vielschichtig und individuell angelegt hat. Besonders gut gelungen ist ihm dabei die Hauptfigur Michele und deren Entwicklung über den langen Zeitraum. Im Endeffekt war mir vielleicht der ein oder andere Schlenker zu viel und das Ende nicht ganz so glaubwürdig.

    Trotzdem ein packender Thriller auf hohem sprachlichem Niveau spannend bis zum Schluss. Den bereits erschienenen 2. Teil der Trilogie werde ich mir auf jeden Fall auch vornehmen.

    Kommentare: 3
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    walli007s avatar
    walli007vor 3 Jahren
    Die ewige Erinnerung

    Italien steht im WM-Finale 1982 und der junge Kommissar Michele Balistreri hat Besseres vor als sich um seine Arbeit zu kümmern. Mit Freunden will er das Finale sehen und die Feier beginnt schon früh. Deshalb tut er die Sorgen des Ehepaars Sorti als übertrieben ab, als diese ihre Tochter Elisa als vermisst melden. Sicher sieht sich sich irgendwo das Finale an. Nur wenige Tage später wird Elisa tot aufgefunden und es stellt sich die Frage, ob das Verbrechen hätte verhindert werden können, hätte Balistreri die Sorgen der Eltern ernst genommen. Mit nunmehr verspätetem Eifer macht sich Balistreri an die Ermittlungen.


    Ist es eine lässliche Sünde, wenn auch einmal einem Kommissar etwas anderes wichtiger ist? Bei einem WM-Finale könnte man doch mal ein Auge zudrücken. Doch an den katastrophalen Folgen seiner nachlässigen Arbeit leidet der Kommissar genau genommen für den Rest seines Berufslebens. Beginnend während der WM 1982 führt der Autor seine Leser ins Jahr 2005, in dem es zu neuen Todesfällen kommt. Inzwischen neigt sich das Berufsleben des Kommissars eher dem Ende entgegen, desillusioniert und abgeklärt beginnt er mit den Ermittlungen.


    Vor der Kulisse des erfolgreichen italienischen Fußballs erfreut der Autor mit einem ausgesprochen komplexen Fall, in dem so mancher Schein trügt. Der Fall Elisa Sorti hat Balistreris gesamte Karriere beeinflusst. Aus dem jungen Haudegen wurde ein abgehalfterter und einsamer alter Ermittler. Langsam nur entschlüsselt man mit dem Kommissar ein Rätsel nach dem anderen. Was zunächst als oberflächliche Nachforschung beginnt, bohrt sich schließlich mit Vermutungen und Grübeleien ins Hirn des Lesers und lässt diesen so schnell nicht los. Schließlich erlebt der Leser ein rasantes und fulminantes Finale, in dem Roberto Costantini mit einigen Überraschungen aufwartet. Zwar weniger ein Thriller, aber ein herausragender intelligenter Kriminalroman, bei dem es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt.

    4,5 Sterne

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    Kaisus avatar
    Kaisuvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Das ist wirklich ein intelligenter Thriller! Freue mich auf Band 2!
    "Du bist das Böse"

    Sommer 1982. Italien feiert ausgelassen seinen verdienten Weltmeister-Titel. In mitten dieser ganzen Freude wird fast ungemerkt eine junge Frau ermordet. Es handelt sich um die 18jährige Italienerin Elisa Sordi. Direkt werden die Ermittlungen in Gang gesetzt, um den Mörder zu finden. Doch der Commissario Michele Balistreri hat seinen Kopf ganz woanders. Während er Zeugenaussagen aufnimmt und die Alibi diverser Personen überprüft und seine Arbeit eher stümper- als gewissenhaft erledigt. Er nimmt denn Fall komplett auf die leichte Schulter. War schließlich sicher nur irgendein enttäuschter Verehrer gewesen, der nun gefasst werden muss, wie es so oft bei weiblichen Opfern der Fall ist. Warum also groß anstrengen?
    Seine Haltung diesem Fall gegenüber wird ihn allerdings noch teuer zu stehen kommen und so ist es fast nicht verwunderlich, dass nach über zwanzig Jahren ein weiterer Mord geschieht und Verbindungen zu eben jenem aus der Nacht des Fussballsiegs bestehen, die sich zunächst keiner eingestehen will.

    Michele ist das Spiegelbild eines Super-Machos. Er ist ein Frauenheld schlechthin und ist von sich und seiner Optik vollkommen überzeugt. Die Frauen landen scharenweise mit ihm in der Kiste und selbst die eigensinnigste Sekretärin ist nicht vor ihm sicher, solange sie einen ordentlichen Vorbau hat. Neben dieser Fleischeslust, legte er seine Leidenschaft noch in das Pokern, das Trinken von Whisky und natürlich Zigaretten. Dass das alles irgendwann zu seinem Untergang führen könnte ist dem Leser völlig klar und auch der Commissario macht sich nichts vor. Mit fünfzig würde er eh in Afrika sein und dieses ganze Dasein hier in Rom hinter sich lassen. Den Polizistenjob an den Nagel hängen und die Seele in der warmen Sonne baumeln lassen. Also warum nicht jetzt das junge Leben in vollen Zügen genießen?

    2005. Dreiundzwanzig Jahre sind vergangen und Michele arbeitet immer noch als Commissario in Rom. Doch sein Leben ist nun das komplette Gegenteil. Frauen hat er schon lange nicht mehr im Bett gehabt und auch seine lockere Lebensfreude ist wie weggeblasen. Desillusioniert und verbissen erledigt er seinen Job. Kleine Tabletten helfen ihn über den Alltag hinweg und so vegtiert er quasi vor sich hin. Plötzlich geschehen grausame Frauenmorde in der Metropole Roms und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Es stehen die Bürgermeisterwahlen an und Michele wird von seinem Chef dazu verdonnert die Fälle schnellstmöglich aufzuklären. Die Wahlen sollen in Frieden ablaufen und nicht mit Aufständen. Denn wird schnell der Verdacht gehegt, dass die unbeliebten Roma an den Morden Schuld sind. Man spürt förmlich wie sich der Hass und die Wut in den Bürgern Roms anstaut.

    Doch Michele Balistreri denkt nicht daran den gleichen Fehler noch mal zu machen und seine Instinkte erwachen langsam zu neuem Leben. Hier steckt weit mehr dahinter, als es zunächst den Anschein hat. Je mehr er mit seinen Mitarbeitern und Kollegen recherchiert und erste Fakten auf den Tisch legt, umso mehr wird klar, das hier ist ein Level, dass man nicht mit seinem Gegner spielen möchte.
    Jeder scheint Dreck am stecken zu haben. Seien es wohlhabende Bürger, die gesegneten Priester, der freundliche Politiker oder gar der nette Nachbar. Alle haben etwas zu verbergen und es liegt an dem Commissario und seinem Team, dies herauszufinden und den wahren Mörder zu präsentieren. Der Weg dorthin ist lang, steinig und recht gefährlich.

    Wer jetzt schon denkt, dass das recht komplex und verworren klingt, der soll recht behalten. Allein der Vergleich von 1982 zu 2005 wird sehr gut dargestellt. Es werden die Pro und Contra dargelegt. Es wird deutlich der Verfall und das Aufblühen diverser Charaktere beschrieben. Allen voran natürlich mit dem Commissario Michele Balistreri. Dieser kommt aus der Ich-Perspektive zu Wort und das ist hier auch eine gut gewählte Erzählweise. So kann man einiges von seinen Sichtweisen besser nachvollziehen und man bekommt ein Gespür für seine Gedankenwelt. Nicht alles ist nachvollziehbar und lobend hervorzuheben, aber seine Verbissenheit und seine Gabe Dinge zu durchschauen machen ihn irgendwie symphatisch. All das was er sich in seinen jungen Jahren beim Leser verbaut hat, holt er nun wieder nach und er wächst einem ans Herz.

    Die Handlung geht sehr in die Tiefe. So kommt die dunkle Grundstimmung wunderbar herüber und man wandelt selbst in diesen Stimmungsphasen beim Lesen mit. Die Korruption und Hinterhältigkeit die einem dargeboten wird, ist einfach nur grausam. Ist die Welt wirklich so hinterhältig? Man hofft sehr, dass dies hier alles nur den fiktiven Fingern eines italienischen Schriftstellers entspringt. Denn solche Verschwörungen auf so hoher Ebene wünscht man sich nicht im Geringsten. Roberto Costantini bietet dem Leser hier also nicht nur ein oberflächliches Lesevergnügen, sondern geht in die Tiefe. Er beschreibt die finanzielle Situation, die Lebensumstände der Figuren und die politische Gespanntheit, die vor allem wegen den ungewünschten Roma aus dem Bezirk "Casilino 900" herrscht. Die dicke Luft ist die ganze Zeit spürbar, ebenso die Spannung. Wenn man glaubt, dass sie dem Killer dicht auf den Fersen sind, geschieht eine weitere Wende. Eine neue Ungereimtheit taucht auf und der Schwindel muss entdeckt werden.

    Zeitweise sind diese Verstrickungen verwirrend. So sollte man diese Buch nicht all zu lange aus der Hand legen und eine Lesepause einlegen. Es könnte sein, dass man dann im nächsten Kapitel den Zusammenhang nicht direkt versteht und noch einmal ein paar Seiten zurückblättern muss. Das ist mir selbst passiert und danach habe ich diesen "Fehler" nicht noch einmal gemacht. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt sind die Namen. Wobei das dem Autor eigentlich nicht vorhalten kann. Allerdings ist es zunächst schwierig die italienischen Namen gedanklich auszusprechen. Hier wird nicht nur Alberto und Maria verwendet, sondern vor allem die Nachnamen lassen einen ab und an leicht stolpern. Doch sobald man mit der Welt rund um Michele vertraut ist, kommt man auch damit zurecht.

    Der Schreibstil ist trotz der kleinen Kritikpunkte sehr flüssig zu lesen. Es wird Stück für Stück alles abgehandelt. Man bekommt Gedankenfetzen dargeboten, die kaum gedacht, schon wieder verschwunden sind und grübelt unablässig, in welchem Zusammenhang diese zu den Ermittlungen stehen. Denn nichts was hier erwähnt wird, geschieht ohne Hintergedanken. So wird man das eine oder andere Mal in die Irre geführt und auf der nächsten Seite wiederum bekommt man einen wichtigen Hinweis präsentiert, sodass das sich das Puzzle ein Stückchen weiter zusammen setzen lässt. Das macht sehr viel Spaß beim Lesen, vor allem, wenn man sich darauf einlassen kann. Das Ende selbst halte ich für gelungen und selbst kurz vor Ende glaubt man seinen Augen nicht zu trauen, was da so alles an das Tageslicht kommt und warum man die Indizien nicht schon eher erkannt hat. (Dafür ist es aber einfach zu komplex, um es durchschauen zu können.)

    Alles in allem fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Es ist ein Thriller auf einem anderen Level und man hat ihn nicht mal eben in einem Rutsch gelesen. Das liegt natürlich nicht nur an der Seitenanzahl, sondern an der Fülle an Informationen die einem geboten werden.
    Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass dieses Buch dem ein oder anderen überhaupt nicht gefällt. Vor allem wegen dem Inhalt und dem provokanten Charakter Balistreri.
    Dennoch war es gerade dieses Zusammenspiel von Macht, Furcht und Manipulation, was dieses Buch zu etwas besonderem macht.
    Ich hoffe Roberto Costantini kann dieses Level auch in den kommenden Bänden halten, schließlich sind noch ein paar Fragen offen geblieben, die in der Trilogie geklärt werden müssen.

    9 von 10 Punkten

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    Angel10vor 5 Jahren
    Du bist das Böse

    Einer der besten Thriller, die ich gelesen habe. Roberto Costantini ist ein feiner Beobachter der Gesellschaft und der Menschen. Das Buch ist vielschichtig und nie langweilig. Als Leser bekommt man Einblick in die Politik, Medienwelt und Polizeiarbeit, aber nie schwarz weiß.
    Worum geht es:  Rom, 1982, Commissario Balistreri wird zu einem Mord an einer jungn Angestellten des Vatikan gerufen, das Mädchen wurde grausam mißhandelt und anschließend in den Tiber geworfen. Balistreri ermittlet schlampig, sind ihm doch seine Freizeitaktivitäten (Frauen, Pokerrunden mit seinen Freunden, Fußballendspiel Deutschland - Italien) wichtiger.

    20 Jahre später tauchen wieder mißhandelte, tote Mädchen auf. Zu dieser Zeit gibt es aber das Casilino 900 mitten in Rom. Alle Spuren führen dorthin, nur Balistreri glaubt es nicht. Wie kann ein Analphabet den toten Mädchen einen Buchstaben einritzen? Aber es sind bald Wahlen, schnell will man einen Schuldigen.

    Es geht nicht nur um die Jagd auf einen Wahnsinnigen, es geht um die Verflechtugnen der Politik. Was sollen die Menschen glauben, wie heizt man Stimmungen an, was wird lieber unter den Teppich gekehrt - das wird meinens Erachtens sehr ehrlich, eher unparteiisch dargestellt. Das mach den Reiz dieses Buches aus. Nicht zuletzt geht es auch um die persönliche Schuldfrage.

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    silberfischchen68s avatar
    silberfischchen68vor 5 Jahren
    Ein grandioses Buch!

    Bisher mein Highlight des Jahres, dieser Debüt-Thriller von Roberto Constantini.

    Ein anspruchsvolles Buch, nicht leicht zu lesen, mitunter auch sehr verworren, eine unglaubliche Menge an italienischen und rumänischen Namen  - und eine Handlung, die auch auf 575 Seiten nicht einmal an Spannung verliert oder gar langatmig wird.

    Das Buch beginnt im Jahr 1982 mit Commissario Balistreri, für den das Wort Macho noch nicht ausreicht. Sein Leben besteht aus Alkohol, Zigaretten und sehr viel Sex. Den Mordfall, den er eigentlich aufklären müsste, vergeigt er.

    Dann der Sprung ins Jahr 2006. Der gleiche Commissario, 24 Jahre älter. Er frühstückt Zwieback, nimmt Magentabletten und Antidepressiva. Neue Mordfälle zwingen ihn, sich auch wieder mit dem alten Fall aus 1982 zu beschäftigen. Durch politische und kirchliche Seilschaften, die lügen, verschweigen oder gar morden, laviert Balistreri auf der Suche nach den Drahtziehern und begreift, dass er zur Lösung dieses Falles erst wieder der werden muss, der er einmal war. Auch wenn das heißt, alten Fehlern ins Gesicht zu sehen und sehr unbequmen Tatsachen ins Auge zu schauen.

    Da dieses Buch der Auftakt zu einer Triologie sein soll, freue ich mich schon auf den nächsten Band und vergebe 5 Sterne!

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    fcbfroschvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Packend, grandios, tiefgründig, ehrlich, kritisch, intelligent, tolle Charaktere, ... Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus.
    Was für ein Auftakt!

    Darum geht es:

    Die Menschen in Rom sind am Abend des WM-Finales im Jahr 1982 in Feierstimmung. So auch Commissario Balistreri, der jedoch kurz vor dem Sieg der Squadra Azzura einen Anruf erhält. Ein junges Mädchen wurde misshandelt und ermordet am Tiber gefunden. Die Ermittlungen, die der heißblütige und leidenschaftliche Italiener nur halbherzig führt, sind fehlerhaft und führen ihn zum falschen Mörder. 24 Jahre später erinnern Balistreri, von Schuldgefühlen geplagt, parallele Ereignisse an damals: wieder wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, am Abend des Fußball-WM-Finales mit den Italienern im Endspiel. Obwohl zunächst nichts auf einen Zusammenhang zum damaligen Mord hindeutet, treiben die Opfer der vergangenen Geschehnisse jetzt, 2006, an die Oberfläche. Und Balistreri stößt an seine Grenzen.

     

    Meine Bewertung:

    Das aufgeschlagene Buch vor mir, huschten meine Augen mehrmals über die letzten Worte seiner Geschichte. Ihrer Endgültigkeit bewusst. Die letzte Seite eines Buches ist für mich ganz entscheidend darüber, wie meine endgültige Meinung ausfällt. Und Roberto Costantinis „letzte Worte“ in dem Auftakt einer Trilogie haben mich sehr berührt und mich in Gedanken zurückgelassen. Der Thriller war ein Abenteuer für mich, hat mich nie losgelassen, mich gefesselt, mich ganztägig heimgesucht und ließ mir bis zuletzt keine Ruhe. Dieses philosophische und tiefgreifende Ende rundete dieses Abenteuer für mich ab und ich finde Frieden mit ihm. Sicher darin, dass dieses Buch für mich ein wahrer Schatz ist. Und es kein anderes Ende als dieses hätte geben können.

    Der Auftakt beginnt in Rom, im Jahre 1982. Es ist Fußball-Weltmeisterschaft und die italienische Nationalmannschaft steht im Finale. Ganz Rom hofft und bangt auf dieses Endspiel, das in den heißen Sommertagen auch die Aufmerksamkeit des Kommissar Balistreri und seines besten Freundes Angelo Dioguardi auf sich zieht. Am Abend des Finales, Balistreri wähnt sich schon in den Armen der heißblütigen Frau an seiner Seite, klingelt sein Handy. Das junge Mädchen Elisa Sordi wurde tot am Tiber gefunden. Balistreri stellt seine Ermittlungen nur sehr halbherzig an. Viel zu sehr damit beschäftigt, welche Frau er aufreißen könnte, viel zu sehr damit beschäftigt Zigaretten am laufenden Band zu rauchen und seine Vergangenheit in Belanglosigkeiten und mit einer Wut am Leben zu ignorieren. Der Täter scheint klar zu sein. Doch als sich am Tag seiner Verhaftung die Ereignisse überschlagen, bemerkt Balistreri welche tiefgehenden Fehler er gemacht hat. Und dieser lässt sich niemals mehr verdrängen.
     


    „Hätte ich auch weiter getötet, wenn es beim ersten Mal anders gelaufen wäre? Anfangs habe ich mich das oft gefragt. Nach all den Jahren weiß ich nicht einmal mehr, wie viele es waren, und die Frage, die sich mir nun stellt, ist eine andere: Wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich nur die eine getötet hätte, in einem einzigen Anfall von Wahnsinn?“ (S. 7)

     
    Tatsächlich findet man am Abend des WM-Finales im Jahr 2006 wieder die Leiche einer jungen Frau. Doch endlich scheint Balistreri, als ein völlig anderer Mensch, bereit dafür zu sein, die Wahrheit über den Täter, seine Opfer und die letzten 24 Jahre herauszufinden.

    Das Buch beginnt den ersten Teil aus der Ich-Perspektive Balistreris zu schildern. So kam ich einem Mann sehr nahe, der ein wenig befremdlich auf mich wirkte, so liebeshungrig und doch abgestumpft und gelangweilt vom Leben. Frauengeschichten wie am Fließband, der Arbeit nicht genug Bedeutung beimessend und doch nach Werten und Moralvorstellungen handelnd, die ich faszinierend fand. Seine Vergangenheit wird angesprochen, und er selbst bleibt dabei nebulös. Es umgeben Balistreri einige Schatten, die sich an seine Person klammern und nicht lösen können. Es war schon fast schmerzlich, ihm dabei zuzusehen wie engstirnig und überzeugt er den Fall um Elisa Sordi aufzuklären versuchte und dabei mit dem Kopf nur gegen eine Wand lief. Tatsächlich scheint er bis 2006, also ganze 24 Jahre später, bewusstlos vor dieser Wand zu liegen. Die Veränderungen in seiner Person sind gravierend: der Lebenshunger erloschen, wälzt er sich in Schuldgefühlen, die er nach einer Weile zu verdrängen glaubte. Er entsagt jeglichen Freuden des Lebens: Der Liebe und Leidenschaft, und auch dem Zigaretten- und Alkoholgenuss geht er nur noch sehr geregelt und eingeschränkt nach. Es scheint als wandelt eine Hülle seiner Selbst durch das Kommissariat und braucht einen kräftigen Stoß, damit sie wieder erwacht. Und doch scheint es nicht so einfach zu sein: Die Belastungen seiner Psyche sind greifbar und beschwerten mich selbst, als ich ihn beobachtete. In den neuen Fall, der Erinnerungen an Elisa Sordi heraufbeschwört, geht er jedoch auch mit sehr viel Mut, den nicht jeder aufbringen würde. Dass es jedoch nicht der Mut ist, der ihm fehlt, weiß man schon aus Teil 1. Die Figur um Balistreri ist also nicht nur in seiner Zweigeteiltheit – Vergangenheit und Gegenwart – in sehr überzeugender und faszinierender Weise umgesetzt. Zudem ist der Charakter an sich interessant genug, ihn nur in einer Version zu ergründen.

    Die Verbrechen, die begangen werden, sind etwas verwirrend, das muss ich zugeben. Es war nicht immer ganz leicht, die vielen italienischen und rumänischen Namen auseinander zu halten und den Überblick über Gut und Böse zu bewahren. Doch wer konzentriert bei der Sache bleibt, wird eine Menge Spaß an diesem grandios konstruierten Buch haben. Denn es zeichnet ein sehr kritisches Bild über die politische und religiöse Gesellschaft Italiens. Diese Kritik in ihrer Qualität ist es auch, die sehr wohl Parallelen zu Stieg Larsson eindeutig zulässt, auch wenn sich die Bücher inhaltlich überhaupt nicht ähneln. Eine ebenso herausragende Stärke von „Du bist das Böse“ ist dieser außergewöhnliche Schreibstil und der intelligente, tiefgründige Blick, mit dem Constantini die Gesellschaft, seine Figuren, und die Beziehungen zwischen ihnen betrachtet. Er sorgt dafür, dass man sich oft der Wahrheit sehr nahe glaubt, aber man im Gegenteil weit von ihr entfernt ist. Dieses Verwirrspiel fesselte mich, und fing mich in der Spannung ein, von der ich mich selbst nicht befreien konnte und wollte.

     

    Fazit:

    „Du bist das Böse“ ist ein ganz hervorragender Auftakt für eine Thriller-Trilogie aus Italien, von der ich sofort (!) die Fortsetzung lesen möchte. Sie hat alles, was mein Leseherz begehrt: Spannung, Tiefgründigkeit, interessante Charaktere, Gesellschaftskritik und Aufrichtigkeit. Für alle, die sich von Verwirrspielen, einer Menge italienischer Namen und der Notwendigkeit von Konzentration nicht abschrecken lassen, wird dieses Buch eine ganz wunderbare, abenteuerliche und großartige Lesezeit bereithalten! Ein absoluter Lesetipp!

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    AnnaChis avatar
    AnnaChivor 6 Jahren
    Rezension zu "Du bist das Böse" von Roberto Costantini

    Commissario Balistreri trägt schwer an der Last seiner Vergangenheit. 1982, am Tag des Fußball-WM-Sieges der italienischen Mannschaft, verfolgt er nur halbherzig das Verschwinden eines 18jährigen Mädchens, die später ermordet aufgefunden wird, um, Lebemann, der er ist, die Siegesnacht zu genießen. Über 20 Jahre später - inzwischen ernüchtert, desillusioniert und resigniert - muss er sich mit neuen Morden auseinandersetzen, die Parallelen zu dem Mord von damals zeigen.
    Mit "Du bist das Böse" ist Roberto Costantini ein packender, klug konstruierter Krimi gelungen, der bis zum überraschenden Ende fesselt. Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, darf man auf die nächsten beiden Bände um Commissario Balistreri und sein facettenreiches Team freuen. Gefallen hat mir auch die "italienische Lebensart", die den Krimi durchdringt - endlich mal was anderes als die Tristesse der nordischen Kriminalromane.

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    ManfredsBuecherregals avatar
    ManfredsBuecherregalvor 6 Jahren
    Rezension zu "Du bist das Böse" von Roberto Costantini

    Sommer 1982. Michele Balistreri, ein Kommissar aus Rom genießt das Leben in vollen Zügen: Frauen, Partys und Poker spielen mit seinen Freunden. So soll es auch am 11.Juli sein, während Italien im Endspiel gegen Deutschland steht. Folglich ist Michele nicht sonderlich erbaut als er sich um das Verschwinden einer Mitarbeiterin seines Freundes Angelo kümmern soll. Schnell fertigt er die Betroffenen ab und erklärt, dass das Mädchen sicher nur den Sieg der Italienischen Mannschaft feiert, um zurück zur Feier zu kommen. Doch das Mädchen wird tot aufgefunden.

    2005. Balistreri ist mittlerweile über Fünfzig. Sein Lebensstil ein anderer. Keine Partys mehr und auch keine Abenteuer mit dem weiblichen Geschlecht. Wieder findet man Frauenleichen. Doch will man seitens der Politik so wenig wie möglich Aufsehen erregen. Auf Grund der Spuren wird dem Kommissar klar, dass diese Morde in irgendeiner Weise mit dem Mord im Jahre 1982 in Zusammenhang stehen müssen.

    Roberto Costantini ist mit „Du bist das Böse“ ein gutes Debüt und ein toller Auftakt zur Trilogie gelungen. Die Story um Kommissar Balistreri hat mich gefesselt. Immer wieder zeigt Costantini, dass - wie auch im echten Leben - nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Dies führt dazu, dass die Ermittlungen im Jahre 2005 ein völlig neues Licht auf den Fall von 1982 werfen. So bleibt die Geschichte spannend bis zur letzten Seite. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Reihe.

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    Kerrys avatar
    Kerryvor 6 Jahren
    Rezension zu "Du bist das Böse" von Roberto Costantini

    1982 ist ganz Italien außer Rand und Band, denn die italienische Fußballnationalmannschaft steht im Endspiel der Weltmeisterschaft. Wie das ganze Land, ist auch der 32-jährige Commissario Michele Balistreri wie im Rausch, wobei Balistreri zu diesem Zeitpunkt alles andere als ein "gutbürgerliches" Leben führt. Seine Zeit verbringt er gerne beim Pokern mit seinem besten Freund Angelo Dioguardi und mit ständig wechselnden Frauenbekanntschaften. Balistreri selbst hat eine sehr bewegte Vergangenheit, die ihn immer tiefer in faschistische Kreise zog, bis sein Bruder, der Ingenieur Alberto Balistreri, ihn endgültig dort raus holte und ihm einen Posten bei der Polizei in Rom verschaffte. Hier sollte Michele zur Ruhe kommen, aber wirklich ruhig ist es in seinem Leben nie geworden.

    Am 11. Juli 1982 war es dann endlich soweit, das Finale zwischen Italien und Deutschland stand an. Michele, alles andere als diensteifrig an diesem Abend, wollte sich das Spiel mit Angelo und anderen Freunden anschauen, ordentlich feiern und einfach den Abend genießen. Doch noch während des Spieles wird Balistreri zu einem Fall gerufen. Die 18-jährige Elisa Sordi kam von der Arbeit nicht nach Hause. Während der Halbzeit macht sich Michele auf den Weg zu Elisas Arbeitsplatz (einer angemieteten Villa des Vatikans) in Begleitung von Angelo, denn die Vermisste ist eine Arbeitskollegin von ihm. Um die Sache abzukürzen und schnell wieder zur Party zurück zu können, verbleibt er mit ihrem Arbeitgeber und den Eltern der Vermissten dabei, dass diese sicher nur irgendwo feiern ist und man noch abwarten solle, ob sie wieder auftaucht. Anschließend gehen Balistreri und Angelo zurück zu Party - und fünf Tage später wird die brutal zugerichtete Leiche Elisas gefunden. Zusammen mit Commissario Capo Teodori macht sich Balistreri an die Arbeit, um den Mord zu klären, doch niemand scheint ein Motiv gehabt zu haben und es besteht der Verdacht, dass die Ermittlungen sabotiert werden, aber von wem? Es gibt zwar einige Verdächtige, u. a. ein Freund der Toten Valerio Bona, Conte Tommaso dei Banchi di Aglieno bzw. dessen entstellter Sohn Manfredi, doch wirklich nachweisen lässt sich der Mord keinem.

    2005 arbeitet Balistreri noch immer bei der Polizei. Doch sein Leben ist einem radikalen Wandel unterzogen worden. Balistreri nimmt mittlerweile Schlafmittel und Antidepressiva, macht seinen Job mehr schlecht als recht und auch Frauengeschichten gibt es in seinem Leben nicht mehr. Aus Balistreri ist ein einsamer, alter Mann geworden. Seinem Chef Antonio Pasquali ist er schon lange ein Dorn im Auge, doch leider gibt es nicht genügend Gründe, ihn zu kündigen, sodass sich die beiden einer Pattsituation befinden. Als jedoch in der Nacht des 23. - 24. Juli 2005 die junge Samantha Rossi brutal überfallen, gefoltert und ermordet wird, weiß Balistreri, dass sein Mörder zurück ist. Was er vor Jahren versäumt hat (eine ernsthafte Ermittlung), will er jetzt wieder gut machen und begibt sich auf die Jagd ... doch Leichen säumen den Weg des Killers. Wird Balistreri es diesmal schaffen, den Täter zu stellen?

    Was für ein beklemmender Thriller! Der Plot wurde sehr detailliert ausgearbeitet, wobei der Autor immer wieder Anspielungen auf Sabotage und Verrat eingeflochten hat, was ich persönlich erschreckend fand, denn man stelle sich vor, es wäre in Wirklichkeit genauso. Die Figuren, allen voran Protagonist Michele Balistreri wurde sehr facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt. Besonders gut hat mir hier gefallen, wie der Autor den Leser in den Kopf des Kommissars hat blicken lassen, wobei ich hier allerdings seinen Handlungen nicht immer folgenden konnte bzw. mit diesen nicht immer einverstanden war. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, wobei ich mir allerdings an einigen Stellen mehr knisternde Spannung gewünscht hätte. Als Fazit kann ich sagen, dass mir dieses Buch entspannte Lesestunden beschert hat und ich gerne mehr aus dem Leben von Balistreri erfahren würde, u. a. was geschah in den Jahren 1982 - 2005?, warum hat er sich dermaßen verändert? Vielleicht beantwortet Band 2 ja einige meiner auftretenden Fragen.

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    Bellexrvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Story und hervorragend herausgearbeiteten C...
    Rezension zu "Du bist das Böse" von Roberto Costantini

    Brillanter Auftakt der Trilogie
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    Ganz Rom fiebert 1982 dem WM-Endspiel entgegen. Auch der 32-jährige Commissario Balistreri hat schon feste Pläne für den Abend, doch dann wird eine junge Vatikan-Angestellte ermordet. Michele Balistreri ermittelt eher halbherzig und hat nur das Endspiel im Kopf und auch danach interessiert ihn der Fall nicht wirklich, obwohl auch sein Freund Angelo darin involviert ist. Der Mörder der jungen Elisa Sordi wird nie gefunden. Doch im Jahr 2005 holt den Polizeikommissar seine Vergangenheit ein, als auf seinem Schreibtisch der Fall R. landet.
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    Roberto Costantini erzählt seinen Thriller, der zwar der Auftakt einer Trilogie ist, aber durch die abgeschlossene Geschichte problemlos als Einzelband gelesen werden kann, in zwei Zeitebenen. Für den ersten Teil seines Thrillers wählt der Autor die Ich-Form, sodass man einen jungen Balistreri kennenlernt, der nur die nächste Fraueneroberung und nächtliche Pokerrunden im Kopf hat. Seinen Polizeidienst versieht der Revierleiter in einer eher ruhigen Gegend Roms und mit einer entsprechenden Nachlässigkeit. Völlig respektlos ist sein Verhalten gegenüber anderen Menschen, auch bei dem Comte oder Kardinal Allessandrini, die ebenfalls in dem Fall involviert sind, ändert Balistreri sein Verhalten nicht. Doch durch seine Überheblichkeit entgehen ihm wichtige Details, die ihm im Jahr 2005 zum Verhängnis zu werden drohen. Obwohl sein Commissario nun wirklich kein Sympathieträger zu sein scheint, gelingt es dem Autor problemlos, dass man diesen draufgängerischen Frauenheld schon bald durchaus sympathisch findet.
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    Dem Autor ist ein Thriller gelungen, der von Anfang an extrem spannend und zudem sehr vielschichtig angelegt ist. Schnell ist klar, dass man hier einen äußerst gut durchdachten und hervorragend recherchierten Thriller in Händen hält, der sich mit der Politik, den Intrigen und Machtkämpfen der Stadt am Tiber befasst, was gerade im zweiten Teil im Jahr 2005 sehr deutlich wird. Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven. Und so folgt man nicht nur weiterhin gebannt der komplexen Story, sondern lernt auch einen gebrochenen und vom Leben enttäuschten Commissario kennen, der sich mit Magengeschwüren und Depressionen herumschlagen muss. Aber seinen Sinn für Gerechtigkeit hat Balistreri nicht verloren und verbissen stürzt er sich nun in den Fall R., der schon bald Parallelen zum Mordfall Elisa aufweist.
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    Der Schreibstil des Autors ist von Anfang an sehr fesselnd, einnehmend und flüssig. Problemlos zeichnet er seinen Lesern ein Bild von Rom mit all seinen schönen, aber auch durchaus sehr dunklen Seiten, versieht das Ganze mit viel Lokalkolorit und zeigt auch politische Probleme wie auch Korruptionen in Regierungskreisen auf. Aber auch der Vatikan spielt eine große Rolle in seinem Thriller und auch hier erhält man einen guten Blick hinter die Kulissen.
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    Seine Charaktere, allen voran natürlich Michele Balistreri sind hervorragend herausgearbeitet und nehmen schnell Konturen an. Viele bleiben dennoch in ihrem Verhalten absolut rätselhaft und durch viele unvorhersehbare Wendungen in der Story hat man lange absolut keine Vorstellung davon, wie die Fälle von 1982 und 2005 zusammengehören, wer ein Motiv für den Mord an Elisa hatte wie auch an den weiteren Morden, die 2005 geschehen, noch erhält man eine Vorstellung davon, wer der Mörder ist. Es gibt im Verlauf viele Verdächtige, einige sind Bauernopfer, einige durchaus auch Täter, aber derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, der große Unbekannte, bleibt einem bis zum Schluss verborgen. Und so hält sich die Hochspannung wirklich bis zur allerletzten Seite, wo dann endgültig alle losen Fäden schlüssig zusammenfinden.
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    Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Story und hervorragend herausgearbeiteten Charakteren aufwarten kann.

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