Roberto Cotroneo

 4,2 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor*in von Diese Liebe, Wenn ein Kind an einem Sommermorgen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Roberto Cotroneo wurde 1961 in der norditalienischen Stadt Alessandria geboren. Er studierte Philosophie und einige Jahre Klavier. Seit 1983 war er u.a. für L'Europeo, L'Espresso, der renommierten Wochenzeitschrift, und Sole 24 Ore als Literaturkritiker tätig. Seit 1994 zeichnet er für den Kulturteil von L'Espresso verantwortlich. Er gilt als der angesehenste und zugleich gefürchtetste Kritiker Italiens. Sein erstes Buch, Wenn ein Kind an einem Sommermorgen. Briefe an meinen Sohn über die Liebe zu Büchern, erschien 1996 in deutscher Übersetzung im Marion von Schroeder Verlag in Düsseldorf und 2002 im Insel Verlag Frankfurt. Diese unterschwellige Autobiographie und Autopoetik ist eine suggestive Einführung in die Kunst des kritischen Lesens. Umberto Eco, in dessen Nachfolge Cotroneo erzählerisch ganz offensichtlich steht, urteilte über dieses Buch: "Roberto Cotroneo zeigt, daß er wirklich weiß, wie Bücher gelesen werden sollten."

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Roberto Cotroneo

Cover des Buches Diese Liebe (ISBN: 9783518461297)

Diese Liebe

(19)
Erschienen am 16.11.2009
Cover des Buches Wenn ein Kind an einem Sommermorgen (ISBN: 9783458171331)

Wenn ein Kind an einem Sommermorgen

(7)
Erschienen am 14.08.2002
Cover des Buches Die verlorene Partitur (ISBN: 9783518395264)

Die verlorene Partitur

(3)
Erschienen am 23.05.2005
Cover des Buches Frag mich, wer die Beatles sind (ISBN: 9783458173045)

Frag mich, wer die Beatles sind

(1)
Erschienen am 15.02.2006
Cover des Buches Das vollkommene Alter: Roman (ISBN: 9783458170068)

Das vollkommene Alter: Roman

(1)
Erschienen am 27.02.2000

Neue Rezensionen zu Roberto Cotroneo

Cover des Buches Wenn ein Kind an einem Sommermorgen (ISBN: 9783547719178)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Wenn ein Kind an einem Sommermorgen" von Roberto Cotroneo

Trishen77
Kleines Wunder von einem Buch

"Kann man einen Brief in Form eines Buches schreiben, um eine Lust zu erklären, nämlich die Lust des Lesens?"

Ein Vater schreibt seinem Sohn einen Brief über die Liebe zur Literatur. Nicht die Liebe zum Lesen unzähliger Seiten, sondern zum Mysterium, zur Kraft, die in den Büchern steckt; er schreibt über die schiere Lust am Enträtseln und Verschlüsseln der Welt durch die Feinheiten der Erzähl- und Dichtkunst. Dieses Buch soll zeigen und zeigt es überdeutlich: Literatur ist nicht weltfremd, sie ist das Freilegen der Zentren, von denen das Leben zu uns fließt, in denen die Welt entsteht und die Übertragung der Ambivalenzen und Mehrdeutigkeiten in Reinschrift.

Anhand von vier Werken, Stevensons "Die Schatzinsel", J. D. Salingers "Fänger im Roggen", Gedichten von T.S. Eliot und Thomas Bernhards "Der Untergeher", bewegt sich Cotroneo durch verschiedene Erweckungserlebnisse und Kosmen, die die Literatur erreichen und abbilden, aufzeigen kann. Zu Salingers wunderbarem Roman schreibt er zum Beispiel:

"aber am Ende werden wir begreifen, dass dieses Buch nicht bloß die Geschichte eines Jungen ist, der gegen alle Regeln verstoßen will, sondern mehr: sondern die Geschichte eines Jungen, der, auf seine ironische Art, verloren in einer Welt voller Roggenfelder lebt, nahe an einem Abgrund, wo es jedoch nur wenige Fänger gibt. Es ist ein Buch über einen Heranwachsenden, der verzweifelt nach Großzügigkeit sucht, und es ist eine Streitschrift gegen den Egoismus, gegen eine unerträgliche Welt des Mittelmaßes, aufgemöbelt mit Großtuerei, mit einer Rhetorik, die dazu dient, Armseligkeiten aller Art zu bemänteln."

Cotroneo geht in die Tiefe und versteigt sich doch nicht; das Buch ist keine literaturwissenschaftliche, sondern eine homme de lettres-Schrift. "Wenn ein Kind an einem Sommermorgen" ist, ganz schlicht und einfach, ein großartiges Buch über die Reichhaltigkeit der Literatur, über das, was uns an ihr wirklich bewegen kann, worüber wir nur bei ihr Kenntnis erhalten können. Eine fesselnde und erweiternde Lektüre und eines der wenigen Bücher, die ich wahrscheinlich selbst in Phasen tiefster Verzweiflung oder Sinnlosigkeit lesen könnte; ein Rückzugsort wie es "Salzwasser" von Carles Simic oder "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams sind.

Nun bin ich auch jemand, der zugegebenermaßen an derselben Verehrung für die Literatur leidet wie Cotroneo und auch regelmäßig an ihr genese. Ja, auch bin überzeugt davon,

"dass die Literatur, der Traum, von dem wir in diesem Buch sprechen werden, nicht nur ein intellektuelles Spiel ist, sondern das einzige Mittel, die Welt zu verstehen, das einzige, sie durch die Brille der Mehrdeutigkeit zu sehen, die heute außer Gebrauch gekommen ist." 

Cover des Buches Diese Liebe (ISBN: 9783518461297)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Diese Liebe" von Roberto Cotroneo

Tilman_Schneider
schlecht

Es ist eigentlich schade um dieses Buch, um diesen Schriftsteller, denn Roberto Cotroneo kann toll formulieren und wunderbar beschreiben, aber diese Geschichte ist nichts.  Diese Liebe, ja welche? Warum hängt sie immer noch so an ihrem Mann? Was war so einzigartig so anderst? Warum lässt sie nicht zu weiter zu leben und blockiert sich immer selbst? Trauer ist absolut nachvollziehbar und verständlich, aber es gibt Grenzen und leider ist es in dieser GEschichte nicht nachvollziehbar, denn der Autro lässt offen warum sie so handelt.


Cover des Buches Das vollkommene Alter: Roman (ISBN: 9783458170068)
Maza_e_Keqes avatar

Rezension zu "Das vollkommene Alter: Roman" von Roberto Cotroneo

Maza_e_Keqe
Sicher großartige Literatur, aber nicht für mich

Abgebrochen auf Seite 70.

Ein Mann lehrt an einer winzigen Schule in einem Dorf auf Sizilien (S.) und ist fasziniert von seiner einzigen Schülerin, der fünfzehnjährigen Nunzia. Sie und ihre ältere Schwester Francesca kennt er bereits länger. Sie sind die Töchter seines (verstorbenen) Professors in Tübingen.

Mich konnte das Buch einfach nicht fesseln. Der Ich-Erzähler schweift ständig ab, wechselt in verschiedene Vergangenheiten (seine eigene Kindheit/Jugend/Studium, die Geschichte seines Vaters/Großvaters/Schwester/Francesca/ihres Gärtners), so dass ich keinen Bezug zur Gegenwart aufbauen kann. Dazu kommen so viele Namen und Personen, die hin und wieder erwähnt werden, dass ich mir ein Personenregister gewünscht hätte. Auch die Bedeutung von Francesca für ihn wurde mir in den gelesenen Kapiteln nicht klar. Die Bibeltexte (Hohelied) scheint mir willkürlich häufig wiederholt.

So sehr mich das Thema interessiert, fehlt mir der rote Faden in der Geschichte, ein eindeutiger Handlungsstrang. Auch wird mir nicht klar, in welcher Zeit die Geschichte spielt bzw. die jeweiligen Vergangenheitsszenen; wohl nach einem Krieg. Aber wie lange und nach welchem Krieg? Und wie alt sind die Protagonist*innen überhaupt?

Fazit: Sicher großartige Literatur, aber nicht für mich. Meine Deutsch-Lehrerin hätte ihre Freude daran (es mich interpretieren zu lassen). Sätze wie „Nur ein voreiliger Gedanke hätte mich zu der Behauptung veranlassen können, Nunzia und Francesca hätten absolut nichts mit diesem Haus und dieser Atmosphäre zu tun.“ verknoten mir das Gehirn.

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